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  • Wir suchen (die falschen) Schuldigen, keine Lösungen

    geschrieben am 20. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    angstKommentar

    Normal ist das nicht. Nur einfacher. Wir sehen die Probleme, aber wir suchen nicht nach Lösungen. Wir wissen irgendwie schon, dass Menschen auf der Flucht das nicht in der Absicht tun, andere Länder zu überfallen. Weil sie gar nicht in der Stimmung dazu sind. Wer nur noch die Klamotten am Leib trägt, ist nicht in Überfallstimmung. Das wissen wir im Grunde. Aber wir sehen nicht, wie es dazu kommen konnte, es wird uns auch gern vorenthalten, dass wir diejenigen sind, die andere überfallen. Täglich. Mir gravierenden und tödlichen Auswirkungen.
    Also stürzen wir uns auf vermeintlich Schuldige. Kommen zum Schluss, dass alles nicht so schlimm sein kann, solange ein Mensch auf der Flucht ein Handy hat. Oder sich „erlauben“ kann, seine Familie vorerst zurück zu lassen. Die Gründe für die Flucht von Menschen … na ja, die wollen halt zu uns, weil es hier zu geil ist. Fernseher, Handys eben, blonde Frauen, die man einfach vögeln kann, in der Silvesternacht, und überhaupt, auch wenn nicht Silvester ist, das geht hier alles. Nebenbei, ohne Pass, eine Weile warten, dann coole Jobs annehmen, Kohle scheffeln und ab nach Hause, um in Saus und Braus zu leben. Deutsche Sprache oder Kultur? Drauf geschissen. So sind sie, die Flüchtlinge! Den Artikel weiterlesen »

    184 Kommentare

    Der Fluch des billigen Öls

    geschrieben am 20. Januar 2016 von Jens Berger

    Der Preis für Rohöl ist seit Mitte 2014 um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Die Internationale Energieagentur IEA spricht bereits davon, dass die Welt in billigem Öl ertrinke und sieht auch für das kommende Jahr keine Trendwende. In der Tat klaffen momentan Angebot und Nachfrage auseinander. Geopolitisch bedeutet diese Ölschwemme jedoch große Risiken. Einstweilen können sich vor allem die USA und China freuen, während die großen Ölexporteure vor unlösbaren Problemen stehen, die im schlimmsten Falle zu Chaos und Kriegen führen könnten. Die Lage ist ernst aber nicht aussichtslos, da der Preis gemäß den Regeln der Ökonomie ja auch irgendwann mal wieder steigen wird.

    Wenn es einer Erklärung für den rapiden Verfall des Ölpreises bedarf, dann liefert ihn die IEA in ihrem aktuellen Marktbericht: Demnach ist die Nachfrage für Öl im dritten Quartal 2015 um durchschnittlich 2,1 Millionen Barrel und im vierten Quartal um 1,0 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das Angebot ist jedoch im letzten Jahr um 2,6 Millionen Barrel pro Tag angewachsen. Angebot und Nachfrage klaffen also immer weiter auseinander. Der ökonomischen Logik zufolge müssen dann auch die Preise sinken und genau dies ist momentan zu beobachten. Während auf der Nachfrageseite für die mittlere Zukunft keine plausiblen Änderungen am Markt zu erwarten sind, wird der Wegfall der Iran-Sanktionen die Angebotsseite noch weiter ansteigen lassen. Im jetzigen Quartal will Iran seinen Ölexport um 0,5 Millionen Barrel pro Tag steigern; mittelfristig sollen es sogar 1,0 Millionen Barrel pro Tag werden. Wen wundert es da, dass selbst seriöse Analysten bereits einen Ölpreis von unter 20 US$ pro Barrel prognostizieren.

    Wer ist verantwortlich für den Preisverfall?

    Sowohl in den Finanzzeitungen als auch im Internet kursieren zahlreiche Gerüchte, wer denn nun die Verantwortung für den Preisverfall trägt. Ganz oben auf der Liste der Verdächtigen rangiert dabei Saudi-Arabien, das angeblich durch niedrige Ölpreise die Fracking-Konkurrenz in den USA vernichten will. Doch diese Erklärung greift bei näherer Betrachtung nicht. Saudi-Arabien ist als der einzige Swing-Produzent der OPEC bekannt – also das einzige Land, dass seine Förderung bei Bedarf nicht nur nach unten, sondern auch nach oben anpassen kann. Die Experten sind sich uneins darüber, ob das wirklich stimmt. Fest steht jedoch, das Saudi-Arabien seit Jahren die Förderhähne ganz weit offen hat, also nicht für die Ausweitung des Angebots verantwortlich sein kann. Hauptverantwortlich ist vielmehr das vermeintliche „Opfer“ der Saudis – die amerikanischen Fracker. In den letzten zehn Jahren hat sich die US-Ölförderungen vor allem aufgrund der Schieferölförderung von rund 5 Millionen Barrel pro Tag auf heute rund 9 Millionen Barrel pro Tag fast verdoppelt.

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    56 Kommentare

    Ich bin ein Leser, holt mich hier raus!

    geschrieben am 19. Januar 2016 von Jens Berger

    Ist es nicht erstaunlich? Wenn es um die Abgrenzung zum Netz geht, pochen die selbsternannten Qualitätsmedien mit plakativ zur Schau gestellter Arroganz auf ihre angebliche Seriosität. Wenn der Gossensender RTL alle Jahre wieder abgehalfterte C-Promis ins „Dschungelcamp“ schickt, lassen es sich genau diese Medien jedoch nicht nehmen, auf ihren Online-Ablegern mehrfach pro Tag frei von jeglicher Kritik oder gar Ironie über dieses seltsame Spektakel zu berichten. Über was diese Medien wie berichten, ist natürlich ihnen selbst überlassen. Wer sich fröhlich mit den Ferkeln im Schlamm wälzt, darf sich danach jedoch nicht beschweren, dass er nicht mehr als Saubermann wahrgenommen wird. Oder um es klar zu sagen: An ihrem sagenhaften Reputationsverlust sind die Medien selber schuld.

    Natürlich gibt es Menschen, die es höchst unterhaltsam finden, wenn ehemalige Schlagersänger und mit Silikonbrüsten dekorierte Porno-Darstellerinnen sich in gar lustigen Spielchen zum Affen machen, über ihre Verdauungsprobleme philosophieren und allerlei ekliges Getier lebendig verspeisen. 30 Jahre nach seiner Einführung, ist das deutsche Privatfernsehen heute eine schamlose Bedürfnisbefriedigungsanstalt, die sämtliche Grenzen des guten Geschmacks ausgetestet und kurze Zeit später überschritten hat. Sendung wir das „Dschungelcamp“ zählen zu den größten Quotenhits im Lande. Millionen Zuschauer finden dies offenbar unterhaltsam. Sollen sie. Bekanntlich können auch Millionen Fliegen nicht irren. Wer von BILD, RTL und Co. geprägt wurde, findet halt irgendwann auch den größten Mist toll. Doch was geht in der Chefredaktion einer vermeintlich seriösen Zeitung vor, in ihrem Blatt ganz ernsthaft über diesen infantilen Unsinn zu berichten?

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    47 Kommentare

    Sollen wir die Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze erschießen oder doch lieber weiter südlich im Mittelmeer ertränken?

    geschrieben am 18. Januar 2016 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle

    4-0-1-2-0-0Seit dem Anschwellen des Flüchtlingsstroms im vergangenen Sommer wird immer wieder gefordert, die Grenzen zu schließen sowie eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen einzuführen. Es bleibt jedoch in beiden Fällen regelmäßig offen, wie dies geschehen soll. Es geht nicht. Weder lassen sich Grenzen schließen, wenn sich 3.000 Flüchtlinge pro Tag auf die Grenzen zubewegen, noch kann man nach Erreichen einer angedachten Obergrenze einfach sagen, jetzt wartet mal bis nächstes Jahr.

    Auch wenn in Mitteleuropa gerne erzählt wird, die Menschen seien auf der Flucht vor dem Islamischen Staat, ist dies bestenfalls die halbe Wahrheit. Die Menschen sind auf der Flucht vor Armut und Perspektivlosigkeit in Ländern, deren historisch gewachsenen Strukturen durch die Demokratisierungsambitionen der von westlichen Militärs geformten Weltgemeinschaft zerbombt wurden. Den Artikel weiterlesen »

    179 Kommentare

    Was dem Herrn geziemt, geziemt noch lange nicht dem (Wagen)Knecht

    geschrieben am 13. Januar 2016 von Jens Berger

    „Wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht eben auch verwirkt.“ Dieser Satz ist eigentlich das, was Deutschlehrer ein Pleonasmus nennen – eine runde Kugel oder auch ein weißer Schimmel. Dabei ist es eigentlich egal, ob dieser Satz aus dem Mund von Gerhard Schröder, Horst Seehofer oder eben Sahra Wagenknecht kommt. Das sehen viele Leitartikler und vor allem noch mehr Funktionäre der Linkspartei offenbar anders. Daher liefern die Funktionäre den Leitartiklern prächtige, aber inhaltlich ziemlich krumme, Zitate, aus denen erstere dann einen „Richtungsstreit“ innerhalb der Linkspartei backen können. Ja haben wir denn sonst keine Probleme?

    Wer in Deutschland unter welchen Bedingungen Gastrecht genießt, ist hinlänglich gesetzlich geregelt. Da hilft es auch nicht, wenn der von den Medien als „Reformpolitiker“ vergötterte Linken-Funktionär Stefan Liebich twittert …

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