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  • Aktuelle Stunde zum Parteiprogramm der Partei DIE LINKE

    geschrieben am 30. Oktober 2011 von Jens Berger

    Und da sage wer, Politiker hätten keinen Humor ;-)

    150 Kommentare

    Der Gedanke der Frauenemanzipation in der Geschichte

    geschrieben am 30. Oktober 2011 von Stefan Sasse

    Von Stefan Sasse

    Die Gleichberechtigung der Frau ist ein Thema, das heute wie sonst nur das fließende Wasser und die Elektrizität dazu dient, die Moderne von der Zeit davor zu trennen. Im populären Narrativ waren die Frauen Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende durch den Mann unterdrückt und errangen ihren Platz in der Welt erst im späten 19. und im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Die Sichtweise der heutigen Zeit als einer erleuchteten und der Vergangenheit als einer düsteren, zurückgebliebenen aber ist anachronistisch und wenig aussagekräftig. Tatsächlich ist die Gleichberechtigung der Frau ein modernes Thema, aber vor allem deshalb, weil sie erst seit kurzer Zeit überhaupt eine Rolle spielt. Ich will im Folgenden versuchen, diesen Gedanken etwas näher auszuführen. Es soll keineswegs versucht werden, Erfolge oder Zielsetzungen der Feminismus-Bewegung zu relativieren (meine zeitgenössischen Gedanken dazu finden sich hier), sondern einen Erklärungsversuch für einige Paradoxien des bestehenden, oben skizzierten Narrativs zu finden und die Emanzipationsbewegung in einen allgemeineren historischen Kontext zu rücken

    Das größte Problem der feministischen Geschichtssicht ist die Erhöhung der eigenen Leistung als Ausbruch aus einem uralten Schema. Die Idee, dass die Frau Jahrhunderte der Unterdrückung durch den Mann erlitt, ehe einige aufrechte Suffragetten und später Alice Schwarzer (als pars pro toto) diesen Zustand beendeten, ist absurd. Weder waren die früheren Frauen allesamt zu blind, dumm oder impotent, um ihren Zustand erkennen und ändern zu wollen, noch ist es vorstellbar, dass eine als untragbar empfundene Unterdrückung eines so großen Gesellschaftsteils über so lange Zeit Bestand hat. Es muss immer auch Profiteure auf der unterdrückten Seite geben, immer auch eine gewisse Grundpragmatik, oder der Aufstand ist unvermeidlich. Um dies an anderen Situationen aufzuzeigen: viele Diktatoren schaffen einen großen, vernetzten und privilegierten Militärapparat, auf den sie sich stützen. Niemals ist die Gesamtheit des Volkes gleich unterdrückt; eine solche Herrschaft wäre nicht aufrecht zu erhalten. Tatsächlich waren frühere Arrangements – und “früher” steht hier für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert – hauptsächlich pragmatischer Natur und weniger Ausdruck einer patriarchalischen Allmacht.

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    77 Kommentare

    Die Flut in Thailand

    geschrieben am 29. Oktober 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel von Christoph Jehle

    Die aktuelle Flut in Thailand, die sich vom Norden kommend in den Golf von Thailand wälzt, kam nicht unerwartet, hatte sie doch seit vielen Jahren ihre Vorläufer. So sind Überschwemmungen auch in den von Ausländern seltener besuchten Stadtteilen Bangkoks um diese Jahreszeit eher die Regel denn die Ausnahme:

    Wer in trockenen Zeiten zum ersten Mal nach Bangkok kommt, wundert sich über die auffällig hohen Bordsteine, welche die Bürgersteige begrenzen. Setzt im Herbst der erste Starkregen ein, können die mit allerlei Müll blockierten Senklöcher die Wassermassen nicht fassen und die Straßen verwandeln sich in Wasserstraßen. Zu Fuß bleibt man dann sicherheitshalber auf den höher liegenden Gehwegen. Vom Wasserdruck in der Kanalisation gehobene und in der braunen Brühe nicht sichtbare Gullideckel versprechen sonst unliebsame Abenteuer.

    Vorgeschichte

    Dann zeigt sich jedes Jahr, dass Bangkoks Verkehrswege ursprünglich die Klongs, die Kanäle, waren, welche in großer Anzahl die Stadt durchzogen und zur Regenzeit die Wassermassen aus dem Hinterland abführen konnten. Als sich jedoch die Stadt der Engel in den 1970er Jahren die US-amerikanische Stadt Los Angeles zum Vorbild der eigenen Entwicklung nahm, wurden viele Klongs mit Betonplatten abgedeckt oder gleich ganz zugeschüttet. Kaum einer hatte diese Entwicklung bedauert. Versprach sie doch Entwicklung und Fortschritt für Viele. Was in früheren Jahren als das „Venedig des Ostens“ bekannt war, sollte eine autogerechte Stadt werden. Etwa 1500 PKWs wurden noch in den 1990er Jahren Tag für Tag in Bangkok neu angemeldet und verstopften die Straßen. Vereinbarte Besprechungstermine waren nur grobe Absichtserklärungen. Wer sich auskannte, nutzte die Motorradtaxis, die an vielen Straßenecken zu finden sind, und die sich mehr oder weniger elegant durch die Staus winden können, wobei die Kniescheiben der Passagiere jedoch manchmal schmerzhaft mit den ausladenden Außenspiegeln der umfahrenen PKWs kollidieren. Oder er steigt gleich in eines der Linienboote, welche mit atemberaubender Geschwindigkeit in den größeren Klongs verkehren.

    Dass man nun in der Not, auf den Trassen vorhandener Straßen, wieder Kanäle errichten will, um die Wassermassen ins Meer abzuführen, verblüfft da wenig: Froc floats road drainage plan (Bangkok Post). Ob das in der gebotenen Eile jedoch gelingt, erscheint durchaus fraglich, wenn sich bis zu zwei Kilometer breite Wasserschneisen durch die Vororte von Bangkok ziehen sollen. Größere Realisierungschancen haben da die geplanten Durchstiche durch den Bangkok-Chon Buri Motorway und die Bang Na-Trat. Die binnen dreier Tage realisierbaren Öffnungen sollen mit Behelfsbrücken überwunden werden.

    Die für den 30. und 31. Oktober und für den 10. November erwarteten Springfluten im Golf von Thailand setzen dem Ableiten der Wassermassen dabei ein ziemlich enges Zeitfenster.

    Während große Teile Bangkoks noch immer von der Flut bedroht oder schon unter Wasser sind, wird das Trinkwasser in den Geschäften knapp. Auch Milch und andere Grundnahrungsmittel fehlen, weil die Produktionsbetriebe oder die Distributionslager unter Wasser stehen oder die Verteilung nicht mehr funktioniert, weil die Straßen blockiert sind. Da hilft es nur bedingt, wenn Softdrinkhersteller jetzt ihre gesamte Produktion auf Trinkwasser umstellen. Vorteilhafter ist da die in den vergangenen Jahren vollzogene Dezentralisierung der Getränkeproduktion weg von Bangkok in Regionen, deren Bevölkerung über über eine zunehmende Kaufkraft verfügt. Ob die Vorräte an leeren Flaschen ausreichen, ist derzeit jedoch nicht absehbar, sind doch beispielsweise die der Glasflaschenhersteller Ayuthaya Glass sowie des PET-Flaschenproduzenten Vissie Pak ebenso wie der Ettikettenhersteller XYP B im Rojana Industrial Park von Ayutthaya derzeit aufgrund der Flut außer Betrieb.

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    Historische “Spiegel”-Titel: Nr. 43/1932

    geschrieben am 29. Oktober 2011 von Jens Berger

    Coypright: Das geniale Titanic-Magazin

    61 Kommentare

    Der „Schuldenschnitt“ und das Kleingedruckte

    geschrieben am 28. Oktober 2011 von Jens Berger

    Während die Banker Krokodilstränen wegen der beim Eurogipfel beschlossenen „substantiellen Beteiligung“ des Privatsektors vergießen, steigen die Börsenkurse der Institute im zweistelligen Prozentbereich. Offenbar bewerten die Akteure an den Finanzmärkten die Ergebnisse des Gipfels diametral anders als die leider wieder einmal vollkommen unkritischen Medien. Man sollte sich nicht von der PR der Bankenlobby ins Bockshorn jagen lassen. Der Finanzsektor zählt ganz klar zu den Gewinnern des Gipfels. Griechenland und vor allem die anderen angeschlagenen Euroländer zählen hingegen zu den Verlierern.

    Wenn man in diesen Tagen die Zeitungen aufschlägt, stößt man immer wieder auf die Aussage, die EU-Regierungschefs hätten beim Gipfel einen 50%-Schuldenschnitt für Griechenland beschlossen. Dies ist jedoch gleich in vielfacher Hinsicht falsch. Es wurde vielmehr gar kein Schuldenschnitt – in welcher Höhe auch immer – beschlossen, sondern lediglich angekündigt, dass man die Banken und Versicherungen zu Verhandlungen einlädt, an deren Ende ein Anleihentausch stattfinden soll, bei dem die Institute auf freiwilliger Basis ihre Griechenlandanleihen gegen andere Anleihen eintauschen können. Dabei sollen sie – so die Absichtserklärung – einen Nominalwert von 50% abschreiben. Die Verhandlungen über diesen Anleihentausch beginnen in den nächsten Wochen und das Tauschprogramm soll Anfang 2012 beginnen. Da die Details somit erst noch ausgehandelt werden, gibt es auch noch unzählige Möglichkeiten, wie die Banken diese 50%-Marke ad absurdum führen können, und es ist sehr wahrscheinlich, dass ihnen das auch gelingen wird.

    Fallstricke und Sollbruchstellen

    Wie geschickt der Bankenverband IIF die Höhe von Abschreibungen uminterpretiert, zeigte er bereits beim freiwilligen Anleihentauschangebot im Juli dieses Jahres. Zunächst einmal ist bei der Berechnung festzuhalten, dass die Abschreibungen auf den Nominalwert und nicht auf den Buch- oder gar den Marktwert vollzogen werden sollen. Als Beispiel kann hier die 2007 ausgegebene 10-jährige Anleihe GR0124029639 herangezogen werden. Diese Anleihe hat einen Nominalwert von 100 Euro, am Markt wird sie jedoch aktuell lediglich mit 31,52 Euro behandelt. Wenn eine Bank diese Anleihe zum Marktwert bilanzieren würde, hätte sie bereits fast 70% des ursprünglichen Wertes abgeschrieben. Ein Tausch, bei dem sie stattdessen ein Papier im Wert von 50 Euro bekommt, ist demnach kein schlechtes, sondern ein verdammt gutes Geschäft.

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    Update: Die jüngste Anleihenauktion Italiens zeigt exakt die Auswirkungen, die im letzten Absatz (auf den NDS) beschrieben werden:

    Auch nach dem EU-Gipfel zur Stabilisierung der Währungsunion muss Italien weiter zittern: Bei der Aufnahme eines frischen Milliardenkredits musste das Land am Donnerstag Rekordzinsen zahlen. Für Investititionen in Zehnjahresanleihen im Wert von 3 Mrd. Euro forderten Anleger eine Rendite von durchschnittlich 6,06 Prozent. Das ist der höchste Satz seit Einführung des Euro. Bei der letzten vergleichbaren Auktion vor einem Monat hatten sie sich noch mit 5,86 Prozent zufriedengegeben. Auf dem Sekundärmarkt, also im Handel mit bereits ausgegebenen Staatsanleihen, notierten die Renditen kurz vor der Auktion bei 5,92 Prozent. Anschließend kletterten sie auf 5,97 Prozent.
    Insgesamt nahm Rom über Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten 7,9 Mrd. Euro am Markt auf. Angestrebt hatte das Finanzministerium einen Betrag von bis zu 8,5 Mrd. Euro, wegen der hohen Zinsen wurden aber nicht alle Papiere platziert.

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