„Der Papst ist tot, es lebe der Papst. Der Papst spricht deutsch…“ So der so ähnlich lauteten die Schlagzeilen der vergangenen Wochen. Die Fernsehsender überschlugen sich mit Berichterstattungen, wobei in den meisten Fällen nur Leute vor dem Petersdom gezeigt wurden. Diese waren je nach gegebenen Anlass erst unglaublich traurig und verwechselten Johannes Paul II wahlweise mit Jesus Heiland Christus und Superman. Nur einige Zeit später erschienen dieselben Leute wieder weinend, aber diesmal vor Freude, vor der Kamera und bejubelten ihren neuen Papst Ratzinger alias Benedikt XVI.
Einige waren vor freudiger Erregung kaum noch zu bremsen. Die Bildzeitung schrie dem Leser „Wir sind Papst“ entgegen und das nur, weil Ratzinger aus der Bundesrepublik stammt. Und überhaupt, was soll das denn heißen? Wenn ich nun auch Papst bin, darf ich dann keinen Sex mehr haben und muss den Boden küssen, oder so? Ohne mich.
Ratzinger ist ja nicht nur Deutscher, sondern auch Bayer, was den Ede Stoiber dermaßen aus der Fassung brachte, dass er vor den Mikrofonen noch mehr stammelte und „ääähte“ als man bisher von ihm gewohnt war.
Und dann kam Jürgen Rüttgers, nordrhein-westfälischer Ministerpräsident in spe und eigentlich so profillos wie eine Weinbergschnecke. Er behauptete keck, der Katholizismus sei das beste, was es auf der Welt im Religionsangebot gebe. Denkende Menschen schlugen sofort die Hände über dem Kopf zusammen und einige Millionen Muslime, Hindus, Juden und Buddhisten sowie die Evangelen fühlten sich auf den Schlips getreten. Also ruderte Rüttgers zurück und sagte, er meine ja das gesamte Christentum.
Super, Herr Rüttgers. Daran erkennt man die politische Elite dieses Landes. Dumm sabbeln. Alles wieder zurücknehmen und sofort was noch dämlicheres von sich geben.
Papst Johannes Paul II setzte sich für einen Dialog zwischen den Religionen der Welt ein. Und Papst Benedikt XVI wird diesen wohl fortführen. Tja, also keine Kreuzzüge zur Belehrung der andersgläubigen Ketzer. Hatte sich Rüttgers wohl anders vorgestellt. Aber Rüttgers ist ja auch der Meinung, der Kommunismus sowie der Sozialismus hätten die Schaffung einer Klassengesellschaft zum Ziel. Falsch, setzen Rüttgers!
Aber so ist das, wenn plötzlich nach 482 Jahren oder so wieder ein deutscher Papst im Vatikan hockt. Dann dreht der eine oder andere schon mal am Rad. Am vergangenen Wochenende wurde Benedikt Ratzinger nun offiziell in sein Amt eingeführt. Bleibt zu hoffen, dass jetzt wieder mediale Ruhe einkehrt, und der Fernsehzuschauer von Menschenmassen vor dem Petersdom verschont bleibt.
Die Politiker werden allerdings weiterhin dummes Zeug reden, denn dafür werden sie ja schließlich bezahlt.



















































































