Ich schau gerade so nebenbei Fußball. Finnland gegen Griechenland, bzw. Suomi gegen Kreikka. Schönes Spiel. Viele Tore. Nun wechselt Finnland aus. Und genau an dieser Stelle wird am unteren Bildrand Werbung eingeblendet. Ein fettes gelbes Band suhlt sich auf meinem Fernseher und ein Spruchband verkündet: ?Ein Wechsel lohnt sich. Yello Strom?, oder ähnlich.
Ha. Ha. Schon lustig. Ein Wechsel lohnt sich. Während einer Auswechselung. Prust. Ich kichere mich zu Tode. Spitzenidee!
Nur schade, dass das fette gelbe Band die Anzeige verdeckt, die mir mitteilt, wer denn jetzt raus geht, und wer rein kommt.
So langsam aber sicher löst die Omnipräsens der Werbung nur noch Aggressionen bei mir aus. Wenn die Reklame wenigstens gut gemacht wäre, was sie aber zu 99,9999% nicht ist, könnte man mit der Dauerberieselung halbwegs leben.
In einer Episode von Futurama werden in Träumen Werbeblöcke gesendet. Hätte man die Möglichkeit, wäre es in der Realität ebenso und folgendes würde passieren: Herr Kaiser in güldenem Licht gehüllt dreht mir Versicherungen an. Die Ace Oma tickt völlig durch, reißt mir die Klamotten vom Leib, schmeißt sie in einen brodelnden Hexentopf und brüllt mir ins Ohr, dass das mit Ace nicht passiert wäre. Alle krankhaft fröhlichen Leute aus der Ferrero Werbung drängen mich unheimlich happy und crazy auf die Straße, wo mich Till Schweiger mit dem brandneuen Clio überfährt. Ich wache schweißgebadet auf.
Nein danke!
Irgendeiner hat mal gesagt, jedes Volk bekomme die Werbung, die es verdient. Folglich, da die Werbung immer blöder wird, wird also das Volk auch immer blöder.
Ärgerlich, aber es ist wirklich so.



So lange ich in D fern gesehen habe, dachte ich auch: “Das nervt! 20 Minuten Werbung innerhalb von 1h Film, das ist zuviel.” Nun lebe ich seit einiger Zeit in Mexiko und ich darf verkuenden: Es geht noch schlimmer. Nicht nur, dass die Werbung immer gleich ist, das sie zu den unmoeglichsten Zeiten kommt und jedes mal recht lang ist (zwischen 5 und 10 Minuten). Das schlimmste ist, dass die Werbung nach 22h *alle 10 Minuten* eingeblendet wird. Auch wenn der Film nach der letzten Werbung nur noch 3 Minuten laeuft, gibt es vorher nochmal einen ungekuerzten Werbeblock.
Ich haette es nicht fuer moeglich gehalten, aber es geht – werbetechnisch – noch schlimmer als in Deutschland.
Schoenen Tag noch.
Viel von dem was Du beschreibst ist leider richtig. Panchos Kommentar bringt mir diverse USA-Aufenthalte in Erinnerung (hatte ich schon ziemlich erfolgreich verdrängt, jetzt ist es wieder da! Sch…). Stimmt: Es geht noch schlimmer als wir es z. Z. erleben. Mich ärgert’s auch, wenn ich montags den SPIEGEL erst durch Entfernen diverser Werbeseiten (geht ganz gut) und durch die ansehenslose Entsorgung der Beilagen und Beiheftungen erst lesbar machen muss. Und fernsehen: Geht heute einfach nur noch in Ausnahmefällen!
Daraus folgt: Es ist wirklich wahr, dass, als das Fernsehen erst um 17:00 h begann und um 23:00 h zu Ende war und schwarz/weiß war und es nur zwei bis drei Programme gab und Durbridge noch die Straßen leer fegte und … alles viel schöner war! Das HB-Männchen ging an die Decke (das kam, glaub’ ich, vor der Tagesschau) … an mehr Werbung kann ich mich nicht spontan erinnern.
Aber: Es ist wie es ist – Werbung muss (leider) sein. Da müssen wir durch. Wir sollten ‘mal darüber nachdenken, welche Möglichkeiten es gibt, ganz allgemein gesprochen, entweder zu beeinflussen oder zu profitieren.
Lass’ von Dir hören!
Beste Grüße
Helmut