Meine Güte, muss denn der Business-Kasper so schreien? Ja, wahrscheinlich muss er das tatsächlich. Ist es doch das natürliche Balzverhalten des Business-Kaspers. Und dieses Exemplar ist ein wahrhaft possierliches. Ich entdeckte es in einem ICE Richtung Frankfurt am Main. Diese Stadt ist die natürliche Umgebung für den Business-Kasper. Dort fühlt er sich am wohlsten und businesskaspert in Wolkenkratzern herum.
Das Exemplar im Bistro des ICE ist entweder von seiner Herde getrennt worden oder es handelt sich um einen so genannten Zug-Business-Kasper, der an den Wochenenden in die nordhessische oder südniedersächsische Provinz fährt, um kräftig anzugeben und sich mit Dorfschicksen zu paaren.
In diesem Moment legt der Business-Kasper sein typisches Verhalten an den Tag. Er setzt sich in viel zu naher Nähe und erzählt Business-Kasper-Sprechblasen in sein Business-Kasper-Telefon. Und das in einer Lautstärke, damit auch tatsächlich jeder denkt: „Och, guck mal, ’n Business-Kasper.“ Oder ähnliches, halt.
Warum macht das der Business-Kasper? Nun, es noch nicht hundertprozentig erforscht, aber wahrscheinlich will er ficken. Was aber bei Dorfschicksen in der nordhessischen oder südniedersächsischen Provinz prima funktioniert, im ICE klappt das eher selten. Im Folgenden wird auch erklärt, warum.
Beobachten wir doch mal das Balzverhalten des Business-Kaspers. Er hockt geschmeidig herum und plappert laut in ein Business-Kasper-Telefon. Dabei geht es irgendwie um ein Problem, das er dem Business-Kasper am anderen Ende der Leitung mitteilen muss. Dieses Business-Kasper-Pseudo-Problem wird dabei lang und breit erklärt. Mit vielen toll klingenden Business-Kasper-Worten, die für Nicht- Business-Kasper gar keinen Sinn ergeben. Auch nicht für Germanisten. Der Business-Kasper aber weiß genau, wovon er redet, denn eigentlich präsentiert er am Ende seiner Business-Kasper-Rede sofort die Business-Kasper-Lösung des Business-Kasper-Problems. An dieser Stelle im Geschehen sind die Dorfschicksen in der nordhessischen und südniedersächsischen Provinz dann ziemlich tief beeindruckt und praktisch willenlos. Also noch willenloser als normal.
Doch auf der Fahrt im ICE von Göttingen nach Frankfurt macht der Business-Kasper immer wieder denselben Fehler:
Ungefähr ab Kassel setzt der ICE seine Reise vermehrt unterirdisch, sprich durch Tunnel, fort. Überraschenderweise haben aber auch Business-Kasper-Handys im Tunnel keinen Empfang. Der Business-Kasper merkt irgendwann, dass sein Gespächs-Business-Kasper weg nicht mehr mit ihm redet. Mit großen Augen starrt er sein Telefon an, dann wählt er noch mal. Noch immer kein Empfang. Der Business-Kasper ist jetzt böse. „Ey, Mann. Das ist wichtig“, ruft er in das Bistro. Keiner reagiert. Er ist alleine. Der einzige Business-Kasper in einer Welt aus Nicht-Business-Kasper. Er bekommt Panik. Er wählt noch einmal. Der ICE hat gerade den Tunnel verlassen. Er bekommt seinen Business-Kasper-Gesprächspartner. Erleichtert sagt er wichtiges wie „Hörst du mich? Ja. Du warst plötzlich weg. Ja. Tunnel, halt. Ja. Hallo? Hallo? Hallo? Hallo? Hallo?…“ Da ist schon wieder der nächste empfangsstörende Tunnel.
Tja, das zuletzt beschriebene Gespräch wiederholt sich bis kurz hinter Fulda noch viele, viele, viele Mal. Mit genau demselben Wortlaut.
Armer, dummer Business-Kasper, hat er in seiner Tunnel-Panik doch glatt sein wichtiges Business-Kasper-Problem vergessen selber zu lösen. Und anstatt willenloser Dorfschicksen begegnet er nun Leuten, die Sachen denken wie
„Trottel.“
„Vollidiot.“
„Gähn.“
„Nicht nur doof, sondern auch hässlich.“
„Penner.“
„Pfeife.“
„Simmabaldda?“, oder ähnliches.
Leider hat der Business-Kasper ein Gedächtnis wie ein Schaf, das morgens auch nicht mehr weiß, was denn dieses komische gelbe Ding da oben an dem komischen blauen Ding da ist, und was eigentlich diese komischen grünen Dinger da unten machen. Und überhaupt, was ist denn gelb, blau und grün überhaupt. Vielleicht kann man es ja fressen. Während das Schaf versucht alles zu fressen, versucht dagegen der Business-Kasper alles zu kaufen oder zu verkaufen oder zu präsentieren.
Aber das nur am Rande. In jedem Fall passiert dem Business-Kasper immer wieder derselbe Fehler, daher kann er sich im ICE nicht paaren. Armer Business-Kasper.
Doch in Frankfurt trifft er ja wieder auf seine Herde. Und dann ist er wieder glücklich. Es sei denn, er muss seine Stellung gegen einen anderen, noch dümmeren, Business-Kasper behaupten. Aber davon berichte ich das nächste Mal.












































































Wie gut das ich kein Businesskasper bin, und mich in Fremdumgebungen auch gut tarnen kann so das nichtmal immer auffällt das ich Deutscher bin *g*