Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Open Thread: Ein Helikopter-Flug über Fukushima

    geschrieben am 17. März 2011 von Jens Berger

    Das Video ist leider nicht sonderlich hochauflösend, gibt aber dennoch einen ersten Überblick über die Lage vor Ort. Quelle ist die japanische Zeitung Asahi Shimbun. Aufgenommen wurde es – nach Angaben der Zeitung – am gestrigen Nachmittag.

    [Update 19:40]
    Hier ist noch eine zweite, hochauflösendere Version des Videos:

    Aus der gleichen Quelle stammen diese Bilder:

    P.p.s.: Um die Diskussion zu kanalisieren, habe ich die Kommentarbereiche der anderen Open Threads zu diesem Thema geschlossen.

    285 Kommentare

    Ein schönes Netzfundstück

    geschrieben am 17. März 2011 von Jens Berger

    no comment

    38 Kommentare

    Störfall Mappus

    geschrieben am 17. März 2011 von Jens Berger

    Die momentan angedachte Kehrtwende in der Atompolitik ist für Stefan Mappus nicht nur ein ideologischer GAU. Unter der Regie von Mappus investiert das Land Baden-Württemberg momentan rund sechs Milliarden Euro in Deutschlands größtes Kernkraftunternehmen – die EnBW. Was bereits ohne Wende in der Atompolitik eine riskante Spekulation mit dem Geld des Steuerzahlers darstellt, erscheint im Lichte der aktuellen Diskussion als gigantisches Fehlmanagement. Die Rechnung wird in jedem Falle der Steuerzahler bezahlen. Schlauerweise hat Mappus jedoch dafür gesorgt, dass das Ausmaß der Verluste erst nach den Landtagswahlen offenbar wird.

    Eine Abschaltung von Neckarwestheim I sei „völlig indiskutabel“ und wäre „das schiere Gegenteil von dem, was man unter Redlichkeit in der Politik versteht“. Diese Worte stammen von Stefan Mappus – dem Mann, der an diesem Montag eine sagenhafte 180°-Wende hingelegt hat und das Uraltkraftwerk Neckarwestheim I dauerhaft vom Netz genommen hat. Ist Mappus nun das Gegenteil von Redlichkeit in der Politik? Dem mag so sein, die Entscheidung, Neckarwestheim vom Netz zu nehmen, war dennoch korrekt. Paradoxerweise wird diese Entscheidung dem Steuerzahler jedoch noch arge Kopfschmerzen bereiten. Betreiber des Kernkraftwerks Neckarwestheim I ist die EnBW und die gehört seit wenigen Tagen mehrheitlich dem Land Baden-Württemberg. Die EnBW betreibt in Neckarwestheim und Philippsburg jeweils zwei Reaktoren. Neben Neckarwestheim I steht auch Philippsburg I auf der aktuellen Liste der Altreaktoren, die nun auf Wunsch der Bundesregierung vorübergehend vom Netz genommen werden.

    Wenn es in Deutschland einen „Atomkonzern“ gibt, so ist dies die EnBW. Nach Brancheninformationen fährt sie 90% ihres Gewinns durch die Stromproduktion ein, 75% davon stammt aus den Atommeilern. Kein anderer Stromversorger hat einen derart hohen Atomstromanteil wie die EnBW – mehr als die Hälfte des Stroms, den die EnBW vertreibt, stammt aus den vier Kernkraftwerken, vermarktet wird er unter anderem über die bundesweit aktive Tochter „Yello Strom“. Da die alten Kernkraftwerke bereits abgeschrieben sind und der Steuerzahler die eigentlich anzusetzenden Nebenkosten (z.B. Versicherung für den Katastrophenfall und die Entsorgung des Atommülls) übernimmt, sind diese Anlagen echte „Cash-Cows“. Jeder Altmeiler der EnBW bringt dem Betreiber jedes Jahr einen Reingewinn von mehr als 100 Millionen Euro ein. Ohne Kernkraft würde EnBW die Hälfte der Stromkapazität wegfallen und das Unternehmen wäre gezwungen, diese Strommengen durch Einkäufe zu substituieren. Dies hätte jedoch maßgeblichen Einfluss auf das Betriebsergebnis und den Unternehmenswert der EnBW.

    Stefan Mappus hat ohne Konsultation des Landtags in einer Nacht- und Nebelaktion die Übernahme der 45-Prozent-Beteiligung des französischen Stromriesen EDF durchgeboxt. Besonders pikant an diesem Deal ist auch der Umstand, dass Mappus das Geschäft über seinen alten Freund und Trauzeugen Dirk Notheis durchführen ließ. Der Kaufpreis für den EDF-Anteil beträgt 4,67 Milliarden Euro – erst vor zehn Jahren hatte das Land Baden-Württemberg seine Anteile an die EDF verkauft. Für Experten liegt dieser Preis, der immerhin 850 Millionen Euro über dem Börsenwert des Aktienpakets zur Zeit des Angebots liegt, ohnehin zu hoch. Nach dem Unglück von Fukushima erscheint er geradezu grotesk hoch. Laut Stuttgarter Zeitung soll der Mappus-Intimus Notheis noch vor wenigen Wochen intern gewitzelt haben: „Der EnBW-Deal ist ein Bombengeschäft [...], es sei denn, es geht irgendwo noch ein Atomkraftwerk in die Luft“. Dieser Fall ist eingetreten und nun rächen sich die Übernahmekonditionen für das Land Baden-Württemberg gleich doppelt.

    Weiter auf den NachDenkSeiten

    96 Kommentare

    Die verlorene Ehre des Stefan Niggemeier

    geschrieben am 24. Oktober 2010 von Jens Berger

    Wie weit darf man für eine Story gehen? Darf man beispielsweise allgemein anerkannte Persönlichkeitsrechte für eine Schlagzeile opfern? Die BILD-Zeitung darf dies jedenfalls nicht, wenn man den unzähligen – vollkommen gerechtfertigten – Rügen des Medienjournalisten und Bloggers Stefan Niggemeier Glauben schenkt. Jahrelang wies Niggemeier der Boulevardzeitung über den BILDblog und sein Privatblog solche Verstöße nach und erhob den moralischen Zeigefinger. An sich selbst legt Niggemeier allerdings weitaus niedrigere Maßstäbe an. Für seinen jüngsten Scoop, der an diesem Wochenende unkritisch in der Medienlandschaft gefeiert wird, spielte Niggemeier nicht nur mit gezinkten Karten, sondern führte auch gleich den Schutz persönlicher Daten im Internet ad absurdum. Wasser predigen und Wodka saufen – mit diesem Schurkenstück hat sich Niggemeier für höhere Posten in der Qualitätspresse qualifiziert, vielleicht klopft ja bald der Springer-Verlag an die Tür?

    Ein Medienmanager als Internettroll?

    Niggemeiers Blog und vor allem dessen Kommentarspalte erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Offensichtlich zählte seit Ende letzten Jahres auch der Medienmanager Konstantin Neven DuMont (KND) zu den Kommentatoren in Niggemeiers Blog. KND kommentierte dort unter seinem Klarnamen, nicht alle seiner Beiträge erfüllten jedoch das Niveau, das man von einem Mann erwarten sollte, der Vorsitzender des publizistischen Beirats der Berliner Zeitung, des Berliner Kuriers und der Hamburger Morgenpost, sowie Vorsitzender des Herausgeberrats der Frankfurter Rundschau und Herausgeber des Kölner Stadt-Anzeigers ist. All diese Zeitungen gehören zur Mediengruppe “M. DuMont Schauberg”, die von Konstantins Vater Alfred Neven DuMont geführt wird.

    Bei Niggemeier postete jedoch nicht der Zeitungszar – oder besser Zeitungszarewitsch -, sondern der Privatmann KND, der die Mitlesenden dann auch schon mal wissen ließ, welche Wasserart er bevorzugt (gefiltertes Brunnenwasser). Was Niggemeier natürlich nicht gefiel, war, dass KND nicht nur Belanglosigkeiten postete, sondern auch den Medienjournalisten Niggemeier kritisierte. Dies war natürlich ein gefundenes Fressen für den Blogger, konnte er aus dem Kommentarverhalten des Promiposters doch einen in Branchenkreisen beachteten Blogbeitrag machen, indem er die mitlesenden Medienvertreter auf den privat kommentieren KND aufmerksam mache.

    Den Artikel weiterlesen »

    550 Kommentare

    München 2018 – der Dilettantenstadl hübscht sich auf

    geschrieben am 10. September 2010 von Jens Berger

    Die Olympischen Spiele der Neuzeit gleichen den biblischen Heuschreckenplagen – binnen kurzer Zeit überziehen gigantische Mengen von Journalisten und Besuchern einen ehemals fruchtbaren Landstrich, und wenn sie weitergezogen sind, hinterlassen sie eine Wüstenei unter der ganze Generationen zu leiden haben. Warum die Politik immer wieder freiwillig die olympischen Heuschrecken herbeiruft, mag auf den ersten Blick nicht einleuchten. Doch es gibt auch Gewinner bei diesem Spektakel, das mittlerweise ein Multimilliarden-Geschäft ist. Großkonzerne kassieren, auf den gigantischen Kosten bleibt jedoch die Allgemeinheit sitzen. Zum Glück zeigten sich deutsche Bewerber in der Vergangenheit stets von ihrer dilettantischsten Seite und wurden von der internationalen Konkurrenz ausgestochen. Lange Zeit hielt sich auch die Bewerbungsgesellschaft für „München 2018“ an diese Tradition und überzeugte vor allem durch Arroganz und Planlosigkeit. Es galt eigentlich als ausgeschlossen, dass München sich bei der Wahl des Standorts für die übernächsten Winterspiele gegen das hoch favorisierte südkoreanische Pyeongchang durchsetzen wird. Nun könnten sich die Chancen jedoch erhöhen, da für die Bayern Katarina Witt, das „schönste Gesicht des Sozialismus“ (Time-Magazine), nun die zentrale Rolle im Bewerbungskomitee einnehmen wird. Die Münchner wissen – Sex sells und bei den IOC-Delegierten, ausnahmslos Männer, die meisten davon im fortgeschrittenen Alter, zieht die sexy Sächsin.

    Oktoberfest mit Schlittenrennen?

    Als der Rat der Stadt München im November 2007 der Olympiabewerbung mit nur einer einzigen Gegenstimme zustimmte, stimmte er „ohne Kenntnis des späteren Vertragsinhalts und damit das Eingehen späterer Verpflichtungen“ (Protokoll der Sitzung) einem komplett intransparenten Vertragswerk des Internationalen Olympischen Komitees zu, das die Rechtsabteilung der ehemaligen Bewerberstadt Salzburg als „sittenwidrigen“ und „in großen Teilen nichtigen“ „Knebelungsvertrag“ bezeichnete. Das IOC ist wohl die mächtigste NGO der Welt. Wer sich mit ihm einlässt, muss sich seinen Regeln unterwerfen, brav zahlen und ansonsten schweigen. München und die Partnergemeinden Garmisch-Partenkirchen, Schönau am Königssee und Schwaianger, das nach dem heftigen Widerstand in Oberammergau als vierter Veranstaltungsort mit ins Boot genommen wurde, haben allerdings die Rechnung ohne den Souverän gemacht. Anders als in anderen Bundesländern können Bürgerbegehren in Bayern die gigantomanischen Pläne der Politik hier verhindern.

    Den Artikel weiterlesen »

    102 Kommentare
    Seite 235 von 237« Erste...1020...234235236237