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  • Der Teufel an der Wand

    geschrieben am 01. April 2014 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle
    500px-USSTRATCOM.svgFoto: Wikipedia

    Zum Anfang der Neuzeit zogen fahrende Schausteller mit ihrer Laterna Magica über die Jahrmärkte und malten mit ihren flackernden Projektionsgeräten den Teufel gewissermaßen als bewegtes Bild zur Abschreckung an eine Wand und trieben die Massen damit erfolgreich wieder zurück in die Arme der Kirche.

    Die geopolitische Entwicklung, die wir derzeit verfolgen können, setzt wie damals auf das Element der Abschreckung. Nur erfolgt diese Abschreckung heute nicht mehr zum Nutzen der römisch-katholischen Kirche, sondern im Interesse von „god’s own country“, den USA. Die Mehrheit der Bevölkerung hierzulande war zu Zeiten des Kalten Krieges überzeugt, den Frieden – zumindest in Europa – nur durch die Abschreckung des jeweils gegnerischen Blocks sichern zu können. Dass dabei beide Teile Deutschlands im Ernstfall aus Gründen der Reichweite der verfügbaren Waffen als Schlachtfeld unter die Räder gekommen wären, hatte man geflissentlich verdrängt. Den Artikel weiterlesen »

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    Der Schäuble in der Luftblase

    geschrieben am 31. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Wolfgang_Schäuble_Rudolf SimonFoto: Rudolf Simon

    Kommentar

    Russlands Vorgehen in der Ukraine sei – so fabulierte Finanzminister Wolfgang Schäuble – mit dem des Nazi-Regimes vergleichbar. Dafür wird er natürlich kritisiert, wenn auch weniger heftig als angemessen wäre. Neben dem eigentlichen widerwärtigen Vergleich sind allerdings zwei Punkte besonders bemerkenswert:

    1. Schäuble sagte die unrühmlichen Sätze nicht etwa auf einer Pressekonferenz oder in einem Zeitungsinterview. Nein, er suchte sich dafür eine Gruppe von Schülern aus.

    2. Er sprach von der Nazi-Herrschaft, als wäre sie etwas, womit wir – also wir Deutschen – gar nichts zu tun hätten. Den Artikel weiterlesen »

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    Als Merkel und Obama meinen Cousin ermordeten

    geschrieben am 31. März 2014 von Gastautor

    Von Emran Feroz
    Foto: afp/Bonny Schoonakker

    Wöchentlich sterben in Afghanistan unschuldige Menschen durch Drohnen-Beschuss. Selten wird darüber berichtet, noch seltener wird deutlich, um wen es sich bei den Opfern handeln. Wenn, dann ist in Medien oft nur von »Taliban-Kämpfern« oder »Aufständischen« die Rede. Einer von ihnen ist ein Verwandter von mir.

    Der 36-jährige Zahir A. stammte eigentlich aus Kabul. Vor rund zwei Jahren wollte er in Waziristan, der berüchtigten Grenzregion zwischen Afghanistan und Pakistan, Freunde besuchen. Freunde, die weder mit Terroristen, noch mit irgendwelchen anderen Extremisten etwas zu tun hatten. Waziristan ist der Hauptschauplatz des Drohnen-Krieges der USA.

    »Todesengel« nennen die Menschen die leblosen Mordmaschinen. Tagtäglich leben sie in Angst, getroffen zu werden. Die Raketen können überall einschlagen, gesteuert von einem Piloten, der meistens auf der anderen Seite der Welt in seinem »Büro« sitzt. Den Artikel weiterlesen »

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    Braunes Gelaber bei Anonymous?

    geschrieben am 27. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Anonymous hat ein neues Video produziert. Oder etwa doch nicht? Waren es nur irgendwelche Vollpfosten, die den Namen der namenlosen Organisation, die gar keine Organisation ist, für sich nutzen, um braunen Dreck zu verbreiten? Und ist es überhaupt brauner Dreck? Oder nicht doch eher eine Auflistung vernünftiger Forderungen und naheliegender Fakten? Muss man darüber berichten? Oder eben gerade nicht? Fragen über Fragen …

    Nicht weniger als ein Aufruf zur Revolution ist die Kernbotschaft des Videos von Anonymous. Oder von wem auch immer. Kaum hat das Material seinen Weg in die internette Welt angetreten, wird darüber gestritten, ob es echt ist oder nicht. Doch bei allem, was da so an rhetorischem Potpourri geboten wird, bleibt am Ende irgendwie hauptsächlich die Frage übrig, ob multikulti nun gut ist oder nicht. Den Artikel weiterlesen »

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    Segnungen der Liberalisierung

    geschrieben am 25. März 2014 von Gastautor

    Seit Jahr und Tag wird durch die öffentlichen Meinungsbildner beständig wiederholt, dass die staatlichen Monopole für eine funktionierende Marktwirtschaft Gift seien, da der Staat viel zu ineffektiv, zu träge, zu teuer und nicht kundenorientiert wäre. Nur der Wettbewerb von freien Unternehmen würde zu mehr Leistung bei niedrigeren Preisen führen. Diese Mär ist inzwischen allgegenwärtig, sodass es immer schwerer erscheint, trotz gegenteiliger Erfahrungen gegen diese Fata Morgana anzukämpfen. Infolgedessen wurden nach und nach die Fernsehlandschaft, der Telefon- und Strommarkt bis hin zu Verkehrsdienstleistungen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen und weiteren Gütern der öffentlichen Daseinsvorsorge liberalisiert und privatisiert. Mit fatalen Folgen für die Verbraucher. Ein Erfahrungsbericht von Lutz Hausstein.

    Hier möchte ich nun über ein persönliches Highlight, das trotz eines inzwischen jährlich wiederkehrenden Rituals beständig neue Überraschungen bietet, berichten. Seit Jahren stößt der Preis für Haushaltsenergie in immer neue Sphären vor. Regelmäßig schwanken die alljährlichen Preissteigerungen zwischen fünf und zehn Prozent. Dies sogar trotz der seit geraumer Zeit gesunkenen Preise an der Leipziger Strombörse. Nun gibt es zwar die ständig wiederholte Aufforderung, zu einem billigeren Stromanbieter zu wechseln, was ja durch die Liberalisierung erst möglich gemacht wurde. Unglückerweise besteht allerdings nur eine einmalige Chance, von einem teuren Anbieter zu einem billigeren zu wechseln. Ist man erst einmal Kunde bei diesem, schlägt jede Preiserhöhung mit voller Wucht durch, ohne dass noch ernsthafte Alternativen bestünden. Es verbleibt nur noch die Möglichkeit, innerhalb der geringen Preisschwankungen der billigsten Anbieter alljährlich einen Wechsel zu vollziehen. Mit entsprechend wenig Gestaltungspotential.

    Auch die noch zuvor mit großem medialen Aufwand inszenierte Alternative der außergewöhnlich billigen Anbieter, nämlich diejenigen mit Vorauskasse, hat sich alsbald als das herausgestellt, was manche Kritiker dieses Modells schon von Beginn an als enormes Risiko betrachtet hatten. Das mit einem riesigen Tam-Tam und mit dem bekannten Gesicht von Rudi Völler verzierte Unternehmen TeldaFax erwies sich als riesiges Schneeballsystem, dass mit seinem Vorkassemodell nur durch eine immer weiter wachsende Kundenzahl überleben konnte, bis irgendwann der Schneeball unter seiner schieren Größe auseinanderbrach. Erst nach diesem Desaster setzte sich langsam die Einsicht durch, dass das vermeintliche Sparmodell Vorauskasse mit einem extrem hohen Risiko behaftet ist, die eine Nutzung desselben nicht rechtfertigt. Denn wie so häufig gehen nur die Firmeneigner aus solchen Insolvenzen als klammheimliche Gewinner hervor, während die Verbraucher fast immer das Nachsehen haben.
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