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  • Warum man keinen Todesstern bauen sollte

    geschrieben am 15. September 2011 von Stefan Sasse

    Von Lt. Col. Dan Ward, USAF
    Aus dem Englischen übersetzt von Stefan Sasse

    Beschaffungslektionen aus einer weit entfernten Galaxis

    Nachdem sie die Endschlachtszene in “Die Rückkehr der Jedi-Ritter” zum ersten Mal gesehen hatte, erklärte meine achtjährige Tochter: “Die sollten diese Todessterne nicht mehr bauen. Die werden jedes Mal in die Luft gejagt.” Sie ist vielleicht noch etwas zu klein für die Sturmtruppen, aber sie hat Recht.

    Ja, das Imperium sollte damit aufhören, Todessterne zu bauen. Es zeigt sich, dass das Verteidigungsministerium sie auch nicht bauen sollte, metaphorisch gesprochen. Welche Art von Waffensystem passt überhaupt in diese Kategorie? Ich werde der Versuchung widerstehen, explizite Beispiele zu geben und stattdessen einfach behaupten, dass jedes gewaltige Projekt, das gehirnschmelzend komplex ist, unersättlich Ressourcen verschlingt und darauf abzielt, eine unbesiegbare Waffe zu werden, auf dem besten Weg ist, ein Todesstern zu sein – und das ist keine gute Sache.

    Warum sind Todessterne eine dumme Idee? Der Hauptkritikpunkt erstreckt sich auf zwei Kategorien: eine operative und eine der programmatischen Ausrichtung. Die operativen Mängel der todgeweihten Kampfstationen des Imperiums sind allgemein bekannt und weithin verspottet. Ihre programmatischen Mängel sind weniger bekannt, aber der Erörterung wert. Wir werden uns im Folgenden beides ansehen.

    Operative Bewertung des Todessterns

    Der in Episode IV eingeführte Todesstern hat sein beeindruckendes Debüt, als er den Planeten Alderan vaporisiert – der einzige Moment, in dem er jemals seine Hauptbewaffnung auf einen Planeten abfeuert. Kurz danach wird die gesamte Station, mit 1,2 Millionen Menschen an Bord, von einem einzelnen Schuss eines halb ausgebildeten Jedi vernichtet. Das ist es, was wir eine kritische Verwundbarkeit nennen, und es ist Gegenstand unnachgiebiger Fan-Verachtung. Die Leistungen des zweiten Todessterns im Kampf waren sogar noch unbeeindruckender. Obwohl er deutlich größer war als das Original, wurde er von den Rebellen vernichtet bevor er seinen Planetenvernichtungslaser ein einziges Mal abfeuerte. Soviel zum Thema “voll gefechtsbereit”.

    OK, der Todesstern ist vorranging eine Waffe der Einschüchterung und nicht etwas, das man mir nichts, dir nichts einsetzt. Selbst das böse Imperium wollte nicht mehr als eine handvoll Planeten vernichten. Deswegen muss die Tatsache, dass der Todesstern nur einen Schuss abgefeuert hat, keine große Sache sein. Die Tatsache, dass beide Stationen in die Luft gejagt werden, ist dagegen durchaus eine große Sache. Es ist schwierig, einschüchternd zu wirken, wenn man aus einer Trümmerwolke besteht.

    Man könnte sich fragen, wie eine angeblich so mächtige Waffe eine so ärmliche Leistungsbilanz und eine so offenkundige Schwäche aufweisen kann. Trotz der Meinung gewisser Kritiker sind diese Mängel kein billiges Plotvehikel, das von einem faulen Drehbuchschreiber geschaffen wurde. Tatsächlich ist die Todesstern-Kombination von Unzulänglichkeit und Verletzlichkeit der zweit-realistischste Aspekt der gesamten Saga.

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    Griechen raus?

    geschrieben am 15. September 2011 von Thorsten Beermann

    ein Gastartikel von Thorsten Beermann

    Lange wurden sie herbei geschrieben und langsam scheinen sie im Bereich des Möglichen: Der Austritt aus der Eurozone und die folgende Insolvenz Griechenlands. Berthold Köhler kommentierte in der FAZ, dass die „Omerta des Schweigens“ über dieses Thema nun endlich gebrochen sei und meint damit vermutlich die Politiker, die seit die griechischen Finanzierungslücken offenbar wurden, an keinem Mikrofon vorbei gehen konnten, ohne von einem möglichen Schuldenschnitt oder gar einem Austrittsszenario zu fabulieren. Auch wenn FDP Generalsekretär Lindner in der Financial Times noch beteuert, die FDP würde den Ausschluss nicht herbei reden wollen, haben sich führende Köpfe, oder Kopflose, der Koalition scheinbar längst entschieden.

    Den Stammtisch wird es freuen. Schon lange fordert man dort, befeuert von Wirtschafts-„Experten“ vom Schlage eines Hans-Werner Sinn und Politikern bis hinein in die Koalitionsspitze (die sich ohnehin nie Eindeutig zur den Hilfsmaßnahmen bekennen mochte), dass „wir“ den „Südländern nicht mehr ihren verschwenderischen Lebensstil finanzieren“.

    Der Wahrheitsgehalt von Scheinargumenten wie der angeblich viel zu frühe Renteneintritt oder die endlosen Urlaube der Griechen wurden bereits ausreichend auseinander genommen. Aber wie sieht ein realistisches Szenario eines Ausstiegs wirklich aus?

    Die ersten Auswirkungen werden selbstverständlich in Griechenland selbst spürbar werden. Ohne die Garantieren und Soforthilfen der EU könnte das Land zu akzeptablen Konditionen kein frisches Kapital mehr aufstellen, es wäre innerhalb kürzester Zeit zahlungsunfähig und könnte seine Schulden nicht mehr bedienen. Ob Renten, Sozialleistungen und die Gehälter der Staatsbediensteten weiter gezahlt werden könnten, kann nur spekuliert werden.

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    Denn sie wissen nicht, was sie tun

    geschrieben am 14. September 2011 von Jens Berger

    Als die Staatschefs sechs europäischer Länder im Jahre 1957 die Römischen Verträge unterzeichneten, legten sie damit den Grundstein für eine Periode der Prosperität und des Zusammenwachsens. Die Zeiten, in denen Politik noch von Visionen geprägt wurde, sind jedoch vorbei. Mittelmäßige Politiker, denen die wöchentlichen Zustimmungswerte in Meinungsumfragen wichtiger sind als der europäische Gedanke, verspielen in wenigen Monaten das Werk mehrerer Generationen. Die Diskussion um einen Ausschluss Griechenlands aus der Gemeinschaft ist dabei nur der bisherige Höhepunkt wiedererstarkender nationaler Egoismen. Von Jens Berger

    Wenn man die aktuelle politische Diskussion rund um die Eurokrise verfolgt, wähnt man sich in einem theologischen Seminar. Anstatt konstruktiv Auswege aus der Krise zu suchen, wird lieber über Schuld und Sühne debattiert. Aus deutscher Sicht hat sich die griechische Politik an den „heiligen Stabilitätskriterien“ versündigt, als sie ihre Wahlgeschenke mit Defiziten bezahlte, auf die sich nach den Buchstaben der Euro-Verträge nicht hätte einlassen dürfen. Um sich von dieser Sünde reinzuwaschen, reichen jedoch nicht fünf Rosenkränze und zehn Vaterunser – auf die neun fetten Jahre seit Einführung des Euros sollen nun neun magere Jahre der Buße folgen.

    Gefährlich werden solch moraltheologische Vorstellungen dann, wenn man sie als Grundlage für volkswirtschaftliche Entscheidungen heranzieht. Auch wenn deutsche Politiker, Journalisten und Stammtischproblemlöser dies nicht verstehen wollen – die schwäbische Hausfrau wird auch dann kein passendes volkswirtschaftliches Vorbild sein, wenn sie ein Büßerhemd trägt.

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    Robert Reich – Lügengeschichten

    geschrieben am 13. September 2011 von Jens Berger

    Quelle: RobertReich.org

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    In der Sackgasse

    geschrieben am 13. September 2011 von Stefan Sasse

    von Stefan Sasse

    Derzeit stecken die Regierungen dieser Welt praktisch alle in derselben Sackgasse. Überall knirscht und kracht es im Gebälk der Finanzsysteme, wie sie auch beschaffen sein mögen, aber sie sind nicht in der Lage, etwas dagegen zu tun. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob das Cameron in Großbritannien, Obama in den USA, Merkel in Deutschland, Sarkozy in Frankreich oder Berlusconi in Italien ist. Sie alle sehen sich dem gleichen Problem gegenüber. Manche können immerhin den mildernden Umstand in Anspruch nehmen, dass sie das Problem überhaupt als solches erkennen. Die meisten führen derzeit Schattengefechte durch und versuchen etwa, Inflation zu verhindern und “das Vertrauen der Finanzmärkte zu gewinnen”, als ob das irgendetwas mit der Realität zu tun hätte. Ursache hierfür ist das fatale Verrennen in die angebotsorientierte Monetarismustheorie in den letzten 20 Dekaden und die völlige Ausblendung von Alternativen. Schlimmer noch, man folgte lediglich einer Vulgärversion des radikalen Neoliberalismus Friedman’scher Prägung.

    Hätte man seine Vision unverwässert umgesetzt, wären wir heute zwar wahrscheinlich trotzdem arm und deutlich unter den ökonomischen Möglichkeiten, aber die aktuelle Banken- und Finanzkrise hätte so wahrscheinlich nicht stattgefunden. Der Nachtwächterstaat aus den feuchten Träumen echter Neoliberaler hält sich schließlich überall heraus, ob aus der sozialen Absicherung oder aus der von Banken. Der Vulgärmonetarismus, der seiner statt betrieben wurde, tat nur Ersteres. Der Staat zeigte der überwiegenden Mehrheit die kalte Schulter und päppelte die Reichen, ständig unter dem Argument, dass das, irgendwie, irgendwann, schon auch der breiten Masse zugute kommen würde. Auf die Einlösung dieses Versprechens warten wir noch heute, mehr als 30 Jahre seit Beginn der neoliberalen Revolution. Zum Vergleich: als Roosevelt 1933 dem damals neuen Keynesianismus fogte, waren die Früchte nur fünf Jahre später bereits zu ernten und brachten eine mehrere Dekaden umfassende Phase von Wohlstand und Wachstum.

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