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  • Krise global

    geschrieben am 15. März 2009 von Jens Berger

    Die Folgen der Finanzkrise könnten eine Milliarde Menschen in eine neue Armut abstürzen lassen

    Das Epizentrum der Finanzkrise sind die noblen Büros der Wall Street-Banken in New York. Die Auswirkungen der Krise sind indes in jeder Hinsicht global.Vor allem die ärmsten Länder der Welt sind direkt und indirekt von den realwirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise betroffen. Die Asiatische Entwicklungsbank schätzte den finanziellen Schaden der Finanzkrise jüngst auf 50 Billionen US$ – 2,1 Billionen sollen alleine in Südamerika vernichtet worden sein. Auch die Weltbank sieht in einer aktuellen Studie düstere Zeiten auf die Entwicklungsländer zukommen. Den Finanzbedarf, um die Folgen der Finanzkrise für die Entwicklungsländer abzuwenden, schätzt sie auf 270 bis 700 Mrd. US$. Wo soll so viel Geld herkommen?

    Nach den Zahlen der Weltbank befinden sich die Wachstumsprognosen der Industriestaaten und Entwicklungsländer gemeinsam im freien Fall. Anders als in vielen reichen Industriestaaten ist es den ärmeren Entwicklungsländern allerdings nicht möglich, die Folgen der Krise durch Konjunkturprogramme auf Pump zu bezahlen. Je länger und je härter die Krise die Weltwirtschaft treffen wird, desto dramatischer werden vor allem in Afrika die Auswirkungen sein. Martin Khor, Direktor des Third World Network, hält es für möglich, dass eine Milliarde mehr Menschen in den Entwicklungsländern in eine neue Armut abstürzen werden. Die Handlungsoptionen für die Industriestaaten, dies zu verhindern, sind zwar vorhanden, der politische Wille, dies auch zu tun, allerdings nicht. In der Krise ist sich jeder selbst der nächste.

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    Flügel aus Wachs

    geschrieben am 19. Februar 2009 von Jens Berger

    Die Schaefflers haben am großen Rad gedreht und sind dabei unter die Räder gekommen. Die Firma steht vor der Pleite. Der Staat sollte ihrem Hilferuf trotzdem nicht folgen

    Elisabeth-Maria Schaeffler und ihr Sohn Georg F. W. gehören zu den glücklichen 55 Personen in Deutschland, die sich laut Forbes-Liste Milliardäre nennen dürfen. Damit dies auch künftig so bleibt, muss nun der Steuerzahler einspringen und den Schaefflers finanziell unter die Arme greifen. Tut er dies nicht, droht der Schaeffler-Gruppe nach Darstellung der IG-Metall in absehbarer Zeit die Insolvenz.

    Die Schaefflers haben zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt am großen Rad gedreht und sind dabei selbst unter die Räder gekommen. Nur noch die große Politik kann mit Hilfe von Steuergeldern den Einfluss der Familie Schaeffler im eigenen Unternehmen sichern. Einst galt die Schaeffler-Gruppe als Musterbeispiel für die Deutschland AG. Gegründet 1946, gewachsen mit dem Wirtschaftswunder, mittelständisch, inhabergeführt, Weltmarktführer.

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    Von bösen Banken und Finanzjongleuren

    geschrieben am 04. Februar 2009 von Jens Berger

    Die deutsche Politik rettet die Banken mit viel Geld und wenig Verstand

    Wer noch vor wenigen Monaten in Wirtschaftskreisen das Wort “Verstaatlichung? in den Mund nahm, wurde angeschaut wie ein Metzger auf einem Veganertreffen. Heute können sich selbst so eingefleischte Marktfundamentalisten wie Hans-Werner Sinn eine “Verstaatlichung? von Teilen des Bankensektors vorstellen. Welch seltsame Zeit, und sie hat gerade erst angefangen. Hereinspaziert, Manege frei, der Finanzkrisen-Zirkus öffnet seine Tore. Zirkusdirektor Steinbrück schwingt die Verstaatlichungspeitsche und präsentiert ihnen Finanzjongleure, wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben. Joe Ackermann, der große Zampano der Finanzmagie, lässt vor ihren Augen Milliarden und Abermilliarden in einer “Bad Bank? verschwinden. Und auch sie, lieber Steuerzahler, dürfen selbst bei den zirzenischen Narreteien mitspielen ? als Dummer August.

    Wieviel ist eine Bank eigentlich wert? Weniger als Mickey Mouse

    Die vier ehemals großen Geschäftsbanken Deutschlands sind heute an der Börse zusammen rund 16 Mrd. Euro wert ? rund ein Drittel des amerikanischen Medienkonzerns Walt Disney. Dafür haben alleine die Deutsche Bank und die Commerzbank über 3 Billionen Euro Aktiva in ihrer Bilanz, was ungefähr dem deutschen Bruttoinlandsprodukt entspricht. Jeder Euro in der Bilanz der Deutschen Bank ist mit weniger als 2 Cent Eigenkapital hinterlegt – wieviel ist eine solche Bank überhaupt wert? Das Handelsblatt kennt die Antwort: “Auch wenn es keiner gerne hört: Ohne den Staat, ohne den Bürger, sind die Banken zumindest nach heutiger Rechnungslegung pleite.? Die Deutsche Bank weist in ihrem letzten Quartalsbericht Aktiva in Höhe von 2.061 Mrd. Euro aus ? davon sind alleine 727 Mrd. Euro Derivate. “Vermögenswerte? in Höhe von 92 Mrd. Euro bewertet die Deutsche Bank selbst als sogenannte Level3 Assets ? für sie gibt es keinen Markt, und daher ist die Wertbemessung für diese Papiere ein reines Produkt der Phantasie der Deutschen Banker. Der “Wert? dieser Schrottpapiere, für die es keinen Käufer gibt, übersteigt also die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank um ein sechsfaches. Wenn nicht das Wunder geschieht, dass die Deutsche Bank keine größeren Abschreibungen bei ihren Aktiva vornehmen muss, ist sie de facto pleite. Nein, selbst wenn man wollte, könnte man die Aktionäre der Deutschen Bank gar nicht enteignen. Man kann nämlich nur etwas enteignen, was auch einen Wert hat. Die Deutsche Bank steht allerdings im Vergleich zu anderen Großbanken sogar noch gut da.

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    Die große Silberspekulation der Hunts

    geschrieben am 01. Februar 2009 von Jens Berger

    Um das Jahr 1980 herum führten Manipulationen am Silbermarkt zu einer gigantischen Blase ? um die Hintergründe ranken sich bis heute Spekulationen

    Amerika zu Beginn der 1970er Jahre ? die ausufernden Kosten des Vietnamkrieges zwingen die Regierung, die Staatsverschuldung in die Höhe zu treiben. Der Goldstandard des Dollar musste aufgegeben werden, was auch das Ende des Währungssystems von Bretton-Woods bedeutete. Eine hohe Inflation, die erste Ölkrise und die unsichere weltpolitische Lage ließen bei vielen Amerikanern Zweifel am Wert ihrer Währung aufkommen. William Herbert Hunt und sein Bruder Nelson Bunker Hunt, zwei Sprosse aus der Hunt-Dynastie, die zu Beginn des Jahrhunderts durch das Ölgeschäft zu einer der reichsten Familien der USA wurde, erkannten im brachliegenden Silbermarkt eine historische Chance, ihr Vermögen werterhaltend anzulegen.

    Die Hunts beließen es jedoch nicht bei der Wertanlage, sondern drehten zusammen mit arabischen Investoren am ganz großen Rad ? ihr Ziel war es, den Weltsilbermarkt unter ihre Kontrolle zu bringen. In einer sagenhaften Hausse stieg der Silberpreis von 2 US$ pro Unze binnen weniger Monate auf sagenhafte 50 US$ – ein Preis, der rund fünfmal so hoch ist wie die aktuelle Notierung. Doch die Hunts hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die US-Finanzindustrie und die Börsenaufsicht schlugen zurück, in dem sie die Marktregulierungen über Nacht änderten, was die Blase zum Platzen brachte und die Hunts, die sich mit Warentermingeschäften übernommen hatten, in den Konkurs trieb. Waren die Hunts Täter oder Opfer? Eine Antwort auf diese Frage wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

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    Fabrik ohne Welt – China am Scheideweg

    geschrieben am 16. Dezember 2008 von Jens Berger

    Die Finanzkrise erreicht das Land der Mitte

    Lange galt das aufstrebende Reich der Mitte in Zeiten der Finanzkrise als Fels in der Brandung. Chinas Finanzinstitute haben nur geringfügige Überschneidungen mit den kriselnden Finanzinnovationen des Westens, und dank hoher Außenhandelsüberschüsse sind die Reserven der Volksrepublik so groß, dass sie sich gut gegen Turbulenzen an den Finanzmärkten absichern kann. Doch die Auswirkungen der Finanzkrise greifen nun auch auf China über und der rasante Absturz der volkswirtschaftlichen Kennzahlen im November überrascht sogar Experten. Für das nächste Jahr prognostiziert die Weltbank für China nur noch ein [extern] Wirtschaftswachstum von 7,5% – verglichen mit den OECD-Staaten ist dies zwar sehr viel, aber die chinesische Staatsführung weiß, dass das Land mindestens 8% Wachstum benötigt, um jährlich 20 Millionen Schulabgänger und Universitätsabsolventen in Lohn und Brot zu bringen. Angesichts rückläufiger Exportzahlen stemmt sich China nun durch ein massives Konjunkturprogramm gegen die Krise, um der Binnennachfrage auf die Beine zu helfen. Schafft China die Quadratur des Kreises nicht, könnten der kommunistischen Führung unruhige Zeiten drohen.

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