Herr Kaiser von der Hamburg Mannheimer ist bestimmt schon so alt wie das Fernsehen selbst.
Ob sich der normalsterbliche Werbeidiot gerade massieren ließ, sich die Zähne putzte oder durch die Gegend onanierte, Herr Kaiser stand daneben und witterte Geschäfte. Penetrant wie ein Polizist bei Vollmond suggerierte er seinen Opfern, dass ein Leben ohne diese und jene Zusatzversicherung als solches nicht mehr lebenswert sei. Das war schon nicht schön.
Aber seit kurzem kann Herr Kaiser auch noch Gedanken lesen. Nun umschleicht er die Leute und spioniert sie aus, ohne dass sie es ahnen.
Heute treibt er sich in einem Museum herum, lauscht den Gedanken der potentiellen Opfer und pickt sich zielsicher die dümmste Person im Saal aus.
Eine mutmaßliche Sekretärin steht vor einem Dinogerippe und denkt:
„Ich bin 35. In Dinojahren ist das eine Sekunde.“
Nun erfasst Herr Kaiser blitzschnell die Lage. Er errechnet im Kopf, dass nach ihrer Logik der durchschnittliche Dinosaurier ungefähr 1.103.760.000 Jahre alt werden würde und schließt messerscharf, dass die mutmaßliche Sekretärin dumm wie Toastbrot ist, also ein leicht zu beeinflussendes Opfer.
Also stellt er sich neben sie, sagt so was Tolles wie „Die Zeit vergeht“, sie ist unglaublich beeindruckt, verliert in der nächsten halben Stunde eine Menge Geld, und von der Provision leistet sich Herr Kaiser einen Urlaub auf den Malediven.




















































































Leider erst jetzt auf den Beitrag gestoßen. Will trotzdem etwas dazu sagen, weil dieser ein Ärgernis und ein unreflektiertes Wiederkäuen von Vorurteilen ist!
1. Zur Werbung:
1.1 Werbung muss sein - leider!
1.2 Dass Werbung heute schwierig ist (und daher häufig schlecht) ist offensichtlich für Dich eine umwerfend neue Erkenntnis. Trotzdem ist das ein alter Hut.
1.3 Heute noch Werbung mit Herrn Kaiser - nach so vielen Jahren - hat gute Gründe (die man nur dann [er-] kennt, wenn man etwas von Werbung versteht).
Du outest Dich allein hier schon als Ignorant und Nachbeter von Vorurteilen durch Deinen suboptimalen Vortrag!
2. Zur Versicherung:
2.1 Sehr viele Menschen brauchen Verischerungen (brauchen im Sinne von: “will ich haben” - z. B. weil sie selber bestimmte Risiken nicht tragen wollen oder können).
2.2 Es gibt sehr viele unsinnige Versicherungsprodukte, relativ ungefähr genausoviele wie es Unsinniges im Verhältnis zu Sinnigem gibt (Boa ej - wer hätte das gedacht?)!
2.3 Auch Menschen, die “dumm wie Toastbrot” sind haben für sich selbst und ihr unmittelbares Umfeld an Menschen die Pflicht a) in der Schule aufzupassen, b) ein Minimum an Information jenseits von - beispielsweise den Dummheiten von Paris Hilton - für sich zu “erobern” c) auf der Basis von a) und b) nachzudenken und, im Zweifel, einen Dritten der helfen kann zu befragen.
2.4 Vom Job eines Versicherungsvermittlers (den Günther Kaiser repäsentiert) hast Du weder unmittelbare noch mittelbare Kenntnis (man kann ja nicht alles kennen - aber drüber reden (??) warum nicht)! Aber: “von der Provision leistet sich Herr Kaiser einen Urlaub auf den Malediven” das gibt’s, so wie dargestellt, auch nur bei klein Lieschen!
Hier gilt erst Recht der Nachsatz unter 1.3!
Der Punkt 2 bereitet Dir offensichtlich am Meisten Kopfschmerzen, wie vielen anderen Menschen auch. Denk’ einfach nur ‘mal hilfsweise: “Es gibt für ein Jahr keine Kfz-Versicherung!” Kannst Du Dir ausmalen, wie die Autos dann aussehen würden? Wie hoch dann die Zahlen in Sachen Unfallflucht wären? Usw. usf.
Würde mich freuen, die Kommunikation zu beiden Themen fortzuführen. Nimm die eine oder andere, kräftige Formulierung bitte nicht krumm!
Dir eine gute Zeit! Beste Grüße sendet
Helmut
@ H. H.
ich hab ne Privathaftpflicht-, ne Rechtsschutz-, ne Hausrat- und ne Krankenversicherung. Die KFZ-Haftpflicht (schwachsinnige Polemik) natürlich auch, weil die gesetzlich vorgeschrieben ist.
Ich hab keine Kapitallebens- , Sterbe-, Reiserücktritts- , Reisegepäck- , Zahnzusatz- , Brillen-, Handy-, oder sonst irgendeine total dämliche vollkommen nutzlose von Vertretern aufgeschwatzte Klopapierpolice.
Bloß Allianzaktien, man will ja schließlich auf der richtigen Seite am Geschäft partizipieren. ;-)
Pax
Hi corax,
schließe mich Deinem Schlusswort an: Pax!
Habe in Deine Beiträge zum Thema Werbung mehr hineingeheimnist als drin war - bloß weil Versicherungen und Herr Kaiser in Deinen Werbekritiken mehrmals vorkamen. Das Beispiel mit der Kfz-Versicherung war nicht polemisch sondern als Gedankenexperiment betreffend dem Wert von Versicherungen gemeint. Das eine oder andere zu d e m Thema wäre noch zu sagen, aber: Schwamm drüber!
Soll’n wir bei der (Fernseh-) Werbung noch ‘ne Schippe drauf legen - oder lassen wir’s dabei?
Beste Grüße
Helmut
PS.: Du offenbarst in Deiner Antwort natürlich einen Widerspruch: Einerseits wünscht Du dem lieben Günther Kaiser die Pest an den Hals, andererseits schließt Du ihn (resp. seine Kollegen) in Dein Nachtgebet ein - damit Deine Allianz-Aktien auch schön performen! Na gut, damit muss ich nicht leben.
1.1 Werbung muss sein - leider!
Warum leider? Werbung kann auch Spaß machen, wenn sie gut gemacht ist! Gute Werbung ist in Deutschland aber definitiv Mangelware. Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig. Ob geschichtlicher Natur, dem deutschen Zwang zur Reglementierung oder einfach aufgrund von Entscheidern in Unternehmen und derer angestaubter Denke. Letzterer ist m.E. auch der Grund, warum Testimonials wie der werte Herr Kaiser immer noch ihr “Unwesen” treiben. Klar, solche “Ikonen” sind etabliert und genießen einen recht hohen Wiedererkennungswert. Nur bei wem? Sicherlich nicht bei jungen Menschen. Aber genau die Jugend von heute ist die Zielgruppe von morgen. Und diese interessiert sich nicht für Pseudo-Versicherungsvertreter wie Herrn Kaiser. Auch wenn er sich zur Fußball-WM im letzten Jahr sogar recht ungewöhnlich in Shorts präsentiert hat. Da muss man schon etwas mehr Zeitgeist aufbringen…
Das “leider” bezieht sich auf die Tatsache, dass Werbung heute
1. zu ca. 99% schlecht ist - es sei denn es könnte aufgezeigt werden, dass jenseits anderer Einflüsse anzunehmen ist, mehr als 1% der Werbung wirke “verkaufend”. Denn das ist die einzige Aufgabe von Werbung, und nichts anderes! 99% der Werbung ist nicht nur schlecht, sie ist inhaltlich sehr häufig auch noch schwach (-sinnig, “grenzdebil”, wie corax das ausdrückt). Die Informationsvermittlung (die verkaufend wirken sollte), die emotionale Ansprache ist häufig realitätsfern und absurd.
2. Werbung ist zu häufig - wobei wir, wie Pancho klarlegt, noch im Paradies leben. Ein Blick ins Ausland, nach Mexiko (Pancho) oder USA (eigene Erfahrungen) zeigt: es geht noch schlimmer!
Wäre Werbung gut - gut im Sinne von Transport des USP einer Ware oder Dienstleistung - dann wäre sie auch informativ, wäre Werbung weniger “überflutend”, dann würde man ihr mehr Aufmerksamkeit schenken können und wäre nicht so genervt, nicht so anti. Doch leider gibt’s niemand, der Werbetreibende dazu zwingen könnte sich mit Grundprinzipen der Werbung vertrauter zu machen als sie es meiner Wahrnehmung nach sind. Und es gibt niemanden der die Werbehäufigkeit regulieren könnte - und das ist auch gut so -, es gibt zu viele Anbieter, Produkte und Dienstleistungen die eben alle ihr Recht auf Werbung beanspruchen.
Deshalb bleibt’s beim “leider”.
Grüße
Helmut
Nachsatz 1: Spaß in der Werbung kann sein - ist aber durchaus nicht unproblematisch. Es ist die Frage inwieweit der Spaß vom Anspruch der Werbung - verkaufend zu sein - ablenken kann (im erweiterten Sinn: Vampirbotschaft) und dadurch die Werbung selber im Mittelpunkt steht bzw. die Hauptbotschaft abgeschwächt wird.
Nachsatz 2: Die Werbung mit Herrn Kaiser entspricht durchaus einem ehernen Grundsatz der Werbung (Langfristigkeit). Das Problem ist nur, dass die Hamburg-Mannheimer einige Jahre “Kaiser-Pause” gemacht hat.