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  • Nerzfrauen decken auf: In China essen sie Tchibos

    geschrieben am 18. Dezember 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Jetzt ist es amtlich! In China essen sie nicht nur Hunde, sondern auch Tchibos. Das hat das Internetnetzwerk „nerzfrauen.org“ aufgedeckt. Die aus Müttern, Großmüttern, Urgroßmüttern und toten Ururgroßmüttern bestehende Vereinigung verschwörungspraktischer Frauen klagt nun vor dem Verwaltungsgericht Castrop-Rauxel gegen das Land mit der komischen Sprache. Nerzfrau-Chefin Doro Weia sagte irgendwann irgendwie jemandem, der es hören wollte: „Wir konnten es kaum glauben, aber die Chinesen verspeisen jeden Tag bis zu 4 Tchibos. Wir sind zwar mit den Chinesen im Gespräch, der Dialog fällt aber schwer wegen Sprachbarrieren.“ Den Artikel weiterlesen »

    58 Kommentare

    Die Netzfrauen und ich: das wird nichts mehr

    geschrieben am 16. Dezember 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    hetzfrauenNormalerweise neige ich dazu, andere ihren Kram machen zu lassen und dabei zu hoffen, dass ich in Ruhe meinen machen kann. Ist nicht immer leicht, denn manchmal juckt es schon sehr in den Fingern, wenn man etwas liest, das einem mit offenem Mund dasitzen lässt.
    Trotzdem, ich glaube, ich krieg den Eiertanz ganz gut hin.
    Bis gestern. Denn da fand ich bei den netzfrauen ein Video. Genauer: mein Video (ist inzwischen nur noch auf Facebook zu sehen oder war von vornherein nicht für die Website gedacht, weiter unten wird verlinkt). Im Prinzip alles halb so wild. In so einem Fall – kann ja schließlich passieren – schreibt man einfach die Betroffenen an und klärt die Sache lautlos.
    Denkste!

    Was war passiert?

    Zunächst stolperte ich auf Facebook über ein netzfrauen-Posting, das harsche Kritik an Tchibo übte. Es ging um Schlüsselanhänger in „Echtfell-Optik“. Die Dinger verkauft Tchibo derzeit. Das brachte die netzfrauen dazu, folgenden Satz zu posten: „Vorsicht!!! Tchibo hat Schlüsselanhänger in Echtfell-Optik – für 5,95 Euro im Angebot.“
    Und weiter ging es mit: „Jahr für Jahr werden China geschätzt 70 Millionen Tiere wegen ihres Fells getötet. Im November ist Erntezeit, dann sind die Tiere gerade erst 5 Monate alt und ihr Fell wird oft am lebendigen Fell abgezogen. Viele Käufer ahnen nicht mal, dass sie echten Pelz tragen.“

    Es folgte ein Shitstorm, der es nicht nur in sich, sondern meiner Meinung nach auch seine Berechtigung hatte. Die netzfrauen hatten es zwar so formuliert, dass Tchibo nicht explizit unterstellt wurde, statt Kunstfell echten Pelz zu verwenden. Zu einem anderen Schluss als den des Schuldspruchs konnte man als Leser aber kaum kommen. Und eben das löste heftige Reaktionen aus.

    Eigentlich auch noch nicht so dramatisch, dachte ich mir. Da hat sich wohl jemand zu weit aus dem Fenster gelehnt und sich im Ton vergriffen. Da mir das auch schon passiert ist (den einen oder anderen Text habe ich in der Vergangenheit entweder wegen nachträglicher Informationen oder Hinweisen von Lesern vom Netz genommen), rechnete ich mit einer Klarstellung der netzfrauen.
    Fall erledigt?
    Ääääh, nein!
    Im Gegenteil!

    Die netzfrauen „stormen“ zurück!

    Möge die Macht mit uns sein, könnten die netzfrauen gedacht haben und machten sich auf, mit aller Gewalt ihr Vorgehen zu verteidigen. Nachzulesen waren gifitige Sätze wie „Ihr habt es geschafft, euer Shitstorm war erfolgreich. Wir wissen nun, dass Konzerne nicht an den Profit denken, sondern unser Wohl im Auge haben“ oder auch „Wir haben keinen Fehler gemacht!“

    Nein, die netzfrauen machen offenbar nie Fehler. Bei Tchibo, so der Tenor, habe man lediglich nachgefragt. Was daraus gemacht wurde, dafür können die Netzfrauen nun wirklich nichts.
    Das sah die Huffington Post anders. Sie beschrieb den Fall, nachdem zuvor bereits mimikama darauf hingewiesen hatte, dass die netzfrauen manipulierend vorgegangen waren. Was folgte, waren Warnungen der netzfrauen an ihre Leserschaft: „VORSICHT! vor der Seite!“
    mimikama, die gemeint war, dürfte trotzdem weiter leben.

    Das Leiden der netzfrauen

    Nicht erst seit gestern werden die netzfrauen nicht müde, ihren Kampf für die Gerechtigkeit und gegen die Großkonzerne als wahre Heldentat aufzuspielen. Die machen das doch tatsächlich umsonst, sagen sie. Das soll vorkommen. Meine ich. Die Leser hätten sich auf den unfairen Shitstorm gegen die netzfrauen eingeschossen und dabei Tchibo, Nestlé oder Beiersdorf völlig aus dem Blick verloren, sagen sie. Hätten die netzfrauen seriöser gearbeitet, wäre es gar nicht zu diesem Shitstorm gekommen. Meine ich.
    In die Kritik geraten die netzfrauen immer mal wieder. Wegen verschwörungstheoretischer Ansätze und der wenig transparenten Außendarstellung.
    So oder so: sich in die Opferrolle zu begeben, das können die netzfrauen. Die Tränen kommen wir aber deswegen trotzdem nicht.

    … und dann wäre da noch …

    … die Sache mit dem Video. Da ich in den letzten Tagen verfolgt habe, was die netzfrauen denn so alles zum Besten geben, stolperte ich über ein Facebook-Video, das Sigmar Gabriel in einem ZDF-Interview zeigte. Ich rieb mir kurz die Augen, das Video kam mir ziemlich bekannt vor. Was kaum verwundern kann, denn es stamme von mir. Ich schrieb die netzfrauen an und erhielt als Antwort: nichts.
    Ich frage nach und bekam als Antwort: “Hallo Tom, was ist ? – hier Doro – wir haben nichts geklaut – wir haben das Video erhalten – was sollen wir machen – löschen ? – Wir dachten, es gehört dem, der es uns schickte.“
    Mein Lösungsvorschlag war, dass die netzfrauen entweder kenntlich machen, dass das Video ursprünglich von mir stamme oder mir mitteilen, von vom sie das Video haben.
    Die Reaktion ließ nicht lang auf sich warten. Kurze Zeit später wurde ich kommentarlos blockiert.

    Höchst aggressiv und mimimimimi …

    Ob ich etwas wegen des Videos unternehme? Nein, natürlich nicht. Sollen die netzfrauen es von mir aus verwenden. Es ist die Art und Weise und die Aggressivität, die mich ärgert. Die netzfrauen teilen massiv aus, agieren dabei wütend, unsachlich und komplett beratungsresistent.
    Gleichzeitig jammern sie lauter als ein depressiver Kirchchor, wenn man sie bei Fehlern ertappt oder Kritik an ihnen übt. Auch hier ist das vornehmliche Merkmal ihrer Reaktionen Aggressivität. Und irgendwie sind sie gleichzeitig weinerlich, eine Mischung, die nicht jeder schafft, das muss man wohl einräumen.

    Oft heißt es, die Arbeit der netzfrauen sei wichtig, sie decken auf, was Großkonzerne anrichten. Sie opfern sich und ihre Zeit für die gute Sache.
    Ich sehe das anders. Für mich sind die Netzfrauen nichts weiter als ein Haufen Schreiberlinge, die sich extrem wichtig nehmen und auf alles einschlagen, was nicht zu 100 Prozent deckungsgleich mit ihnen ist. Die Recherche im Fall Tchibo hat faktisch nicht stattgefunden, Inhalte zu klauen, das gehört scheinbar zum guten netzfrauen-Ton, und wer zarte Kritik äußert, wird mit bösen Worten befeuert und mit juristischen Schritten bedroht.

    Sollen sie weiter ihre Giftpfeile verschießen, die netzfrauen. Und dabei bitterlich weinen. Ich denke derweil darüber nach, mir den Schlüsselanhänger von Tchibo zu kaufen. Aber erstmal werde ich checken, ob auch wirklich kein echtes Fell enthalten ist.

    Nachtrag: Dieser Artikel wurde mir empfohlen: http://www.frankshalbwissen.de/2015/04/27/die-netzfrauen-und-der-streisand-effekt/
    Interessant, interessant!

    Und noch ein interessanter Text: http://graslutscher.de/der-netzfrauen-feldzug-gegen-groskonzerne-mimikama-und-ihre-eigenen-leser/

    121 Kommentare

    Die Ente vom finnischen Grundeinkommen

    geschrieben am 09. Dezember 2015 von Jens Berger

    „Die finnische Regierung bereitet offenbar ein monatliches Grundeinkommen für jeden Erwachsenen vor“, so schrieb es die FAZ am Montag unter der Überschrift „800 Euro Grundeinkommen – für jeden“. Der Focus ging gestern noch einen Schritt weiter und machte aus dem „offenbar“ der FAZ eine Tatsache:„Finnland hat angekündigt, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger einzuführen“. Der Independent, der Telegraph, Forbes, CNN und viele andere Größen der internationalen Medienwelt verbreiteten ebenfalls diese Meldung, deren einzige „Quelle“ offenbar der Onlinedienst Quartz war. Papageienjournalismus in Reinkultur. Natürlich überschlugen sich auch die sozialen Medien und auch wir von den NachDenkSeiten bekamen zum Thema einige Leserzuschriften. Leider machte sich keines der zahlreichen großen Medienhäuser daran, diese Story einmal zu überprüfen. Das war ein großer Fehler. Gestern äußerte sich nämlich auch die finnische Sozialversicherungsanstalt, die den Berichten zufolge federführend an der Umsetzung des Grundeinkommens arbeiten soll, zu den Meldungen: Alles Quatsch, so das Fazit der Pressemeldung der Kela. Und das ist wohl auch gut so für die allermeisten Finnen, denn der abgedruckte „Plan“ ist nicht nur eine waschechte Ente, sondern auch eine hanebüchene Eselei.

    Zum Thema „Grundeinkommen“ sind auf den NachDenkSeiten zahlreiche meist kritische Artikel erschienen. So setzte ich mich beispielsweise 2012 mit den „Konstruktionsfehlern des Grundeinkommen“ auseinander. In diesem Artikel beschäftige ich mich auch ausführlich mit der Finanzierung des Grundeinkommens; ein Thema, das ich beim finnischen Modell erst gar nicht anschneide.

    In Finnland wird das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ schon seit den 1980ern debattiert. Dort sind es vor allem die Grünen, die dieses Thema immer wieder auf die Tagesordnung heben wollen. Auch die in Finnland regierenden Konservativen und die mitregierende wirtschaftsliberale Zentrumspartei sind im Grundsatz Freunde des Grundeinkommens. Nur Gewerkschaften und Sozialdemokraten lehnen das Grundeinkommen kategorisch ab. Warum?

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    171 Kommentare

    Deutschlands Syrien-Einsatz: Symbolpolitik mit destruktiven Folgen

    geschrieben am 08. Dezember 2015 von Gastautor

    800px-Building_burning_in_Homs_cityvon Lars Hauch

    Das „Ja“ des Bundestags zum Syrien-Einsatz schafft das legale Fundament für Deutschlands größte internationale Militäraktion. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist die Schwächung des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS). Da der Diskurs jedoch den Fokus weg von den Existenzbindungen des „IS“ lenkt, läuft der Einsatz Gefahr, nicht nur die Terrormiliz zu stärken sondern einer politischen Lösung für den Krieg in Syrien entgegenzuwirken.

    Bisher beschränkte sich das militärische Engagement Deutschlands gegen den „IS“ auf die Unterstützung der Nordirakischen Peshmerga, aus Syrien hielt Berlin sich gänzlich heraus. Den Artikel weiterlesen »

    161 Kommentare

    Frontschweine wie wir

    geschrieben am 07. Dezember 2015 von Gastautor

    atochavon Roberto J. De Lapuente

    Man ist doch ein klein wenig bescheidener geworden. Jetzt liegt der Verteidigungswall der deutschen Interessensgrenze nicht mehr, wie noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt, am fernen Hindukusch, jetzt liegt er gewissermaßen direkt an der europäischen Peripherie. In Syrien. Und die Bundeswehr ist verfassungsgemäß als Verteidigungsarmee mit dabei. Sie verteidigt dort nicht weniger als unsere Freiheit, unsere Art zu leben. Sie ist dort auch für mich unterwegs – so jedenfalls sagen es die Befürworter des Einsatzes, wenn man die uniformierten Damen und Herren nicht mit einem solidarischen »Hurra!« verabschiedet. Sie bringen damit die Undankbarkeit ins Spiel und wollen so die Kriegsgegner diskreditieren. Denn da schickt man extra Personal nach Syrien, damit wir leben können wie immer sie es von uns wollen, und dann sind wir nicht mal mit dem Herzen dabei. Für die Falken ist das selbstverständlich eine Schande. Also möchte ich an dieser Stelle mal meinen Dank aussprechen: Vielen herzlichen Dank, dass ihr nun so geschickt daran arbeitet, mich zu einem Opfer terroristischer Anschläge zu machen. Dankeschön, dass wir nun alle Anschlagsziele desillusionierter Hardliner sein dürfen.

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