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  • Über die Mächtigkeit von Banken … in der Wirklichkeit und im Antisemitismus

    geschrieben am 19. August 2010 von Jens Berger

    ein Gastartikel von Wolf Wetzel

    Wenn zur Blockade von Banken aufgerufen wird, hat man es nicht nur mit der Polizei zu tun, sondern mit einem Sack voller Bedenken, Zweifeln und Vorbehalten. Die guten Gründe sind einfach zu benennen: Nirgendwo anders liegen Überschneidungen zwischen antisemitischen Stereotypen, antisemitischen Verschwörungstheorien und antikapitalistischer Kritik – auf den ersten Blick – so nahe, wie beim Thema ›Banken‹ und ›Finanzkapital‹. Vermeidet man antisemitische Ausdeutungen, wenn man sich der Bedeutung des Finanzsektors nicht stellt, sie nicht wahrnimmt?

    Wenn man den Finanzsektor in den Mittelpunkt einer Kampagne stellt, handelt man sich also schnell den Vorwurf ›verkürzter Kapitalismuskritik‹ ein, womit nichts anderes als der Vorwurf im Raum steht, man bediene antisemitische Stereotype wie die vom ›Spekulanten‹ oder dem ›bösen‹ Finanzkapital.

    Dem schließen sich sofort weitere ungeklärte Fragen an: Wer hat diese Krise verursacht? Welche Rolle spielt der Finanzsektor beim Zustandekommen der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg? Wer verkürzt wen und was? Vorausgesetzt, man ist sich einig, dass die Antwort: ›Der Kapitalismus ist an allem schuld‹ zu wenig ist, wird man sich auf die Suche begeben müssen, was sich innerhalb des Kapitalismus in den letzten 20 Jahren verändert hat, welche ökonomischen, politischen und gesellschaftliche Machtverschiebungen stattgefunden haben, die erklären helfen, was fast zum weltweiten Kollaps des Kapitalismus geführt hätte.

    Mit diesem Beitrag soll eine Debatte eröffnet werden, in der Hoffnung, dass man aufhört, darüber zu reden, was der/die andere gemeint haben könnte, was man ihm/ihr unterstellt, mit dem Ziel darüber zu streiten, was die politisch unterschiedlichen Akteure tatsächlich gesagt haben bzw. dazu sagen werden.

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    235 Kommentare

    Python vs. Google

    geschrieben am 18. August 2010 von Jens Berger

    weil es so schön zur aktuellen Diskussion passt ;-)

    25 Kommentare

    Steinbrück und der Offenbarungseid der politischen Klasse

    geschrieben am 18. August 2010 von Jens Berger

    In seiner Amtszeit als Finanzminister rettete Peer Steinbrück das deutsche Finanzsystem. Mehr als 500 Milliarden Euro Steuergelder wurden in der Ära Steinbrück in das Finanzsystem gepumpt – wieviel davon irgendwann wieder zurückgezahlt werden, darüber kann man nur spekulieren. Die Formalien stehen im Kleingedruckten und das ist – natürlich – nicht öffentlich einsehbar. Wessen Interessen hat Steinbrück vertreten? Die des Volkes, dem er als Staatsdiener verpflichtet ist? Oder doch die der Finanzinstitute, die er als Fachminister eigentlich überwachen sollte? Auf wessen Gehaltsliste der Minister steht, darüber gibt ein aktueller Blogbeitrag des Portals abgeordnetenwatch.de Auskunft. Kaum wurde Steinbrück vom Wähler aus dem Amt entfernt, ließ er sich fürstlich von den Profiteuren seiner großzügigen „Rettungspakete“ und „Subventionen“ honorieren. Heute ist Steinbrück Nebeneinkommensmillionär, sein Bundestagsmandat nimmt er jedoch nur stiefmütterlich wahr. Hätte die Infamie der politischen Klasse ein Gesicht, so wäre dies die Fratze Steinbrücks.

    Haupt- oder Nebenjob?

    Peer Steinbrücks offizieller Beruf ist der des Bundestagsabgeordneten. In dieser Legislaturperiode hat man Steinbrück jedoch nur selten im Bundestag oder in den Berliner Gremien gesehen. Bei den 19 wichtigen Bundestagsabstimmungen, die seit Dezember 2009 vorgenommen wurden, fehlte Steinbrück zwölfmal. Am Rednerpult des Deutschen Bundestags hat man Peer Steinbrück in diesem Jahr noch kein einziges Mal gesehen. Dafür hielt er ganze 29 Vorträge bei Privatveranstaltungen, die er sich großzügig bezahlen ließ. Teilweise überschnitten sich dabei sogar die Termine zwischen Haupt- und Nebentätigkeit, wobei nicht wirklich klar ist, welchen Beruf Peer Steinbrück nun haupt- und nebenamtlich ausübt. Als der Bundestag den aktuellen Haushalt debattierte, referierte Steinbrück in Mannheim auf der „Leitmesse für Finanzprofis“. Die Sponsoren dieser Messe sind das Who is Who der deutschen Finanzwirtschaft und es ist davon auszugehen, dass Peer Steinbrück für seine Rede in Mannheim mehr Geld bekam, als er vom Staat in einem ganzen Monat bekommt.

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    224 Kommentare

    Jetzt sind wir mal alle so richtig paranoid!

    geschrieben am 17. August 2010 von Jens Berger

    Als die NASA im Jahre 1977 ihre Voyager-Raumsonden ins All schickte, spendierten die Vereinten Nationen den stellaren Reisenden eine Botschaft, die die Menschheit vertreten sollte. Auf der „Voyager Golden Record“ gravierte man Schallrillen, auf denen nicht nur das gemeinsame kulturelle Erbe der abendländischen Hälfte der Menschheit in Gestalt der Werke von Bach, Mozart und Chuck Berry verewigt ist, sondern auch eine Grußansprache des damaligen UN-Generalsekretärs und NS-Kriegsverbrechers Kurt Waldheim. Die Idee hinter der goldenen Schallplatte war einfach und genial: falls die Menschheit den blauen Planeten einmal in die Luft sprengt, sollten außerirdische Forscher wenigstens einen Beweis dafür bekommen, dass es die Menschheit einmal gegeben hat – die Platte soll noch in 500 Millionen Jahren abspielbar sein.

    Was hätte die Menschheit ins All geschickt, wenn Voyager nicht im Jahre 1977, sondern im Jahre 2010 ins All gestartet wäre? Die digitale Wikipedia? Oder vielleicht eine stationäre Version von Google Earth mit der Erweiterung Google Street View? Außerirdische Forscher hätten sich mittels Street View ein hervorragendes Bild von der Menschheit machen können und sich wahrscheinlich gefragt, was das Datenloch in der Mitte Europas zu bedeuten hat. Fand dort eine schreckliche Katastrophe statt, so dass man dort keine Photos machen konnte? Wohnten dort vielleicht seltsame Eingeborenenstämme, die die Photographen von Google mit Speeren verjagten, weil sie dachten, mit einer Lichtbildaufnahme würden die Google-Datenkraken ihnen ihre Seele rauben? Fast richtig – die Eingeborenen, die Angst haben, dass ihre Häuser photographiert werden, haben zwar keine Angst davor, dass man ihnen die Seele raubt, dafür aber …

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    342 Kommentare

    Kasperletheater in drei Akten

    geschrieben am 16. August 2010 von Jens Berger

    Ja, ich war naiv. Ich gebe zu, dass ich bis vor ein paar Tagen die Worte „Misogynie“, „Maskulinismus“ und „Midandrie“ nicht kannte und ein äußerst entspanntes Verhältnis zu selbstbewussten Frauen und zum Thema Emanzipation hatte. Doch ich armer Tor wußte vor ein paar Tagen ja auch nicht, dass meine eher desinteressierte Einstellung zu diesem Themenspektrum nur ein Zeichen meines „Antifeminismus“ war – zumindest wird mir dies seit ein paar Tagen von einigen selbsternannten Interessenvertreterinnen der holden Weiblichkeit unterstellt.

    Der Apfel vom Baum der Erkenntnis fiel mir auf den Kopf und im dumpfen Schädelbrummen konnte ich mich plötzlich auch wieder erinnern, dass mein Verhältnis zu den selbsternannten Feministinnen nicht immer so entspannt war. Als ich mich vor mehr als einer Dekade einmal an der Universität politisch engagieren wollte, waren es nicht zuletzt die radikalen Feministinnen (und mehr noch die Feministen), die mich mit ihrer Borniertheit und Sprachpanscherei auf die Palme trieben – mal ehrlich, wer hat schon einmal das Wort MörderInnen mit dem in diesen Kreisen so beliebten Binnen-I gesehen? Doch derlei unerfreuliche Begegnungen blendete ich im Lauf der Zeit aus, traf ich in meinem späteren Leben doch sehr viele selbstbewusste und emanzipierte Frauen, die das Thema Emanzipation in einer selbstverständlichen und lockeren Art und Weise verinnerlicht hatten.

    Exposition: Ein Blogger macht Urlaub

    Da dachte ich naives Bürschlein doch glatt, dass diese Entspanntheit mittlerweile die Regel wäre – ich hätte es besser wissen müssen. Da mich das ganze Themenfeld nicht sonderlich interessiert und ich auch nicht allzu viel davon halte, Männer und Frauen ganz im Sinne des „Divide et impera“ gegeneinander auszuspielen, habe ich bis dato auch einen Bogen um diese Betrachtungsweise gemacht – schließlich sind Probleme wie Niedriglöhne, mangelnde Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf keine Probleme zwischen Mann und Frau, sondern zwischen Oben und Unten. Natürlich war es naiv, anzunehmen, dass die Welt sich weitergedreht hätte. Nein, ich habe mich weitergedreht und die Welt ist stehen geblieben. Zumindest ist dies mein Eindruck, nachdem ich mit Erstaunen die Vorgänge, die sich in meinem Blog in der letzten Woche abgespielt haben, Revue passieren lasse.

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    428 Kommentare

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