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  • Das hilft bei Strahlung

    geschrieben am 31. März 2011 von Jens Berger

    ein Gastartikel von Jürgen Apitzsch

    Zunächst einmal: Keine Panik. Es macht keinen Sinn, sich ängstlich vor radioaktiver Belastung verstecken zu wollen. Wie die Erfahrungen aus Hiroshima, Nagasaki und Tschernobyl deutlich zeigen, kann niemand der Strahlung entgehen, wenn erst einmal eine großflächige Kontamination vorliegt. Egal ob wir uns davor ängstigen oder nicht. Allenfalls kann man versuchen, möglichst wenig strahlende Spaltprodukte aufzunehmen und möglichst viele der bereits aufgenommenen radioaktiven Schadstoffe auszuleiten. Hierzu bieten sich glücklicherweise eine ganze Reihe interessanter Möglichkeiten an. Auch gilt es das Immunsystem zu unterstützen, dass, wie alle Systeme mit hoher Zellteilungsrate, besonders unter der Strahlung leidet.

    Die Gefahr rechtzeitig erkennen

    Nur dann können wir uns gegen einen Anstieg radioaktiver Strahlung schützen, wenn wir rechtzeitig davon erfahren. Staatliche Stellen wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) sind eine Möglichkeit. Unter odl.de finden sich im Internet die Ergebnisse eines bundesweiten Messnetzes, das die Gamma- Ortsdosisleistung anzeigt. Wer offiziellen Stellen nicht blind vertrauen möchte, kann sich auch eines privaten Messnetzes bedienen. Unter you-measure.com können bundesweit privat erstellte Messergebnisse eingepflegt als auch eingesehen werden. Falls das nicht genügen sollte, so besteht immer noch die Möglichkeit, sich selbst einen Geigerzähler zuzulegen, der Preis für ein solches Gerät variiert zwischen 300 und 400 Euro. Ein interessantes Gadget ist in diesem Zusammenhang der PM1208 Wrist Gamma Indicator. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine Armbanduhr mit eingebautem Geigerzähler, der die Umgebungsstrahlung in Mikrosievert pro Stunde (μSv/h) misst und ab einem verdächtigen Grenzwert ein akkustisches Warnsignal ertönen lässt. Die Uhr, die zudem auch bis 100 m Tiefe wasserdicht ist, kostet rund 320 Euro und ist erhältlich bei Polimaster Inc. Virginia. Eine sehr viel kostengünstigere Alternative, die ohne jede Technik auskommt, bietet eine Zimmerpflanze. Die blaue Dreimasterblume (Tradescantia Virginiana) sieht nicht nur hübsch aus.

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    60 Kommentare

    Verbraucherschutz in Zeiten des atomaren Ausnahmezustands

    geschrieben am 30. März 2011 von Jens Berger

    Wie passt es eigentlich zusammen, wenn das Bundesministerium für Verbraucherschutz der Bevölkerung versichert, dass es alle nur denkbaren Maßnahmen ergreift, um den deutschen Verbraucher vor den Folgen des GAUs in Fukushima zu schützen und gleichzeitig eine EU-Richtlinie durchsetzt, in der die Strahlenschutzgrenzwerte für Lebensmittelimporte aus Japan dramatisch erhöht wurden? Einmal mehr zeigt sich, dass die Interessen der Wirtschaft die EU-Politik bestimmen und der Verbraucherschutz gar keinen Stellenwert hat, wenn er Wirtschaftsinteressen im Wege steht.

    Will ein Pfälzer Jäger ein Stück Wildschweingulasch in den Handel bringen, so gilt für dieses Fleisch ein Cäsium-Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilo. Dies ist ein strahlendes Beispiel für die Spätfolgen von Tschernobyl, die sich immer noch auf unsere Nahrungskette auswirken. Bis zu diesem Wochenende galt dieser Grenzwert auch für das bei wohlhabenden Feinschmeckern sehr beliebte Fleisch vom Kobe-Rind oder Fischprodukte aus Japan. Seit Inkrafttreten der EU-Verordnung 297/2011 vom 25. März 2011 hat sich dieser Grenzwert für japanische Fleisch- und Fischprodukte wie von magischer Hand mehr als verdoppelt – auf 1.250 Becquerel pro Kilo. Überflüssig zu erwähnen, dass der Verbraucher von dieser eigenwilligen Fukushima-Verordnung nichts mitbekommen hat und sich durch die vollmundigen Versprechen aus dem Hause Aigner weiterhin in absoluter Sicherheit wägt.

    Die EU-Verordnung 297/2011 betrifft Lebensmittelimporte aus zwölf japanischen Präfekturen und gilt erst einmal bis zum 30. Juni dieses Jahres, lässt sich aber bei Bedarf formlos verlängern. Mit der Verordnung wurden nicht nur bei Cäsium, sondern bei allen radioaktiven Substanzen die vorliegenden Grenzwerte für Lebensmittel massiv erhöht. So darf das erwähnte Steak vom Kobe-Rind seit Beginn dieser Woche auch 750 Bq/kg Strontiumisotope, 2000 Bq/kg Jodisotope und 80 Bq/kg Plutoniumisotope enthalten. Für Säuglingsnahrung und Milchprodukte (beides spielt bei den EU-Importen aus Japan jedoch keine Rolle) gelten niedrigere, für bestimmte Lebensmittel wie Gewürze, Tee und Fischöle indes die zehnfachen Grenzwerte – so darf beispielsweise der auch in Deutschland beliebte Wasabi nun bis zu 12.500 Bq/kg Cäsium-Isotope enthalten, um in der EU vertrieben werden zu können.

    Die Begründung für diese Nacht-und-Nebel-Aktion fällt skurril aus. Weiter auf den NachDenkSeiten

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    Gesucht wird

    geschrieben am 29. März 2011 von Jens Berger

    ein Gastquiz von Boris Kazda

    Es gibt so etwas wie die beleidigte Leberwurst des gehobenen rechten Feuilleton, und die Quizfrage lautet: Wie ist der Name dieser Leberwurst?

    Soviel sei verraten: Es handelt sich um einen Mann, und das Feuilleton der Leser, die nur Hauptsätze lesen, bedient Franz Josef Wagner von der Bildzeitung, also scheidet der schon mal aus. Unser gesuchter Feuilletonist ist sozialisiert in einem bildungsbürgerlichen alleinstehenden Elternhaus mit eigenem Garten in einem der besseren Viertel der Stadt, wo es schon als progressiv links galt, sozialdemokratisch zu sein und als nahezu revolutionär, grünen Ideen anzuhängen, und was mochten da erst die Nachbarn gedacht haben. Wir reden hier von den 1980er Jahren, und Sie merken schon, wir begeben uns in ein unappetitliches Milieu.

    Seine Welt, gegen die er schreibt, ist adoleszent. Ein erwachsener Mann, der sich aufführt wie ein kleiner Junge.
    Zu dunkel bisher, kryptisch formuliert? Na, kommen Sie, so schwer ist das doch nicht.

    Ein Hinweis noch: In den Kreisen, die er mühevoll bedient, gilt das Bashing von Linken als verwegen. Er muss sich dann wohl vorkommen wie ein 10jähriger, der sich traut, vor der versammelten Schulklasse laut “Ficken“ zu sagen, nur kriegt er heute keinen Eintrag ins Klassenbuch mehr, sondern verdient damit vermutlich gutes Geld. Wie man hört, lockt man unter Linken mit Konservativenbashing schon längst niemanden mehr hinter dem Ofen hervor (erweckt bestenfalls noch Gähnen und Langeweile), denn am besten Bashen sich die Konservativen immer noch selber.

    Antworten sind im Kommentarbereich erbeten.
    Zu gewinnen gibt es ein Fahrrad mit Flügeln!

    Boris Kazda

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    Die neue Volkspartei, die keine ist

    geschrieben am 28. März 2011 von Jens Berger

    Nach dreißig Jahren sind die Grünen auf ihrem Marsch durch die Institutionen an einem Etappenziel angekommen. Aller Voraussicht nach werden sie in Baden-Württemberg nun mit Winfried Kretschmann den ersten Ministerpräsidenten ihrer Parteigeschichte stellen können. Wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale überschlugen sich die politischen Kommentatoren mit eigenwilligen Interpretationen des Wahlergebnisses: Die Grünen seien nun eine Volkspartei und das Wahlergebnis markiere eine Niederlage des Konservatismus und einen Sieg linker Politik. Diese Analysen mögen interessant sein, bei näherer Betrachtung erweisen sie sich jedoch allesamt als falsch.

    Die Grünen profitieren so sehr wie keine andere Partei vom demographischen Wandel. Seit Jahrzehnten können die Grünen bei Neu- und Jungwählern überproportional punkten. Die Parteitreue der jungen Wähler ist erstaunlich hoch. Wer einmal grün wählt, bleibt der Partei meistens treu. Dies ist eine der Kernaussagen des aktuellen DIW-Wochenberichts, der mit Hilfe der umfangreichen Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) die Kernwählerschaft der Grünen unter die Lupe nimmt. Eine stabile Unterstützerschaft verzeichnen die Grünen beispielweise bei der Gruppe der zwischen 1960 und 1969 Geborenen. 19% dieser Altersgruppe wählten die Grünen, als sie in den 80ern zum ersten Mal wählen durften. Heute sind es immer noch 16% aus diesen Jahrgängen, die ihr Kreuz bei den Grünen machen.

    Eine ähnliche Wählertreue ist bei den Geburtsjahrgängen 1950 bis 1959 und 1970 bis 1979 zu verzeichnen. Bei Wählern, die vor 1950 geboren wurden, konnten die Grünen hingegen nie so richtig punkten. Vollkommen losgelöst von sozioökonomischen und politischen Fragen lässt sich also sagen, dass die anteilige Anhängerschaft der Grünen von Legislaturperiode zu Legislaturperiode wächst, da Erstwähler zu einem größeren Anteil Grünen-Wähler sind und bleiben als Personen, die aus biologischen Gründen aus dem Wählerverzeichnis gestrichen werden müssen. Bei den Unionsparteien ist das genaue Gegenteil zu beobachten.

    „Wer in seiner Jugend nicht links denkt, hat kein Herz und wer im Alter immer noch links denkt, hat keinen Verstand“ – so lautet ein verbreiteter Aphorismus, nach dem man den Grünen gleichzeitig Herz und Verstand zubilligen könnte. Die Geschichte der Grünen ist symptomatisch für eine ganze Generation des Bürgertums. In Totalopposition zum alten Bürgertum ihrer Eltern versuchte das junge Bürgertum frischen Wind in eine verkrustete Gesellschaft zu bringen und nahm sich vor, den Marsch durch die Institutionen anzutreten, um die Gesellschaft zu verändern. Der Marsch ist angekommen, nur hat die Gesellschaft die Marschierenden verändert.

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    182 Kommentare

    Open Thread – Der Mappus-Beckticker zum Wahlsonntag

    geschrieben am 27. März 2011 von Jens Berger

    Hallo liebe Leser,

    heute wird in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gewählt. Vor allem die Wahlen im Südwesten werden bundesweit mit Spannung erwartet. Sollte das Volk sich dazu durchringen können, das Projekt Mappus-21 zu verwirklichen und den Ministerpräsidenten tieferzulegen, wäre das für die schwarz-gelbe Bundesregierung der GAU.

    Der SPIEGELFECHTER hat sich mangels attraktiver Freizeitmöglichkeiten und chronischer Geschwätzigkeit dazu entschieden, einen kleinen Ticker anzubieten und seinen Lesern heute einen virtuellen Stammtisch anzubieten. Für kühle Getränke und passende sonntägliche Frühschoppenmusik muss jedoch jeder selbst sorgen.

    Viel Spaß!

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    232 Kommentare
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