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  • „Pussy Riot“ rettet die Spiele

    geschrieben am 18. Februar 2014 von Jens Berger

    Nachdem die mit Mikrophonen bewaffneten kalten Krieger des deutschen Medienkorps bereits bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Sotschi einen gehörigen Teil ihres Pulvers verschossen hatten, drohte es schon langweilig im Kaukasus zu werden. Wenn die Organisation funktioniert und es im Umfeld keine außergewöhnlichen Vorfälle gibt, so ist dies zwar schön für die Athleten und die Zuschauer, aber fürchterlich langweilig für die Medien. Da wirkte der heutige Auftritt und die vorprogrammierte Inhaftierung zweier Aktivistinnen, die in den deutschen Medien als „Pussy Riot“ bezeichnet werden, wie ein medialer Befreiungsschlag. Die ebenfalls bereits vorprogrammierten Schlagzeilen ließen nicht lange auf sich warten. Das ist eigentlich erstaunlich. Ginge es nicht um Russland, sondern um ein westliches Land, wären die „Menschrechtsaktivisten“ wohl „Chaoten“ und würden auch wohl kaum von der BILD-Zeitung hofiert.

    Wenn sich Rudi Cerne während der Olympia-Direktübertragung nachdenklich ans Ohr fasst, um den Worten, die sein Produzent ihm gerade eben aus dem Off in den Kopfhörer flüstert, zu lauschen, wissen eingefleischte Zuschauer: Es ist etwas wichtiges passiert! Ist Angela Merkel nun etwa auch über die Edathy-Affäre gestolpert und zurückgetreten? Oder wurde Sigmar Gabriel dabei erwischt, wie er sich konspirativ über das Internet rosarote Schmalzkringel bestellt hat? Nichts von alledem. Rudi Cerne verkündete dem schockierten Publikum vielmehr, dass „Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot“ in Sotschi von der Polizei verhaftet wurden. Mehrfach wurde in den nächsten vier Stunden die Live-Übertragung unterbrochen, um über diesen Vorfall zu berichten. Dann waren die „Aktivistinnen“ wieder frei und inszenierten sich bestens gelaunt mit bunten Sturmhauben bekleidet vor der versammelten Weltpresse. In den meisten Online-Ablegern der großen Zeitungen war die Festnahme das Topthema des Tages. Was haben die deutschen Medien eigentlich an diesen „Aktivistinnen“ gefressen, dass sie ihnen eine derartige Bedeutung beimessen?

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    Der steinige Weg zum Audio-Podcast

    geschrieben am 18. Februar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
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    zu guter Letzt: Der steinige Weg zum Audio-Podcast (NachDenkSeiten, Hinweise des Tages vom 18.02.2014)

    Unsere Audio-Podcasts erfreuen sich großer Beliebtheit. Jörg Wellbrock spricht regelmäßig ausgewählte Beiträge der Redaktion auf, zahlreiche Hörer nutzen den Service der NachDenkSeiten.
    Bis ein Audio fertig ist, braucht es eine Weile. Dabei kommt es natürlich auch zu Fehlern und Versprechern.
    Wellbrock hat ein paar „Outtakes“ nicht wie üblich in den „Rundordner“ befördert, sondern einen kleinen Zusammenschnitt gemacht.
    Hier das Ergebnis:

    nds_audio_podcast

    Viel Spaß beim Hören!

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    Der Zaun um die Schweiz – ein Experiment

    geschrieben am 17. Februar 2014 von Jens Berger

    eine Gastglosse von Christoph Jehle

    In der Schweiz hat sich eine knappe Mehrheit am vergangenen Sonntag dafür ausgesprochen, den Zuzug von Ausländern zu kontingentieren. Das Kontingent soll alle Ausländer betreffen. Dabei handelt es sich sowohl um EU-Bürger, die in der Schweiz wohnen und arbeiten, um Asylsuchende sowie um Pendler, die vorwiegend in den Grenzregionen aus der EU in die Schweiz pendeln.

    Die Bevölkerung fühlt sich von der schieren Zahl der Zugereisten überfordert. Vor Allem Italiener und Deutsche seien es zu viele. Gerade die Grenzgänger nähmen der einheimischen Bevölkerung der Platz in der Bahn und auf den Straßen weg. Zudem sprächen die Deutschen zu schnell, so dass der Schweizer Bevölkerung allein vom Zuhören der Schnauf ausginge. Als weiteres Problem kommt noch dazu, dass die Schweizer, im Gegensatz zu den Deutschen, die Sprache, die sie sprechen, nicht schreiben und die Sprache, die sie schreiben, nicht sprechen können. Die Deutschschweizer fühlen sich damit im eigenen Lande gegenüber den deutschen Muttersprachlern gehandikapt.

    Mit der Personenfreizügigkeit kamen immer mehr qualifizierte Fachkräfte ins Land und die Schweiz konnte sich darauf verlassen, dass dieser Bedarf durch Zuzug gedeckt werden konnte und hat in manchen Branchen gar keine eigene Berufsausbildung aufgebaut. Man konnte sich ja gut bei einem der Nachbarn bedienen. Seit man den unbegrenzten Zugang zum EU-Binnenmarkt hat, konnte man auch die aus früheren Zeiten bestehenden Filialunternehmen in den EU-Mitgliedsstaaten schließen oder verkaufen und den EU-Markt von der Schweiz aus bedienen. Die dringend benötigten Mitarbeiter durften als Grenzgänger pendeln und falls das nicht möglich war auch mit ihren Familien in die Schweiz ziehen. Gerade den Familiennachzug will man jetzt offensichtlich reduzieren und nur den befristeten Aufenthalt gesuchter Arbeitskräfte erlauben. Ob dieses Modell der einseitig eingeschränkten Personenfreizügigkeit in der Praxis funktioniert, wenn es sich beispielsweise um Fachkräfte aus dem IT-Bereich geht, ist durchaus fraglich. Und möglicherweise füllen Asylsuchende das Kontingent schneller, als gesuchte Fachkräfte gewonnen werden können. Personalmangel kann zügig zur Wachstumsbremse werden.

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    SPIEGEL Online macht den Lanz

    geschrieben am 13. Februar 2014 von Jens Berger

    Es ist schon bemerkenswert, wie dreist SPIEGEL Online Aussagen verbiegt, wenn es nur darum geht, der politischen Linken und allen voran Sahra Wagenknecht ans Bein zu pinkeln. Heute macht SPIEGEL Online ganz groß mit folgender Meldung auf:

    Es wäre in der Tat eine Meldung wert, wenn Wagenknecht eine Abschaffung des Euro fordern würde. Nur dass sich diese Aussage noch nicht einmal mit sehr viel Phantasie aus dem ZEIT-Interview herleiten lässt, auf das sich SPIEGEL Online beruft. Von Jens Berger

    Im Interview mit der ZEIT äußerst sich Wagenknecht folgendermaßen:

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    223 Kommentare

    Der Fall Edathy: Beweisstück Kaffeemaschine

    geschrieben am 12. Februar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: © SPD Parteivorstand/Susie Knoll/Florian Jaenicke

    Kommentar

    Die bisherige Berichterstattung im Fall Sebastian Edathy hat zu wenig Aufklärung und viel Spekulationen geführt. Interessant ist ihre Entstehung, die auf einen Artikel des Lokalblattes „Die Harke“ fußt, der alles andere als ein Glanzstück investigativen Journalismus ist.

    Am 11. Februar 2014 schrieb der Mitarbeiter der „Harke“: „Gegen den ehemaligen heimischen SPD-Bundespolitiker Sebastian Edathy (Rehburg) laufen staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Besitzes kinderpornografischen Materials. Das geht aus Kreisen der Landes-SPD hervor, die Montagabend in Loccum tagte.
    Eine ziemlich vage Aussage. Unterstellt man Quellenschutz, kann man sie aber noch hinnehmen. Etwas merkwürdig wird es im nächsten Satz, denn der „Kreis“ des Artikelschreibers kann offenbar sprechen. Wenn sich das Ganze bewahrheite, „dann mit Schwung drauf“, zitiert das Lokalblatt den großen Unbekannten. Bedenkt man, dass es um den Vorwurf der Kinderpornographie geht, ist eine solche Bemerkung schon ziemlich heftig. Aus wessen Mund sie kam, erfährt der Leser nicht. Gut für die Quelle, schlecht für Edathy. Den Artikel weiterlesen »

    289 Kommentare

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