In ziemlich genau vier Tagen ist Weihnachten. Die Meteorologen jubeln sich schon die Seele aus dem Leib und prophezeien verzückt eine weiße Weihnacht.
Doch ein Blick aus dem Fenster genügt um festzustellen, dass das Wetter dasselbe ist wie schon seit Äonen von Monaten. Um ehrlich zu sein, sagt mir ein Blick aus dem Fenster gar nichts, da es natürlich dunkel ist. Es ist ja auch schon halb fünf.
Ich glaube, dass es im Herbst/Winter deshalb so früh dunkelt, weil sich das Wetter ganz einfach ob seiner Schlechtigkeit schämt.
Also, weiter im Text. Der geneigte Leser verlangt nun an dieser Stelle eine dramatisierende Darstellung des Wetters vor meinem Fenster um halb fünf, was aber nicht möglich ist, da das Wetter ja so was von undramatisch ist, man glaubt es kaum: es regnet.
Obwohl das so nicht ganz stimmt. Es ist einfach nur nass und neblig. Und grau.
Und sollte es noch kälter werden, ist es nass, neblig und an unpassendsten Ecken zudem noch glatt. Und grau.
Ich fahre am Freitag zu meiner Familie nach Bad Harzburg. Man kann davon ausgehen, dass, wenn ich abfahrbereit in meinem Wagen sitze, pünktlich ein prima Schneesturm die Autobahn in ein wunderbares weißes Band verwandeln wird, und die Verkehrsteilnehmer vor Freude mit ihren Autos die seltsamsten Kapriolen schlagen werden, was in der Fachsprache miesepetrig Verkehrschaos durch plötzlichen Wintereinbruch genannt wird.
Übrigens kann man es den Fernsehmeteorologen nie recht machen. Gibt es den schönsten Sommertag, nörgeln sie: ? … und für die Jahreszeit ist es viel zu warm.?
Richtig glücklich wirken sie erst, wenn sie ein Unwetter ankündigen dürfen. Aber da sitzen dann schon die Seniorwettermänner und erzählen: ?Das ist doch kein Unwetter. Früher gab es noch richtige Unwetter. Nicht so ein neumodischer Firlefanz.?
Und richtig glücklich sind nur die Dumpfsusen, die die Privaten sehr gerne vor eine Wetterkarte stellen. Sollten sie mal denken, was bestimmt nicht oft vorkommt, freuen sie sich bestimmt, dass sie einen so tollen Job haben, bei dem sie sich nicht ausziehen müssen, obwohl das auch schon mal passiert. Das Ausziehen vor der Wetterkarte kommt aus England, soweit ich weiß. Ist eigentlich logisch. England hat traditionell die schlechteren Elfmeterschützen und das schlechtere Wetter gegenüber Deutschland. Also dachte sich der verantwortliche Brite, dass nackte Frauen vor der Wetterkarte von dem trostlosen Wetter ablenken. Sollte bei der nächsten WM die englische Mannschaft im Elfmeterschießen gegen das deutsche Team antreten, werden auf einem Sichtfenster in der linken oberen Ecke Stripperinnen zu sehen sein. Bei jedem verschossenen Elfmeter der Engländer wird das Fenster größer, so dass am Ende des Spiels die Stripperinnen den gesamten Bildschirm einnehmen, und der englische Zuschauer die jubelnden Deutschen nicht zu sehen braucht.
Das ZDF hat letztens etwas Ähnliches versucht. Man übertrug das völlig öde Gekicke von Dortmund und Kopenhagen, als das ZDF einen Stromausfall simulierte, die Übertragung unterbrach und stattdessen einen tuntigen Eiskunstläufer zeigte. Prima.
Und ich entschuldige mich auch gleich für den unangemessenen Gebrauch des Wortes tuntig bezogen auf die sensationelle Darbietung dieses Eiskunstläufers und aller Eiskunstläufer allgemein.

