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  • Die Leere Merkel: Händchen halten für den Wahlsieg

    geschrieben am 14. August 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Der Wahlkampf der Angela Merkel geht in die nächste, inhaltsleere Runde. Das Menscheln steht bei unserer Kanzlerin ja sowieso hoch im Kurs, kann sich „Mutti“ doch so richtig herzlich zeigen und ihrem Fußvolk demonstrieren, wie nobel und edel sie ist. Jetzt hat Merkel auf ihrer Facebook-Seite eine Aktion gestartet, die nicht einfach nur peinlich ist (das ist man ja gewohnt), sondern zynisch. Sie bittet die Menschen, ihre Hände zu fotografieren. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas – eine Reise nach Berlin.

    Auf Facebook Schreibt Merkel:
    „Ob Handwerken, tippen, malen, Brötchen schmieren oder Händchen halten – Fotografieren Sie Ihre Hände in Aktion, laden Sie das Bild unter www.team.cdu.de hoch und seien Sie bei einem ganz besonderen Wahlkampf-Plakat mitten in Berlin dabei! Wer mitmacht, kann zwei Einladungen zum Wahlabend im Berliner Konrad-Adenauer-Haus gewinnen. /redaktion“
    Weiter unten schlägt sie noch die Motive Abklatschen und Daumenhochhalten vor.

    Das soll dann wohl symbolisch sein und für harte Arbeit, Ärmel hochkrempeln und fleißige Lieschen stehen. In grenzenloser psychologischer Großzügigkeit wird der wenig subtile Versuch unternommen, Deutschland (und Merkel) gut dastehen zu lassen. So etwas wie eine politische Aussage wird nun also endgültig zu Grabe getragen, die fatale Lage am Arbeitsmarkt wird einfach weggeklatscht. Die Politikerin Angela Merkel macht sich zu einer Lachfigur, die ihren Wählern vermittelt, mit ihnen auf einem Kinderspielplatz zu sein und bunte Luftballons zu bemalen.

    Um sich ein Bild der Kanzlerin zu machen, ist ein Streifzug über ihre Facebook-Seite wirklich hilfreich. Neben der „Mitmachaktion“ der Handfotos finden sich Wahlplakate mit tiefsinnigen Aussagen wie „Solide Finanzen“ oder auch nur „Gemeinsam“. Wir entdecken Glückwünsche an die deutschen Fußballfrauen, sehen Fotos eines Besuchs bei der DLRG und erfahren, dass die Kanzlerin kommt. An die Küste!
    Natürlich dürfen auch auf Hochglanz polierte Interviews von „CDU.TV“ nicht fehlen, in denen sich Merkel gegenüber einer weichgespülten Moderatorin sanft und gutmütig gibt.

    Eigentlich ist das, was Merkel macht, nichts Besonderes, fast alle Parteien glänzen vornehmlich durch Plattitüden und oberflächliche Statements. Aber die Kanzlerin treibt die Niveaulosigkeit auf die Spitze, sie entpolitisiert den Wahlkampf in einer Art und Weise, die erschreckend ist.

    Was kommt als nächstes?
    Sollen wir unsere schönsten Träume in eine Tafel Schokolade ritzen?
    Oder christlich-demokratische Gebete in Reimform verfassen?
    Ich werde jedenfalls nicht mitmachen.

    38 Kommentare

    Mainz ist überall – nun ernten wir die verdorbenen Früchte einer fehlgeleiteten Politik

    geschrieben am 13. August 2013 von Jens Berger

    Gäbe es in der Fachliteratur einen Ratgeber zum Thema „Wie erzeuge ich einen Fachkräftemangel“ könnte die Deutsche Bahn AG zahlreiche Fallbeispiele beisteuern. Ohne Sinn und Verstand strich man dort das Personal derart zusammen, dass bereits drei Krankmeldungen ausreichen, um eine Regionalmetropole wie Mainz teilweise vom Bahnverkehr abzuschneiden. Mainz ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, bundesweit herrscht bei der Bahn akuter Personalnotstand. Es grenzt dabei schon fast an ein Wunder, dass es dabei (noch) zu keinen schweren Unfällen gekommen ist. Die Misere an den Namen Mehdorn und Grube festzumachen, ist jedoch zu einfach. Die Bahn ist ein Staatsunternehmen. Für Fehlentwicklungen trägt hier auch – und vor allem – die Politik die Verantwortung.

    Wer hätte schon damit rechnen können, dass im Stellwerk Mainz drei der fünfzehn Fahrdienstleiter gleichzeitig krank werden? Und dies auch noch mitten in der Urlaubszeit. Diese „sagenhafte“ Krankheitswelle hat die Bahn offenbar tief ins Mark getroffen. Die Regionalmetropole Mainz ist seit einigen Tagen ab 20 Uhr nicht mehr per Bahn zu erreichen und seit gestern fahren auch tagsüber die ersten Fernverkehrszüge an Mainz vorbei, während nur noch jeder zweite Nachverkehrszug den Mainzer Hauptbahnhof anfährt. Bahnchef Grube macht „unglückliche und teils ärgerliche Umstände“ für das Versagen seines Konzerns verantwortlich. Diese Aussage ist grotesk, haben Grube und seine Vorgänger doch jahrelang keine seriöse Personalbedarfsplanung durchgeführt.

    Provozierte Personalnot

    Seit Mitte der Neunzigerjahre hat die Deutsche Bahn AG ihr Personal halbiert. In der Netzsparte, die für den Betrieb der Stellwerke verantwortlich ist, beträgt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter 47 Jahre. Dies ist freilich kein Wunder, da seit gut einem Jahrzehnt keinen neuen Mitarbeiter eingestellt wurden. Besonders dramatisch ist dabei die Situation bei den Fahrdienstleitern, die den Bahnverkehr koordinieren, Weichen stellen und bei Störungen den Betrieb manuell übernehmen. Ein stressiger und vor allem verantwortungsvoller Job, der jedoch nicht nur dürftig bezahlt wird, sondern auch einer schon beinahe grotesk zu nennenden Arbeitsverdichtung unterzogen wurde. Rund eine Million Überstunden werden bundesweit von den Fahrdienstleitern der Bahn vor sich hin geschoben – allein dies entspricht rund 500 Vollzeitstellen.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    42 Kommentare

    Pofalla besiegt weltweite Kriminalität durch Unterschriftensammlung

    geschrieben am 12. August 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Endlich Friede, Freude und haufenweise Eierkuchen! Kanzleramtsminister Roland Pofalla (CDU) hat erklärt, dass diese ganze Sache mit dem unerlaubten Abhören gar nicht stimme. Er habe sich bei den Geheimdiensten aus England und Amerika extra erkundigt. Das sagte Pofalla in einem Interview in Bayreuth. Der Minister wörtlich: „Ich habe unsere englischsprachigen Freunde gebeten, mir mal was zum Abhörskandal zu mailen. Die haben das gemacht und geschrieben, dass sie sich ans deutsche Recht gehalten haben.“
    In Richtung seiner Kritiker schob Pofalla noch ein „Dumm gelaufen, was?“ hinterher.

    Offenbar ist Roland Pofalla jetzt so richtig in Stimmung gekommen. Aus seinem Büro hieß es, er wolle in zwei Schritten zur Klärung von Unrecht beitragen:

    1. Pofalla will sämtliche Diktaturen anschreiben und nach Menschenrechten, Mord, Folter und anderen Sachen befragen, die man eigentlich nicht machen soll. Die ersten Reaktionen zeigen, dass es weltweit viel weniger böse Staaten gibt, als bislang angenommen. Amnesty International hat sich bereits positiv geäußert und ließ verlautbaren, dass Pofalla einen wichtigen Schritt für die Menschheit gemacht hat.
    2. Um die Vorwürfe gegen die bayerische Justiz zu entkräften, hat Pofalla eigens die Justizministerin Beate Merk angeschrieben. Von ihr wollte er wissen, ob – Zitat – „bei der Behandlung, die Gustl Mollath erfahren musste, alles mit rechten Dingen zuging.“
    Die Antwort Merks folgte umgehend: „Bei der Behandlung, die Gustl Mollath erfahren musste, ging alles mit rechten Dingen zu.“ Wieder ein wichtiger Schlag der Gerechtigkeit gegen das Unrecht!

    Roland Pofalla will nun eine Unterschriftsammlung starten, bei der er weltweit zunächst alle Mörder und Doppelmörder anschreibt. Das Ergebnis wird schon jetzt mit Spannung erwartet. Der Kanzleramtsminister geht davon aus, dass sich die Kriminalität in Zukunft durch diese Maßnahme um ein Vielfaches zurückfahren lässt.
    Manchmal liegt die Lösung so nah.

    39 Kommentare

    Den Sack voller Scheiße, den es nicht gibt

    geschrieben am 12. August 2013 von Gastautor

    eine Gastrezension von Roberto De Lapuente

    Irgendwo bemerkt Bukowski, dass die Welt im Grunde genommen nur ein Sack voller Scheiße sei, der jederzeit zu platzen drohe. Nun aber behauptet Markus Gabriel, dass es eine Welt überhaupt nicht gibt. Und damit den Sack voller Scheiße nicht? Das macht mir Sorgen.

    Der Versuch einer Einordnung und sowas wie eine Rezension.

    Gabriel philosophiert sich in „Warum es die Welt nicht gibt“ nicht nur durch die Historie, sondern entwirft selbst ein philosophisches Gebäude. Von dem ist er jedoch überzeugt, dass es das gibt. Nur die Welt gibt es nicht. Weltanschauung und Weltsicht gleichwohl demgemäß auch nicht. Dass man die Welt als etwas in sich Geschlossenes betrachten könnte, schließt Gabriel völlig aus. Es sind bestenfalls Weltausschnitte, die wir irrtümlich gerne als „die Welt“ bezeichnen. Er räumt aber ein, dass die Welt ein Bereich aller Bereiche ist, ein Bereich sämtlicher Sinnfelder, in der es Tatsachen gibt, die aber nicht zwingend materieller Natur sein müssen.

    Im Sinnfeld der Evolutionslehre etwa, tummeln sich nach Gabriels These einige Schlagwörter. Darwin und die Galapagos-Inseln, Genetik und Selektion, Neandertaler und allerlei Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Innerhalb des Sinnfeldes „Evolution“ haben wir es mit einem geschlossenen Kosmos zu tun. Schwappt aber das Sinnfeld „Evolution“ in das Sinnfeld „Gesellschaft“ über, macht also die Evolution ihre Begrenztheit zum Weltbild, dann wird es problematisch, weil da ein Weltausschnitt danach trachtet, mehrere Weltausschnitte zu beeinflussen und zu formen. Der Evolutionismus, der Sozialdarwinismus waren (und wären jederzeit wieder) Weltanschauungen, die vorgaben, „die Welt“ zu sein. Zu erklären, wie aber dann Fürsorge, Solidarität, Uneigennützigkeit trotzdem „in die Welt“ gekommen sein sollen, tun sie sich schwer. Im Zweifelsfall diffamiert man diese Verhaltensnormen als unnatürlich, als „außerweltlich“, weil biologisch unnötig.

    Weiterlesen auf ad sinistram

    15 Kommentare

    Griechenland ist gefallen, Spanien und Portugal werden gehalten!

    geschrieben am 11. August 2013 von Gastautor

    ein Debattenbeitrag (op-ed) von Ulrich Fiege

    Das Originalzitat der Baader Bank geht natürlich anders: (..)die Griechen haben keine Chance. (..) EZB Präsident Draghi wird aber alles dafür tun, das in seiner Amtszeit Spanien und Italien gehalten werde.(1)

    Wir sind im Krieg, Moody’s (USA), Standard & Poor’s (USA) und Fitch (GB) sind drei der zehn in den USA zugelassenen Ratingagenturen. Diese drei Agenturen kontrollieren und dominieren jedoch über 95% des Weltmarkts für Ratingagenturen. Weshalb Roland Berger für eine europäische Rating-Agentur keine Zustimmung fand, liegt auf der Hand. Der größte Aktionär von Moody’s ist mit einem Aktienanteil von 18% Berkshire Hathaway, ein Holdingunternehmen, dessen Chef bis 2008 Warren Buffett war. Weitere Aktionäre sind Barclays Bank London und – wie könnte es anders sein – Goldmann&Sachs. Diese Investmentbank setzt in Amerika und Europa neue Akzente, denn ihre Geschäftsinteressen werden im Vorsitz oder Vorstand der EZB, im US-Finanzministerium oder der Bank von England vertreten. Goldmann&Sachs ist ferner wohl die einzige Bank deren Mitarbeiter als gewähltes Staatsoberhaupt ganze Länder und Nationalbanken repräsentieren.

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