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  • US-Vorwahlen: Wer ist hier der Radikale? Donald Trump? (1/2)

    geschrieben am 28. Januar 2016 von Jens Berger

    Am Montag starten mit dem Caucus in Iowa ganz offiziell die Vorwahlen zu den US-Präsidentschaftswahlen 2016. Hierzulande dominiert der republikanische Kandidat Donald Trump die gesamte Berichterstattung. Trump sei ein Irrer, ein Radikaler; so die Botschaft. Das ist interessant, denn ein Blick auf seine nächsten Verfolger im Rennen um die Kandidatur bei den Republikanern zeigt Kandidaten, die nicht minder irre und radikal sind. Besonders unverständlich wird die allgemeine Berichterstattung dann, wenn man seinen Blick auch einmal auf die Kandidaten der Demokraten legt. Dort wird Hillary Clinton geradezu als alternativlos dargestellt – ihr letzter echter Kontrahent wird dabei meist ebenfalls in die „Radikalenschublade“ gesteckt. Dabei ist Bernie Sanders nach aufgeklärten, europäischen Maßstäben der einzige Kandidat, der eben nicht radikal ist und daher für uns alternativlos sein sollte.

    Dieser Artikel ist in zwei Teile aufgeteilt. Heute beschäftige ich mich mit den Republikanern, morgen geht es um die Demokraten. Zusätzlich zu diesen beiden Artikeln wird Ihnen in den nächsten Tagen und Wochen unser NachDenkSeiten-Kolumnist Norman Birnbaum qualifizierte Einblicke in die Vorwahlen geben.

    Wer ist Donald Trump?

    Donald Trump ist wohl in jeder Hinsicht ein Phänomen. Nach den klassischen politischen Weisheiten, hätte Donald Trump eigentlich schon längst seinen Hut nehmen müssen. Er kümmert sich nicht um Political Correctness, sondern bezeichnet sie stattdessen als eines der größten Probleme Amerikas. Der Mann, der nun schon mit dem dritten Modell in Folge verheiratet ist und dessen Unternehmen die „Wahlen“ der Miss USA und Miss Universum veranstaltet, ist ein bekennender Chauvi. Als die Fox-Journalistin Megyn Kelly ihn wegen seiner chauvinistischen Äußerungen in die Ecke treiben wollte, machte Trump sich über sie lustig, indem er – frei übersetzt – herausposaunte, sie hätte wohl ihre Tage. Und da Kelly auch die heute Abend stattfindende TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten moderieren wird, verkündete Trump erst einmal großkotzig seinen Boykott dieser Veranstaltung. Fox sei selbst schuld, dass es nun schlechtere Quoten erzielen wird. Und zumindest in diesem Punkt hat Trump natürlich auch Recht. Ganz klar – wer sich so wie Trump benimmt, agiert ganz nach der alten Devise „ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“. Und genau das kommt bei einem großen Teil der Wähler an. Was bei jedem anderen Kandidaten den sicheren Umfragetod bedeutet hätte, ist für Trump Bestandteil einer sorgfältig orchestrierten und sehr rationalen Wahlkampfstrategie, die nur nach außen chaotisch und instinktgetrieben aussehen soll.

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    51 Kommentare

    Jens Berger im RT Deutsch-Interview: Ölpreis im freien Fall – Wer profitiert?

    geschrieben am 28. Januar 2016 von Jens Berger

    Der Preis für Rohöl ist seit Mitte 2014 um mehr als 76 Prozent gefallen. Für viele erdölexportierenden Länder sind Erlöse aus dem Ölverkauf für den Ausgleich des Staatshaushalts existenziell. Zahlreiche Ölkonzerne erwirtschaften momentan keine Gewinne. Ob diese Entwicklung Gefahren in sich birgt, wer für den sinkenden Ölpreis verantwortlich ist und wer von der Lage profitiert, überprüft RT-Reporter Nicolaj Gericke. Er sprach mit dem Publizisten und Redakteur der NachDenkSeiten Jens Berger über die Situation auf den internationalen Ölmärkten.

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    Flüchtlingspolitik: Lösungen oder Ausweglosigkeit?

    geschrieben am 26. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    solution-488976_960_720Gibt es überhaupt eine Lösung in der Flüchtlingsfrage, die humanitären Denkansätzen gerecht werden kann? Derzeit sind die Kritiker der aktuellen Flüchtlingspolitik zumindest mit den auf den ersten Blick besseren Argumenten ausgestattet. Die Grenzen dicht zu machen, ist sehr konkret und klingt für alle, die es hören wollen, naheliegend. Gegenargumente fallen dagegen oft schwammig aus und beziehen sich auf Grundsätzliches. Was wenig überzeugend wirkt.

    Die Flüchtlingsdebatte spaltet die Republik. In wie viele Teile, darüber mag man geteilter Meinung sein. Aber zwei Fraktionen gibt es mindestens: die eine, die den Flüchtlingen verständnisvoll und zugewandt begegnet und sicher ist, dass es – unabhängig von der Zahl der aufgenommenen Menschen – schon irgendwie gehen wird. Und die andere, die – nicht erst seit Köln – hilfesuchenden Menschen eine generelle Bereitschaft zum Schmarotzertum, zur Kriminalität und ein völlig verstörendes Bild von Frauen unterstellt.
    Doch wie könnte ein Lösungsansatz aussehen? Den Artikel weiterlesen »

    179 Kommentare

    Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

    geschrieben am 22. Januar 2016 von Jens Berger

    Politiker aller Parteien liebäugeln mit einer „Obergrenze“ für Flüchtlinge. Österreich hat gestern bereits etwas umgesetzt, das je nach Sprachregelung einer solchen Obergrenze nahekommt. Dabei ist es eigentlich egal, wie man das Kind nennt: Eine wie auch immer formulierte Mengenbeschränkung von Flüchtlingen ist unter Einhaltung internationaler Abkommen nicht möglich. Außer … ja, außer man baut eine Mauer und erteilt einen Schießbefehl. Ist es das, was wir wollen?

    Die Sprachregelung über das, was die österreichische Politik gestern beschlossen hat, ist noch nicht ganz ausgefeilt. Während die Innenministerin von einer „Obergrenze“ für Flüchtlinge spricht, nennt der designierte Verteidigungsminister das Vorhaben „Planungsgröße“ oder „Richtgröße“, während der Bundeskanzler lieber von einem „Richtwert“ sprechen will. Die bayerische CSU war dennoch vor Freude ganz aus dem Häuschen, fordert sie doch bereits seit Wochen eine Obergrenze.

    Wenn man sich die Argumentationsfetzen der österreichischen und der bayerischen Regierung anhört, könnte man glatt denken, die Einführung einer Obergrenze für Flüchtlinge sei ein bloßer Verwaltungsakt – ungefähr so wie der Beschluss, im Neubaugebiet eine verkehrsberuhigte Zone einzuführen. Dem ist aber nicht so. Nur ein sehr kleiner Teil der jährlich eintreffenden Flüchtlinge, bekommt von den deutschen Gerichten des Status eines Asylberechtigten zugewiesen. Der übergroße Teil derer, die einen Aufenthaltstitel bekommen, wird als Flüchtling gemäß der Genfer Flüchtlingskonventionen anerkannt oder darf schlicht nicht in sein Herkunftsland abgeschoben werden, da ihm dort Gefahr für Leib und Leben drohen.

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    220 Kommentare

    Wir suchen (die falschen) Schuldigen, keine Lösungen

    geschrieben am 20. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    angstKommentar

    Normal ist das nicht. Nur einfacher. Wir sehen die Probleme, aber wir suchen nicht nach Lösungen. Wir wissen irgendwie schon, dass Menschen auf der Flucht das nicht in der Absicht tun, andere Länder zu überfallen. Weil sie gar nicht in der Stimmung dazu sind. Wer nur noch die Klamotten am Leib trägt, ist nicht in Überfallstimmung. Das wissen wir im Grunde. Aber wir sehen nicht, wie es dazu kommen konnte, es wird uns auch gern vorenthalten, dass wir diejenigen sind, die andere überfallen. Täglich. Mir gravierenden und tödlichen Auswirkungen.
    Also stürzen wir uns auf vermeintlich Schuldige. Kommen zum Schluss, dass alles nicht so schlimm sein kann, solange ein Mensch auf der Flucht ein Handy hat. Oder sich „erlauben“ kann, seine Familie vorerst zurück zu lassen. Die Gründe für die Flucht von Menschen … na ja, die wollen halt zu uns, weil es hier zu geil ist. Fernseher, Handys eben, blonde Frauen, die man einfach vögeln kann, in der Silvesternacht, und überhaupt, auch wenn nicht Silvester ist, das geht hier alles. Nebenbei, ohne Pass, eine Weile warten, dann coole Jobs annehmen, Kohle scheffeln und ab nach Hause, um in Saus und Braus zu leben. Deutsche Sprache oder Kultur? Drauf geschissen. So sind sie, die Flüchtlinge! Den Artikel weiterlesen »

    184 Kommentare
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