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  • Keinerlei Anlass für Optimismus

    geschrieben am 21. Dezember 2012 von Jens Berger

    Die Eurokrise geht nun ins dritte Jahr. Der Flügelschlag eines griechischen Schmetterlings hat einen Orkan entfacht, der das europäische Haus in seinen Grundfesten erschüttert. Die Politik hangelt sich derweil von einem Rettungsgipfel zum nächsten und verordnet dem Patienten Gift anstelle von Medizin.
    Anstatt einen deprimierenden Rückblick über die verpassten Gelegenheiten und zerschlagene Porzellan des ausgehendes Jahres vorzunehmen, ist es heute wohl nötiger denn je, sich Gedanken über die kommenden Krisenjahre zu machen. Europas Wirtschaft befindet sich im freien Fall. Glaubt man aktuellen Konjunkturprognosen, dann wird die Eurozone im nächsten Jahr noch tiefer in die Rezession gleiten, wobei vor allem die Daten für die ökonomisch ohnehin schon gebeutelten Krisenstaaten rabenschwarz sind.

    Die Zeiten, in denen die Zinsen für Staatsanleihen noch das primäre Problem darstellten, sind passé. Heute stehen ganze Volkswirtschaften mit dem Rücken an der Wand, und es gibt keinen Lichtstreif am Horizont, der auf eine Trendwende hindeuten könnte.

    Die Dimension der Krise wird in Deutschland gern heruntergespielt. Hierzulande blickt man nur ungern über den eigenen Tellerrand. Um eine Vorstellung vom Ausmaß der Krise zu bekommen, könnte es hilfreich sein, sich folgende Zahlen vor Augen zu halten: Würde Deutschland die Rente derart kürzen wie Griechenland, hätten deutsche Rentner im Schnitt 261 Euro weniger pro Monat.

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    NDS Videopodcast 12/04 Steuerflucht

    geschrieben am 21. Dezember 2012 von Jens Berger

    In diesem Videopocast beantworten die NachDenkSeiten Fragen ihrer Leser. Heute geht es um die Frage, ob Steuererhöhungen tatsächlich Besserverdiener und Unternehmen ins Ausland vertreiben.

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    Angela Merkel ungeschminkt

    geschrieben am 18. Dezember 2012 von Jens Berger

    Angela Merkel ist beim Volk beliebt. Die Medien haben ihr das realitätsferne Image der „Mutti“ verliehen, die sich treusorgend aber stets auch mit der gebotenen Strenge um ihre Familie kümmert. So etwas kommt bei den Wählern offensichtlich an und Merkel gibt sich auch redlich Mühe, dieses Image nicht dadurch zu zerstören, dass sie auch einmal sagt, was sie denkt. Ausnahmen von dieser Regel sind rar. Eine solche Ausnahme stellt das Interview dar, dass Merkel zu Beginn der Woche der britischen Financial Times gegeben hat.

    „Wenn Europa heute sieben Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, etwa 25 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet und damit 50 Prozent der weltweiten Sozialkosten finanzieren muss, dann ist es offensichtlich, dass es künftig sehr hart arbeiten muss, um seinen Wohlstand und Lebensstil zu erhalten. Wir alle müssen aufhören, jedes Jahr mehr auszugeben als wir einnehmen.“
    Angela Merkel in der Financial Times

    Wie definiert die Kanzlerin eigentlich „Wohlstand“? Der Duden definiert „Wohlstand“ als „Maß an Wohlhabenheit, die jemandem wirtschaftliche Sicherheit gibt“ und trifft damit den Kern. Nimmt man Frau Merkel wörtlich, gefährdet demnach das Sozialsystem die soziökonomische Sicherheit der Bevölkerung. Das ist freilich absurd, doch Angela Merkels ökonomisches Weltbild war auch in der Vergangenheit stets von Absurditäten durchzogen – man muss hier nur an die „schwäbische Hausfrau“ als volkswirtschaftliches Leitbild denken. Angela Merkel begeht hier gleich zwei Denkfehler.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

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    NDS Videopodcast 12/03 Wer profitiert von den Rettungspaketen?

    geschrieben am 14. Dezember 2012 von Jens Berger

    In diesem Videopocast beantworten die NachDenkSeiten Fragen ihrer Leser. Heute geht es um die Frage, an wen in der Eurokrise eigentlich die Gelder aus den Rettungspaketen fließen.

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    Russische Boni für das CERN

    geschrieben am 13. Dezember 2012 von Jens Berger

    Ein Gastartikel von Alexander Unzicker

    Dass einen erfolgreichen russischen Unternehmer das heranrückende Ende des Steuerjahres genötigt hat, noch im Dezember der Physik sechs Millionen Dollar als absetzbare Gabe zu spendieren, darf man als unwahrscheinlich ansehen. Eher hatte der Internetunternehmer Yuri Milner wohl im Sinn, am Todestag Alfred Nobels, an dem traditionell Forscher in Stockholm die höchste Auszeichnung der Wissenschaft entgegennehmen, seinen eigenen Namen in Stein zu meißeln. Milners Preis ist, wie nicht ohne Häme vermerkt wird, dreimal so hoch wie die Auszahlungen der von der Finanzkrise gebeutelten Stiftung – wirtschaftlich gesehen, verschwindet Nobels Pulver also fast unter dem Kies des Oligarchen. Wissenschaftlich sollte man ein wenig genauer hinsehen.

    Erinnern wir uns: Ende Juli 2012 wurde die Fachwelt bereits von Milner überrascht, nicht nur durch die satte Höhe von insgesamt 27 Millionen Dollar Preisgeld der ersten Tranche des Fundamental Physics Prize, sondern vor allem durch die Empfänger. Es handelte sich sämtlich um Vertreter exotischer Theorien wie `Superstrings’, `Extradimensionen’ und `kosmischen Inflationen’, die eines gemeinsam hatten: Sie sind durch kein Experiment überprüfbar und daher im methodischen Sinne keine Naturwissenschaft. Durch die vernichtende Kritik angesehener Theoretiker wie Lee Smolin oder Roger Penrose hatten diese Spekulationen auch schon erheblich an Kreditwürdigkeit eingebüßt. Und schließlich hatte sich auch das Nobelkomitee stets energisch gewehrt, die empirische Methode über Bord zu werfen, mit der die Physik seit Galilei erfolgreich war – mit der altmodischen Bedingung, ein Wissenschaftler möge für seine schönen Theorien auch ein denkbares Experiment als Pfand hinterlegen.

    Doch die Zeiten ändern sich. Dass Milner seinen eigenen Sachverstand über den der Schwedischen Akademie, ja über jedwede Gutachterrunde stellt, ist plump – die Omnipotenzphantasie eines Physik-Aussteigers. Noch entfernter von der Wissenschaft sind aber eigentlich jene Stringtheoretiker, die Tausende von Veröffentlichungen zu `Supersymmetrie’, `holographischen’ und `anthropischen Prinzipien’ schreiben, die jeden Bezug zur Realität verloren haben – eine klassische Spekulationsblase, bei der nun auch das Vertrauen von gutgläubigen Physikern schwindet. Insofern ist es geradezu tragikomisch, dass ein intelligenter Mann wie Milner sich in der Wissenschaftsgeschichte nun einen Namen erkauft hat als jener Tor, der heftig in ein wissenschaftlich bankrottes Unternehmen investiert hat.

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