Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Totale Kontrolle bei Hartz IV?

    geschrieben am 25. Juni 2010 von Frank Benedikt

    ein Gastbeitrag von Frank Benedikt

    Eines der größten Probleme bei erwerbsfähigen ALG-II-Empfängern ist, neben ihrem für Untätige zu hohen Kalorienverbrauch und ihrem Hang zum Warmduschen, das der Mobilität. Einerseits sind sie nicht mobil genug, um mal eben 600 Kilometer entfernt einen Job anzutreten, andererseits sind sie sehr mobil, wenn es darum geht, Arbeitsgelegenheiten und Terminen auszuweichen. Obwohl ihnen ein mehrtägiges Verlassen der Stadt oder ein Krankenhausaufenthalt ohne Benachrichtigung der zuständigen ARGE untersagt sind, kommt dies doch immer wieder vor und die Fallmanager klagen darüber, daß sie ihren Kunden hinterherlaufen müssten. Damit dürfte in Kürze Schluß sein.

    Den Artikel weiterlesen »

    27 Kommentare

    Generalüberholung in Washington

    geschrieben am 24. Juni 2010 von Jens Berger

    Die Demission von Stanley McChrystal ist ein unwürdiges Kapitel im Washingtoner Polittheater. Was kann man General McChrystal vorwerfen? Einiges: McChrystals Strategie in Afghanistan scheint auf ganzer Linie gescheitert zu sein. Er ist beratungsresistent, dickköpfig und unflexibel – ein sperriger, alter Knochen, der an der Herkules-Aufgabe scheiterte. McChrystal ist auch in einen echten Skandal verwickelt. Wider besseres Wissen gab er an, dass der ehemalige Football-Star Pat Tilman unter seinem Kommando vom Feind erschossen wurde – Tilman wurde allerdings durch seine eigenen Kameraden getötet. Anstatt diesen Fall von Friendly Fire zu untersuchen, verlieh McChrystal dem “Helden” postum den Silver Star. Es gäbe einige Gründe, warum “Stan the Man” abgelöst werden sollte – der berühmt-berüchtige Rolling-Stone-Artikel “The Runaway General” gehört jedoch nicht dazu.

    Obamas Scheitern

    Tief in seinem Herzen ist Barack Obama ein Gegner der amerikanischen Kriege im Mittleren Osten. Allerdings ist er nicht in der Position, den Krieg in Afghanistan mit einem schmachvollen Abzug zu beenden. Ein Präsident ist nicht in der Lage, eine politische Entscheidung zu fällen? An dieser vermeintlichen Machtlosigkeit ist Obama jedoch selbst schuld. Bereits in seinem Präsidentschaftswahlkampf sprach er zwar von einer “Exit-Strategie”, koppelte diese jedoch an einen militärischen Erfolg. Was sollte er auch machen? Hätte er den Abzug ohne vorherigen Erfolg propagiert, wäre er von den Medien und der politischen Konkurrenz gegrillt worden und nie Präsident geworden. Obamas Plan von einem schnellen Abzug, bei dem die letzte verbliebene Weltmacht ihr Gesicht wahrt, löst sich jedoch in diesen Stunden im Sande Afghanistans auf.

    Den Artikel weiterlesen »

    41 Kommentare

    Genozid in Zentralasien

    geschrieben am 22. Juni 2010 von Jens Berger

    Am 10. Juni versank der Süden Kirgisiens im Bürgerkrieg. Die Bilder erinnern an die Balkankriege, die zeitliche und organisatorische Koordination der Ereignisse erinnert jedoch eher an den Völkermord in Ruanda. In den Abendstunden tauchten maskierte Männer in den Strassen der Städte Osh und Dschalalabad auf. Die Killerkommandos, die teils mit schwarzen Bandagen am Unterarm uniformiert waren, kamen mit Pickups, schossen mit automatischen Waffen in die Menge, stürmten Häuser und Wohnungen, brandschatzten, vergewaltigten und verbreiteten mindestens vier Tage lang Angst und Schrecken. Die Opfer dieses Massakers gehörten beinahe ausschließlich zur usbekischen Minderheit, die in Osh und Dschalalabad allerdings rund 60% der Einwohner stellt. Wer die Täter waren, ist bis heute unbekannt. Fest steht lediglich, dass ihr blutiges Handwerk orchestriert wurde und die Drahtzieher sich im Süden Kirgisiens offensichtlich gut auskannten und einen Bürgerkrieg unter den Ethnien auslösen wollten.

    Diese Informationen sind die einzigen, die als relativ gesichert gelten können. Was danach passierte, verliert sich im Rauschen von Propaganda und Gegenpropaganda. Augenzeugenberichte und Beiträge in russischsprachigen Internetforen berichten von weiteren Massakern, die diesmal von der südkirgisischen Bevölkerung begangen wurden. Usbeken rächt sich an ihren kirgisischen Nachbarn, die sich wiederum an den Usbeken rächten. Gerüchte, die weder verifzier- noch falsifizierbar sind, heizten die Lage überdies an und lösten zeitweise sogar eine Pogromstimmung aus. Mehrere Quellen sprechen beispielsweise von Gerüchten, usbekische “Banditen” hätten kirgisische Studentinnen im Studentenwohnheim von Osh als Racheakt misshandelt. Dieses Gerücht konnte allerdings von den Journalisten vor Ort trotz Recherche nicht bestätigt werden. Ob diese Gerüchte gezielt gestreut wurden, um Hass zu säen, oder ob solche Vorgänge sich dynamisch entwickeln, wenn der Mensch seine Zivilisation abstreift und zum blutrünstigen Tier wird, ist indes nicht zu sagen.

    Den Artikel weiterlesen »

    82 Kommentare

    Fragen wir doch mal Paul Krugman

    geschrieben am 22. Juni 2010 von Jens Berger

    Volkswirtschaft zählt nicht unbedingt zu den deutschen Spezialdisziplinen. “Wir” können Autos bauen, Maschinen entwickeln, und manchmal auch recht ordentlich Fußball spielen. Aber für gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge haben “wir” leider kein Verständnis. Woher soll dieses Verständnis auch kommen? An deutschen Universitäten werden nun einmal Volkswirte ausgebildet, deren Aufgabe es zu sein scheint, die wirtschaftlichen Parameter so zu justieren, dass “wir” möglichst billig “unsere” Autos und Maschinen entwickeln und manchmal sogar produzieren können. Wenn es beim Fußball dann mal nicht so richtig klappt, können wir wenigstens Exportweltmeister werden. Die Chefideologen dieser herrschenden Lehre sind in den Medien omnipräsent. Da Lieschen Müller nun aber keine englischsprachigen Wirtschaftsblogs liest oder sperrige Fachliteratur wälzt, sind Sendungen wie “Anne Will” ihr volkswirtschaftliches Seminar und “Experten” wie Hans-Werner Sinn oder Michael Hüther ihre Dozenten. Muss man sich da wundern, dass die FDP hierzulande als “wirtschaftskompetent” gilt und unsere lieben Mitbürger eine beinahe masochistische Freude am “Gürtel enger Schnallen” empfinden?

    Sinn und Hüther sind jedoch Propheten, die nur im eigenen Lande viel gelten. International werden sie belächelt. Ein Ökonom, der auch international angesehen ist, ist Paul Krugman. Wenn Hans-Werner Sinn im Ökonomie-Universum der dunkle Sith-Lord (oder je nach Sichtweise auch der Jar Jar Binks) ist, nimmt der Princeton-Professor Krugman, der 2008 auch den Nobelpreis verliehen bekam, eher die Rolle des Meister Yoda ein. Hin und wieder berichten auch die deutschen Medien über Krugman. Im Jahre 2002 durfte er sogar für die ZEIT ein grandioses Essay über die Fehlentwicklungen des Neoliberalismus schreiben.

    Gestern erschien im Handelsblatt ein ausführliches Interview mit Krugman, das ich meinen Lesern gerne als “Lesebefehl” mit auf den Weg geben will. Leider liest Lieschen Müller weder die ZEIT noch das Handelsblatt (obwohl beides sicher verschmerzbar ist), so dass Krugmans weise Worte auch weiterhin ein Kampf gegen teutonische Windmühlen sind.

    Jens Berger

    131 Kommentare

    Israel kapert den Freedom-Niebel

    geschrieben am 21. Juni 2010 von Jens Berger

    Man kann Dirk Niebel einiges vorwerfen. Er ist eitel, gnadenlos undiplomatisch, scheut keinen dümmlichen Kommentar, der ihn in die Schlagzeilen bringt, und selbst Freunde der FDP würden Dirk Niebel sicherlich nicht in die Nähe eines wie auch immer gearteten Intellekts rücken. Niebel ist – oder besser war – jedoch stets als bedingungsloser Unterstützer der israelischen Regierungspolitik bekannt. Er verbrachte in seiner Jugend ein Jahr im Kibbuz, ist heute stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft und hat sich sogar Israel-Soli-Aufkleber auf seinen Aktenkoffer geklebt. Kritische Töne gegen die israelische Regierung erwartet man von einem solchen Mann normalerweise nicht. Was jedoch passiert, wenn seine Eitelkeit plötzlich mit seiner Solidarität in Konflikt gerät, muss das israelische Sicherheitskabinett momentan feststellen. Es konfrontierte den Israelfreund Niebel mit der tristen Realität und machte so aus einem bedingungslosen Unterstützer im Handumdrehen einen polternden Kritiker.

    Den Artikel weiterlesen »

    75 Kommentare

    Seite 232 von 376« Erste...1020...231232233234...240250...Letzte »