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    An dieser Stelle stehen hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist natürlich klar, dass dieser Boykott mit spürbaren finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir würden uns daher freuen, wenn Ihr unsere Unabhängigkeit durch eine kleine Spende unterstützen könntet.
  • BILD im SPIEGEL – Die Wahl der Waffen

    geschrieben am 28. Februar 2011 von Spiegelfechter

    ein Gastartikel von Sven Haenke

    “Gesellschaftskritik, oder was sich dafür hält, leidet gemeinhin unter der Vorstellung, sie müsse ihre Gegenstände entlarven. Womit sie sich befaßt, das stellt sie sich gern als undurchschaubar vor. Diese Auffassung spiegelt die Ohnmacht des Kritikers vor den Mächten wider, mit denen er es zu tun hat. Sie ist nicht nur paranoid, insofern sie ihr Gegenüber zur Verschwörung dämonisiert; sie ist falsch. Irrationales Pathos versagt vor den meisten gesellschaftlichen Sachverhalten schon deshalb, weil sie zutage liegen. Gerade ihre Evidenz macht sie unsichtbar. Das gilt, beispielsweise, für die deutsche Wochenzeitung DER SPIEGEL.” (Hans Magnus Enzensberger: Die Sprache des SPIEGEL, 1957

    Der SPIEGEL nimmt sich den visuell propagandistischen Journalismus der BILD-Zeitung vor. Das Titelbild der akutellen Ausgabe zeigt ein flammend-rotes Logo der BILD und der Text dazu lautet “Die Brandstifter”.

    Die Geschehnisse der vergangenen Woche haben es nahezu unumgänglich gemacht, dass dieses publizistische Gefecht um die Moral und Unabhängigkeit des Journalismus ausgefochten wird. Im Angesicht der Berichterstattung der BILD-Zeitung über die Plagiatsaffäre, deren Grundzüge man sonst eigentlich nur von den Propaganda-Kampagnen der Staatszeitungen in Ländern wie China kennt, ist es notwendig, auf die Gefahren hinzuweisen – die Gefahren, die sich daraus ergeben, wenn der Journalismus seine Unabhängikeit verliert. Aber auch wenn die Berichte des SPIEGEL einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Sachlage leisten, halte ich die Polemik auf dem Titelbild des aktuellen SPIEGEL für fragwürdig, um das Ziel eines informierten Bürgers zu erreichen. Polemik ist auch im Journalismus zulässig und kann oft einen positiven Effekt haben. Aber die Titelbild-Gestaltung ist – wie in letzter Zeit so oft – sehr pauschal gewählt, emotionalisiert das Thema zusätzlich und bezieht sich nicht konsequent auf die konkreten Ereignisse. Sie dämonisiert die BILD-Zeitung insgesamt, statt sich mit den Fehlern ihrer verantwortlichen Redakteure auseinander zu setzen. Diese „Unsauberkeit der viusuellen Argumentation“ ist sicherlich nicht vergleichbar mit dem jüngst zu beobachtenden journalistischen Sündenfall, dem augenscheinlichen politischen Kampagnenjournalismus der BILD-Zeitung. Aber auch die populistischen Titelbilder des SPIEGEL leisten zur Verrohung der gesellschaftlichen Debatte einen nicht unerheblichen Beitrag. Deutschlands verklärter Blick auf Karl Theodor zu Guttenberg wurde nicht zuletzt durch das SPIEGEL-Cover „Die Fabelhaften Guttenbergs“ erzeugt und manifestiert. Den Untertitel „Paarlauf ins Kanzleramt“ schmückt nicht einmal ein Fragezeichen.

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    Auch der SPIEGEL plagiiert [Update]

    geschrieben am 28. Februar 2011 von Spiegelfechter

    In der aktuellen Print-Ausgabe hat sich der SPIEGEL diesmal die BILD-Zeitung vorgenommen. Ein wichtiges Thema, ein gar nicht mal schlecht geschriebener Artikel, der online noch nicht zur Verfügung steht. Selbstverständlich erhebt sich der SPIEGEL allerdings auch dieses Mal – wie eigentlich immer, wenn es um das Thema Medien geht – in den Olymp der Unangreifbarkeit. Von der Boulevardisierung des SPIEGEL ist im Artikel selbstverständlich nichts zu lesen. Auch über die prächtige Zusammenarbeit des Dreigstirns BILD-SPIEGEL-FAZ, die unter der Ägide Stefan Aust seltsame Blüten getrieben hat, erfährt der Leser nichts. Von Selbstkritik, wie so oft, keine Spur. Der BILD wird – vollkommen zu Recht – vorgeworfen, die Sarrazin-Debatte populistisch verstärkt zu haben. Dass der SPIEGEL sogar einen Vorabdruck des Sarrazin-Buches veröffentlichte, wird im Artikel nur dezent am Rande erwähnt.

    Bei seinem aktuellen Titelbild bedient sich der SPIEGEL schamlos beim kreativen Werk anderer Menschen. Die Idee, das Rot im BILD-Logo durch Streichholzköpfe darzustellen, ist zweifelsohne genial, suggeriert dies doch in einer anschaulichen Form die Gefahr, die durch dieses Blatt ausgeht. Die Idee kam allerdings nicht dem SPIEGEL, sondern dem Hamburger Künstler Gürsoy Dogtas. Dogtas präsentierte das Werk im Jahre 2008 in Berlin als ein Teil der Künstlerpublikation Matt Magazine #4 in Berlin dem Publikum. Überflüssig zu erwähnen, dass der SPIEGEL Dogtas weder kontaktiert noch gefragt hat, ob man sich an seiner Vorlage bedienen kann. In der Print-Ausgabe fehlt auch jeglicher Hinweis auf den Künstler, dem zweifelsohne die Urheberschaft für dieses Werk zusteht.

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    69 Kommentare

    Der Gutti zum Sonntag

    geschrieben am 27. Februar 2011 von Spiegelfechter

    Chapeau, Herr Professor Lepsius!

    239 Kommentare

    Elend, Gewalt und Geschäft

    geschrieben am 26. Februar 2011 von Spiegelfechter

    Zur Lage in Libyen

    ein Gastartikel von Axel Weipert

    Was sich in die­sen Tagen in Li­by­en ab­spielt ist ein wahr­lich me­di­en­wirk­sa­mes Spek­ta­kel: Hier der kor­rup­te, selbst­herr­li­che Dik­ta­tor und sein Clan, der sich mit allen Mit­teln und jeder Rea­li­tät ent­rückt an die Macht klam­mert. Dort das auf­ge­brach­te Volk, das sei­nem Unmut, sei­ner Ver­bit­te­rung frei­en Lauf lässt. Seit Tagen be­herrscht das Land die in­ter­na­tio­na­len Schlag­zei­len.

    Nach dem schnel­len und ver­hält­nis­mä­ßig un­blu­ti­gen Sturz der lang­jäh­ri­gen Po­ten­ta­ten in Tu­ne­si­en und Ägyp­ten es­ka­liert der Auf­stand im Nach­bar­land zu­se­hends. Wohl schon mehr als tau­send Tote sind das Re­sul­tat. Und ein Ende der Ge­walt ist noch nicht ab­seh­bar. Mu­am­mar al Gad­da­fi soll zu sei­nem Schutz schwarz­afri­ka­ni­sche Söld­ner her­bei­ge­schafft haben. Die Mel­dun­gen sind zwar kaum zu über­prü­fen, aber Be­rich­te über Scharf­schüt­zen und äu­ßerst bru­ta­les Vor­ge­hen gegen De­mons­tran­ten ma­chen die Runde. Schon frü­her wur­den je­den­falls aus­län­di­sche Trup­pen un­ter­stützt – sei es im Tschad oder im Sudan. Man kann hier also von einem durch­aus plau­si­blen Ge­rücht spre­chen. Grund die­ser Maß­nah­me könn­te vor allem die un­kla­re Hal­tung der Armee sein, be­son­ders der un­te­ren Ränge. In Ben­gasi sind 130 Sol­da­ten hin­ge­rich­tet wor­den, nach­dem sie sich wei­ger­ten, den Be­feh­len Folge zu leis­ten. In an­de­ren Städ­ten lie­fen ganze Ein­hei­ten zu den Re­gime­geg­nern über.

    Mas­si­ve wirt­schaft­li­che und so­zia­le Pro­ble­me

    Na­tür­lich stellt sich die Frage, was die Men­schen ge­ra­de an­ge­sichts der zu­neh­men­den Ge­walt von Sei­ten des Re­gimes den­noch ver­an­lasst, auf die Stra­ße zu gehen. Für die­ses Wo­chen­en­de ist gar ein „Marsch der Mil­lio­nen“ zur Haupt­stadt Tri­po­lis ge­plant. Ohne Zwei­fel steht an ers­ter Stel­le die Not und Per­spek­tiv­lo­sig­keit einer gan­zen jun­gen Ge­ne­ra­ti­on. Das gilt für alle Ge­sell­schaf­ten der Re­gi­on. Aber in Li­by­en pro­fi­tiert das Volk zudem kaum von den im­men­sen Öl- und Gas­vor­kom­men, die etwa 70% des Brut­to­in­lands­pro­dukts und sogar 95% der Staats­ein­nah­men aus­ma­chen.Mit über 44 Mrd. Bar­rel nach­ge­wie­se­nen Öl­re­ser­ven ver­fügt das Land am Mit­tel­meer über die grö­ß­ten Vor­kom­men Afri­kas.

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    Wir zeigen dem Lügenbaron den Schuh!

    geschrieben am 25. Februar 2011 von Spiegelfechter

    Veranstaltungshinweis:

    Guttenberg aufs Schloß zurückschicken! Samstag 12.30

    Die Zustände der Politik in Deutschland verkommen ins unerträgliche. Die BILD-Leser wollen einen adeligen Blenderkönig haben. Wenn wir uns das gefallen lassen, wenn ein Minister in Deutschland mit so einem Monsterplagiat durchkommen kann ohne zurückzutreten, ist es bald vorbei mit Wissenschaft und Politik in Deutschland.

    Schicken wir Guttenberg zurück auf sein Schloß, zeigen wir dem Lügenbaron den Schuh!

    Treffpunkt: Samstag, 26. Februar 2011, 12:30 Uhr,
    Potsdamer Platz, Berlin, an der historischen Ampel
    Ende: Bundesverteidigungsministerium, Stauffenbergstraße

    Quelle: Knowledge Brings Fear

    Die Facebook-Gruppe zur Veranstaltung

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