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  • Editorial: Auf zu neuen Ufern

    geschrieben am 04. März 2011 von Jens Berger

    Lieber Leserinnen, liebe Leser,

    ich freue mich, Euch mitteilen zu dürfen, dass ich ab jetzt das Team der NachDenkSeiten verstärken werde. Für die Wenigen, die die NachDenkSeiten nicht kennen: Die NachDenkSeiten sind das “wahrscheinlich” meistbesuchte deutsche Blog, mit mehr als 6,5 Millionen Seitenaufrufen im Monat. Damit liegen sie vor dem Manager-Magazin, dem Tagesspiegel, der Hamburger Morgenpost oder der Frankfurter Rundschau. Die Seite wird ehrenamtlich von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb herausgegeben und inhaltlich getragen. Sie stützt sich auf das Engagement einiger weniger, sehr hilfsbereiter Kollegen, die neben ihrem regulären Job bei den NachDenkSeiten redaktionell helfen. Man tritt den beiden Herausgebern sicher nicht zu nahe, wenn man feststellt, dass sie bereits ein wenig älter sind und mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit an die Grenzen des Möglichen stoßen. Als Wolfgang Lieb mich im letzten Jahr fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die NachDenkseiten redaktionell zu unterstützten, musste ich nicht lange überlegen.

    Für mich sind die NachDenkSeiten das wichtigste alternative Onlinemedium, das sich über Jahre hinweg durch seine kompromisslose Arbeit gegen den politischen und medialen Mainstream ausgezeichnet hat. Für mich ist es daher eine Ehre und zugleich eine Freude, den NachDenkSeiten dabei zu helfen, noch mehr Leser anzusprechen ohne dabei inhaltliche Kompromisse einzugehen.

    Was wird sich dabei für Spiegelfechter-Leser ändern? Nicht viel. Statt für Zeitungen oder Online-Medien werde ich künftig meine Artikel weitestgehend exklusiv für die NachDenkSeiten schreiben, bei denen ich redaktionell ebenso unabhängig und frei agieren kann wie hier auf dem Spiegelfechter. Selbstverständlich werden alle Artikel von mir hier im Blog „angerissen“, so wie Ihr das ja auch von den Artikeln bei Telepolis oder freitag.de kennt. Dies ist ein Gewinn für alle Seiten – Ihr habt die Garantie, dass Ihr alle meine Artikel auch kostenlos lesen und hier diskutieren könnt. Eine Kommentierung oder ein Forum auf den NachDenkSeiten ist vorerst nämlich nicht geplant, da dies bei dem leserzahlbedingt zu erwartenden Ansturm auch meine zeitlichen Kapazitäten sprengen würde. Man kann ein solches Angebot natürlich nur dann sinnvoll machen, wenn man dafür sorgt, dass aus Interaktivität kein Tollhaus wird. Das heißt aber 24/7-Betreuung und das ist mit den momentan vorhandenen Kapazitäten nicht machbar.

    Selbstverständlich werde ich auch künftig giftige Glossen, Polemiken oder kurze „Netzschnipsel“ wie Videos – sprich, alles was nicht zur bisherigen redaktionellen Ausrichtung der NachDenkSeiten passt – hier veröffentlichen. Dafür, dass der Spiegelfechter – wenn möglich – fünf mal pro Woche mit Artikeln gefüllt wird, werde ich jedoch künftig auch verstärkt auf Gastautoren setzen. An alle Interessierten: Eine Mail genügt und wir können gerne ins Geschäft kommen. Mein Traum ist es, solche Gastartikel bei hoher Qualität auch bescheiden zu honorieren. Um dies zu ermöglich, bitte ich Euch auch weiterhin rege von der Möglichkeit zu spenden Gebrauch zu machen. Jede Spende mit dem Betreff „Gastautoren“ schütte ich 1:1 an die Gastautoren aus. Bis dahin werde ich mir auch noch etwas ausdenken, wie man das ganze transparent gestalten kann.

    Auf die nächsten erfolgreichen fünf Jahre!
    Euer Spiegelfechter,
    Jens Berger

    115 Kommentare

    Einem Guttenberg-Fan auf den Zahn gefühlt

    geschrieben am 04. März 2011 von Jens Berger

    Chapeau vor Holger Klein, dem couragierten Radio-Mann, der einmal mehr unter Beweis stellt, dass das gute alte Dampfradio eine Daseinsberechtigung hat. Schön wäre es, wenn auch im Fernsehen derart kritisch nachgehakt würde. Hinter dem Guttenberg-Hype steckt nur heiße Luft. Wie leicht es sein kann, diesen Popanz zum Platzen zu bringen, beweist diese Radiosendung.

    Dazu möchte ich Euch auch noch diesen ganz hervorragenden Artikel im Freitag und diesen ebenfalls hervorragenden Radiokommentar empfehlen:

    Jens Berger

    294 Kommentare

    Im Rohstoffrausch: Wie die EU-Handelspolitik Entwicklung untergräbt

    geschrieben am 03. März 2011 von Jens Berger

    Quelle und Hintergrund: WEED

    34 Kommentare

    Zwischen Revolution und Demokratie

    geschrieben am 03. März 2011 von Jens Berger

    Wir leben in spannenden Zeiten. In diesen Monaten stürzt an der europäischen Südflanke eine Diktatur nach der anderen. Doch Europa, das sich selbst als Wiege der Demokratie begreift, muss sich mit der Rolle eines Zaungastes begnügen. Wir haben die Diktaturen in der arabischen Welt zu lange und zu eifrig unterstützt, als dass wir nun für die Opfer unserer „Freunde“ als ehrlicher Makler für eine Demokratisierung akzeptabel wären. Welche Entwicklung das politische „Feldexperiment“ nehmen wird, ist dabei ungewiss und wird in unseren Medien auch nicht weiter diskutiert. Revolutionen sind schlagzeilentauglich, der konstitutionelle Prozess, der jeder Revolution folgt, interessiert offenbar weniger. Die Revolutionstheoretiker Hardt und Negri sehen in Tunesien ein „Laboratorium der Wende“. Doch die aktuellen Ereignisse geben wenig Anlass zum Optimismus. Ob die Menschen, die in Tunis und Kairo auf die Straße gingen, ein politisches System bekommen, das ihren oft diffusen Wünschen entspricht, werden die nächsten Monate zeigen.

    Als die englischen Revolutionäre 1649 König Charles I. köpften, ging zeitgenössischen Quellen zu Folge ein nervöses Raunen durch die Reihen der Schaulustigen. Die alte Ordnung war von nun an Geschichte. Aber was würde die Zukunft bringen? Diese Frage stellen sich auch die Menschen in Tunesien, die ihren alten Machthaber zwar nicht geköpft, aber immerhin aus dem Lande gejagt haben. Die jüngere Geschichte ist reich an Revolutionen und Systemwechseln. Meist haben sich allerdings in der postrevolutionären Zeit wieder die alten Kräfte durchgesetzt. Wie Korken schwimmen diese Anpassungskünstler immer oben. Auch in Tunesien besteht die reale Gefahr, dass sich die alten Kräfte nicht so einfach von der Macht trennen lassen. Eine organisierte Opposition, die das Machtvakuum füllen könnte, gibt es nicht.

    An diesem Vakuum ist auch die europäische Politik schuld. Während europäische Stiftungen in jedem Land, das uns nicht unbedingt freundschaftlich verbunden ist, die zivilgesellschaftlichen Kräfte nach besten Möglichkeiten unterstützen, ließ man diese Kräfte in verbündeten Diktaturen weitestgehend nackt im Regen stehen. Wenn man sich die Akteure im postrevolutionären Prozess in Tunesien anschaut, werden die Folgen dieses Unterlassens deutlich: Die ehemalige Staatspartei RCD wurde mittlerweile verboten, die Oppositionsparteien sind als „Blockparteien“ verschrien, die Funktionäre der Einheitsgewerkschaft UGTT waren Stützen des alten Systems, und Militär und Sicherheitsapparat sind ebenfalls keine glaubwürdigen Anwälte für Reformen. Eine organisierte Opposition gibt es nicht. Wie auch? Schließlich wurde jegliche Opposition seit Jahrzehnten verboten, niedergeknüppelt und weggesperrt – mit dem Plazet der treuen Partner nördlich des Mittelmeers.

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    51 Kommentare

    Schwarz-gelber Schwanengesang?

    geschrieben am 02. März 2011 von Jens Berger

    Zum Zustand der Koalition am Tag nach dem Abgang von zu Guttenberg

    ein Gastartikel von Frank Benedikt

    Karl-Theodor zu Guttenberg hat endlich die Konsequenzen gezogen und ist nach einem unwürdigen Rückzugsgefecht, wie auch hier gefordert, zurückgetreten. Der “Lügenbaron” hat zuletzt wohl eingesehen, daß angesichts einer zunehmend erdrückenden Beweislast in der Plagiatsaffäre seine Stellung nicht mehr haltbar war. Zu viele Stellen, an denen er offenkundig plagiiert hat, tauchten auf, in der Union begann sein Rückhalt zu erodieren und schließlich wandte sich sogar sein Doktorvater von ihm ab. Time to say guttbye!

    Zwar ist der Minister nicht etwa über Kundus oder die Gorch-Fock-Affäre gestolpert, sondern über eine “Schummelei”, wie es selbst Teile der Presse beschönigend nannten, aber dies ist einerlei – der “Shooting Star” der deutschen Politlandschaft, die “Lichtgestalt”, wird jetzt für eine Weile zur Zwischenlagerung ins Abklingbecken nach Bayern müssen. Eine Wiederaufarbeitung scheint zwar von Teilen der Union gewünscht, aber der Fall Kasper sollte gezeigt haben, daß selbst Politiker mit Betrug nicht so einfach durchkommen. Zudem dürfte selbst dem “schwarzen Ritter” langsam aufgegangen sein, daß er da nicht einfach nur ein Kavaliersdelikt begangen hat. Die Presse ist interessanterweise geteilter Meinung – während Heribert Prantl in der SZ ein Comeback für möglich hält, sehen Fischer/Gebauer beim SpOn eher die Möglichkeit, daß sich zu Guttenberg, wie weiland Friedrich Merz, ganz aus der Politik zurückziehen könnte. Sein Abgeordnetenmandat hat er jedenfalls bereits zurückgegeben. Wie es auch kommen mag – sicher ist, daß der scheidende Verteidigungsminister, der ja zuletzt nur noch ein “Selbstverteidigungsminister” war, in dieser Legislaturperiode keine Rolle mehr in der Bundespolitik spielen wird.

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    85 Kommentare

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