Als ich neulich die Rechtfertigungen des Barmer-Chefs Fiedler im Fernsehen verfolgte, als er mit rollenden Augen erzählte, dass die Krankenkassenbeiträge für die Versicherten keinesfalls gesenkt werden könnten, fiel ich in eine tiefe Ohnmacht und träumte mich in das Jahr 2006.
Dort saß ich vor dem Fernseher und verfolgte eine Rede des Dr. Reibach, Chef der fiktiven Krankenkasse „Gesund und lustig (GuL)“:
„Meine sehr geehrten Damen und Herren, natürlich haben wir in dem vergangenen Jahr unglaubliche Überschüsse angehäuft. Aber dennoch ist es uns ganz und gar nicht möglich, die Beiträge für die Versicherten zu senken. Beachten sie etwa die exorbitante Kostenexplosion der Medikamente. Was da passiert, hätte man im vergangenen Jahr noch der Regierung in die Schuhe schieben können, nun sitzt aber Frau Merkel an der Macht, und da können auch wir nichts mehr dran ändern.
Und wenn sie, meine Damen und Herren, bemerkt haben, dass der letzte Satz eigentlich gar keinen Sinn ergibt, sage ich ihnen folgendes: Was glauben sie eigentlich, was unsere tollen Hochhäuser so kosten? Das sind Beträge, die nicht einmal wir so einfach aus den Ärmeln schütteln können. Und wir brauchen noch viel mehr Hochhäuser. Und zwar in den besten Lagen der schönsten Städte der Welt. Und da können wir die Beiträge einfach nicht senken, das sehen sie doch ein?
Meine Frau möchte auch ständig neue Autos, Schmuck und Pelzmäntel, daher bin ich gezwungen, mein Gehalt jährlich um etwa 50 Prozent zu erhöhen. Auch dieser Punkt muss einmal bedacht werden, wenn mal wieder nach einer Beitragssenkung geschrien wird.
Und überhaupt, schauen sie sich doch einmal den starken Euro an. Und dazu die hohen Benzinpreise. Und umgekehrt wäre alles noch viel schlimmer. Und wenn laufend die Medikamente explosionsartig explodieren, kommt uns das auch nicht zugute.
Eine Senkung kommt also auf gar keinen Fall in Frage. Eigentlich können die Versicherten froh und stolz auf uns sein, dass wir die Beiträge nicht noch erhöhen. Und wenn sich im kommenden Jahr die allgemeine Situation zum Positiven ändern wird, sind wir uns hundertprozentig sicher, dass wir uns die Fakten auch dann so zurechtbiegen können, um Beitragssenkungen weiterhin ausschließen zu können. Gute Nacht.“



















































































