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  • Schafft die Fifa ab! (3/3)

    geschrieben am 12. Juni 2014 von Jens Berger

    Im dritten Teil unserer Mini-Serie zur Fußball WM in Brasilien beschäftigen wir uns mit der heute beginnenden WM in Brasilien und werfen einen kleinen Ausblick in die Zukunft des internationalen Fußballs. Wie könnte eine bessere WM aussehen, die nicht nur der Fifa und den Sponsoren nutzt? Fußball ist schließlich etwas für Fans und nichts für Konsumenten. Und außerdem ist Fußball zu schön, um ihn korrupten Funktionären und profitgeilen Sportmanagern zu überlassen. Ist die Fifa überhaupt noch von innen heraus reformierbar?

    Dieser Artikel ist letzte Teil einer dreiteiligen Mini-Serie zur Fußball WM in Brasilien. Im vorgestern erschienenen ersten Teil ging es um die Fifa und die von ihr praktizierte Korruption und im gestern erschienenen zweiten Teil um die Vergabe der WM 2022 an Katar.

    Brasilien musste keine Funktionäre schmieren, um 2007 von der Fifa als Gastgeber für die Fußball WM 2014 bekanntgegeben zu werden. Durch das Rotationsprinzip bei der Veranstaltung von Fußballweltmeisterschaften stand bereits vorher fest, dass nur ein südamerikanisches Land 2014 zum Zug kommen konnte und Brasilien bringt gleich zahlreiche gute Argumente mit, um als Gastgeber die WM zu veranstalten. Brasilien ist zweifelsohne ein Land mit glorreicher Fußballtradition und einer Fankultur, die weltweit ihres Gleichen sucht. Brasilien ist jedoch nicht nur fußballbegeistert, sondern auch als Schwellenland ein dankbarer Markt für die Sponsoren der Fifa und liegt zudem in einer Zeitzone, in der die Spiele für die relevanten Märkte Europas und Amerikas attraktiv vermarktet werden können. Ein südamerikanisches Fußballfest, bestehend aus Samba, Caipirinha, Copa Cabana und einem fußballerischen Feuerwerk der Seleção … das wäre doch was. Doch leider wird die WM immer noch von der Fifa veranstaltet und zusammen mit der diesbezüglich offenbar komplett inkompetenten brasilianischen Regierung haben die Fußballfunktionäre diese Steilvorlage grandios vergeben.

    Auch in Brasilien feiert die Korruption Hochkultur

    Es gibt weltweit wohl keinen nationalen Fußballverband, der derart korrupt ist, wie die Confederação Brasileira de Futebol (CBF). Geprägt wurde die CBF von João Havelange, der ihr von 1958 bis 1975 in den Zeiten der Militärdiktatur vorstand, und von 1974 bis 1998 als Fifa-Präsident auch den Weltverband – nicht eben zum Besten – prägte. Havelange hatte große Pläne mit der Fifa, doch dem Weltfußballverband stand damals kaum Geld zur Verfügung. Daher holte Havelange den umtriebigen Adidas-Erben Horst Dassler mit ins Boot. Zusammen mit Dassler und dem britischen Sportvermarkter Patrick Nally baute Havelange die Fifa zu einem durch und durch kommerzialisierten und zutiefst korrupten Gebilde um. Als erste Sponsoren konnte man Adidas und Coca Cola für die WM 1978 in der Militärdiktatur Argentinien gewinnen – zahlreiche andere Weltkonzerne wie McDonald´s oder Budweiser sollten folgen.

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    53 Kommentare

    Schafft die Fifa ab! (2/3)

    geschrieben am 11. Juni 2014 von Jens Berger

    Im zweiten Teil unserer Mini-Serie zur Fußball WM in Brasilien beschäftigen wir uns mit der Vergabe der WM 2022 an das Emirat Katar, die ein schon fast groteskes Beispiel für die Korruption innerhalb des Fußballweltverbands darstellt und daher Auslöser ein längst überfälligen Debatte über die Rolle der Fifa sein könnte. Von Jens Berger

    Dieser Artikel ist zweite Teil einer dreiteiligen Mini-Serie zur Fußball WM in Brasilien. Im gestern erschienen ersten Teil ging es um die Fifa und die von ihr praktizierte Korruption. Im morgen erscheinenden dritten Teil wird es vor allem um die WM in Brasilien und einen Ausblick in die Zukunft gehen.

    Wenn man zynisch an die Sache herangeht, kann man wirklich nur hoffen, dass die obersten Fifa-Funktionäre bis auf die Knochen korrupt sind. Denn wenn man für einen Moment einmal das Gegenteil annehmen würde, hieße dies, dass sie die Fußball WM 2022 nach bestem Wissen und Gewissen an den Bewerber vergeben haben, der auf der Liste der ungeeigneten Austragungsorte für eine solche Veranstaltung ganz oben rangiert. Und das wäre dann wohl der ultimative Beweis für die nicht vorhandene Zurechnungsfähigkeit der Fifa. Aber dem ist freilich nicht so. Das Golfemirat, das aufgrund seiner Öl- und Gasvorkommen über eine schier unerschöpfliche Kriegskasse verfügt, hat sich die WM ganz profan gekauft. Und das ist auch hinlänglich bekannt. Großer Widerstand rührt sich jedoch bislang noch nicht. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, könnte sich dies jedoch noch in diesem Herbst ändern.

    Der Königsmacher

    Der kleine Wüstenstaat Katar hat zwar keine erwähnenswerte Fußballtradition, dafür verfügte er bis vor kurzem jedoch über einen Fußballfunktionär, der selbst für Fifa-Verhältnisse ungewöhnlich korrupt und daher auch ungewöhnlich erfolgreich ist. Dabei ähnelt das ehemalige Fifa-Exekutivkomiteemitglied Mohamed Bin Hammam auf dem ersten Blick keinesfalls dem Klischee vom korrupten Fußballfunktionär. Bin Hammam stammt aus wohlhabendem Hause und ist selbst erfolgreicher und steinreicher Unternehmer und somit nicht auf Gefälligkeiten der finanziellen Art angewiesen. Klar – Bin Hammam gehört nicht zu den Geschmierten, er ist der König der Schmierer. Die Vergabe der WM nach Katar ist sein Meisterwerk, ein fulminantes Schurkenstück in Sachen Korruption.

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    37 Kommentare

    Machtlosigkeit im Alltag: Vom DSL-Anschluss bis zur Massenüberwachung

    geschrieben am 11. Juni 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Gustave_Courbet_auto-retratoFoto: wikipedia

    Wie viel Einfluss haben wir? Auf das große Ganze und die kleinen Dinge des Alltags. Haben wir überhaupt etwas zu sagen oder sind wir dazu verdonnert, brav alle vier Jahre unser Kreuz zu machen? Nur, um dann festzustellen, dass das sowieso nichts bringt.

    Montag, 7.40 Uhr:
    Die Woche fängt brisant an. Unser Router benimmt sich merkwürdig. Eine der Leuchten blinkt. Das ist kein gutes Zeichen. Und tatsächlich, wir kommen nicht ins Netz, das Telefon funktioniert auch nicht. Der Versuch, die Reset-Taste zu betätigen, ist ebenso erfolglos wie das kurzzeitige Ziehen des Steckers. Auch der komplette Neustart durch das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen scheitert. Das Blinken bleibt. Jetzt kommt das, was man keinesfalls will, schon gar nicht an einem Montag: die Technik-Hotline unseres Telefonanbieters.
    Zunächst geht alles ganz schnell. Ohne ein Freizeichen sagt mir sofort eine Frauenstimme, dass sie eben meine Daten prüfen muss. Sie fragt, ob das Problem von dem Anschluss ausgeht, den sie gerade erkannt hat. Ich sage „Ja“ und muss noch ein paar andere Fragen beantworten – was mir teilweise die Entgegnung einbringt, leider nicht verstanden worden zu sein. Als ich endlich alles geschafft habe, wird mir versprochen, mich so schnell wie möglich mit dem nächsten freien Mitarbeiter durchzustellen. Eine Viertelstunde später ist es dann soweit. Ich spreche mit Herrn Lohmann. Mehr als seinen Namen kenne ich nicht. Er weiß aber schon eine ganze Menge über mich. Es beginnt der Versuch einer Problemlösung, die ich nicht nachvollziehen kann. Den Artikel weiterlesen »

    22 Kommentare

    Schafft die Fifa ab! (1/3)

    geschrieben am 10. Juni 2014 von Jens Berger

    Wenn am Donnerstag in Brasilien die XX. Fußballweltmeisterschafft angepfiffen wird, geht es um weit mehr als Fußball. Die international wohl meistbeachtete Sportveranstaltung ist über die Jahre zu einem Milliardengeschäft herangewachsen. Alleine die exklusiven Sponsoren- und TV-Übertragungsrechte für die WM in Brasilien sollen nicht weniger als fünf Milliarden Dollar einbringen. Das Veranstalterland, dem die gesamten Kosten für die WM aufgebürdet werden, bleibt bei diesem sagenhaften Geldregen jedoch außen vor. Größter Profiteur des Fußball-Spektakels ist vielmehr der Weltfußballverband Fifa – ein nach Gutsherrenart geführter Funktionärszirkel, der als Inbegriff der Korruption gelten kann. Das hat die schönste Nebensache der Welt nicht verdient.

    Dieser Artikel ist der Auftakt einer dreiteiligen Mini-Serie zur Fußball WM in Brasilien. Im morgen erscheinenden zweiten Teil wird die WM-Vergabe nach Katar im Mittelpunkt stehen und im übermorgen erscheinenden dritten Teil geht es vor allem um Brasilien.

    Die Fifa ist ein Verband der Superlative. In ihr sind 209 nationale Fußballverbände organisiert, die mehr als 300 Millionen aktive Sportler vertreten. Damit sind in der Fifa mehr Nationen vertreten als in der UNO. Anders als die UNO ist die Fifa jedoch mehr als ein internationales Gremium. Die Fifa hat sich über die letzten Jahrzehnte, getragen von immer höheren Sponsorenverträgen und immer teureren TV-Übertragungsrechten zu einem Konzern mit Milliardenumsätzen entwickelt. Durchschnittlich erzielt die Fifa einen Jahresumsatz von mehr als 1,3 Milliarden Dollar – nicht schlecht für einen Verein, der als gemeinnützig und nicht gewinnorientiert gilt.

    Eine ehrenwerte Familie

    Die Fifa ist heute ein Konzern, in dem ein 25köpfiges Gremium, das Fifa-Exekutivkomitee, sämtliche maßgeblichen Entscheidungen trifft. Eine ehrenwerte Familie, die den sprichwörtlichen Familien Siziliens und Kalabriens in vielen Punkten gleicht und die vom obersten Paten Sepp Blatter nach bester Gutsherrenart geführt wird. Dabei ist die Fifa oberflächlich betrachtet geradezu ein Hort der Demokratie. In den Fifa-Gremien haben die Fußballverbände von Zwergstaaten wie Ost-Timor oder die Cayman-Islands die gleiche Stimmzahl wie die großen und traditionsreichen Verbände Englands (FA) und Deutschlands (DFB) – ein Umstand, der Schmiergeldzahlungen und Mauscheleien jeder Art nicht gerade abträglich ist, denn die Vertreter exotischer Miniverbände sind oft schon für wenige Tausend Dollar zu kaufen.

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    63 Kommentare

    Wenn “ein Führer spricht” …

    geschrieben am 05. Juni 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    leander sukov 2

    Der Schriftsteller und Autor Leander Sukov hat sich Gedanken über einen “Führer” gemacht und diese in Form eines Gedichtes artikuliert. Ich hatte die Ehre, dieses Gedicht vertonen zu dürfen.

    Sukov hat sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch zu den Machern der Mahnwachen geäußert. In seinem Gedicht greift er Äußerungen auf, die ihn besonders beschäftigt haben. Ich stelle dieses Gedicht in einen Zusammenhang mit meinem Artikel “Die Welle 2.0 – von der Sehnsucht nach Manipulation”.

    Hier das schon jetzt viel diskutierte Ergebnis:

    Sukov Startbild

    341 Kommentare

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