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  • „Deutschland“ – ein Rauswurf-Begriff

    geschrieben am 25. März 2013 von Jens Berger

    Zu einer bestimmten Propagandaphrase im Dienste von Hartz-IV von Holdger Platta

    Manchmal, so scheint mir, muß man heute bereits Klitzekleinigkeiten aufgreifen, um Ungeheures zu zeigen, Bagatellen, die deshalb so furchtbar sind, weil sie zwar einerseits ganz leise daherkommen und ihre Bösartigkeit eher verstecken, zum anderen aber diese Bösartigkeit, die im Großen & Ganzen die Herrschaft anzutreten beginnt, im vollen Maße auch signalisieren. Sie wären dann Nebensächlichkeiten, die von einer Hauptsache erzählen. Wovon ich spreche?

    Nun, vor zwei, drei Tagen stieß ich in der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA)“ unter der an jedem Samstag erscheinenden Rubrik „Gewinner und Verlierer der Woche“ auf die folgende Lobhudelei. Es ging um Gerhard Schröder, einen der drei „Gewinner“ der vergangenen Woche, wie die HNA uns LeserInnen verriet:

    “Gerhardt Schröder. Bejubelt wegen Agenda
    Da wird ein Redner von der SPD-Bundesfraktion bejubelt. Aber es ist nicht Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, nein, es ist Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Und der Schwerpunkt seines Besuchs liegt ausgerechnet auf jenem Thema, das Schröder vor zehn Jahren viele Gegner aus den eigenen Reihen bescherte – die Agenda 2010. Deutschland geht es gut, auch wenn es nicht allen Deutschen gut geht. Die da jubelten, dachten an Deutschland.“

    Ich weiß, im folgenden Text werde ich bei manchen Lesern den Eindruck erwecken, es handele sich um nichts anderes als um linken Alarmismus. Dieser Eindruck wird also mitzureflektieren sein. Aber zunächst muß der alarmierende Begriff fallen, bevor die entsprechende Analyse – vielleicht – den Nachweis zu liefern vermag. Hier also der skandalisierende – und gegebenenfalls zu skandalisierende? – Satz:

    Ich halte das Denken, das sich in den letzten beiden Sätzen dieser Mini-Lobrede ausdrückt, für Rückkehr zu einer bestimmten Variante des antidemokratischen Denkens in der Weimarer Republik (und der Nachfolgezeit), ich halte dieses Denken für Rückfall in eine ideologische Denkweise in genau jenem Sinne, wie sieder Politologe Kurt Sontheimer im Jahre 1968 in seinem Buch „Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik“ aufs detaillierteste untersucht hat. – „Antidemokratisches Denken“? Wie bitte? Kleiner geht’s nicht? Nein, kleiner geht es meiner Meinung nach nicht! Ich behaupte:

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    Homosexualität: Heilung ohne Krankheit

    geschrieben am 23. März 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock

    Die Grünen wollen Therapien gegen Homosexualität verbieten lassen. Der „Bund Katholischer Ärzte“ dagegen sieht sich als Retter „erkrankter“ Menschen. Auch wenn er mit dem Begriff hadert.

    Die WHO hat Homosexualität schon im Jahr 1992 aus dem Katalog der Krankheiten entfernt. Das weiß auch der „Bund Katholischer Ärzte“ (BKÄ). Grund zur Entwarnung ist das für ihn jedoch nicht. Schon im Jahr 2011 ging durch die Schlagzeilen, dass durch den Ansatz der Homöopathie Homosexualität „geheilt“ werden könne. Auf der Website des BKÄ ist heute nachzulesen: „Es gibt religiöse, psychotherapeutische und medizinisch-homöopathische Möglichkeiten der ‘Behandlung’ bei Homosexualität und homosexuellen Neigungen. Auch oder gerade, weil seit einigen Jahren Homosexualität nicht mehr als ‘Krankheit’ gilt.“
    Insbesondere der zweite Satz klingt verwirrend. Es soll also etwas behandelt werden, obwohl bzw. weil es keine Krankheit ist?

    500 Euro Strafe

    Wenn es nach Volker Beck und den Grünen geht, soll der Versuch, Menschen (vornehmlich Jugendliche seien hier gefährdet) wegen ihrer Homosexualität behandeln zu wollen, mit Bußgeldern von 500 Euro bestraft werden. Ein generelles Verbot sieht Beck aber als problematisch an, aus verfassungsrechtlichen Gründen. Bedarf sieht er trotzdem, denn bei der Mehrzahl der behandelten Menschen treten Beck zufolge „„Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zum Selbstmord“ auf. Der BKÄ sieht das natürlich ganz anders. Den Artikel weiterlesen »

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    Zypern – Irrsinn pur!

    geschrieben am 22. März 2013 von Jens Berger

    Ein alter chinesischer Fluch lautet: „Mögest du in interessanten Zeiten leben“. Europa durchläuft leider momentan eine sehr interessante Zeit und das kommende Wochenende dürfte besonders interessant werden. Sollten Zypern und die „Euroretter“ bis Montagmorgen nicht zu einer beidseitigen Übereinkunft, wir die EZB – so die unverhohlene Drohung aus Frankfurt – die beiden größten zypriotischen Banken nicht mehr mit Liquidität versorgen. Dann würden auf Zypern die Lichter ausgehen. Und genau danach sieht es momentan auch aus. Durch ihre vollkommen unverantwortlichen Entschlüsse vom letzten Wochenende haben die „Euroretter“ eine Situation geschaffen, in der es nur Verlierer geben kann. Aber auch die zypriotische Regierung bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm.

    Geht es nach den Euro-Finanzministern, der Eurogruppe, dem IWF und der EZB gibt es nur eine einzige Möglichkeit, den gordischen Knoten zu zerschlagen: Das zypriotische Parlament widerruft seine Ablehnung der am letzten Wochenende ausgehandelten Bankensonderabgabe und sorgt so dafür, dass Zypern sich bereits in der nächsten Woche 5,8 Mrd. Euro in Cash an der „Rettung“ des eigenen Bankensystems beteiligen kann. Diese Vorgabe, die von Wolfgang Schäuble stammt, ist im Laufe der Woche zur conditio sine qua non geworden. Und es ist unwahrscheinlich, dass die Troika von dieser Forderung abweicht. Denn dann würde sie in der Weltöffentlichkeit wie ein begossener Pudel dastehen, der sich vom kleinen, renitenten Zypern hat auf der Nase herumtanzen lassen. Die Autorität der „Euroretter“ wäre dann ein und für alle Male zerstört.

    Plan B – Zyperns nicht ernst zu nehmender Alibi-Plan

    Geht es hingegen nach den zypriotischen Politikern, dürfte dem ESM-Kredit dürfte nichts mehr im Wege stehen. Zypern will nämlich einen „Plan B“ verabschieden, der die geforderte Eigenbeteiligung von 5,8 Mrd. Euro auch ohne eine Bankensonderabgabe aufbringt. Doch wie soll das geschehen? Offenbar haben die Zyprioten mit der Idee geliebäugelt, einen „Solidaritätsfonds“ aufzulegen, der dem Staat die nötigen Milliarden leiht. Finanzieren soll sich dieser Fonds über eine Anleihe. Es ist dabei nicht vollkommen ersichtlich, wer diese Anleihe kaufen soll. Immer wieder ist dabei die Rede von dem Vermögen der zypriotischen Kirche, von einem Teil der Goldreserven der zypriotischen Zentralbank und von den heimischen Rentenkassen. Unklar ist jedoch, ob es hier um die Sicherheiten für die Anleihe geht, oder ob diese drei Quellen die Anleihe erwerben sollen. Sollte es sich um Sicherheiten handeln, müssten erst einmal Käufer für die Anleihe gefunden werden. Aber wer kommt da in Frage? Niemand, denn die einheimischen Banken haben ebenso wie ihre Kunden kein freies Geld. Und ob Ausländer ein derart hoch spekulatives Papier zeichnen würden, darf doch sehr bezweifelt werden.

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    Satire oder fliegende Torten?

    geschrieben am 22. März 2013 von Gastautor

    Der schmierenkomödiantische Slapstick über den copy & paste-Minister, der als Satire verkauft wurde.
    Von Roberto De Lapuente

    Die Kommentarspalten waren sich vorher wie nachher darüber einig, dass Der Minister, jener Spielfilm, den Sat 1 kürzlich ausstrahlte, eine gelungene Satire sei. Die Doktorspielchen des Freiherrn, so lobte man, seien eindrucksvoll lustig gelungen. Dabei offenbarte die Sat 1-Produktion nur eines: Wie zurückgeblieben der politische Anspruch der Satire hierzulande ist. Die Satirekultur ist in Deutschland Stemmeisen und selbst Hollywood gelingen solche Produktionen wesentlich feinfühliger.

    Voll normaaal?

    Dieser Sat 1-Freiherr fungierte als Depp. Das sah man ihm auch sofort an. Er war so übertrieben lächerlich, dass es fast schon gefährlich ist, die Affäre um Guttenberg mit diesem Film in Verbindung bringen zu wollen. Wäre er als Typ eine solche Witzfigur gewesen, so hätte er einen anderen, einen schlechteren Eindruck auf die Bürger gemacht. Als er ertappt wurde, mag er sich blöd benommen haben, aber nicht wie ein völlig verblödeter Irrer, dem vorher noch einfiel, sich nackt auf den Teppich zu räkelt. Guttenberg war dämlich in seinem Dünkel, wortgewandt dämlich, mit feinen Umgangsformen ausgestattet dämlich, nicht aber wie ein übergroßer Junge, der weinerlich gewesen wäre.

    Guttenberg war eine gefährliche Erscheinung, ein adliger Volkstribun ohne Qualitäten, der sich aber als Kompetenz verkaufte und eine PR-Maschinerie hielt, die diese blaublütige Mittelmäßigkeit zur Hochform puschte. Eine Witzfigur von so grobschlächtiger Idiotie war er nie – eine raffinierte, eine kultivierte schon eher. Braucht Satire, um in Deutschland erfolgreich zu sein, diesen Hang zur überdrehten Voll normaaal-Stilistik mit aufgesetzter Tom Gerhardt-Pudelmütze? Leise Töne voll nuanciertem Witz kommen in diesem burlesken Ballermannismus natürlich nicht vor. Ist Slapstick schon Satire? Warum flogen nicht gleich noch Torten als Krönung pseudosatirischer Tiefgründigkeit?

    Vermutlich, denn auch die Karikatur dieser Kanzlerin war die eines kauzigen Muttchens, das selbst im Hosenanzug und darübergeworfener Schürze noch Brot schnitt und Ministerentscheidungen während der Hausarbeit aufdiktiert bekommt – bezeichnenderweise von einem auf Märklin-Züge abfahrenden Ministerpräsidenten Bayerns. Ohne Infantilisierung scheint Satire hierzulande nicht zu funktionieren. Und in diesem Geiste sind auch die phantasielosen Verballhornungen sämtlicher Nachnamen zu sehen, sie lesen sich wie die verzerrten Kopfgeburten von Kindern kurz nach der Vorschule.

    Infantiler Parallelpolitbetrieb

    Satire muss nicht zwangsläufig das exakte Abbild der Formate sein, die man in der Wirklichkeit findet. Sie verliert an Ausdrucksfähigkeit, wenn sie die Bilder, die man von Personen der Realität hat, beinahe identisch kopiert. Eine so überspitzte Abhandlung der Plagiatsaffäre sichert sich nicht nur Gelächter, sondern wertet die optischen Vorgaben aus der Wirklichkeit auf, macht, dass man sagt: Na, sooo schlimm ist die Merkel ja doch nicht. Was hätte dagegengesprochen, die Plagiatsaffäre mit anderen Protagonisten auszustatten, den Guttenberg nur anzudeuten, eine Eins-zu-Eins-Kopie Merkels zu unterlassen und die Ränkespiele der Macht dafür besser zu betonen?

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    Auftragsstudien: Die Bibeln deutscher Medien

    geschrieben am 22. März 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock

    Nach der Studie der Bertelsmann Stiftung, die kürzlich die Rente mit 69 forderte, war es nun die Forschungsarbeit der Universität Freiburg, die durch die Medien ging. Das kritische Hinterfragen bleib jedoch zu weiten Teilen aus.

    Den Deutschen fehlt Geld fürs Alter! Zu dieser faszinierenden Erkenntnis kam eine Studie, die ungefähr so objektiv sein dürfte wie eine Untersuchung von Exxon Mobil zu den Gefahren der Ölförderung. Der „Spiegel“ machte eine ganz große Sache draus. Und auch ein Großteil der restlichen deutschen Medienlandschaft stieg enthusiastisch mit ein. Immerhin waren die Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen und Christoph Metzger an der Kreation des „Vorsorgeatlas Deutschland“ beteiligt, der Erhellendes über die Rentensituation in Deutschland zutage fördern sollte. Die Tatsache, dass der Auftraggeber der Studie die „Union Investment“ war, wurde zwar kurz gestreift. Näher darauf eingegangen wurde jedoch nicht, weder vom „Spiegel“ noch von unzähligen anderen Blättern. Stattdessen wurden die Ergebnisse umfassend dokumentiert und munter in die Welt hinaus geträllert. Die Studie kam im wesentlichen zu zwei Schlüssen.

    Ergebnis 1: Die gesetzliche Rente reicht vorn und hinten nicht

    Klingt griffig, was der „Spiegel“ schrieb: “Wer sich auf die Rente verlässt, der ist verlassen.”
    Das sei das Fazit der Wissenschaftler, die sich Rente und Rentner genau angesehen hatten. Ohne private Vorsorge sei es in Deutschland nicht mehr möglich, sich einen einigermaßen komfortablen Lebensabend zu sichern. Dafür käme die Riester-Rente infrage, ausreichen würde sie jedoch nicht. Nur wer darüber hinaus in Aktien, klassische Spareinlagen oder Immobilien investiere, könne sich auf die Rente freuen. Riester-Produkte und Immobilien sind – ganz nebenbei bemerkt – zwei der wichtigen Tätigkeitsfelder der Union Investment. Wie dem auch sei, den Ottonormalverbraucher, der sich mit zwei Jobs über Wasser hält, und den Angestellten einer Zeitarbeitsfirma, der alle paar Monate einen neuen Job hat, wird es beruhigen, dass durch Riester-Rente und Aktien – möglichst breit gestreut und mit einer Prise Immobilienbesitz – auch im Alter der gewohnte Luxus nicht fehlen wird. Den Artikel weiterlesen »

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