Neulich blätterte ich in der Fernsehzeitung meines Vertrauens, um zu schauen, was die Sender denn so hergeben, da traf mich fast der Schlag. Ein fratzengleiches Gesicht der Marke Frau grinste mich höhnisch an. Und in großen Lettern stand dazu geschrieben: „Freuen Sie sich auf uns. Wir freuen uns auf Sie. Und auf 17 Euro 03 Rundfunkgebühren. Ihre Rundfunkgebühren-Beauftragten.”
Sofort entstand vor meinem geistigen Auge ein Bild: Ich sehe ein großes Büro. Überall hängen Girlanden. Es regnet Konfetti. Der Schampus fließt in Strömen. Bunte Luftballons mit der Aufschrift „Alle doof außer wir“ schweben an der Decke. Menschen beziehungsweise Rundfunkgebührenbeauftragte haben alberne Partyhüte auf den Köpfen und lachen sich halbtot.
Mal ehrlich, liebe Rundfunkgebührenbeauftragte, wollt ihr mich verscheißern? Und ist es das wert, dafür unglaublich teure Werbung in Hochglanzmagazinen zu schalten? Und überhaupt, das Grinsemodell war doch sicher auch nicht billig, äh, günstig.
Gut, nach der Erhöhung der Gebühren könnt ihr euch das sicher leisten, aber sollte das Geld nicht den Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten zugute kommen? Da ist doch jeder Cent wichtig. Wie sonst sollte man altgediente Schauspieler-Imitate in ferne Länder schicken, dort sinnfreie Dialoge aufsagen lassen und das ganze dann Traumschiff nennen?
Und dass das Geld in den Kassen von ARD und Co. knapp ist, beweist unter anderem die Tatsache, dass der Festumzug des Hessentages am Sonntag insgesamt dreimal jeweils rund vier Stunden gezeigt wurde. Für den Trachtenumzug des Niedersachsentages konnte nur noch eine einzige Stunde freigeräumt werden. Sendezeit ist teuer. Da naht zudem schon die Karnevalszeit. Da muss von sämtlichen, wenn auch noch so nichtigen und uninteressanten, Veranstaltungen mehrstündig berichtet werden. Das kostet.
Und über irgendwelche Pompöshochzeiten sowie Zugrabe-Getrage der adligen Minderheit kann künftig nur noch ein und nicht sämtliche Sender berichten, wenn weiter das Geld so durch Werbung verschludert wird.
Also, lebe Rundfunkgebührenbeauftragte, reißt euch mal ein bißchen Riemen und verhöhnt uns in Zukunft wieder von Angesicht zu Angesicht, wenn mal wieder ein so genannter Schwarzseher in eure Falle tappt.
Die von euch geschaltete Werbung ist ebenso unnütz wie die Todesdrohungen auf den Zigarettenschachteln. Wir von euch erfassten Menschen müssen die Gebühren sowieso bezahlen, den anderen ist die Werbung schlicht wurscht. Und veralbern können wir uns auch alleine.



















































































