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  • Je suis Charlie

    geschrieben am 07. Januar 2015 von Jens Berger

    Je suis Charlie

    In stiller Anteilnahme für die Opfer des Pariser Satiremagazins Charlie Hebo. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und darf nicht von intoleranten Idioten, gleich welcher Ideologie und Religion, zerstört werden! Wir lassen uns das Bildern nicht verbieten!

    Bildnachweis: Alle Bilder sind Copyright des endgültigen Satiremagazins Titanic, das sich über jeden neuen Abonnenten freuen würde ;-)

    299 Kommentare

    Griechenland und der Euro – Was Merkel und Schäuble der Öffentlichkeit verschweigen

    geschrieben am 07. Januar 2015 von Jens Berger

    Glaubt man einer offenbar von Regierungskreisen gezielt im SPIEGEL lancierten Information, halten Angela Merkel und Wolfgang Schäuble einen Austritt Griechenlands aus dem Euro mittlerweile für „verkraftbar“. Die Ansteckungsgefahr für andere Länder sei „begrenzt“, der ESM „schlagkräftig“ – also alles kein großes Problem. Diese Aussagen sind jedoch bei näherer Betrachtung abenteuerlich und stellen das Nonplusultra einer marktkonformen Demokratie dar. Was Merkel und Schäuble verschweigen: Dank ihrer Politik haftet mittlerweile der europäische Steuerzahler für kommende Ausfälle bei der Rückzahlung der griechischen Staatsschulden. Ein Austritt aus dem Euro wäre sicher für die Märkte verkraftbar – für den Steuerzahler wäre er ein unglaublich teures Desaster. Einmal mehr zeigt sich, dass die Loyalität der Bundesregierung nicht dem Volk, sondern den Finanzmärkten gilt.

    Viel hat sich seit Beginn der Eurokrise in Griechenland getan, darunter ist jedoch nichts zu finden, das in welcher Form auch immer Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht. Die Wirtschaft ist seit 2009 um mehr als ein Viertel geschrumpft, die Reallöhne sind im Schnitt um mehr als 10 Prozent gesunken, jeder vierte Grieche ist arbeitslos, bei den jungen Griechen hat sogar mehr als die Hälfte keinen Job. Das ist es wohl, was sich die Bundesregierung unter „den Gürtel enger schnallen“ versteht, das den Kern der sogenannten „Sparpolitik“ begründet. Dass diese „Sparpolitik“ nicht funktionieren kann, haben wir auf den NachDenkSeiten bereits unzählige Male dargelegt (u.a. hier, hier, hier und hier) – und dabei geht es freilich nicht ums „Recht haben“, gerne lägen wir daneben. Die Zahlen sprechen jedoch eine glasklare Sprache: Am Vorabend der Krise war Griechenland mit insgesamt 297 Mrd. Euro verschuldet, dies entsprach damals 129% des Bruttoinlandsprodukts. Nach einem „großen“ Schuldenschnitt und vier Jahren „Sparpolitik“ sieht die Situation heute folgendermaßen aus: Griechenland ist mit 322 Mrd. Euro verschuldet, was mehr als 170% des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Nicht nur dem griechischen Volk ist nicht mehr zu vermitteln, wofür es dieses ganze Leid auf sich nimmt, wenn keine Perspektive besteht, dass die Lage sich irgendwann einmal verbessern könnte, sich de facto vielmehr von Jahr zu Jahr verschlechtert.

    Es spielt gar nicht einmal eine so große Rolle, wer am 19. Januar die Wahlen in Griechenland gewinnt – zu glauben, dass Griechenland seine Staatschulden mittel- bis langfristig brav bedient, beleidigt die Intelligenz all jener, die zumindest die Grundzüge der Mathematik beherrschen. Die einzige offene Frage ist, wann die Griechen aus ihrer Duldungsstarre ausbrechen und ihrem Leiden ein Ende machen. Sollte die griechische Linkspartei Syriza die kommenden Wahlen gewinnen und eine Regierungsmehrheit auf die Beine stellen können, besteht zumindest eine Chance, dass sich diese Entwicklung forciert. Wahrscheinlich wird in einem solchen Falle die neue griechische Regierung mit der Troika neue Verhandlungen aufnehmen, bei denen von griechischer Seite eine teilweiser Schuldenerlass (Umschuldung/Schuldenschnitt) und/oder eine Stundung der ausstehenden Zahlungsverpflichtungen angestrebt wird. Allem Theaterdonner aus Berlin zum Trotz ist es auch wahrscheinlich, dass Griechenland sich mit diesen Forderungen im Kern durchsetzt. Denn es gibt einen fundamentalen Unterschied im Vergleich zum Vorkrisenjahr.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    45 Kommentare

    Kabinenansprache für das Jahr 2015: Antreten! Zutreten! Wegtreten!

    geschrieben am 30. Dezember 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    trittBild: w-t-w.org

    Der Jahreswechsel ist eine wundervolle Gelegenheit, sich Deutschlands Erfolge des Jahres anzusehen und in angemessener Weise zu bewerten.
    Zunächst das Wichtigste: Wir sind Weltmeister! Im Balltreten.

    Aber nicht nur im Balltreten. Wir sind auch Exportweltmeister, wir treten auf den Volkswirtschaften anderer Länder herum, und zwar so lange, bis sie zerquetscht und blutend am Boden liegen. Dann treten wir nach und verordnen Sparprogramme, die zum Niedergang ganzer Nationen führen, wir treten vorsichtig zurück, wenn wir erfahren, dass Menschen in ihrer Verzweiflung aus dem Leben treten.

    Wir treten auf Flüchtlingen herum, die aus den getretenen Ländern zu uns kommen, wir mahnen sie zur Vernunft, legen ihnen nahe, wegzutreten, besser noch: abzutreten und nur ihre Fachkräfte bei uns zu lassen, die wir dann als billige Fußabtreter benutzen können, um mit dem Ausland in eine brutale Konkurrenz zu treten, die das unmöglich gewinnen kann.

    Wir treten gern aufs Gaspedal, wir treten zurück, wenn es nicht anders geht. Aber sonst treten wir selbstbewusst auf und betreten hin und wieder sogar mal Neuland, selbst wenn diese scheinbar neuen Pfade hier und da schon ziemlich ausgetreten sind.

    Wir treten höflich beiseite, wenn die Amerikaner uns belauschen und überwachen wollen, wir treten für Freundschaft und Partnerschaft ein und sind der Meinung, dass es vertretbar ist, wenn wir unsere Handlungsfähigkeit feierlich einem Friedensnobelpreisträger übergeben, der den kläglichen Rest unserer Freiheit dann mit Füßen tritt.

    Wir treten international verantwortungsbewusst auf und gau(c)keln uns und der Welt gern vor, dass in Krisenzeiten nicht betretenes Schweigen oder gar Mitgefühl angebracht ist, Zurückhaltung oder Diplomatie, sondern ein kräftiger Tritt in die Eier der vermeintlichen Bösen dieser Welt. Wir finden das Eintreten mit einem Gewehr in der Hand und einem Panzer unterm Arsch vertretbarer als Hilfe zur Selbsthilfe, wenn und weil wir der Ansicht sind, dass unterentwickelte Völker sowieso nur auf der Stelle treten.

    Wir nennen Unmündigkeit jetzt Demokratie und Finanzhaifischismus Neue Marktwirtschaft, wir erwarten, dass die Menschen an die Wahlurnen treten, um Volksvertreter zu wählen, die die Meinung vertreten, sie müssten sich um Großkonzerne kümmern statt um die, denen sie ihre Stimme verdanken.

    Meine Damen und Herren, treten Sie besser zurück, denn an der Bahnsteigkante ist es windig, unverfrorene Lokführer meinen, in Ihr Leben treten zu müssen und es einfach mit unvertretbaren Forderungen nach mehr Lohn zu überrollen.

    Gutmenschen treten immer noch für den Frieden ein, der Pazifismus der Neuzeit trägt den Mantel der Bequemlichkeit, Tretminen werden maßlos überschätzt.

    Alles in allem lässt sich sagen: Es war ein tolles Jahr. Nicht für alle, sogar für die wenigsten, aber treten wir diesen Umstand nicht unnötig breit. Was unsere Trittfestigkeit betrifft, können wir festhalten: Wir treten nicht kürzer. Wir treten länger.

    Alles Gute!

    —————————————————————————————————————————–

    Dieser Text ist auf denkfunk.de auch als Video erschienen (zum Abspielen aufs Bild klicken). Die Bezeichnung “Kabinenansprache” ist das Ergebnis einer Anregung, die ich im Kommentarbereich erhielt. Nicht ganz ohne Häme hatte ein SF-Kommentator unter mein erstes Video geschrieben, es käme ihm vor wie die Aufnahme aus der Kabine eines Passbildautomaten.
    Dann soll es also so sein.

    tretenbild

    218 Kommentare

    Alle Jahre wieder …

    geschrieben am 24. Dezember 2014 von Jens Berger

    Liebe Leser,

    es gab eine Menge zu berichten im Jahr 2014. Es ging um Krieg, um Wirtschaft, um Menschenrechte, Ausspähungen und die Gelassenheit der “Ewigen Raute”. Im kommenden Jahr wird vieles Schlimmer werden – doch wer an das Gute glaubt, hofft darauf, dass einiges besser wird.

    Wir vom Spiegelfechter wünschen Euch ein frohes Fest und einen guten Rutsch! Wir möchten auch gleich die Gelgenheit nutzen, uns bei Euch für eure Treue zu bedanken. Ein Blog ist lebendiges Medium, ohne Euch wäre der SPIEGELFECHTER nichts. Die Kommentare sind das Salz in der Spiegelfechtersuppe – auch wenn die Suppe am Ende manchmal ein wenig zu salzig ist ;-)

    Feiert schön und nutzt die freien Tage, um das Leben zu genießen. Da wir trotz ausgiebiger 10 Minuten-Recherche im Netz nichts “lustiges” oder “besinnliches” oder gar “lustig besinnliches” finden konnten, um unser Blog zu Weihnachten mit fremden Federn zu schmücken, von uns aber dennoch erwartet wird, dass wir zu Weihnachten irgendetwas tolles Multimediales bringen, schicken wir Euch halt mit dem Weihnachtslied eines talentierten älteren Engländers ins Fest:

    Frohe Weihnachten wünschen Eure Spiegelfechter,
    Jens und Tom

    110 Kommentare

    10 Jahre Hartz IV – Die Weihnachtskarte, ein dickes Danke und eine Warenkorb-Studie zu den Regelsätzen

    geschrieben am 23. Dezember 2014 von Jens Berger

    Unlängst versandte die Bundesagentur für Arbeit an Parteien, Fraktionen und Abgeordnete eine Weihnachtskarte mit der Aufschrift „10 Jahre Hartz IV“. Darauf zu lesen waren die Lorbeeren, die Sahnestückchen, ja das Fruchtfleisch, aus dem Hartz IV aus der Sicht seiner Macher zu bestehen scheint.

    „10 Jahre Hartz IV- 12.000.000 mal haben Menschen einen Arbeitsplatz gefunden – 200.000.000 mal wurde mit Menschen über ihre Zukunft gesprochen – 1.200.000 Menschen sind weniger in der Grundsicherung …“

    … dafür beziehen 4.394.451 Menschen Arbeitslosengeld II und müssen ein Leben am oder gar unter dem Existenzminimum führen. Weiß Gott keine frohe Botschaft zum Weihnachtsfest.

    Und wo wir schon bei Weihnachten sind – die obersten Politiker haben von der Bundesarbeitsagentur eine schicke Hochglanzkarte mit PR-Slogans bekommen. Was aber haben Hartz-IV-Empfänger von der Bundesagentur zu Weihnachten bekommen? Für Geschenke darf der Hartz-IV-Empfänger gern selbst sparen. Da reicht es nicht einmal für eine Weihnachtskarte an die Lieben. Ein Weihnachtsessen? Fehlanzeige! Über den Weihnachtsgeschenken von Oma und Opa schwebt immer das Damoklesschwert des Sachbearbeiters, der subjektiv entscheiden darf, ob das Geschenk „angemessen“ ist oder nicht. Frohes Fest!

    Dabei werden Jahr für Jahr seit dem Bestehen der Krake Hartz IV die Regelsätze kritisiert, beklagt, angezeigt, analysiert und (fast) alle sind sich einig: Sie sind zu niedrig bemessen. Wie kommt man überhaupt auf 391 Euro monatlichen Regelsatz, wie ermittelt man denn, wie viel Joghurt so ein Armer monatlich essen und was der kosten darf? Woher wissen denn Politiker, wo Armut anfängt, wo sie aufhört und ob man mit ihr leben kann?

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

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