Am 3. November war der Welttag des Mannes, und was ist passiert? Nichts. Kein roter Teppich, der ausgerollt wurde, keine Festrednerin, die den Mann als tollen Kerl preist, nicht einmal eine klitzekleine Aufmerksamkeit. Eine Schande, wenn Mann bedenkt, was alljährlich für ein Fass am 8. März (Weltfrauentag) gerade hier in Wolfsburg aufgemacht wird.
Es scheint, als wären wir männlichen Exemplare des Homo Sapiens überhaupt nichts mehr wert. Wenn Frau uns das Sapiens nicht gleich gänzlich abspricht. Die Frau wird immer mehr das Maß aller Dinge. Sie sieht sich als das Zentrum des Universums und den Mann bestenfalls als ärgerliche Randerscheinung, die besser einparken kann. Oder als Packesel für diverse Einkäufe, die während eines Stadtbummels so getätigt werden, um an dieser Stelle noch ein weiteres Klischee zu strapazieren.
Neulich hörte ich im Radio folgendes Interview, das das ganze Elend des Mannes hervorragend verdeutlicht:
Radioreporter: ?Was würden Sie sich für die Männer am Welttag des Mannes wünschen??
Sie: ?Ich würde mir wünschen, dass die Männer endlich im Sitzen pinkeln würden.?
Da ist der Radioreporter wohl auf eine Verständnisbarriere gestoßen. Hieß es doch FÜR den Mann, nicht VON dem Mann. Aber allein die Vorstellung, dass sich auch Männer etwas wünschen könnten, und das dann vielleicht sogar noch erhalten, ist wohl nur noch im Reich der Mythen und Sagen zu finden.
Nach intensiver Recherche bin ich dann doch noch auf einen Ort gestoßen, an dem der Welttag des Mannes begangen wird. Und zwar in Bremerhaven. In der örtlichen Krebsberatungsstelle. Festtagsthema: Prostatakrebs, Na dann, Prost.
Bleibt also nur das Fazit, dass der Welttag des Mannes an sich etwa die Stellung einnimmt wie beispielsweise der Welttag der Parasiten, der Welttag der Grottenolme, der Welttag kleiner hässlicher Furunkel oder der Welttag des ekligen grünen Fleckes, der an der Hose klebt und auch durch mehrmaliges Waschen einfach nicht mehr rausgehen will.


