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  • Annapolis

    geschrieben am 27. November 2007 von Jens Berger

    Der Friedensgipfel von Annapolis wird bereits als ?Coup? gefeiert, obgleich er bislang nichts weiter ist, als eine nicht bindende Absichtserklärung, innerhalb eines unrealistisch kurzen Zeitraums Friedensgespräche zu führen. Alles andere als diese Erklärung wäre auch eine Sensation gewesen, da die drei Hauptparteien, die USA, Israel und die Fatah genau diese Erklärung haben wollten ? von einer ernsthaften Annährung kann dennoch nicht gesprochen werden, da keine der drei Parteien überhaupt handlungsfähig ist.

    Das Interesse der USA galt weniger dem hoffnungslosen Friedensprozess in Nahost, als mehr der Einbeziehung möglichst aller arabischer Staaten, um eine breite Allianz gegen Iran zu bilden. Um die Anreise Saudi-Arabiens zu erreichen, musste die Arabische Liga Hoffnungen wecken, dass es zu Gesprächen kommt, in denen Saudi-Arabien als einflussreicher Interessenvertreter der palästinensischen Seite Profil und Ansehen gewinnen kann. Saudi-Arabien steht den amerikanischen Interessen in Nah-Ost zwar sehr nahe, da die USA Saudi-Arabien als Speerspitze des sunnitischen Blocks dringend benötigen, woraus Saudi-Arabien Privilegien zieht. Die USA haben saudische Initiativen aber bereits mehrfach torpediert und nichts käme den Saudis ungelegener, als sich wieder einmal von den USA und Israel vorführen zu lassen.

    Woran Saudi-Arabien kein Interesse haben kann, ist ein Krieg zwischen den USA (mit oder ohne israelische Unterstützung) und Iran, so lange der sunnitisch-arabische Block nicht geschlossen gegen Iran steht. Wenn dieser Schulterschluss möglich sein sollte, wäre Saudi-Arabien indes ein möglicher ?Kriegsgewinnler?, da es zum arabischen Hegemonialstaat werden könnte. Hier vermengen sich saudische und amerikanische Interessen ? auch die USA können Iran nur ernsthaft die Stirn bieten oder sogar mit militärischer Gewalt gegen Iran vorgehen, wenn Iran seiner Sympathien in den arabischen Ländern weitestgehend beraubt ist. Dies wiederum geht nur über ?Erfolge? beim israelisch-palästinensischen Friedensprozess.

    Die Teilnahme aller arabischer Staaten kann also als echter Erfolg für die USA gesehen werden. Besonders das Erscheinen syrischer Vertreter (wenn auch rangniederer) ist als Erfolg zu werten, der ein Einlenken Israels bei der ?Golan-Frage? andeutet.

    Fatah-Führer Abbas war zum Erfolg verdammt ? seine Position innerhalb des palästinensischen Machtgefüges ist schwächer denn je. Ein vorzeitiges Scheitern hätte ihn und die Fatah vollends als ehrlichen Makler der palästinensischen Sache desavouiert ? zu oft wurde die Fatah bereits von Israel vorgeführt. Ob seine Rolle durch den Friedensprozess und vor allem die Einbindung aller arabischer Staaten gestärkt werden kann, hängt vor allem vom Friedensprozess selbst ab. Abbas Gegner der Hamas sind momentan erst einmal in eine abwartende Position gegangen ? eine Frontalkonfrontation gegen einen Prozess, den (noch) die gesamte arabische Welt stützt, kann sich Hamas einfach nicht erlauben, hängen sie doch vor allem von saudischen Geldern ab. Weitgehende Zugeständnisse wird Abbas aber kaum machen können, ohne den ?Bruderkrieg? gegen die Hamas wieder neu anzufachen.

    Die Schlüsselrolle hat, wie so oft Israel inne. Einerseits braucht der affärengeschwächte Olmert dringend Erfolge, andererseits ist er gar nicht in der Position Zugeständnisse gegenüber den Palästinensern oder den Syrern zu machen. Die USA könnten nur dann den nötigen Druck auf Tel-Aviv ausüben, wenn es ihnen wirklich ernst wäre. Diesen holprigen Weg wird die ?Lame Duck? Bush aber sicher nicht gehen und die Einflüsse der pro-israelischen Lobbys sind vor allem im Angesicht des kommenden Präsidentschaftswahlkampf eine nicht zu unterschätzende Barriere. So lange die Simulation eines Friedensprozesses die Araber einbindet und Iran isoliert, ist sowohl das Ziel der USA als auch Israels bereits erreicht. Ein Jahr ist lang und ein Krieg gegen Iran würde die Grundkonstellation, je nach Ausgang, derart ändern, dass ohnehin neu verhandelt werden müsste. Dann stünde es allerdings zur Debatte, wie ein Hegemon Saudi-Arabien im Interessenpoker gegen Israel auftreten könnte.

    Bei einem ?theoretischen? Sieg der USA mit den Arabern an ihrer Seite, wäre wohl ein echter Friedensprozess möglich, da die ?neuen? Verbündeten ungleich wichtiger wären und Israel an Einfluss verlieren würde. Die Alternative wäre freilich, Iran mit in die Verhandlungen einzubeziehen. Auch dann wäre ein echter Friedensprozess möglich, da Israel endlich die Sicherheitsgarantien hätte, nach denen es verlangt. 2003 hätten die USA die Möglichkeit gehabt und sich gegen sie entschieden. Dies wird auch in absehbarer Zeit kaum anders sein. Annapolis hat die USA in ihrem Falkenkurs gegen Iran gestärkt ? ein schnelles Scheitern des Friedensprozesses könnte dies aber schnell ins Gegenteil umkehren.

    p.s.: Sämtliche Verhandlungen sind eigentlich überflüssig, da ein fairer Entwurf bereits existiert – er muss nur anerkannt werden.

    Jens Berger

    37 Kommentare

    Short memory

    geschrieben am 26. September 2007 von Jens Berger

    Die Franzosen haben den Kurs vorgegeben. Außenminister Kouchner schlug letzte Woche die Kriegspropagandatrommeln der Grande Nation. Er brachte den Krieg gegen Iran – wenn Verhandlungen bezüglich Irans Atomprogramm scheitern – als “ultima ratio” in die europäische Diplomatie,und warnte Franzosen und Europäer schon einmal: “Man müße auf das Schlimmste vorbereitet sein”. Gestern sprang auch Merkel in New York bei ihrer Rede vor UN-Vollversammlung auf den “Warmonger-Zug” auf. Auch sie fokussierte ihre Drohungen auf das Atomprogramm: “Iran muss die Welt überzeugen, dass es die Atombombe nicht will”. Damit kehrt sie die Beweislast in einer grotesken Art und Weise um. Wie soll Iran eigentlich Bush oder Merkel “überzeugen”? Konnte Saddam die USA, Großbritannien und die UN “überzeugen”, dass er kein Nuklearprogramm hatte?

    Der Soundtrack der diesjährigen UN-Generalversammlung ist der gleiche, der 2002 die New Yorker Hallen beschallte. Ein “neuer Hitler” ist wiedererwacht und die Welt muss vor seinen Waffen gerettet werden – alle müssen an einem Strang ziehen und es ist bereits 5 vor 12.

    “Today, Iraq continues to withhold important information about its nuclear program — weapons design, procurement logs, experiment data, an accounting of nuclear materials and documentation of foreign assistance. Iraq employs capable nuclear scientists and technicians. It retains physical infrastructure needed to build a nuclear weapon. Iraq has made several attempts to buy high-strength aluminum tubes used to enrich uranium for a nuclear weapon. Should Iraq acquire fissile material, it would be able to build a nuclear weapon within a year. [] The first time we may be completely certain he has a — nuclear weapons is when, God forbids, he uses one. We owe it to all our citizens to do everything in our power to prevent that day from coming.”

    George W. Bush in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung 2002

    Dass keiner der Vorwürfe, die Bush dem Irak damals machte, stimmte und sich die meisten “Fakten” als Lügen herausstellten, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Erstaunlich ist indes, wie ähnlich sich Merkels Rede auf der diesjährigen UN-Vollversammlung anhörte:

    “Deutschland ist bereit, auch mit der Übernahme eines ständigen Sicherheitsratssitzes mehr Verantwortung zu übernehmen. Der Schlüssel ist Geschlossenheit und Entschlossenheit. Wenn der Iran in den Besitz der Atombombe käme, dann hätte das verheerende Folgen: zuerst und vor allem für die Existenz Israels, dann für die gesamte Region und schließlich für alle in Europa und der Welt. Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass der Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass es die Atombombe nicht will”.

    Angela Merkel in ihrer Rede vor der UN-Vollversammlung 2007

    “Stichfeste” Beweise fehlen ihr zwar noch – aber wofür hat man den Geheimdienste? Auch 2002 war Merkel – trotz besseres Wissens ob der WMD-Lüge – bereits voll auf Bushs Kriegslinie:

    ?Sollte es zu einer von den UN legitimierten militärischen Aktion gegen den Irak kommen, dann wird sich Deutschland nicht aus der Verantwortung stehlen können?
    Merkel am 22. 12 2002

    ?Wenn wir das Ultimatum [Saddam soll binnen weniger Tage das Land verlassen] unterstützen, dann impliziert das natürlich alle Folgen, die sich aus einem solchen Ultimatum ergeben.?
    Merkel am 18.3.2003

    Da die Bedrohung der Welt durch iranische Atomwaffen, die laut Expertenmeinungen, sogar im “worst case” erst in einem Jahrzehnt in einem frühen Alpha-Stadium sein dürften, und momentan nur in den politischen Agenden westlicher Politiker und westlicher Massenmedien existieren, eher abstrakter Natur ist, musste Merkel schon die “Staatsraison” bemühen:

    “Das deutsche Engagement in der iranischen Atomfrage entspringt der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands, die Teil der Staatsraison meines Landes. Das heißt: Die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar. Lenkt die iranische Regierung nicht ein, müssten weitere, schärfere Sanktionen folgen.”

    Angela Merkel in ihrer Rede vor der UN-Vollversammlung 2007

    Dies sind Hohlsätze, die einen Rest von Rechtschaffenheit vorspiegeln sollen und von den deutschen Medien natürlich kommentar- und kritiklos geschluckt werden. Die Sicherheit Israels als Teil “der Staatsraison” zu definieren und zu behaupten, dass “die Sicherheit Israels für sie als Kanzlerin niemals verhandelbar” wäre, lässt erahnen, in welche Richtung die deutsche Außenpolitik sich bewegt – 2002 gab es einen anderen “Hitler”, der vor der UN dämonisiert wurde. Auch damals spielte die “Sicherheit Israels” eine entscheidende Rolle, nur dass es sich damals um WMDs handelte und 2007 um – ebenfalls nicht existente – Atomwaffen. 2002 standen Deutschland und Frankreich auf der Seite der Friedenswilligen, die sich nicht “faktischen Zwängen” aus Ultimaten, die auf Lügen basierten, beugen wollten. Heute sind Frankreich und Deutschland in der ersten Reihe, wenn es darum geht, den “neuen Hitler” zu dämonisieren und internationale Schlagkraft zu fordern. Der “Hitler” von 2002 lebt nicht mehr … und mit ihm rund 1 Millionen Iraker. Wann lernt die Menschheit endlich aus Fehlern?

    Die deutschen Medien hüllen sich, wie üblich, in Schweigen oder Trommeln kräftig mit. Zum Glück gibt es aber noch internationale Journalisten, wie Pepe Escobar, die noch beide Augen offen haben: Lesetipp zum Thema “Hitler’ does New York

    Conquistador of mexico, the zulu and the navaho
    The belgians in the congo short memory
    Plantation in virginia, the raj in british india
    The deadline in south africa short memory
    The story of el salvador, the silence of hiroshima
    Destruction of cambodia short memory

    Short memory, must have a, short memory

    If you read the history books youll see the same things happen again and again
    Repeat repeat short memory theyve all got it
    When are we going to play it again
    Got a short, got a short, got a short, got a short
    Theyve got a short must have a short theyve got a short aah
    Short memory, theyve got a.

    Midnight Oil – Short Memory

    Jens Berger
    Bildnachweis: Pavel Maira, Portland Indy-Media, Glasgow Digital Library

    21 Kommentare

    Herzlich Willkommen, “grausamer Diktator”

    geschrieben am 25. September 2007 von Jens Berger

    Lee Bollinger, Präsident der New Yorker Columbia University, hat eine löbliche Einstellung zum Thema ?Redefreiheit?. Entgegen scharfer Proteste im Vorfeld hielt er an der Einladung an den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad fest, an einer Podiumsdiskussion vor Studenten teilzunehmen. Dafür erntete er heftigste Kritik – Neil Cavuto von Fox-News erinnerte zunächst daran, dass Bollinger der US-Army auf dem Campus ein Hausverbot für deren Rekrutierungssoldaten erteilte, und bemerkte dazu vor der gestrigen Veranstaltung: ?Die uns töten wollen, dürfen kommen; die unsere Freiheit schützen wollen, nicht. Trotz der Klarstellungen des Präsidenten zeigt das: Auch mit Ivy-League-Examen kann man ein A…loch sein, letzten Endes.? Vor allem jüdische und proisraelische Verbände und Lobbyisten machten im Vorfeld mobil. Die ?New York Daily News? titelte im Vorfeld ?Das Böse ist gelandet? ? Verleger dieses Blattes ist Mortimer Zuckerman, Vorsitzender des Dachverbandes ?Council of Major American Jewish Organizations?.

    Die Kritiker konnte Bollinger jedoch bereits in seiner Eröffnungsrede versöhnen. ?Man müsse seine Feinde kennen, und sich mit dem Geist des ?Bösen? auseinandersetzen?. Den eingeladenen Gast stellte Bollinger frank und frei als ?engstirnigen Diktator? vor, der entweder ?schamlos provokativ? oder ?erstaunlich ungebildet? sei. Gastfreundschaft, einmal anders herum ? das gefiel den ehemaligen Kritikern so gut, dass Bollingers Rede heute als ?Lesebefehl? vom AIPAC per Mail verschickt wurde. Bollinger hat mit seinem verbal beleidigenden Husarenritt die Kurve anscheinend gerade noch so bekommen. Da stellt sich doch die Frage, ob Bollinger Präsident Bush auch mit so ?offenen? Worten begrüßt hätte?

    Ein bisschen weniger wäre mehr gewesen, ? zwischen durchaus berechtigten Kritikpunkten, wie der Menschenrechtslage in Iran, der Hinrichtung Homosexueller und der Kritik an Ahmadinedschads Eiertanz um den Holocaust, mischte Bollinger altbekannte Lügen, wie die Falschübersetzung ?Israel von der Landkarte ausradieren? und amerikanische Vorkriegspropaganda, wie Irans angebliche Unterstützung schiitischer Aufständischer im Irak und die ? internationalen Gesetzen widersprechende ? Weigerung, Irans Bestreben, zivile Nukleartechnik zu entwickeln, zu unterstützen.

    In der anschließenden Diskussionsrunde ? bei IRNA als Transcript auf Englisch -, antwortete Ahmadinedschad auf Fragen aus dem Publikum. Zu den Themen ?Atomenergie?, ?US-Engagement im Irak? und ?US-Politik gegen Iran? kann man ihm sicher schwer widersprechen. Bei den Thema “Homosexuellenverfolgung in Iran” und “Frauenrechte” leugnet er brüsk die Basis der Debatte ? Frauen ginge es in Iran hervorragend und sie genössen alle Rechte und Homosexualität gäbe es in Iran gar nicht. Zu Recht ernte er bei diesem Ausspruch nur höhnisches Gelächter. Dass im Iran ? laut Ahmadinedschad ? natürlich nur verurteilte Schwerverbrecher hingerichtet werden, beruht wohl auf dem gleichen Sinn für Realität ? Amnesty International ist da anderer Meinung. Auch beim Thema ?Holocaustleugnung? offenbart Ahmadinedschad seinen kranken Geist. Obgleich er den Holocaust nicht leugnet (?I am not saying that it didn’t happen at all. This is not that judgment that I am passing here.?) fabuliert er etwas von einer lebendigen Wissenschaft, die ihren eigenen Erkenntnisstand ständig überprüfen müsse. Dabei verurteilt er europäische Staaten, die ?Wissenschaftler?(sic!) einsperren, die konträre Meinungen vertreten. Einmal mehr beweist er damit, wie unsinnig und kontraproduktiv die Strafverfolgung der ?Holocaustleugnug? ist und wem sie in die Hände spielt ? ?wissenschaftliche Märtyrer? machen sich in europäischen und arabischen/persischen Antisemitenkreisen besser, als frei herumlaufende Spinner.

    Interessanter waren da schon Ahmadinedschads Äußerungen zum Existenzrecht Israels. Anstatt ?Israel von der Landkarte zu radieren? schlägt Ahmadinedschad ein Referendum in Palästina vor (Palästina umfasst für ihn Israel und die palästinensischen Gebiete), dessen Ergebnis man umsetzen solle. Dass ein solcher Vorschlag gegen amerikanische Interessen ist, versteht sich von selbst. Aber dies hört sich schon ‘besser’ an als die Drohung, ?Israel von der Landkarte zu radieren?, die so auch nie gefallen ist. Die Möglichkeit, dies klar zu stellen und eine gewaltsame Lösung seitens Iran ?unmissverständlich? auszuschließen, vermied er jedoch.

    Ahmadinedschad ist definitiv ein Unsympath, der Menschenrechte mit den Füßen tritt und unsäglich um die Themen ?Holocaustlüge? und ?Vernichtung Israels? mäandert, um Beifall aus fundamentalistischen Kreisen zu erheischen. Auch kann einem nur jeder Iraner leid tun, der von ihm regiert wird. Aber ist dies neu? Gab es seit Khomeini einen iranischen ?Revolutionsführer? oder Präsidenten, der Menschenrechte geachtet und Israels Existenzrecht bejaht hätte? Auch der im Westen beliebte moderate Reformer Khatami hatte diesbezüglich kaum andere Ansichten und das iranische Atomprogramm existierte schon zu Zeiten des Schahs.

    Ahmadinedschads Äußerungen an der Columbia unterscheiden sich kaum von denen, die er im letzten Jahr gegenüber dem SPIEGEL in einem Interview tätigte; dies ist alles weder neu noch sonderlich bemerkenswert. Die Tatsache, dass aus dem ?Columbia-Spektakel? ein solcher Rummel gemacht wird (SPON: ?Fahr zur Hölle?, WELT: ?Die große Show des miesen, kleinen Diktators?, BZ: ?Das Böse ist gelandet?, NY Daily News ?Grinning madman Ahmadinejad squirms at Columbia“) ist wohl der fehlenden Neutralität und dem Kriegshetzerkurs einiger westlicher Medien zu verdanken. Ahmadinedschads Taktik, die umfassende Ablehnung der amerikanischen Bevölkerung gegenüber Bush an einer liberalen Universität in einen PR-Coup umzuwandeln, ist indes gescheitert. Nicht zuletzt das Thema “Homosexualität” hat ihn sogar für das Fernsehpublikum zum Gespött gemacht – und das ist auch gut so.

    Auch wenn es wenig wahrscheinlich ist, dass Präsident Bush konkrete Pläne für einen Angriff auf Iran in der Tasche hat, so gibt es rund um Cheney und AIPAC einflussreiche Kreise, die eben dies für die “Lösung” des Nahost-Problems halten. Wie einflussreich diese Kreise, bzw. deren Position, in den US-Medien – und auch in den deutschen Medien – ist, ließ sich anhand des “Columbia-Spektakels” betrachten. Ein Blätterwald voller “Warmongers” und “Hatemongers” … wo bleiben nur die “Peacemongers”?

    Jens Berger

    53 Kommentare

    Der Irak in Zahlen

    geschrieben am 14. September 2007 von Jens Berger

    Präsident Bush hat endlich festgestellt, dass er ziemlich unbeliebt ist und das Volk ihm keine rosigen Prognosen über die Zukunft des Iraks abnehmen wird. Daher hat er sich ein PR-Spektakel ausgedacht, auf das die linientreuen US-Medien auch prompt hereinfielen. Er schickte den Oberbefehlshaber im Irak, General Petraeus, vor die versammelte Presse – einen Mann, der von Pepe Escobar als IPod-General bezeichnet wird, weil er Bushs Podcast runterdudeln würde, und der von seinem direkten Vorgesetzten, Admiral Fallon, im Vertrautenkreis auch mal “kleiner arschkriechender Hühnerschiss” (“ass-kissing little chickenshit”) genannt wird.

    Petraeus durfte dann auch seinen “Vorschlag” für einen stufenweisen Truppenabzug kundtun. Erstaunlicherweise findet allerdings gar kein Abzug statt, da die Zahl amerikanischer Truppen im Irak bis zur Wahl des nächsten Präsidenten auf dem konstant hohem Niveau bleibt, das schon vor Bushs “temporärer Aufstockung” bestand.

    Petraeus kam in seinem “kritischen” Resümee – welch Wunder – zu dem Ergebnis, dass er und sein oberster Befehlshaber im Weißen Haus eine prima Arbeit machen würden und ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei, was er mit fragwürdigen Zahlenspielen untermauerte. Dies erinnerte in fataler Weise an General Westmoreland, der im Vietnam-Krieg auch dann noch ein Licht am Ende des Tunnels sah (während er der Presse den neusten “Body-Count” präsentierte), als der Vietcong schon kurz vor den Toren Saigons stand.

    Kritische Beobachter sind sich einig, dass Petraeus’ Zahlenspiele, so sie nicht auf falschen Zahlen beruhen, handverlesene Werte sind, die die Lage im Irak in keinster Weise widerspiegeln.

    Rosinen herauspicken? Das kann nicht nur General Petraeus. Die folgenden Zahlen wurden vom US-Journalisten Tom Engelhardt in seinen drei “Iraq by Numbers” Artikeln publiziert. Die Quellen sind dort zu finden: (1) (2) (3)

    • Zahl der US-Truppen im Irak am 1. Mai 2003 (der Tag, seit dem laut Bush die Hauptkampfhandlungen beendet sind): 130.000
    • Zahl der US-Truppen im Irak im Februar 2007 (vor Bushs Aufstockungsplan): 130.000
    • Zahl der US-Truppen im September 2008 (Wenn der ?große? Truppenabzug, den Bush angekündigt hat, eingehalten wird): 130.000
    • Zahl der US-Truppen im Juli 2007: 162.000
    • Zahl der US-Truppen im September 2007: 162.000
    • Zahl der US-Truppen im Spätherbst 2007: 172.000
    • Zahl der US-Truppen im Irak im August 2003, laut den damaligen Vorhersagen von Paul Wolfowitz und anderen ?Beratern?: 30.000 ? 40.000
    • Anzahl der Nationen aus der Koalition der ?Willigen?, die ihre Truppen bereits vollständig abgezogen haben: mindestens 17
    • Bis zum Jahresende dürften wohl alle ?Willigen?, außer den USA und GB, ihre Truppen vollständig abgezogen haben.
    • Anzahl der Monate, die es noch dauern wird, bis die irakische Armee unabhängig ihre Aufgaben erfüllen kann:
      - mindestens 24 (laut eines aktuellen Kommisionsbericht für den Kongreß)
      - weniger als 6 (laut Donald Rumsfeld im Okober 2003)
      - 12 (laut General Casey im Oktober 2006)
    • Summe, die Bushs ?Aufstockungsplan? zusätzlich kosten sollte: 50 Mrd. US$ (hinzu kommen 147 Mrd. US$, die über den Nachtragshaushalt für die Kriege im Irak und in Afghanistan allein für dieses Jahr veranschlagt werden)
    • Kosten des Irak-Krieges pro Woche: über 3 Mrd. US$
    • Kosten des gesamten Irak-Krieges: zwischen 1.000 Mrd US$ und 1.500 Mrd US$ (je nach Szenario)
    • Kosten für das Pentagon, um zwei Unterlegscheiben á 19 Cent in den Irak zu verschiffen: 998.798 US$ (Rechnung eines Vertragsunternehmens, das das Pentagon betrügen wollte, da es wußte, dass finanzielle Details dort kaum überprüft werden)
    • Summe, die den britischen Sicherheitsunternehmen Aegis und Erinys bezahlt wurde, um das US-Ingenieur Corps im Südirak zu beschützen: 548 Mio. US$ (200 Mio. über dem Budget). Davon werden 2.000 Söldner bezahlt.
    • Prozentanteil der Teammitglieder der, 2 Mrd. US$ teuren, Provincial Reconstruction Teams, die die nötigen Qualifikationen hinsichtlich kultureller und sprachlicher Fähigkeiten mitbringen: 5%
    • Anzahl der Söldner im Irak, die von den USA bezahlt werden: über 180.000
    • Summe, die die Firma KBR, eine Tochter von Halliburton, seit Kriegsbeginn der US-Regierung in Rechnung gestellt hat: min. 20 Mrd. US$ (3,2 Mrd. davon ohne Beleg und/oder zu unrecht)
    • Prozentsatz der getöteten US-Sodaten, die 2004 durch IEDs (Sprengfallen) getötet wurden: 33%
    • Prozentsatz der getöteten US-Sodaten, die 2007 durch IEDs (Sprengfallen) getötet wurden: 80%
    • Summe, die das Pentagon in IED-Warntechnik im letzten Jahr investiert hat: 1,6 Mrd. US$ (6 Mrd. seit Kriegsbeginn)
    • Herstellungskosten eines IED: ?So viel wie eine Pizza? (lt. Newsweek)
    • Kosten 2005, einen Iraker anzuheuern, um einen erfolgreichen IED-Anschlag auszuführen: 100 US$
    • Kosten 2007, einen Iraker anzuheuern, um einen erfolgreichen IED-Anschlag auszuführen: 40 US$
    • Prozentsatz der West-Point Absolventen, die nach der Mindestdienstzeit von 5 Jahren die Armee verlassen (2007): 46% (dies sind 54% mehr als im Vorjahr)
    • Prozentsatz der 1.320 befragten US-Soldaten im Irak, die ihre Moral mit ?niedrig? oder ?sehr niedrig? bewerten: 45% (nur 7% bewerteten ihre Moral mit ?hoch? oder ?sehr hoch?)
    • Zunahme der Anzahl der Desertationen in der US-Army im Jahr 2006: 27%
    • Anzahl der US-Bundesstaaten, in denen die Army National Guard mittlerweile autorisiert ist, auch diejenigen zu rekrutieren, die in den Aufnahmetests sehr schlecht abschnitten: 34
    • Prozentsatz der irakischen nationalen Polizei, der schiitisch ist: 85%
    • Anzahl der Gefangenen in US-Gefängnissen im Irak: 24.500 (davon 85% sunnitisch)
    • Anzahl der ausländischen Jihad-Verdächtigen in diesen Gefängnissen: 280 (davon sind fast die Hälfte Saudis)
    • Anzahl der 11-17jährigen in diesen Gefängnissen: 800
    • Summe, die in der al-Anbar Provinz für Aufbauprojekte ausgegeben wurde: 363 Mio. US$
    • Prozentsatz dieses Geldes, das laut Schätzungen an sunnitische Widerstandskämpfer und Al-Quaida als Schutzgeld bezahlt wurde: 50%
    • Geschätzte Anzahl der Al-Quaida Kämpfer im Irak: 850 bzw. 2-5% der sunnitischen Widerstandskämpfer
    • Anzahl der Erwähnungen des Wortes ?Al-Quaida? in Bushs Rede zur Lage des Iraks im Juli 2007: 95
    • Arbeitslosenquote in Falludscha, das von der US-Army 2005 zu ¾ zerstört wurde: über 80%
    • Zunahme der Alkoholkranken im Irak, die behandelt werden müssen (2007): 34%
    • Prozentsatz der Bagdhader Kinder von 3 bis 10, die in den letzten zwei Jahren ein schweres traumatisches Erlebnis hatten: 47%
    • Summe, die ein Haushalt in Baghdad durchschnittlich pro Monat für ein paar Stunden Strom pro Tag ausgeben muss: 171 US$ (der Durchschnittslohn beträgt 400 US$)
    • Anzahl der Ärzte, die seit Kriegsbeginn Irak verlassen haben oder getötet wurden: 14.000 (von ehemals 34.000)
    • Prozentsatz der Wasserbauingenieure, die seit Kriegsbeginn Irak verlassen haben oder getötet wurden: 40%
    • Anzahl der getöteten irakischen Zivilisten im August 2007: 1.809 laut Associated Press ? die höchste Zahl dieses Jahr
    • Durchschnittliche Zahl der Todesopfer durch politische Gewalt pro Tag (2007): 62
    • Durchschnittliche Zahl der Todesopfer durch politische Gewalt pro Tag (2006): 37
    • Anzahl der Iraker, die 2007 jeden Monat aus ihrem Heim vertrieben wurden: 100.000
    • Anzahl der Flüchtlinge im Irak während der ?Aufstockphase?: über 600.000
    • Prozentsatz der Flüchtlinge, welche unter 12 Jahren sind: 55%
    • Anzahl der Iraker, die im Exil in einem Nachbarland leben: 2,5 Mio.
    • Anzahl der Iraker, die 2007 in die USA ausreisen ?durften?: rund 1.000
    • Anzahl der Iraker, die nach Syrien flohen: 1,5 Mio.
    • Anzahl der Iraker, die seit Kriegsbeginn getötet oder vertrieben wurden: über 4 Mio. (übertragen auf Deutschland wären dies rund 10 Mio., also ganz Baden-Württemberg)
    • Summe der nachgewiesenen Ölreserven im Irak: 115 Mrd. Barrel
    • Wert dieser Ölreserven: 6.900.000.000.000 US$ (bei 60 US$ pro Barrel)

    Noch Fragen?

    Jens Berger

    57 Kommentare

    Die alte Garde tritt ab

    geschrieben am 13. September 2007 von Nick Abbe

    Mit D. James Kennedy starb, nach Jerry Falwell, binnen weniger Monate ein weiterer Architekt des ?Christian Nation?-Mythos. Sein Vermächtnis aber bleibt, ? eine fundamentalistische Massenbewegung

    Kennedy fand, wie auch Falwell, in den 50er Jahren zur Religion und gründete eine Kirche, die Coral Ridge Presbyterian Church. Aus der kleinen Kirche mit 45 Gemeindemitgliedern wurde seitdem eine ?Megachurch? mit mehr als 10.000 Mitgliedern (1). 1974 gründete Kennedy einen gemeinnützigen Verein, Coral Ridge Ministries, der inzwischen fast vierzig Millionen US-$ per anno umsetzt und mit seinem TV-Programm The Coral Ridge Hour ca. 3,5 Millionen Menschen erreicht. Auch im Rundfunk-Äther war Kennedy präsent: mit seinem Programm Truths That Transform, das täglich auf etwa 500 Radiosendern lief (und natürlich inzwischen auch als Podcast erhältlich ist).

    Darüber hinaus war Kennedy auch in Washington, D.C., vertreten. Er eröffnete 1995 das Center for Christian Statesmanship, welches mit Gebetsstunden und christlichen Prinzipien via Fax und Email religiöse Lobbyarbeit betrieb. Ein Jahr später folgte die Gründung des Center for Reclaiming America, welches die üblichen talking points der christlichen Rechten wiedergibt: strikte Ablehnung von Abtreibung, Opposition gegenüber gleichen Rechten für Homosexuelle, Verteufelung von Evolution, staatlichem Schulunterricht und öffentlichen Schulen, sowie eine generell ablehnende Haltung gegenüber dem Prinzip der Trennung von Staat und Kirche (2). Letztendlich gab besagtes Zentrum (das 2007 geschlossen und als Evangelical Explosion International wiedereröffnet wurde) aber nur die Meinung des Gründers wieder. Eine Kostprobe: ?Moderne Säkularisten und Agnostiker wollen nicht zugeben, dass die christliche Religion wahr ist, weil dies bedeutete sie seien Sünder; und sie haben keinerlei Absicht ihr Recht zu sündigen aufzugeben. [?] Vor einigen Jahren gab es etwa zehntausend kommunistische Professoren in amerikanischen Universitäten. Der normale Mensch sah kaum einen von ihnen [?] Aber ich kann ihnen versichern, dass diese Statistik stimmt. [?]

    Nicht alle Lehrer in unseren öffentlichen Schulen sind bewusst verräterisch, nicht alle von ihnen wollen diese Nation zerstören, aber viele machen es. Die großen Lehrergewerkschaften tun es zweifellos. [?]

    Dies ist unser Land. Dies ist unsere Welt. Dies ist unser Erbe, und mit Gottes Hilfe werden wir diese Nation für Jesus Christus zurückgewinnen. Und keine Macht auf Erden kann uns stoppen. [?] Gott verhindere, dass wir, die wir in die Segnungen eines christlichen Amerika geboren wurden, unseren Erbteil wie Sand durch unsere Finger rieseln lassen und unseren Kindern die ausgebleichten Knochen einer säkularen Gesellschaft hinterlassen. [?] Gott ruft uns, um den Feind (sic!) in diesem Kulturkrieg anzugreifen.? (3)

    Ja, Mr. Kennedy nannte eine sehr spezielle Auslegung christlicher Werte sein eigen. Wahrscheinlich hat er deswegen auch den so genannten Land Letter unterzeichnet, in dem die Idee eines ?gerechten? Krieges als Begründung für die Invasion des Irak entworfen wurde (4). Weiterhin produzierte Kennedys Coral Ridge Ministries u.a. eine ?Dokumentation?, in der laut Kritikern eine direkte Verbindung von Darwins Evolutionstheorie zu den Verbrechen der Nationalsozialisten konstruiert wird (5). In ?What If America Were a Christian Nation Again?? und ?The Rewriting of America?s History? argumentiert er unter anderem, die Vereinigten Staaten seinen von Anfang an als christliche Nation gegründet worden, in der die Trennung von Staat und Kirche weder von den Gründungsvätern beabsichtigt, noch in irgendeiner Art ?gut? für die geschichtliche Entwicklung der USA gewesen wäre; dass stattdessen die schon erwähnten, speziellen ?christlichen? Prinzipien ? und nur diese ? der Maßstab und die Voraussetzung für die Erlangung von Bürgerrechten in den Vereinigten Staaten seien. Das sind Thesen, die unter historisch gebildeten Menschen für Kopfschütteln sorgten, um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken. (6)

    Doch je tiefer man gräbt, um so mehr kommt schlussendlich ans Tageslicht: als der ehemalige vorsitzende Richter des obersten Gerichtshofes von Alabama, Roy Moore, die ca. zwei Tonnen schwere Skulptur der zehn Gebote, die er im Gerichtsgebäude aufstellen ließ, wieder entfernen lassen musste, schickte er sie auf eine Tour quer durch die USA. Und wohin kam sie als erstes? Richtig, in die Coral Ridge Presbyterian Church des Herrn Kennedy. (7)

    Das interessante daran ist nun, mit welchen Personen Roy Moore verkehrt. Dabei handelt es sich um Personen aus dem Umfeld der U.S. Constitution Party, die (in abgeschwächter Form) ein Element derselben Ideologie vertritt, die den Pflanzer-Baronen der Cotton Aristocracy in den Südstaaten der USA zueigen war: eine Bejahung sezessionistischer Prinzipien, d.h. des Rechtes einzelner Bundesstaaten, sich von der Bundesregierung in Washington loszusagen (was bekanntermaßen der Auslöser des amerikanischen Bürgerkrieges 1861-1865 war).

    Des weiteren vertritt die Partei ein Verständnis (US-) amerikanischer Geschichte, in dem die fundamentalistisch-calvinistischen bzw. puritanischen Pilgrims an Stelle der, zum Teil doch eher weltlich gesinnten Gründerväter der Vereinigten Staaten treten und, wie auch schon in Mr. Kennedys Geschichtenstunden, gerne ein extremistischer ?Christian Nation-?Mythos beschworen wird.

    Typisch für dieses Gemisch aus religiösem Fundamentalismus und lokalpatriotischem Sezessionismus ist einerseits die Verdammung der ?tyrannischen Machtkonzentration? in Washington (die U.S. Constitution Party lehnt bspw. den USAPatriotAct ab), andererseits aber der Verweis darauf, dass das tyrannische Imperium von ?wahren Christen? natürlich praktischerweise und nur zur Erfüllung von Gottes Willen benutzt werden könne ? also zum Beispiel zum Krieg gegen den Islam. (8)

    Aber James Kennedy, der gute Christ, ließ nicht nur bereitwillig besagtes Monument in seiner Kirche aufstellen. Er lud prominente Befürworter einer, auf den zehn Geboten basierenden, christlichen Theokratie in den Vereinigten Staaten (Rousas Rushdoony und Gary North, zwei der so genannten American Taliban) in seine TV- und Radioprogramme ein und sprach auch persönlich vor solch illustren Runden, wie der von Roy Moores Freunden: 1996 war er so unvorsichtig, sich bei einer Rede auf einem Bankett der Organisation American Vision (9) zu zeigen. Unvorsichtig deshalb, weil American Vision von einem weiteren Befürworter einer amerikanischen Theokratie gegründet wurde und dafür auch bekannt ist (10) ? Kennedy hingegen sich Zeit seines Lebens dagegen verwahrt hat, als Verfechter einer christlichen Vorherrschaft oder gar als Anhänger einer Theokratie bezeichnet zu werden. (11)

    Wie nur sollte man auch auf solch eine Idee kommen?

    Nick Abbe

    (3) Kennedy, D.James, Black, Jim Nelson: Character and Destiny. A Nation in Search of Its Soul. Zondervan, 1994.

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