Mama Warbucks ? die Unvermeidliche
geschrieben am 05. Februar 2008 von Spiegelfechter
Der heutige Tag ? ?Super Tuesday? ? könnte entscheidend für den Gang der Weltpolitik in den nächsten vier oder gar acht Jahren sein. Während der Präsidentschaftskandidat der Republikaner mit John McCain schon festzustehen scheint, steht es bei den Demokraten Spitz auf Knopf. Und alleine dies ist bereits eine kleine Sensation, stand Hillary Clinton, parteiintern auch gerne ?die Unvermeidliche? genannt, doch noch bis vor ein paar Wochen uneinholbar weit vorne in den Meinungsumfragen. Spätestens seit den Vorwahlen von Iowa sind die Vorwahlen der Demokraten ein echter Zweikampf geworden, in dem Obama in den jüngsten Umfragen aufgeschlossen hat und in den letzten beiden Umfragen von CNN und Cook bereits an Miss Clinton vorbeigezogen ist.

Obama steht für ?das Neue?, den Wechsel, während Clinton für das Establishment steht ? zumindest ist es dies, was Obamas Wahlkampfstrategen vermitteln wollen. Falsch ist dies allerdings keinesfalls – wenn man sich die Bereiche der Politik anschaut, die für Europa und die Welt am wichtigsten sind, so wird man sehr schnell desillusioniert, wenn man denkt, mit Hillary Clinton könnte sich etwas zum Guten ändern.
Außen- und militärpolitisch liegt Frau Clinton mit ihrem republikanischen Konkurrenten McCain nahezu auf einer Linie. Auch zwischen sie und den amtierenden Präsidenten passt noch nicht einmal eine Ausgabe des “Weekly Standard”. Während seiner Amtszeit konnte Bush stets auf Hillary Clinton als treue Unterstützerin der ?gemeinsamen Sache? zählen ? auch wenn sie sich gegen ihre eigene Partei durchsetzen musste, Hillary Clinton hat stets im Sinne der Falken und Kriegstreiber gestimmt.
Clinton unterstützt Waffenlieferungen in Staaten mit autokratischer Führung, wie Ägypten, Saudi-Arabien, Pakistan, Aserbaidschan, den Tschad und andere. Sie weigert sich standhaft, die Forderung nach einem Verbot von Landminen zu unterzeichnen. Sie war eine der wenigen Demokraten, die eine von ihnen eingebrachte Resolution nicht unterzeichnete, die die USA aufforderte, keine Cluster-Bomben in Länder zu liefern, die diese Bomben gegen Zivilisten einsetzen. Einwände der Menschenrechtsorganistionen Amnesty International, Human Rights Watch und anderen, Israel würde im Libanonkrieg 2006 gegen das Kriegsrecht verstoßen, wurden von ihr barsch abgeblockt. Clinton lobte Israel indes, für dessen “Werte und den Respekt vor der Würde und den Rechten von Menschen”.
Das US-Militärbudget steigt in diesem Jahr auf sagenhafte 515 Mrd. US$ – das sind 1.712 US$ im Jahr pro Amerikaner, vom Säugling bis zum Greis. Zum Vergleich: Das keineswegs pazifistische Deutschland kommt mit 344 ? pro Jahr und Kopf aus. Aber selbst dieser Horroretat reicht Clinton nicht aus ? sie stimmte nicht nur jedem Wunsch Bushs nach Erhöhung des Militäretats zu, sie forderte sogar einen noch höheren Etat, als es selbst Bush wollte. Für den Fall ihrer eigenen Präsidentschaft, kündigte sie frank und frei weitere Ausgabenerhöhungen in den nächsten Jahren an. Kein Wunder, dass der ?militärisch-industrielle Komplex? zu ihren eifrigsten Wahlkampfspendern zählt. Bei der Village Voice hat ihr dies bereits den Spitznamen ?Mama Warbucks? eingebracht.
Außenpolitisch zählt Clinton zu den Falken. Während sich Obama beispielsweise bereiterklärte, sich mit Chavez, Castro und anderen ?umstrittenen? Staatsmännern zu treffen, um Probleme zu bereden, hielt Clinton diesen Ansatz für ?unverantwortlich? und ?offen gesagt naiv?. Miss Clinton muss es wissen, zählt sie doch ganz sicher nicht zu den Denkern, sondern zu den ?Doern?, die immer sehr überzeugt von sich und ihren Aktionen sind und sich auch im nachhinein nie entschuldigen, wenn es herauskommt, was die ?Doer? mal wieder verzapft haben. Neben dem Irak-Krieg war Muss Clinton die Chefeinpeitscherin hinter ihrem Mann, deren Idee auch die Bombardierung des Kosovos war.
Aktionen wie diese, werden von ihr ohne wenn und aber verteidigt, auch wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass sie falsch waren. Sie verteidigt auch noch heute die mehrfache Bombardierung Afghanistans, die Bombardierung einer pharmazeutischen Fabrik im Sudan – dort wurden 50% der dortigen Antibiotika und Impfstoffe herstellte – und die Bombardierung Iraks im Jahre 1998 (Operation Desert Fox). In keinem dieser Fälle erklang je auch nur der Hauch eines Unrechtsbewusstseins, im Gegenteil ? mit verfemten, kalten Lügen baut sie sich Scheinrealitäten auf, die der Wähler irgendwann nicht mehr von der wirklichen Realität unterscheiden kann.
Bezüglich Lateinamerikas hält es Miss Clinton Bush vor, zu sanftmütig zu sein und wegzuschauen, wenn es darauf ankommt, Härte zu zeigen. ?Wir müssen zurückkehren, zu einer Politik der energischen Einmischung? ? sie lässt zwar offen, was sie damit konkret meint, aber wenn man weiß, was US-Politiker jahrzehntelang unter energischer Einmischung verstanden haben, kann man für die Südamerikaner nur hoffen, Obama setzt sich durch.
Miss Clinton schließt nichts aus (außer dem Dialog), um sich nicht ihrer Optionen zu berauben. Als Obama im August anmerkte, dass Nuklearwaffen kein geeignetes Mittel seien, um gegen Terroristen vorzugehen, erhielt er von ihr prompt eine Breitseite ? ?ein Präsident sollte nichts ausschließen, wenn es um die Nutzung von Atomwaffen geht.?
Neben ihrem Mann gibt es nur eines, dem sie alles vergibt und verzeiht: Israel! Israelische Siedler bauen entgegen jeglicher multilateraler Abkommen neue Siedlungen im Westjordanland? Das findet Frau Clinton ganz in Ordnung so. Israel baut eine befestigte Mauer mitten durch palästinensisches Gebiet, die Palästinenser von Palästinensern trennt? Frau Clinton verteidigt diese Maßnahme aufs Schärfste ? die Leidtragenden seien ja keine Palästinenser, sondern Terroristen. Na wenn dem so ist, gut das Frau Clinton 1961 noch zu jung war, um politische Statements abzugeben. Auch Israels Krieg gegen den Libanon im Jahre 2006 hat Miss Clinton in den allerhöchsten Tönen gelobt und jede offensichtliche Lüge der Israelis wurde von ihr 1:1 übernommen und weitergeplärrt. Sogar nachdem ein Untersuchungsbericht der israelischen Regierung und dem Militär schwere Versäumnisse ankreidete, verteidigte Clinton noch beide. Nur keine eigenen Fehler eingestehen und immer mit dem Kopf durch die Wand und sei es durch Lügen.
Ein Paradebeispiel für dieses Verhalten ist Clintons Einstellung zum Irak-Krieg, die keinesfalls ambivalent ist, wie es ihr einige Kritiker vorwerfen, sondern sehr stringent ? stringent bellizistisch. Hillary Clinton ist die demokratische Senatorin, die Bushs Irak-Politik am überzeugtesten mitgetragen hat. Schon 1998 war sie eine der glühenden Verehrerinnen von Bombardierungen ? hinter den Kulissen unterstützte sie die ?Operation Desert Fox?, eine brutale viertägige Bombardierung Iraks, deren Motive erlogen waren und deren eigentliche Aufgabe es war, vom zeitgleichen Lewinski-Skandal abzulenken.
In der Folgezeit gehörte Hillary Clinton zu den Protegés Ahmad Chalabis, einer der Urheber von unzähligen Lügenkampagnen, die letztendlich zum Krieg führten. Sie zeigte sich stolz, dass ihr Mann, auf Chalabis Rat hin, die Politik vom ?Containment?, welches recht gut funktionierte, hin zum ?Regime-Wechsel? geändert hat. Diesen Kurs ging Bush weiter ? mit Clintons ungeteilter Unterstützung. Jede Lüge, die von Bushs Administration und den Geheimdiensten kam, wurde von Clinton nachgequakt und verinnerlicht. Sie war der einzige(!) demokratische Senator, der alle drei Lügen anerkannt hat – Irak habe ein ABC-Waffen Programm, Trägerwaffen mit großen Kapazitäten und Verbindungen zu Al-Quaida, Einwände von Friedensgruppen und Kirchen wurden von ihr abgeblockt. Hillary Clinton war zu dieser Zeit nichts anderes, als eine Marionette der NeoCons.
Daran hat sich indes wenig geändert ? ?Scheitern ist keine Option?, so klingt es markig aus ihrem Munde. Sie hat sich nie für ihre Kriegshetze, die Verbreitung von Lügen und die daraufhin getroffenen Fehlentscheidungen, die 650.000 Irakern das Leben gekostet haben, entschuldigt. Stattdessen beharrt sie darauf, selbst nur ein Opfer von geheimdienstlichen Fehlinformationen gewesen zu sein. Es gab allerdings auch damals immer Zweifel an den Berichten, die jeder, der sie gelesen hatte, ernst nehmen musste. Clinton hat sogar bestätigt, dass sie die Berichte nicht selbst gelesen hat, sondern gebrieft wurde ? natürlich weiß sie nicht mehr von wem.
Herr Clinton hatte keinen Sex und lässt deshalb Iraker bombardieren, Frau Clinton wurde von einem boshaften Vorleser getäuscht und lässt dafür ebenfalls Iraker bombardieren. Der Zwang, notorisch zu lügen und das Schicksal der Iraker ? in der Familie Clinton haben diese beiden Dinge eine blutige Koexistenz gefunden.
Dass Hillary Clinton unter den progressiven Wählern der Demokraten nicht gerade eben beliebt ist, steht außer Zweifel. Sie wäre allerdings auch taktisch eine schlechte Lösung. Clinton polarisiert und sie ist mehr oder weniger die Kopie eines überzeugenden republikanischen Kandidaten. Warum sollte der Wähler eine indifferente und unberechenbare Kopie wählen, wenn er auch das Original in Gestallt von McCain wählen kann? Aller Umfragen sehen Obama als möglichen Sieger gegen McCain und Clinton als wahrscheinliche Verliererin gegen McCain. Wer McCain zum Präsidenten haben will, muss also Clinton in den Primaries wählen. Sollte sich Clinton durchsetzten, so könnte ein weiterer Effekt die Chancen der Demokraten schmälern ? der Nader-Effekt. Es ist wahrscheinlich, dass der freie Kandidat Ralph Nader antreten würde, wenn die Demokraten eine derart unglaubwürdige Person wie Clinton nominieren würden und da McCain und Clinton sich kaum unterscheiden, wird Nader sicher recht ordentlich abschneiden können. Seine Stimmen gingen natürlich fast komplett auf das Konto von Clinton und McCain wäre der ungefährdete Sieger.
Da sollte man doch eher hoffen, dass die Demokraten doch Obama nominieren.
Quellangaben: Stephen Zunes: “Hillary Clinton on Iraq”, Stephen Zunes: “Hillary Clinton on International Law”, Stephen Zunes: “Hillary Clinton on Military Policy”. Alle erschienen bei Foreign Policy in Focus
Jens Berger
Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test
www.PARSHIP.de




Schaut man sich die jüngsten
Sogar während des Aufenthaltes im berühmt berüchtigten Hanoi-Hilton blieb McCain ein echter amerikanischer Held ? er lehnte eine vorzeitige Entlassung ab, was ihm neben fünf zusätzlichen Jahren in Hanoi auch bleibende Behinderungen einbrachte. Es dauerte Jahr, bis er seine Beine wieder beugen konnte und mit den Armen kommt er immer noch nicht über Kopfhöhe. Neben diesen alten Verletzungen leidet McCain auch an einem bösartigen Hautkrebs, der in bereits drei mal zu schaffen machte. Nach eigenem Bekunden fühlt er sich allerdings fit fürs Amt.
Wer will, dass sich nichts ändert, muss McCain wählen. Mit seinem hohen Alter ist McCain ein mit allen Wassern gewaschener Politprofi. Vor 9/11 versuchte er das liberale Korrektiv zu George Bush darzustellen, nach 9/11 überholte McCain ihn bellizistisch auf dem Standstreifen, peitschte den Senat für den Afghanistan-Krieg, die Home-Security Gesetze und schließlich den Krieg
Die NeoCon-Elite hat sich wohl oder übel bereits mit McCain abgefunden. Schon im letzten Jahe, als nahezu alle Ratten das sinkende NeoCon-Schiff verließen, sind bedeutende “Vordenker” auf McCains Seite
Dass Politik ein guter Unterhaltungsstoff sein kann, ist hinlänglich bekannt. Für den Präsidentschaftswahlkampf 2008 in den USA haben sich die Medien bereits warm gemacht. Tränen, strahlende Sieger, unglaubliche Comebacks und Sensationen ? hereinspaziert, und Manege frei für die Clowns und Artisten des Politzirkus!
Nach dem ebenfalls wenig überraschenden Sieg Obamas zog der Zirkus weiter nach New Hampshire ? einem Staat, in dem
Zugegeben, der plötzliche Charakterwandel vom seriösen, aber altklug wirkenden und unbeliebten Weißclown zum schluchzenden Bajazzo ist Miss Clinton sehr gut gelungen. Obgleich die Medien auf diese offensichtliche Possenshow eigentlich mit Hohn und Häme reagieren müssten, haben nur wenige Medienvertreter
Vorentscheidungen sind erst am 5. Februar, dem ?Super-Tuesday? zu erwarten. Bis dahin werden die Medien aber noch einige Sensationen für uns in petto haben. Am 19. Januar findet in Nevada der nächste Caucus der Demokraten statt. Nach den momentanen Umfragen liegt Miss Clinton himmelweit vorne. Eigentlich sollte sie dort ohne Tränen siegen können, aber man sollte aufpassen, was die Medien so im Schilde führen. Da es sich auch in Nevada um einen Caucus handelt, könnte ein wenig Berichterstattung vom farbigen Bürgerrechtler, die Demokraten aus Nevada zu einer gruppendynamischen Obama-Wahl verleiten. Womit die nächste Sensation geschaffen wäre! Am 26 Januar ist Obama in South-Carolina favorisiert, aber wer weiß – es sind ja “geheime? Primaries und der Bradley-Effekt? Ach ja, man weiß so wenig.
Für falschen Beifall kann man nichts. Andererseits gilt: Sage mir, wer dich lobt ? und ich sage dir, wer du bist.
Neuerdings hat er sein Herz für einen führenden Demokraten entdeckt. Barack Obama wäre seiner Ansicht nach ein besserer Präsident als Hillary Clinton, weil er keine “Widersprüche in seiner Vergangenheit” aufweise und von dem “pessimistischen Optimismus” vergangener Jahre gelernt habe.
Um die Truppe endgültig abzurunden gäbe es da noch Karl Rove. Ja, Karl Rove, der ehemalige Chefberater des amtierenden Präsidenten. Anfang Dezember gab er dem Newcomer Obama in der “Financial Times” ein paar wichtige Tipps. Der Frischling aus Illinois müsse unbedingt Iowa gewinnen – und in seinen Attacken auf die ehemalige First Lady viel härter und präziser werden.
Obamas Aufstieg hat jedenfalls einen hohen Preis ? die Rechnung werden die Demokraten noch bekommen. Denn der Mann aus Illinois präsentiert sich immer mehr als Kandidat einer imaginären Independent-Bewegung, eine politische Verankerung auf dem Boden der Demokratischen Partei ist nicht erkennbar ? da finden sich nur Luftwurzeln.
Militärische Intervention bei Genozidgefahr? Meint Malzahn hier die amerikanische Intervention in Ruanda, von der man so viel gehört hat? Oder meint er die
Obama kritisiert Bill Clinton gern für dessen Kompromissbereitschaft – dabei biedert sich der Senator schon jetzt unverhohlen den Republikanern an. Dick Cheneys Energiegesetz fand seine Zustimmung, die Mehrheit der Demokraten lehnte ab. Man kann das Wahltaktik nennen, um die Mitte zu gewinnen – oder Opportunismus.
Kein Wunder, dass Mrs. Clinton die Tränen in die Augen steigen. Hat man je Jimmy Carter, Ronald Reagan, George Bush oder Bill Clinton an ihrer “Gefühlskälte” gemessen? Was für eine politische Kategorie ist das eigentlich? Solche Fragen muss sich wohl nur eine Frau gefallen lassen.
Die USA haben es besser als Deutschland ? während hierzulande die Kanzlerkandidaten in dunklen Hinterzimmern oder beim Frühstück in Wolfratshausen ausgekungelt werden, entscheiden in den USA die registrierten Wähler. Wer sich beispielsweise als Republikaner registrieren lässt, darf mitentscheiden, für welchen Präsidentschaftskandidaten die Delegierten seines Staates stimmen. Traditionell ist es der kleine hinterwäldlerische Staat Iowa, der als erstes die Vorwahlen stattfinden lässt. Da dieser Staat keinesfalls repräsentativ ist, gilt das Votum allenfalls als erste Trendbestimmung.
Man könnte Miss Clinton als rückgratlose Opportunistin bezeichnen und täte ihr wahrscheinlich damit sogar noch einen Gefallen. Bis auf die Tatsache, dass sie die ehemalige First Lady des bekennenden Zigarrenfreundes Bill Clinton ist, zeichnet sie eigentlich nichts für das mächtigste Amt der Welt aus ? außer dass sie eine Frau ist, was allerdings keine politische Kategorie darstellt und schon gar keinen Vorteil fürs Volk, wie man seit Thatcher und Merkel weiß. Miss Clinton hat die Anbiederung bei den Mächtigen perfektioniert. Von allen Kandidaten hat sie die meisten Spenden
Nehmen wir einmal an, ihre Aussagen stimmen und sie ist tatsächlich Dummchen Blöd, das sich von den Geheimdiensten an der Nase herumführen lässt ? will man so etwas als Präsidentin? Wohl kaum. Dummdreist verlogen oder blödnaiv … in jedem Fall ist Miss Clinton wohl die schlechteste Wahl. Da die Realität leider aber bitter ist, ist sie dennoch die aussichtsreichste Kandidatin, da sie die volle Medienunterstützung genießt.
Ein Wolf im Schafspelz? Wohl eher ein machtgeiler Opportunist im Pelz eines engagierten Bürgerrechtlers. Obama ist das Greenhorn unter den Kandidaten ? sollte er Präsidentschaftskandidat der ?Demokraten? werden, hätten ausgeschlafene ?Republikaner?, wie Giuliani oder McCain, ein leichtes Spiel mit ihm. Sollte er sogar Präsident werden, wäre er Wachs in den Händen der ?altgefahrenen? Falken und Hardliner. Als Afro-Amerikaner wird er aber nicht gewinnen ? eher wird eine Frau aus dem Osten Bundeskanzlerin.
Freilich sind dies nur Versprechungen und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie eingehalten würden, säße er im Weißen Haus, aber immerhin ist dies ein Hoffnungsschimmer. Auch Edwards stimmte dem Irakkrieg anfangs zu, hat sich bereits relativ früh von seiner ursprünglichen Haltung distanziert und sich bei seinen Wählern dafür entschuldigt. Für ernste Chancen auf das Amt des Präsidenten ist er eindeutig zu “links”, was in den USA allerdings nicht viel heißen mag. Die “demokratische” Volksseele spricht er jedenfalls an, wird sich aber wahrscheinlich dem Sunnyboy Obama oder der Opportunistin Clinton geschlagen geben müßen. Vielleicht holt ihn Miss Clinton ja als Vize ins Boot?
Giuilani ist smart, kann Babies küssen, den harten Mann geben und hat Erfahrung – er ist der ideale Präsidentendarsteller. Sollte er sich gegen die reaktionären Kandidaten durchsetzen, so wäre er wohl kaum zu stoppen, da Al Gore, Erfinder des Internets, Klimakasper mit Nobelpreis und einziger “Demokrat” mit reelen Chancen 2008 Präsident zu werden, ja genug damit zu tun hat, den Oscar zu polieren und Glühbirnen zu verteufeln. In allen Punkten vertritt Giuliani die ?liberalsten? Ansichten unter den “Republikanern”. Guiliani gilt als überzeugungskräftiger Populist, der in der Mitte mehrheitsfähig ist, dem rechten Rand aber schwer zu vermitteln ist. Da Iowas ?Republikaner? für ihre reaktionäre Linie bekannt sind, hat Giuliani konsequenterweise ganz auf diesen Staat verzichtet.
Der überragende Sieg des Bassgitarre spielenden Baptistenpredigers Huckabee ist demnach auch kaum überraschend. Er muss sich nicht bei den fundamentalistischen Christen anbiedern, er ist einer von ihnen. Gäbe es den grandiosen Film
Klarer Verlierer der ?Republikaner? ist Mitt Romney. Der Mormone Romney vertritt ebenfalls den rechten Flügel der Partei und ähnliche Positionen wie Huckabee. Sozialpolitisch verspricht er den Wählern das Blaue vom Himmel, ohne ihnen zu sagen, wie er das finanzieren will. Im Falle eines Wahlsieges würde es also bei Versprechungen bleiben. Romney steht – anders als Huckabee – auch für das große Geld. Von allen ?republikanischen? Kandidaten hat er die meisten Spenden kassiert und darf so als eigentlicher Gegner von Giuliani gelten.
Ein Kandidat fehlt? Richtig, der Spiegelfechter ist ja kein Mainstream-Medium und gehört nicht der großen Verschwörung an. Das