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  • Frauke Petry: Die neue Chance der AfD

    geschrieben am 02. November 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Tom Dräscher via Wikimedia CommonsSeit Bernd Lucke die Partei verlassen hat, stellt sich die AfD neu auf. Frauke Petry hält das Ruder in der Hand und reibt Bürgern Sand in die Augen. Mit Erfolg. Die Zahl der Parteimitglieder und der potenziellen Wählerstimmen wächst.

    Peter Schlobinski, der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache, hält nicht viel von Generalisierungen. “Man darf nicht die gesamte AfD über einen Kamm scheren, doch einzelne Mitglieder pflegen eine auffällige Nazi-Rhetorik. Der Rhythmus, das sprachliche Diktum, die Emotionalisierung – es gibt einiges, was stark an die NSDAP-Sprache angelehnt ist.
    In erster Linie meint Schlobinkski damit wohl Björn Höcke, der seine Botschaften sprachlich so radikal zum Ausdruck bringt, dass sogar die Hardliner in der AfD selbst schlucken müssen, zumindest dem äußeren Eindruck nach. Sicher sind Generalisierungen meistens problematisch, im Fall der AfD allerdings muss man das differenzieren. Eine Partei steht schließlich immer auch für grundsätzliche Werte. Jeder, der beispielsweise die Abkehr der SPD von sozialdemokratischen Inhalten beklagt, würde nicht auf die Idee kommen, diesen Vorwurf jedem Parteimitglied einzeln zu machen. An der Richtung der Partei – und der Kritik daran – ändert das aber nichts. Daher ist es durchaus zulässig, von „der“ AfD zu sprechen. Den Artikel weiterlesen »

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    Zwischenruf: Von Querfronten, Trollen, Schmuddelkindern und dem Versuch, linke Stimmen mundtot zu machen

    geschrieben am 30. Oktober 2015 von Jens Berger

    whistle_01Wussten Sie schon, dass die Linkspartei eigentlich rechts ist? Das behauptet zumindest ein Internetoutlet der Burda-Gruppe, indem es genüsslich Facebook-Beiträge einer streitsüchtigen ehemaligen Grünen-Politikerin thematisiert. Früher hätte man derlei substanzlose Provokationen der Provokation willen wohl als Trollerei bezeichnet. Heute hat das professionelle Trollen Konjunktur. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ … wer sich jemals öffentlich mit einer Person unterhalten hat, die auf der schwarzen Liste der modernen Trolle steht, gilt als Bestandteil einer „Querfront“ oder gleich als „Verschwörungstheoretiker“. Beweise? Sind nicht nötig, denn um Inhalte geht es ohnehin nicht. Sondern darum, kritische Stimmen aus dem linken Lager mundtot zu machen. Klar, dass auch die NachDenkSeiten im Visier der Hexenjäger stehen.

    Was ist eigentlich eine Querfront? Historiker verstehen darunter die Strategie rechtsextremer Kreise, das linke Lager unter Betonung oder Konstruktion vermeintlicher Gemeinsamkeiten zu einem politischen Bündnis zu bewegen. In den 1930ern gab es in der Tat in Teilen der NSDAP einen kleinen Flügel, der einer solchen Querfrontidee anhing. Man muss schon ungemein geschichtsvergessen sein, wenn man hier aktuelle Parallelen zu erkennen glaubt. Nach Ansicht der Trolle ist es heute bereits eine „Querfront“, wenn auf einer Massendemo gegen TTIP sich ein paar Rechte unter die 200.000 Demonstranten mischen. Das ist nicht nur lächerlich, es ist auch politisch komplett kontraproduktiv. Natürlich will niemand aus dem linken Lager etwas mit Rechten zu tun haben und daher ist es für Gegner der Linken auch so attraktiv, inflationär jeder linken Strömung dieses Label zu verpassen. Mann muss den politischen Gegner halt nur ausgiebig mit Dreck bewerfen. Irgendwas wird schon hängen bleiben, so die Hoffnung der modernen Hexenjäger.

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    Wurst macht Krebs? Von Korrelationen und Kausalitäten

    geschrieben am 28. Oktober 2015 von Jens Berger

    Die zur WHO gehörende internationale Krebsforschungsagentur IARC hat sich in dieser Woche mit einer steilen These aus dem Fenster gehängt: „Wurst macht Krebs“, so die verkürzte These der Gesundheitsstatistiker, die sogleich von allen großen Medien aufgegriffen wurde – Panikmache inklusive. Ob Wurst wirklich krebserregend ist, lässt sich durch die Metastudie der IARC nämlich überhaupt nicht sagen. Aus den Daten lässt sich allenfalls schließen, dass Menschen, die sehr viel verarbeitete Fleischprodukte verzehren, statistisch häufiger bestimmte Krebsarten bekommen. Das ist ein großer Unterscheid, der jedoch im alltäglichen Empörungswahn der Medien untergeht.

    Statistik ist ein Minenfeld. Mit Hilfe der Statistik kann man wissenschaftliche Aussagen untermauern. Man kann jedoch auch wissenschaftliche Aussagen produzieren, die einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten. Wer sich kritisch mit der Materie auseinandersetzen will, sollte dabei zunächst den Unterschied zwischen einer Korrelation und einer Kausalität kennen. Eine Korrelation liegt dann vor, wenn man aus gemessenen Daten einen nachweisbaren, also statistisch signifikanten, Trend herauslesen kann. So gibt es beispielsweise eine klare Korrelation zwischen der Körpergröße einer Person und deren Gewicht – je größer man ist, desto schwerer ist man im statistischen Durchschnitt auch. Eine Kausalität wiederum liefert einen wissenschaftlich haltbaren Grund für diesen statistischen Trend. Wer größer ist, hat auch mehr Körpermasse und ist daher auch schwerer – dies ist eine recht eindeutige Kausalität. Doch nicht immer passen Korrelation und Kausalität so schön zusammen.

    So gibt es beispielsweise auch eine regional „statistisch hoch signifikante“ Korrelation zwischen der Anzahl der Störche und der Geburtenrate. Monokausal müsste man nun daraus schließen, dass der Storch die Babys bringt, was natürlich Unfug ist. Stattdessen herrscht hier eine sogenannte dritte, die Fachleute sprechen von einer „konfundierten“, Variable vor – die Struktur der Region. In ländlichen Regionen ist die Zahl der Störche größer als in städtischen Regionen und gleichzeitig bekommen Menschen in ländlichen Regionen statistisch gesehen mehr Kinder als in städtischen Regionen. Die Korrelation ist klar, die Kausalität kommt bei diesem Beispiel erst, wenn man um die Ecke denkt.

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    Die Flucht vor der Realität

    geschrieben am 26. Oktober 2015 von Jens Berger

    Auf Einladung des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker trafen sich an diesem Wochenende die Staatschefs von zehn EU-Staaten und den drei Balkanstaaten Albanien, Mazedonien und Serbien. Heraus kam ein 17-Punkte-Plan, der unter anderem vorsieht, dass auf der Balkanroute Internierungslager für 100.000 Flüchtlinge gebaut werden. Die Ursachen der Flucht waren in Brüssel mal wieder kein Thema und auch zum Thema Finanzierung gab es keine ernsthafte Diskussion. Wieder einmal agiert die EU an der Realität vorbei – und zwar meilenweit.

    Um den EU-Mini-Gipfel zu bewerten, ist es zunächst einmal sinnvoll, sich die Wünsche und Motive der Beteiligten vor Augen zu führen. Auch wenn die Flüchtlinge selbst bei den Verhandlungen nicht Subjekt sondern Objekt waren und sind, stehen sie doch im Mittelpunkt der gesamten Debatte. Ginge es nach ihnen, wäre es natürlich primäres Ziel, die Fluchtursachen abzuschaffen. Dies steht nicht auf der politischen Tagesordnung. Sekundäres Ziel für die Flüchtlinge ist es daher, dass sämtliche Länder ihrer Transitroute die Grenzen öffnen und sie in das Land durchwinken, in dem sie Asyl beantragen wollen – meist sind dies Deutschland und Schweden. Deutschland wiederum hat jedoch kein Interesse an Flüchtlingen und somit auch kein Interesse an einem „Durchwinken“. Schon immer wünschte sich die Regierung in Berlin, dass weniger Flüchtlinge das Land erreichen und die Drecksarbeit des Internierens, Aussortierens und Abschiebens möglichst bereits weit vor der deutschen Südgrenze von anderen Staaten vorgenommen wird. Dies ist schließlich Kern des Dublin-Verfahrens, das die EU-Asylmodalitäten regelt. Davon ist übrigens auch die aktuelle Regierung nie abgewichen, auch wenn der rechte Flügel von CDU und CSU dies gerne so darstellen. Aller freundlichen Außendarstellung zum Trotz hat Angela Merkel nie „die Grenzen für Flüchtlinge geöffnet“. Sie hat lediglich die normative Kraft des Faktischen akzeptiert, indem sie Dublin für syrische Kriegsflüchtlinge einseitig außer Kraft gesetzt hat.

    Sicher, ein großer Teil der Deutschen hat Sorgen wegen der gewaltigen Flüchtlingsströme. Deutschland ist jedoch – Pegida und allen Unkenrufen zum Trotz – auch ein in Kern empathisches Land. Man will weder Robbenbabys noch Flüchtlinge leiden sehen und wenn dies doch unvermeidlich ist, dann bitte in einem Land, über das man sich selbst voll des gerechten Zorns moralisch erheben kann. Dies ist übrigens auch der Eckpfeiler der europäischen Asylpolitik – die humanitären Probleme werden an die Peripherie in Ungarn, Lampedusa und Lesbos ausgelagert, so dass wir mit uns im Reinen sind und in Sonntagsreden Solidarität predigen können. Wenn es also heute im besten Neusprech um „besseren Informationsaustausch“ und ein „gemeinsames Management der Migrationsströme“ geht, dann geht es doch eigentlich darum, die Flüchtlinge bereits auf ihrer Transitroute festzusetzen und die Drecksarbeit an die Transitstaaten auszulagern.

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    Die Ehre des DfB ist gerettet – der Spiegelfechter veröffentlicht weltexklusiv den Beweis!

    geschrieben am 22. Oktober 2015 von Jens Berger

    Der schändliche Angriff des SPIEGELs auf die Ehre der Männer, die das Sommermärchen erst möglich machten, stellt sich als infame Lüge heraus. Dem Spiegelfechter liegt ein exklusives Dokument vor, das ihm aus vertraulichen Quellen zugespielt wurde.

    From: Sepp Blatter (blatter@fifa.org)
    To: Kaiser Franz (kaiser@dfb.de)
    Date: 29. January 2002
    Subject: 250 Millionen Franken warten auf Dich!!!

    Lieber Kaiser Franz,
    meine Name ist Josef Blatter und ich bin Geschäftsmann bei ein große international Sportverband. Bei der letzten Kassenprüfung habe ich festgestellt, dass mein Vorgänger die unglaubliche Summe von 250 MILLIONEN SCHWEIZER FRANKEN auf einen Sperrkonto mit dem Namen Kaiser in Lagos, Nigeria gebucht hat. Leider komme ich nicht an das Geld. Aber Du kannst mir helfen. Für nur eine kleine Bearbeitungsgebühr kann ich das Konto Kaiser auf ihren Namen umschreiben. Ich behalten dann mein Anteil in Höhe von ein Drittel vom Geld und der Rest kannst Du behalten. Bitte sag mir schnell, ob Du mitmachen wollen.

    Dein
    Josef Blatter
    Lagos, Nigeria

    Diese Mail dürfte die Verwirrung auflösen und Wolfgang Niersbach den Rücken stärken. Niersbach stützt das exklusive Dokument auch in seiner aktuellen Presseerklärung:

    Im Januar 2002 stellte die FIFA einen Zuschuss von 250 Millionen Schweizer Franken in Aussicht. Dafür musste aber eine Art Gebühr von 10 Millionen an die FIFA gezahlt werden.

    Nun wissen wir es alle. Der DfB ist auf einen alten Trick der Nigeria-Connection hereingefallen. Damit sollte die Sache vom Tisch sein.

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