Fannie, Freddie und die Lästerzungen
14. Juli 2008 von Spiegelfechter - Drucken
„Fannie Mae“ und „Freddie Mac“ – zwei Namen, die nach dem „guten alten Amerika“ der Vergangenheit klingen und sowohl Wohlstand und Wachstum, als auch altbackene Bodenständigkeit und Beständigkeit symbolisieren. Dies sind Werte, die in den heutigen USA nicht mehr “en vouge” sind. Die von der Finanz- und Immobilienkrise durchgeschüttelte größte Volkswirtschaft der Welt leidet unter einer manifesten Vertrauenskrise, die jetzt auch die altbackenen Schwergewichte Fannie und Freddie erreicht hat.
„Fannie Mae“ ist der geläufige Name für die Federal National Mortgage Association. Sie wurde 1938 im Rahmen von Roosevelts New Deal Politik gegründet, um den Immobilienmarkt zu stabilisieren und es dem „kleinen Mann“ einfacher zu machen, seine eigenen vier Wände zu besitzen. Lokale Banken und Immobilienfinanzierer konnten die einzelnen Hypotheken an die „Fannie Mae“ auslagern, die sie gebündelt an Großinvestoren weiterverkaufte. Damit hatten sie freie Mittel, um neue Hypotheken zu vergeben. Bis ins Jahr 1968 war „Fannie Mae“ eine Behörde, 1968 wurde sie privatisiert und ist seitdem ein „staatlich gefördertes Unternehmen“, welches zwar als private Aktiengesellschaft firmiert, aber aufgrund der gemeinwirtschaftlichen Aufgaben spezielle Vorzüge genießt und auch spezielle Auflagen hat. „Freddie Mac“ – eigentlich Federal Home Loan Mortgage Corporation – wurde 1970 als Konkurrenz gegründet und ist „Fannie Maes“ Zwilling.
Die Besonderheit beider Unternehmen ist, dass sie eine implizite staatliche Garantie haben, im Notfall stützend einzugreifen. Dadurch können sie sich dank sehr guter Ratings günstige Kredite auf dem Markt beschaffen und unterliegen einer geringeren Eigenkapitalquote als andere Finanzunternehmen. Fannie und Freddie bedienen heute rund die Hälfte des US-Hypothekenmarktes – zusammen 5.550 Mrd. US$. Gläubiger sind neben den vielen Pensionsfonds und institutionellen Anlegern auch Staatsfonds. Die größten Gläubiger sind China und Japan, die sichere Anlagen für die Dollarrückstellungen suchten und neuerdings auch Russland – das russische Finanzministerium hat 100 Mrd. US$ in US-Hypotheken der beiden Unternehmen investiert, dies ist rund ein Fünftel der Devisenreserven.
Den ausstehenden Schulden stehen verschwindend geringe Eigenkapitalmengen gegenüber – im Falle „Freddie Mac“ sind es z.B. 16 Mrd. US$ Aktienvolumen. Ein Hebel von geschätzten 30:1, keine Diversifizierung, sondern eine ausschließliche Fixierung auf Hypotheken am krisengeschüttelten US-Immobilienmarkt – für jede Privatbank wäre dies der Kollaps. Durch die implizite Sicherung der Kredite durch die US-Regierung sieht es für die beiden Hypotheken-Giganten aber keinesfalls so düster aus, wie es einige Analysten gerne sehen würden.
Den 5.500 Mrd. US$ stehen nach momentanen Marktwert nämlich auch mindestens 5.500 Mrd. US$ an Sicherheiten aus Immobilien gegenüber. Fannie und Freddie sind – ganz anders als der am Freitag kollabierte private Immobilienfinanzierer „Indy-Mac“ – nicht im Subprimegeschäft investiert, sondern haben nur solide Kunden. Ein Großteil der beliehenen Immobilien ist nur zu einem Teil über Hypotheken finanziert, so dass durch einen zu erwartenden weiteren Wertverlust auf dem US-Immobilienmarkt und die damit verbundenen Zwangsversteigerungen das Ausfallrisiko zwar nicht gravierend aber dennoch signifikant ist. Seit Beginn der Immobilienkrise haben Fannie und Freddie bereits schätzungsweise 20 Mrd. US$ abschreiben müssen. Dies liegt zu einem an der stark gestiegenen Ausfallquote – 6,35% der Hypothekenkredite in den USA waren im ersten Quartal 2008 im Verzug, während es ein Jahr zuvor „nur“ 4,84% waren. Ein weiterer Grund für die „Schieflage“ bei Fannie und Freddie sind die gesunkenen Immobilienpreise – bei Ausfällen lässt sich am Markt nicht in allen Fällen das komplette Finanzierungsvolumen erzielen, was natürlich zu Abschreibungen führt.
Gemessen am Gesamtvolumen von 5.500 Mrd. US$ sind die 20 Mrd. US$ Abschreibungen aber nicht wirklich bedrohlich, wenn die Zufuhr an frischem Kapital nicht ins Stocken gerät. Genau dies zeichnete sich aber am Wochenende ab. Am Freitag verstärkten sich die Befürchtungen einiger Analysten, dass Fannie und Freddie kurzfristig illiquide sind und Titel nicht bedienen können. Lehman Brothers orakelte, die beiden Unternehmen bräuchten sofort 75 Mrd. US$ an Liquidität, wenn sie „normal“ bilanzieren würden – das sie dies nicht tun, ist allerdings bekannt und welche Interessen Lehman Brothers an einer „Unsicherheit“ auf dem Markt haben, darf allenfalls vermutet werden. William Pole, ein ehemaliger Präsident der FED von St. Louis, verstärkte die Gerüchte, als er letzte Woche sagte, beide Unternehmen seien „technisch insolvent“ – ein Vorwurf, der von ihnen indes vehement zurückgewiesen wurde. Welche Interessen Pole verfolgt, ist hierbei auch unklar – er sprach von „steuerfinanzierten Privilegien“, die die beiden Unternehmen genössen, was nach einem Lobbying aus der privaten Finanzwirtschaft klingt, der die „quasistaatlichen“ Konkurrenten schon lange ein Dorn im Auge sind.
Die zielgenau gestreuten Gerüchte reichten zumindest aus, um den Aktienkurs der beiden Unternehmen massiv einbrechen zu lassen – am Freitag notierten sie bei Öffnung der Märkte rund 40% unter Vortagsniveau. Damit war der Punkt erreicht, an dem die US-Regierung mit der “implizierten Sicherung” der beiden Unternehmen ernst machen musste. Finanzminister Paulson kündigte an, dass der staatlich festgelegte Kreditrahmen der beiden Unternehmen vorübergehend ausgesetzt würde und die US-Regierung Anteile der Unternehmen kaufen würde, sofern dies nötig sei. Die FED bot an, beiden Unternehmen vorübergehend den Zugang zum Diskont-Kreditprogramm zu gewähren. Damit könnten sich Fannie und Freddie bei der FED gegen Hinterlegung ihrer eigenen Papiere als Sicherheit beinahe unbegrenzt mit frischem Kapital zum Diskontsatz von 2,25% versorgen – ein Privileg, das eigentlich nur Geschäftsbanken genießen. Am Wochenende telefonierten Beamte der US-Behörden extra noch mit den Vertretern verschiedener Geschäftsbanken, um sich zu versichern, dass diese bei der heutigen Emission von 3 Mrd. US$ kurzfristiger Schuldpapiere durch “Freddie Mac” auch mitbieten werden – auch dieses Manöver war erfolgreich, die emittierten Papiere verkauften sich am heutigen Markt gut.

Wer vorschnell argumentiert, dies stelle eine typische Solidarisierung der Verluste dar, während Gewinne auch bei diesen Unternehmen privatisiert würden, vergisst allerdings die Bedeutung der beiden Unternehmen. Die US-Regierung hat keine Alternative – sie muss eingreifen, ein Kollaps oder eine Insolvenz der beiden Giganten wäre der GAU für den US-Finanzmarkt. Dies wissen allerdings auch alle Akteure und die angeschlagenen Unternehmen sind nicht dafür bekannt, die frischen Gelder für riskante neue Geschäfte zu verwenden, was bei einem staatlichen „Bailout“ – der von Steuergeldern finanziert ist – immer ein gewisses Problem ist. Wenn sich die Lage auf dem Immobilienmarkt irgendwann einmal stabilisiert haben sollte – was durchaus erst in drei oder vier Jahren sein kann – werden beide Unternehmen keine Probleme haben, die Liquiditätsspritzen zurückzuzahlen. Das Signal der Regierung und der FED war ohne Zweifel richtig und wichtig. Wer hinter den „Attacken“ auf die Glaubwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit von Fannie und Freddie steht, ist noch unbekannt. Aussagen, wie die des berüchtigten Finanzjongleurs Jim Rogers, der die Rettungsaktion „katastrophal“ findet und die eines Analysten von Goldman-Sachs, der die Kurse der beiden Unternehmen weiter fallen sieht, sind nicht ernst zu nehmen, wenn man nicht weiß, in was diese Investoren zu diesem Zeitpunkt investiert sind. Auch mit sinkenden Kursen kann man prächtig verdienen und staatlich regulierte Unternehmen im Finanzsektor sind dem „freien Markt“ ein Graus - daher sind Investmentgurus auch die schlechtesten Ratgeber, wenn es um staatliche Interventionen geht.
Zum Thema: Mark Trumbull: Mortgage giants falter
Paul Krugman: Fannie, Freddie and You
Jens Berger
Kategorie: Wirtschaft | 54 Kommentare






























































Bei einem Spotmarktpreis von 130 US$ pro Barrel hat der weltweite Ölmarkt ein jährliches Volumen von über 4.000 Mrd. US$. Mit rund 10% des weltweiten Bruttoinlandproduktes ist er damit der größte Wirtschaftzweig. Noch vor wenigen Jahrzehnten kontrollierten die westlichen Erdölmultis diesen Wirtschaftssektor. Obwohl sich die Ölförderstaaten mit der Zeit emanzipierten, haben die internationalen Multis noch vor zehn Jahren die Spielregeln bestimmt. Sie hatten das Know How, die politische Protektion des Westens und vor allem das Kapital, um Erdölvorkommen zu erschließen. Länder wie Russland, Venezuela oder die Anrainer des Kaspischen Meeres mussten mit ihnen ins Geschäft kommen, um aus dem schwarzen Gold tief in der Erde die begehrten Petrodollar zu machen. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich dies diametral geändert – westliche Multis werden von Staatsunternehmen aus bestehenden Verträgen gedrängt und in den „neuen“ Erdölländern Südamerikas, Asiens und Afrikas stehen die westlichen Multis einer neuen Konkurrenz aus chinesischen, indischen und russischen Staatsunternehmen gegenüber. Die politischen und ökonomischen Implikationen aus diesem Paradigmenwechsel sind von höchster Priorität, dennoch wirkt der Westen in seinem Handeln eher wie ein Kaninchen vor der Schlange. 

Flassbeck hält eine Lohnsteigerung in Höhe des Produktivitätszuwachses plus des Inflationsziels für empfehlenswert. Für Deutschland hieße dies – jedes Jahr Lohnsteigerungen in Höhe von mindestens 4%. Und da man in einer Volkswirtschaft gesamtwirtschaftlich nie Sparen kann, empfiehlt Flassbeck auch den Konsum zu stärken, da Ausgaben immer auch Einnahmen sind. Für die Rezepte der deutschen Politik, die immer auf ein „Sparen“ herauslaufen – was es so gar nicht geben kann –, hat Flassbeck bestenfalls Unverständnis über. Wenn verlautbart wird, man müsse für die Rente sparen, so heißt dies de facto, dass man der Konjunktur Geld entzieht und es anderen Investoren leiht – es kann keinen Gläubiger ohne Schuldner geben. Anstatt die eigene Wirtschaft anzukurbeln, stellt man also anderen Volkswirtschaften Geld zur Verfügung, damit sie ihre Konjunktur ankurbeln und die Nachfrage nach deutschen Exporten zunimmt. Dies mag ein nettes Instrument sein, die Exportbranche zu stärken, als Rentensystem ist dieses Konzept unsinnig. Ein Umverteilungssystem, wie die klassische Gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland kann nur durch Konsum gestärkt werden. Jeder ausgegebene Euro ist ja nicht weg, sondern landet auf der Einnahmenseite bei einem anderen Wirtschaftssubjekt und fließt über die Umverteilungssysteme auch wieder ins Rentensystem zurück. Solch grundlegende Basiskenntnisse der Volkswirtschaft sind allerdings weder in der Politik noch in den Wirtschaftsverbänden vorhanden.
Eine goldene Regel des Finanzsystems besagt, dass man zusätzliche Rendite nur über ein gesteigertes Risiko erkaufen kann. Wer sein Erspartes auf ein Sparbuch bei der heimischen Sparkasse bringt, bekommt dafür nur 4% Zinsen; ähnlich verhält es sich bei Staatsanleihen von solventen und politisch stabilen Staaten. Dafür hat man allerdings eine nahezu 100% Sicherheit, dass man das Geld samt Zinsen auch wirklich ausbezahlt bekommt. Wer einem politisch und wirtschaftlich instabilen Staat Geld leiht, bekommt dafür eine Risikoprämie. Statt der 3,5%, die der deutsche Staat an Zinsen für geliehenes Geld bezahlt, muss beispielsweise Venezuela 11,2% Zinsen zahlen. Der Sparer bekommt deutlich mehr, wenn er das Geld denn auch ausbezahlt bekommt. Bei Aktienfonds oder abenteuerlichen Konstrukten auf dem Offenmarkt bekommt man zwar keine feste Rendite, hat aber – je nach Risikoneigung – die Chance wesentlich mehr Rendite zu erzielen. Aber je riskanter die Anlagestrategie ist, desto höher ist auch das Risiko, dass man am Ende mit leeren Händen dasteht, oder gar noch drauf bezahlen muss.
Die Investmentabteilung der Deutschen Bank und andere Investmentbanken rühmen sich damit, 25% Kapitalrendite zu erzielen. Verglichen mit Omas sicherem Sparbuch ist das immens viel. Wenn Omas Sparbuch der sichere Fahrer im Volvo-Kombi ist, so stellt Ackermanns Investmentgeschäft einen BMW-Raser dar, der gewillt ist, Risiken einzugehen, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Wer, wie Ackermann, 25% als Vorgabe nimmt, der überholt auch auf nasser Fahrbahn in der Kurve – anders kann er die Vorgaben nicht erreichen. Das Ganze geht vielleicht auch eine Zeit lang gut, und Ackermann hat den Ruf eines Teufelsfahrers, der in kritischen Momenten seinen Wagen recht gut beherrscht. Aber irgendwann passiert es einmal – ein Crash, der nicht nur Joe Ackermanns BMW zerfetzt, sondern auch die entgegenkommende langsam fahrende Oma in ihrem Volvo.
Das ist natürlich falsch – rigide Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen her und an jeder Ecke sollte eine Radarfalle stehen. Notorische Raser wie Ackermann könnte man sogar mit einem GPS-Gerät pausenlos kontrollieren. Natürlich kann sich Raser Ackermann dann nicht mehr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h rühmen, aber die Sicherheit auf deutschen Straßen hätte dadurch gewonnen. Und wenn niemand mehr schneller als 80 km/h ist, dann können die Raser um Ackermann auch nicht mehr in ihren Cliquen mit ihren Raserabenteuern angeben und können so resozialisiert werden.
Franklin D. Roosevelt sagte in seiner ersten Amtsantrittsrede: „Das einzige, vor dem wir Angst haben müssen, ist die Angst selbst“. Die globale Finanzkrise entfaltet langsam ihre destruktive Wirkung und es sind nicht etwa ökonomische Gründe, die die Krise anfachen, sondern es ist die nackte „Angst“. Mit dem Kollaps einer der weltgrößten Investmentbanken, der amerikanischen Bear Stearns, die vor wenigen Monaten noch einen Wert von über 20 Mrd. US$ hatte, ist die Krise in die nächste Stufe übergegangen und es gibt keine Anzeichen, dass die Eigendynamik der Finanzkrise sich stoppen ließe.
Die Dynamik der Krise begann auf dem Subprimemarkt und hat mittlerweile nicht nur große Fonds erreicht, sondern wildert bereits in der Belle Etage des Finanzwesens – es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, biss die erste Großbank Opfer der Finanzkrise wird. Die Subprimekredite, die Auslöser der Krise waren, sind mittlerweile nur noch als Kontaminationsherd von Bedeutung. Es geht nicht mehr darum, dass Banken oder Fonds auf faulen Krediten sitzen, deren Ausfallrisiko überschaubar ist. Es geht darum, dass das Finanzsystem komplett intransparente strukturierte Produkte geschaffen hat, die aufgrund der Kredithebelwirkung keinen handelbaren Wert mehr haben, sobald sie keine Rendite mehr versprechen. Da niemand so genau wusste, welche Produkte davon betroffen waren, brach der komplette Markt von strukturierten Produkten ein.
Die FED übt sich derweil in blindem Aktionismus, und nimmt eine Leitzinssenkung nach der anderen vor und lässt diese von immer höheren Tendern begleiten. Damit wird sie allenfalls ein paar Symptome kurzfristig lindern können, aber als bittere Nebenwirkung bewirkt dies eine Steigerung der Inflation, die sowohl die - mittlerweile wohl vorhandene - Rezession verschärfen, als auch den Dollarkurs noch weiter beschädigen wird. Bush und sein Finanzminister Paulson geben unterdessen die US-Version des berüchtigten „Comical-Ali“ und beschwichtigen die Weltöffentlichkeit mit der grotesken Aussage, es gäbe doch gar keine Krise und eigentlich sei alles doch bestens. US-Ökonomen diskutierten derweil schon das eigentlich Undenkbare – die Verstaatlichung einiger US-Großbanken und Investmenthäuser. Vor wenigen Jahren noch wäre man wegen solcher Gedanken von den US-Behörden auf eine schwarze Liste gesetzt worden.
Er lobte ausdrücklich die Intervention der FED, mit der Bear Stearns durch Übernahme vor dem Konkurs gerettet wurde. Genau diese Art von Interventionen ist aber Gift für die Lernfähigkeit der Banker. Wenn der Staat jede Tölpelei der Banker durch Subventionen und Hilfsangebote abfedert, und so letztendlich gierige und unfähige Banker und Investoren vor dem Schlimmsten bewahrt, werden die immer auf das Eingreifen des Staates zählen und weiterhin in Papiere investieren, deren Risiko sie nicht verstehen und auch gar nicht verstehen wollen oder müssen. Daher muss man bei solchen Rettungsaktionen wohl den Mittelweg finden, der gewährleistet, dass die Schuldigen bestraft werden, ohne dass die Realwirtschaft dadurch über Gebühr beschädigt wird und Verluste solidarisiert werden.
Da es nicht Aufgabe des Steuerzahlers sein kann, für das Versagen von einzelnen Bankmanagern geradezustehen, muss ein Notfonds geschaffen werden, der in einem solchen Falle einspringt. Wenn es eine Institution geben soll, die faule Kredite aufkauft oder für verzockte Kreditlinien geradesteht, so können sich die Banken selbst einen solchen Notfallfonds aufbauen – ein solcher Fonds sollte sogar vom Staat vorgeschrieben sein, um im Notfall Liquidität zur Verfügung zu stellen. Der Staat erlässt jedes Jahr hunderte, wenn nicht sogar tausende, verpflichtende Betriebspläne, wenn technische Vorgaben, die ein Unternehmen einzuhalten hat, im Interesse der Allgemeinheit stehen – warum gibt es solche Betriebspläne nicht für Banken, die täglich mit der Überlebensfähigkeit der ganzen Volkswirtschaft jonglieren?















