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  • Kommunikation als Spiel: Demokratie in der digitalen Revolution

    geschrieben am 11. März 2014 von Gastautor

    Das Internet revolutioniert die Gesellschaft. Am Beispiel der Piratenpartei lässt sich der Stand dieser Revolution ablesen.

    ein Gastartikel von Florian Hauschild

    Dem informierten Beobachter wird nicht entgangen sein, dass die Piratenpartei seit einigen Wochen (mal wieder) eine Zereißprobe durchläuft. Noch kann nicht abgeschätzt werden, in welche Richtung sich die Partei entwickeln wird, klar ist aber: Es wurden Fragen gestellt, die nun beantwortet werden sollten.

    Nach den vielen Fehden und Skandalen (Piratenjargon: “Gates”) der vergangenen Jahre ist die Partei längst geschwächt. Viele Engagierte haben das Weite gesucht oder halten sich im Hintergrund, ein langsames Ausbluten schien das bereits besiegelte Schicksal der Partei zu sein.

    Unter diesem Radar ging die konstruktive Arbeit indes weiter: Eine Vielzahl von Basispiraten arbeitet tagtäglich an programmatischen Fragen, Werkezeuge des digitalen Meinungsaustausches wurden weiterentwickelt, organisatorische Fragen wurden und werden gestellt und manchmal sogar beantwortet. Es wird auch weiter am Ziel gearbeitet, die digitale Revolution in Einklang mit menschlichen Bedürfnissen zu bringen, sie als Chance zu begreifen, nicht als Gefahr. Für all dies bedarf es keiner großen Öffentlichkeit, gleichsam interessiert sich die Öffentlichkeit kaum für diese Geschichten.

    So war es letztendlich abzusehen, dass nur eines der berühmt-berüchtigen Piraten”gates”, noch einmal eben jene Energie freisetzen konnte, die den kritisch-interessierten Beobachter zu einem vorerst letzten längeren Blick auf die Partei bewegen konnte. Das Schicksal wählte hierfür “Bombergate”.

    Anne Helm kam die undankbare Rolle zu, das Gesicht dieses Parteiskandals zu sein, was jedoch nicht von den eigentlichen Fragen, die es hier zu stellen gilt, ablenken sollte.

    Denn schnell wurde dem Beobachter klar, dass das was hier als Partei firmiert, mit dem Begriff “gesamtgesellschaftliche Therapiegruppe” wohl besser beschrieben wäre. Zahlreiche verhaltensauffällige Akteure sind zu beobachten, ebenso wie die Schlichter, Erklärer und “Heiler”, die in solchen Fällen stets vor Ort sind. Neben den, in der Regel “unsichtbaren”, Organisatoren der Infrastruktur und der Programmarbeit bildet die genannte Melange den für die Öffentlichkeit wahrnehmbaren Teil der Partei.

    Das mag nun alles etwas verächtlich klingen, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Jede Erfahrung von Kommunikation im digitalen Raum zeigt: Kaum etwas braucht diese Gesellschaft mehr als eben jene barrierefreien “Therapiegruppen”. Hier findet sich was zusammengehört, auch wenn dies die Beteiligten wohl selbst am liebsten leugnen würden.

    Die Piratenpartei geht damit weit über das übliche Konzept klassischer Parteibildungen hinaus: Geboren im Internet fungiert das Mem “Piraten” wie eine Art Brennglas zur Analyse gesamtgesellschaftlicher Kommunikationsfragen.

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    WM 2018 in Russland: Deutschlands Sturmdrang

    geschrieben am 10. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: wikipedia
    Kommentar

    Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der CDU, hat mal laut gedacht. Und in seiner grenzenlosen Arroganz kam ihm dann auch gleich eine Idee: Man könne doch vielleicht die für das Jahr 2018 geplante Fußball-WM den Russen wieder wegnehmen. Als pädagogische Maßnahme bzw. Sanktion. Fuchs sagte der FAZ: „Ob es vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse wirklich angemessen ist, in vier Jahren eine Fußball-Weltmeisterschaft in Russland auszurichten, das kann man durchaus in Frage stellen.

    Was kommt als nächstes? Wird Deutschland erwägen, Russland allmorgendlich die Sonne wegzunehmen, um klarzustellen, dass es zappenduster ist, wenn man es nur will? Was Michael Fuchs da von sich gegeben hat, ist zwar erstens absurd, aber – noch wichtiger – zweitens ein weiteres Indiz für die Hybris, die immer stärker von Deutschland ausgeht. Den Artikel weiterlesen »

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    Das Bitcoin-Desaster

    geschrieben am 10. März 2014 von Gastautor

    von Thomas Trares*

    Ist dies bereits der Anfang vom Ende von Bitcoin? Oder sind dies nur die Geburtswehen einer neuen Internet-Währung? Nachdem Ende Februar die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox Insolvenz angemeldet hat, muss nun auch die kanadische Handelsplattform Flexcoin schließen. In beiden Fällen haben Hacker offenbar Schwachstellen in der Software ausgenutzt. Während bei Flexcoin Bitcoins im Wert von umgerechnet 430.000 Euro verloren gingen, war der Schaden bei Mt. Gox ungleich größer. Die Rede ist von mehreren hundert Millionen Euro. Mt. Gox galt zweitweise als die größte Bitcoin-Börse überhaupt. Der Kurs der Internet-Währung ist nach seinem Höhenflug Ende vergangenen Jahres zwischenzeitlich um mehr als die Hälfte eingebrochen.

    Im Umlauf sind die Bitcoins bereits seit 2009. Nach dem Schock der internationalen Finanzkrise wollte man eine digitale Währung kreieren, die privat und dezentral hergestellt wird, also komplett ohne Regierungen und Zentralbanken. Erfinder soll ein gewisser Satoshi Nakamoto sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dabei um ein Pseudonym, das für eine bestimmte Person oder Personengruppe steht. Erzeugt werden die Bitcoins mithilfe eines komplizierten Algorithmus auf den Computern der Nutzer. Dies soll das Kopieren der Bitcoins verhindern. Zudem ist die Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt, im Jahr 2033 soll die Produktion eingestellt werden. Bis jetzt wurden mehr als zwölf Millionen hergestellt. Derzeit werden pro Tag weltweit rund 70.000 Transaktionen in Bitcoin abgewickelt.

    Alles in allem handelt es sich hier um einen Ansatz, der nicht nur gut zum anarchistischen Selbstverständnis der Internet-Gemeinde passt, sondern auch in libertären Kreisen durchaus seine Anhänger hat. Ähnliche Vorstellungen finden sich nämlich auch bei den Vordenkern der marktradikalen Östereichischen Schule. In seinem 1976 erschienenen Buch „Entnationalisierung des Geldes“ fordert etwa Friedrich August von Hayek die Geldversorgung der Wirtschaft komplett zu privatisieren. Nicht staatliche Notenbanken, sondern private Anbieter sollten die Währungen in Umlauf bringen sollen. Der Wettbewerb sorge dann dafür, dass sich die beste Währung durchsetzt.

    Aufbauend auf dieser Grundidee sympathisieren auch heutige Finanzlibertäre mit den Bitcoins. Der FDP-Politiker Frank Schäffler schreibt auf seiner Homepage: „Bitcoins muss man nicht gut finden. Wer sie nicht gut findet, muss sie nicht nutzen, das ist der entscheidende Unterschied zum staatlichen Zwangsgeld. Das müssen SIE benutzen. Aber diejenigen, die Bitcoins nutzen wollen, sollen sie im Rahmen der allgemeinen Gesetze nutzen dürfen. Ob sie sich am Ende als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel durchsetzen, ist offen und wird die Zeit zeigen. Hayek glaubte daran. Er schloss sein Buch mit einem Appell: ´Was wir nun brauchen, ist eine Freigeld-Bewegung, die der Freihandels-Bewegung des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist.´“

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    Die „Klitschko Management Group“ öffnet Türen

    geschrieben am 07. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: commons.wikipedia

    Von irgendwas muss man ja leben. Auch wenn man mit dem Boxen einen Haufen Geld verdient hat, gibt es doch auch ein Leben neben dem Sport. Im Fall der Klitscho-Brüder findet das unter anderem durch die „Klitschko Management Group (KMG)“ statt, die ihren Sitz in Hamburg hat. Von dort aus treibt sie unternehmerisch Expansionen in den Osten Europa voran. Die Ukraine spielt dabei eine wesentliche Rolle.

    Zukunftsmarkt Ost erobern!

    Das Motto der Klitschkos klingt hübsch: „Wir wollen unseren Kunden nicht nur Wege aufzeigen, wir gehen sie jeden Tag.
    Damit dürften sie derzeit recht viel zu tun haben. Aber der Aufwand hält sich wohl dennoch in Grenzen, denn in Kiew hat die Gruppe ein Büro, man kann also oft vor Ort sein. Immerhin gilt die Ukraine als besonderes interessanter Standort, um effiziente Expansionen zu betreiben. In einem auf die Website eingepflegten Pdf-Dokument erfährt der geneigte Unternehmer, wie die Klitschkos ihm helfen können. Zum Beispiel so: „Zusammen mit der KMG als starkem und zuverlässigem Partner den Zukunftsmarkt Ost erobern.
    Zu Beginn ist eine allgemeine Einschätzung zu sehen: „Der Osten befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Entwicklung. Die Orientierung am Westen geht in allen Bereichen voran. Die Länder öffnen sich, wodurch sich neue Potentiale für Unternehmen aus dem Westen ergeben. Um diese Potentiale zu erkennen und abzuschöpfen, ist die Klitschko Management Group ein erfahrener und zuverlässiger Partner. Davai!
    Richtig, Davai! Auf geht’s in Richtung Osteuropa, auch und besonders in die Ukraine. Denn wenn gerade Umbruch und Entwicklung zu beobachten sind, dann kaum stärker als dort. Den Artikel weiterlesen »

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    Weh dem, der lügt

    geschrieben am 06. März 2014 von Jens Berger

    John Kerry und sein State Departement holen zum großen PR-Schlag aus. In einer Zehn-Punkte-Liste bezichtigen sie den russischen Präsidenten der Lüge. Das Problem: Kerry und sein Ministerium lügen selbst, dass sich die Balken biegen. Während Putin auf der Krim Fakten schafft, versucht die PR-Abteilung der US-Regierung in den Köpfen der Menschen Fakten zu zementieren, die keine sind.

    Die FAZ veröffentlichte heute in ihrer Online-Ausgabe eine Liste des State Department die redaktionell mit der Überschrift „Die Liste der Lügen“ versehen wurde. Doch wer lügt hier und wer spricht die Wahrheit?

    Putin: Es ist der russischen Opposition nicht gelungen, das Übereinkommen mit Präsident Janukowitsch vom 21. Februar umzusetzen.
    State Department: Das Abkommen sah vor, dass die Verfassung von 2004 wiederhergestellt werden und das Parlament seine früheren Kompetenzen wiedererlangen sollte. Statt zu unterzeichnen, ist Janukowitsch geflohen, wobei er Beweise weitreichender Korruption hinterließ.

    Hier tischt das State Department der Weltöffentlichkeit eine dreiste Lüge auf. Wie beispielsweise in diesem Nachrichtenbeitrag von ntv (ab 0:16) zu sehen ist, unterzeichnete Janukowitsch sehr wohl das Abkommen, dessen Inhalt auch auf den Seiten des Auswärtigen Amts abrufbar ist. Neben Janukowitsch unterzeichneten auch im Namen der Opposition Vitali Klitschko (UDAR), Oleg Tjagnibok (Swoboda) und Arsenij Jazenjuk (Vaterland). Bezeugt wurde die Unterzeichnung durch die Außenminister Polens, Deutschlands und Frankreichs.

    Das Abkommen sieht unter #5 vor, dass beide Seiten ernsthaft dafür Sorge tragen, besetzte Straßen, Parks und Plätze freizumachen und sich von öffentlichen Gebäuden zurückzuziehen. Am Tag darauf distanzierten sich die drei oppositionellen Unterzeichnerparteien bereits von diesem Punkt, indem sie in einem Statement bekannt gaben , „die Forderungen der Regierung, den Maidan zu räumen nicht zu akzeptieren“.

    Weiterlesen (inkl. externer Links) auf den NachDenkSeiten

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