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  • Denken Sie jetzt NICHT an einen blauen Elefanten!

    geschrieben am 07. Januar 2016 von Jens Berger

    Noch wissen die Ermittlungsbehörden überhaupt nicht, was konkret am Silversterabend in Köln geschehen ist und wer die Täter sind. Gute Ratschläge und schneidige Forderungen hat jedoch bereits fast jeder Politiker parat. Selbst die Gutmeinenden sorgen dabei dafür, dass sich das Klima Tag für Tag erhitzt. Eine gute Freundin der NachDenkSeiten schreibt uns, dass der obligatorische Halbsatz, „wir dürften diese Meldung aber keinesfalls zum Anlass nehmen, alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren und alle zu verurteilen“ sie frappierend an die Aussage “Denken Sie NICHT an einen blauen Elefanten!” erinnert. Recht hat sie! Und auch Sie liebe Leser, werden jetzt sicher an blaue Elefanten und kriminelle Flüchtlinge denken.

    Was denkt sich ein Politiker sich ein Politiker wie der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger eigentlich dabei, wenn er unter Bezugnahme auf die Vorkommnisse in Köln betont, dass „die Täter ohne Ansehen der Person ermittelt“ und „das Gesetz für Alle gelten müsse“ – ohne Rücksicht auf deren Herkunft. Natürlich ist das so. Aber war es denn je anders? Wenn ich explizit fordere, dass die Täter ohne Ansehen der Person ermittelt und das Gesetz für Alle gelten muss, sage ich damit indirekt, dass heute das Gesetz nicht für Alle gilt. Ok, so etwas kann ein Linken-Vorsitzender beim Steuerverfahren gegen Uli Hoeneß sagen. Aber im Kontext mit Köln heißt dies nur, dass „unser“ Gesetz nicht für Migranten gilt. Wasser auf die Mühlen von Pegida, AfD und Co.

    Ja, man kann auch mit unverdächtigen Sätzen rassistisches Gedankengut transportieren; so wie beispielsweise die Grünen-Politikerin Göring-Eckardt, die ungefragt einen „Bonus für Nationalität“ im Strafrecht ablehnt. Natürlich muss man einen solchen Bonus ablehnen; nur, dass es im Strafrecht einen solchen Bonus überhaupt nicht gibt. Wie Jakob Augstein sehr richtig anmerkt, bewegt sich Göring-Eckardt mit diesem Satz auf Sarrazin-Niveau.

    Was sich Innenminister De Maizière dabei denkt, ausgerechnet jetzt vor einem „Generalverdacht gegen Flüchtlinge“ zu warnen, erschließt sich ebenfalls nicht logisch. Da ist er wieder, der blaue Elefant. Würde De Maizière auch vor einem Generalverdacht gegen Bayern warnen, wenn in München ein Kindermord mit einheimischen Tatverdächtigen gemeldet wird? Wohl kaum. Warum auch? Wer vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge spricht, ist – fahrlässig oder vorsätzlich – derjenige, die diesen Generalverdacht in die Welt bringt. Aber mit blauen Elefanten kennt der Mann, der Dinge weiß, die uns nur verunsichern würden, ja bestens aus.

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    Silvester-Übergriffe in Köln: Wir sind schockiert! Aber worüber eigentlich?

    geschrieben am 05. Januar 2016 von Jens Berger

    Die Republik ist schockiert! Offenbar haben einige Dutzend Männer nordafrikanischer Herkunft am Silvesterabend auf der Kölner Domplatte zahlreiche Frauen bestohlen, bedroht, sexuell belästigt und in einem Fall sogar vergewaltigt. Diese Form von Kriminalität ist zweifelsohne widerlich, neu ist sie jedoch nicht. Erstaunlich ist daher vor allem, dass Polizei und Öffentlichkeit derart erstaunt über die Vorfälle am Silvesterabend sind und die Politik sich dieses Themas auf höchster Ebene annimmt.

    Die in den Zeugen- und Opferaussagen genannte Vorgehensweise der Kölner Täter ist nicht unbekannt. Das Opfer wird von einer Gruppe eingekesselt und dann bestohlen oder auch ausgeraubt. Vor allem in Köln ist diese Variante des „Antänzer-Tricks“ ein polizeibekanntes Ärgernis. Die Tatverdächtigen sind meist jung und stammen nach Angaben des Innenministeriums aus Nordafrika. Das gruppenweise Vorgehen hat dabei System. Da das deutsche Strafrecht eine Kollektivbestraftung ausschließt und das Opfer den bestimmten Täter nicht zweifelsfrei zuordnen kann, gehen die „Verdächtigen“ dann in der Regel straffrei aus. Liest man sich die von den Medien veröffentlichten Opfer- und Zeugenaussagen von der Kölner Domplatte durch, ist exakt dies auch bei den Silvesterfeierlichkeiten geschehen. Das ma am Silvesterabend auf der Kölner Domplatte ausgeraubt werden kann, ist jedoch alles andere als überraschend. Der einzige Unterschied zur „normalen“ Alltagskriminalität war offenbar, dass die Täter ob der Feierlichkeiten selbst stark alkoholisiert waren und sexuell zudringlich wurden.

    Auch dies ist jedoch trauriger Alltag. Meist spielen sich solche Vorfälle jedoch in „No-Go-Areas“ ab und die Opfer gehören zur gleichen sozialen Schicht wie Täter. So etwas interessiert dann weder die Politik, noch die Öffentlichkeit oder die Medien. Im aktuellen Beispiel spielten sich die Taten jedoch an einer sehr öffentlichen Stelle ab, die auch von Angehörigen der Mittel- oder gar Oberschicht häufig frequentiert wird. Und schon spricht die Politik von einer „neuen Dimension organisierter Kriminalität“ und eine ganze Stadt ist „schockiert“. Das ist nicht neu. Kriminalität ist immer nur dann „schockierend“, wenn ausnahmsweise einmal nicht die Unterschicht, sondern die Mittel- und Oberschicht zu den potentiellen Opfern gehören.

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    Saudi-Arabien – der große Brandstifter am Golf

    geschrieben am 05. Januar 2016 von Jens Berger

    Saudi-Arabien bricht vermeintlich grundlos einen Konflikt mit Iran vom Zaun. Wie so oft geht es dabei vor allem um Ablenkung. Sowohl nach außen (Syrien, Jemen) als auch nach innen (Massenhinrichtungen) schlägt Saudi-Arabien seit ein paar Monaten wild um sich. Die Wüstenmonarchie ist sicherlich der rückständigste und von so etwas wie Freiheit und Menschenrechten am weitesten entfernteste Staat der Welt – eine lupenreine Despotie, die geistig im Mittelalter steckengeblieben ist und um die sich kein Mensch scheren würde, wäre Saudi-Arabien nicht zugleich größter Erdölförderer und damit steinreich. Doch eben diese vermeintliche Stärke droht das Land und seinen brüchigen inneren Frieden durcheinander zu bringen. Die Zeiten der hohen Ölpreise sind nämlich erst einmal vorbei und das steinreiche Saudi-Arabien kann es sich plötzlich nicht mehr leisten, Stabilität zu kaufen. Der ehemalige Stabilitätsanker der Region ist in äußerste Instabilität geraten und droht schon bald zu kollabieren. Es könnte zum Jahresbeginn wohl kaum eine schlechtere Nachricht geben.

    Früher war zwar auch am Persischen Golf nicht alles besser, aber doch vieles deutlich einfacher. Zu Zeiten der saudischen Könige Faisal, Chālid und Fahd war Saudi-Arabien dem Klischee nach die Tankstelle der Welt, die sich – wenn überhaupt – vor allem mittels Scheckbuch-Diplomatie international engagierte. Oberflächlich gesehen mag das zwar sogar zutreffen, wer jedoch an liebgewonnenen Klischees festhält, wird die aktuellen Ereignisse auf der arabischen Halbinsel und darüber hinaus nicht verstehen.

    Schutzgeld für den Islam

    Streng genommen erblickte das „moderne“ Saudi-Arabien im Jahre 1973 das Licht der Welt. Als Reaktion auf die US-Unterstützung für Israel im Yom-Kippur-Krieg verstaatlichte die Dynastie der al-Sauds zwischen 1973 und 1980 den ehemals amerikanischen Öl-Monopolisten Aramco – und da Saudi-Arabien eine der letzten absolutistischen Monarchien ist, heißt dies nichts anderes, als dass die al-Sauds sich das Ölreichtum des Landes selbst unter die Nägel rissen. Von diesem Zeitpunkt an betreibt das saudische Königshaus eine äußerst interessante Scheckbuch-Politik, mit der die offensichtlichen Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Herrscherfamilie gekittet werden sollen. Auf der einen Seite feiern saudische Prinzen mit Alkohol, Drogen und europäischen Callgirls ausgelassene Orgien am Cap d´Antibes oder in Marbella. Auf der anderen Seite sieht sich die Dynastie der al-Sauds jedoch auch als oberste klerikale Instanz der wohl extremsten ultrakonservativen Form des Islam – des Wahabismus. Auf der einen Seite unterstützt Saudi-Arabien die USA in ihrem Kampf gegen den Terror und kämpft auch selbst gegen den IS und die Muslimbrüderschaft an. Auf der anderen Seite gilt Saudi-Arabien jedoch auch als größter und bedeutendster Sponsor des religiösen Extremismus, des Islamismus und des islamitischen Terrorismus. Wie passt das Alles zusammen?

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    Ruf! Mich! Nicht! An!

    geschrieben am 04. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    3511874961_c725d9c89a_zZum Jahresbeginn etwas Leichtes. Es wiegt wirklich nicht viel, ist ungeheuer praktisch und immer und überall dabei: das Handy.

    Heute bei der Zulassungsstelle.
    Der Krach ist unerträglich. Überall tönt und knarzt und summt und klingelt es. Handys sind hier eigentlich unerwünscht. Aber niemand hält sich dran. Das ist sicher keine böse Absicht, das Handy ist so selbstverständlich geworden, dass scheinbar niemand mehr sich Gedanken darüber macht, ob das Ding nervt oder nicht. Und schon gar nicht darüber, wie bescheuert der Einsatz der modernen Knochen fürs Ohr manchmal ist.

    „Keine Ahnung!“

    PalimPalim!
    „Ja? … Nee, ich bin noch auf der Zulassungsstelle … Keine Ahnung, dauert wohl noch.“

    PalimPalim!
    „Hallo? … Weiß ich noch nicht, komme hier wohl erstmal nicht weg.“

    PalimPalim!
    „Hey! … Ja, kann ich machen, aber ich hab keinen Schimmer, wie lange das hier noch dauert.“

    Wir halten fest: zwei Männer, eine Frau. Alle auf der Zulassungsstelle. Offenbar wollten die Anrufer wissen, wie lange es noch dauern wird. Um dann zu erfahren, dass eben genau das in den Sternen steht. Weil wir von der Zulassungsstelle sprechen. Niemand, nicht mal Gott, weiß, wie lange man dort festsitzt. Dennoch ist die telefonische Information darüber, dass man über die Dauer des Aufenthaltes keinerlei Aussagen treffen kann, offenbar höchst interessant.
    Aber warum, um alles in der Welt?

    Handys sind ok!

    Ich hab nichts gegen Handys, ehrlich nicht! Schließlich habe ich selbst eins, auch wenn ich mir ständig den Ärger von Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen anhören muss. Ich sei nie zu erreichen, heißt es dann immer. Teilweise stimmt das sogar, denn vor einigen Monaten hat mein Handy (zugegeben, nicht das neueste Modell) seinen akustischen Geist aufgegeben. Es vibriert zwar noch fleißig, wenn jemand anruft. Aber der Klingelton hat sich verabschiedet, genauer: alle Klingeltöne taten das, es macht einfach nicht mehr PalimPalim!. Das zieht den Ärger meines sozialen Umfeldes auf sich. Was in meinem Fall jedoch ziemlich überflüssig ist.

    Ich bin doch da!

    Der Vorwurf, ich sei nicht erreichbar, ist nicht haltbar, wenn man genauer hinsieht. Denn auch wenn ich mein Handy auf unverantwortliche Art und Weise vernachlässige (wäre mein Handy ein Kind, ich hätte es ratzfatz das Jugendamt am Hals), erreichen kann man mich gut, sehr gut sogar. Ich bin kein Pilot, auch kein Busfahrer oder Feuerwehrmann, die ja bekanntlich viel unterwegs sind (wobei der Feuerwehrmann im Falle eines Einsatz wahrscheinlich auch mit funktionierendem Klingelton nicht rangehen wird – hoffe ich jedenfalls!). Ich bin Freiberufler. Ich arbeite von zu Hause aus, schreibe oder spreche den ganzen Tag. Und da meine Festnetznummer ausgezeichnet funktioniert, ist es eine Kleinigkeit, mich telefonisch zu erreichen. Aber das Festnetz ist offenbar total out. Dabei bin ich doch da! Meistens jedenfalls. Und notfalls gibt es einen Anrufbeantworter. Mit so einem Piepton, nach dem man eine Nachricht hinterlassen kann.

    Und was ist mit den giftigen Strahlen?

    Hohe SAR-Werte sind durchaus ein Thema bei Handys. Einerseits. Andererseits will kein Schwein mehr etwas darüber hören. Das Handy ist omnipräsent, es ist ein so wichtiger Teil unseres Lebens geworden, dass irgendwelche Strahlung meist nur müdes Gähnen erzeugt. Es ist ratsam, sich ein möglichst strahlungsarmes Handy zuzulegen, aber mal ehrlich: kaum jemand kümmert sich drum.
    Außerdem gibt es diese Dinger noch nicht lange genug, um verbindliche Aussagen über die tatsächlichen Gefahren durch Strahlung machen zu können. Und selbst wenn es so wäre – Raucher hören ja (meist) auch nicht mit ihren Glimmstengeln auf, weil das Rauchen irgendwie ungesund ist. Der Suchtfaktor ist einfach zu groß. Bei der Zigarette. Und beim Handy.

    Telefonieren mit Sinn und Verstand?

    Man könnte sagen: leben und leben lassen. Wenn jemand alle Nase lang telefonieren will, soll er es doch tun. Stimmt, und im Prinzip sehe ich das auch so. Es ist alleine die Tatsache, dass über derart viel Belangloses am Telefon gesprochen wird, dass sich mir die Nackenhaare querstellen. Das Beispiel in der Zulassungsstelle war da durchaus repräsentativ. Es klingelte in einer Tour, wirklich ungelogen. Und ich bekam kein einziges Telefonat mit, das auch nur ansatzweise den Eindruck erweckte, sinnvoll oder gar wichtig zu sein.
    Doch, Moment, eins war da! Offenbar bekam ein Mann, der ebenfalls im Wartebereich saß, einen Anruf von einem Kunden, schien wirklich wichtig zu sein. Der Mann versprach seinem Kunden, sich um dessen Anliegen zu kümmern. Es ging ein wenig hin und her, bis der Mann auf dem Stuhl gegenüber das Gespräch mit dem Satz beendete: „Ok, also, ich schlage vor, ich melde mich später nochmal. Ich weiß nämlich nicht, wann ich hier rauskomme.“
    Ein Déjà-vu.

    ——————————————————————————————————————————–Bild: Glen Bowman, flickr.com

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    Jahreskriegsblick 2015

    geschrieben am 31. Dezember 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    2015N’Abend!

    Boaaah, war das Jahr kurz!
    Die Tabletten nach dem Kater des letzten
    Jahreswechsels wirken noch nicht richtig,
    da ist schon wieder Silvester.

    Nur die Entscheidung, ohne
    UN-Mandat in einen völkerrechtswidrigen
    Krieg zu ziehen, das ging noch schneller.
    Asozialdemokrat Thomas Oppermann
    ist das wurscht, „Wir sind legitimiert“,
    meint er.
    Außerdem sind wir auch nicht in
    einem echten Krieg. Sondern bieten nur
    einen internationalen Ausbildungslehrgang an.
    Oder so. Meint Merkel.

    Und dann ist da ja noch das Bindeglied
    zwischen Rüstungsindustrie und angestrebtem
    Staatsterror: Joachim Gauck. Der sagte nach Paris:
    “Aus unserem Zorn über die Mörder
    müssen Entschlossenheit und
    Verteidigungsbereitschaft werden.”

    Verteidigungsbereitschaft.
    Verantwortung.
    Vergnügen. Verwirrung. Verfall.
    Deutschland muss kämpfen,
    bis zum letzten Mann.
    Gegen den weltweiten Terror.
    Mit Mann und Maus und Gewehren
    und Panzern und Flugzeugen müssen
    unsere Werte verteidigt werden.
    Dieser ganze Abendlandscheiß,
    den man im Moment alle Nase lang
    hört, ohne dass jemand genau weiß,
    was das eigentlich ist.

    Wir regen uns auf, das ganze Jahr schon.
    Über Fluchtsuchende mit Handys.
    Über die Islamisierung Sachsens,
    die ja wohl in vollem Gange ist.
    Und die auf das ganze Land übergreift.
    Wie ein Virus, eine Epidemie.
    Sie wollen uns Weihnachten wegnehmen!
    Und Negerküsse. Und A-Hörnchen und
    B-Hörnchen. Sie wollen uns zwingen,
    uns zu verhüllen, sie nehmen unseren
    Obdachlosen die Obdachlosigkeit weg.
    Unsere blonden Frauen sind nicht mehr sicher,
    nur eine neue Haarfarbe kann sie noch retten.

    Wir verbünden uns mit Saudi Arabien.
    Gegen den Terror. Im Zweifel ist ja jeder
    Scheiß dazu da, den Terror zu vernichten.
    Saudi Arabien.
    Saudi Arabien, das gerade als frisch gekürte
    Nummer 1 in Sachen Waffenimporte so richtig
    friedlich unterwegs ist. Passen tut es ja, wir
    sind Cracks im Exportieren von Waffen,
    Saudi Arabien hortet sie alle, nur für den Fall der
    Fälle, versteht sich. Also falls Terroristen uns
    dumm kommen. Oder Dumme uns terrorisieren.

    Wer einen Zusammenhang zwischen
    Waffenexporten, Krieg und Terrorismus
    erkennt, gilt schnell als Gutmensch und
    Weichei. Den IS könne man eben nicht
    mit der Yogamatte bekämpfen. Das meinen
    nicht nur die fett und satt gewordenen Grünen,
    das ist allgemeiner Konsens.
    Stimmt ja auch, durch stetiges Ein- und
    Ausatmen ist dem IS nicht beizukommen.
    Da doch lieber blinde Schießwut, planlos,
    ziellos, aber irre effizient.
    Sämtliche Kriege … pardon: Ausbildungslehrgänge
    der letzten Jahre sind im Desaster geendet.
    Aber das Austrocknen der Finanzen des Terrors
    ist trotzdem nicht so beliebt bei den Gaucklern
    des Jahres. Außerdem machen Schießgewehre
    viel mehr Spaß und kurbeln gleich noch die eigene
    Wirtschaft an. Da erschießen wir doch gleich
    zwei Fliegen mit einer Knarre.

    Trotzdem, das Fest war besinnlich. Fand
    besonders Markus Söder, der sichtlich besonnen
    auf Facebook postete, dass Gott auch die Schwachen
    irre lieb hat. Söder schrieb stolz, dass nicht nur
    die Stärksten, Reichen und Besten hoffen dürften.
    Auch die Schwächsten, Kranken und Einsamen hätten
    super Aussichten: sie werden erlöst.
    Dann fragt man sich: von was? Von Ihrem Elend
    mittels Gnadenschuss?

    Und sonst? Was war so los 2015?
    Es gab einiges.
    Aber das Jahr stand und steht
    im Zeichen des Krieges.
    Und so wird es weitergehen, auch 2016.

    Ach ja, Stefan Raab hat aufgehört.
    Was auch immer das bedeuten mag.

    ——————————————————————————————————————————-

    Hier das Video zum Text:
    2015

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