Heute ist es endlich soweit. George Walker Bush besucht Deutschland. Und da ist es nur logisch, dass der texanische Ausnahmepräsident auch entsprechend geschützt wird. Schließlich wäre er ja schon fast einmal einem hinterhältigen Brezelattentat zum Opfer gefallen. Und was wäre dies bloß für eine Welt, wenn diesem grundguten und gläubigen Mann etwas zustoßen würde. Möchte er unserem gesamten Planeten doch nur die Freiheit schenken, außer Guantanamo natürlich.
Also ist es nur verständlich, dass die Gulli-Deckel zugeschweißt und Mülltonnen von der Straße verbannt werden. Und wer zufällig in dem Bereich wohnt, den George W. Bush mit seinem Konvoi durchqueren will, hat sich gefälligst vom Balkon oder den Fenstern fernzuhalten.
Einige missgünstige Zeitgenossen denken zwar, dass sie in ihrem Heim tun und lassen könnten, was sie wollen. Aber dem ist nicht so. Außerdem hätten sie ja auch in eine Wohnung einziehen können, die nicht auf Bushs Route liegt. Selbst Schuld. So was weiß man doch vorher.
Zudem bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen. Denn das hat den Effekt, dass die Eltern das Haus nicht verlassen können, da sie ihre Kinder hüten müssen. Die haben also gar keine Zeit, um gegen Bush vorzugehen. Wieder eine Gefahrenquelle weniger.
Um den für christliche Werte stehenden Präsidenten nicht zu schockieren und beschämen, darf die Bildzeitung auch keine nackten Brüste auf der ersten Seite drucken. So wollen die Behörden einen Nippelskandal wie einst mit Janet Jackson beim Super-Bowl verhindern.
Und sogar Kanzler Schröder muss sich vor seinem Treffen mit Bush einem DNA-Test unterziehen. Denn wer wie, vielleicht wurde unser Kanzler entführt und durch ein terroristisch veranlagtes Double ersetzt. War er nicht eine zeitlang krank? Da kann ja alles mögliche passiert sein.
Man sieht also, die Amis haben alles im Griff. Da ist es auch egal, dass uns die Sicherheit etwa 10 Millionen Euro kostet.

