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  • Andere Länder, andere Maßstäbe – Ägypten und die Lynchjustiz

    geschrieben am 30. April 2014 von Jens Berger

    Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, wie groß hierzulande die Aufregung wäre, wenn in Russland ein Regierungskritiker – in der hiesigen Sprachregelung „Regimekritiker“ – zum Tode verurteilt worden wäre. Andere Länder, andere Maßstäbe – in Ägypten wurden zum Wochenbeginn ganze 683 Regierungskritiker – in der hiesigen Sprachregelung „Terroristen“ – zum Tode verurteilt. Von Aufregung ist hierzulande jedoch nichts zu spüren. In den Medien wird dieser brutale Akt von Staatsterrorismus allenfalls beiläufig vermeldet und die Politik verfällt einmal mehr wenn es um Ägypten geht in ein bleiernes Schweigen. Stattdessen drischt man lieber mit gesammelter Kraft auf Altkanzler Schröder ein, der die Unverfrorenheit besitzt, mit dem russischen Präsidenten zu sprechen.

    Halten wir uns die Situation in Ägypten doch einmal abseits der allgegenwärtigen ideologischen Umdeutung vor Augen: Im August letzten Jahres putschte eine Militär-Junta die gewählte ägyptische Regierung aus dem Amt und verübte dabei Massaker, bei denen mehr als 1.000 Demonstranten abgeschlachtet wurden. Seitdem sind weitere 1.400 Regierungskritiker von den Sicherheitskräften getötet worden und tausende weitere sitzen in Haft. Bereits im März wurden 529 mutmaßliche Regierungsgegner zum Tode verurteilt. Der gesamte Prozess dauerte zwei Stunden, auf rechtsstaatliche Selbstverständlichkeiten, wie beispielsweise die Anhörung von Zeugen wurde ganz verzichtet. In dieser Woche legte die ägyptische Justiz nach: Nun wurden im Schnellverfahren weitere 683 Anhänger der alten Regierungspartei zum Tode verurteilt. Da bekommt der geflügelte Begriff „einen kurzen Prozess machen” eine ganz neue Bedeutung.

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    Wem gehört Deutschland? Fragen von Deutschlandradio

    geschrieben am 29. April 2014 von Jens Berger

    Am 12. Mai erscheint mein neues Buch „Wem gehört Deutschland?“ – Untertitel: „Die wahren Machthaber und das Märchen vom Volksvermögen“. Im Rahmen der gleichnamigen Themenwoche hatte ich die Möglichkeit, einige kurze Fragen zum Thema bei Deutschlandradio zu beantworten:

    to be continued ;-)

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    SF-Interview mit dem Bayerischen Rundfunk

    geschrieben am 25. April 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    BR-1-

    Der Bayerische Rundfunk hat in Gestalt des Senders “Zündfunk” bei uns angeklopft und nach einem Interview zum Thema Montagsdemos gefragt.

    Ich hatte zwar zuletzt hier geschrieben, dass wir uns dem Thema nicht weiter widmen wollen (und wahrscheinlich gibt es jetzt hier und da Haue, weil ich es doch glatt trotzdem wage).
    Aber erstens wollte ich die Gelegenheit nutzen, beim Sender “Zündfunk” meine Meinung zu den Mahnwachen zu äußern. Und zweitens hat sich die mediale Aufmerksamkeit zu diesem Thema in einer Form und Reichweite entwickelt, die ich vor kurzem noch nicht vermutet hätte.
    Ein weiterer Grund für die Interviewzusage sind die zahlreichen Kommentare sowohl hier beim Spiegelfechter als auch bei anderen Medien und die teils hitzig geführten Diskussionen in den sozialen Netzwerken.

    Ich gehe nicht davon aus, dass es bei den Montagsdemos zu einem Konsens kommen kann, zu verhärtet sind die Fronten. Trotzdem habe ich versucht, ein unaufgeregtes Interview zu geben.
    Ob mir das gelungen ist, werden die Kommentatoren dann sicher für sich entscheiden.

    Es gibt zwei Versionen des Interviews mit “Zündfunk”. Die lange Fassung gibt das komplette Gespräch wieder. Die kürzere ist die Version, für die sich der Sender entschieden hat.

    Hier die Kurzfassung (ca. 5 Minuten):

    BR-2-

    Und hier die Langfassung (ca. 12 Minuten):

    BR-1-

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    Die gefürchtete Verschwörung hinter den Kraftstoffpreisen

    geschrieben am 17. April 2014 von Gastautor

    eine Gastglosse von Christoph Jehle

    Vor den Osterfeiertagen und vor den Sommerferien kennen die Kraftstoffpreise praktisch jedes Jahr nur eine Richtung, nach oben. Das ist ein seit Jahrzehnten eingeübtes Ritual, das – wie von Geisterhand gelenkt – ziemlich pünktlich abläuft. Alle Hilferufe an das Bundeskartellamt brachten keine Änderung, weil da keine Rechtsverstöße der Mineralölkonzerne nachzuweisen waren. Dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen konnte, das war jedes Mal die fast einhellige Volksmeinung. Kaum hatte die eine Tankstelle die Preise erhöht, schon folgte flux die nächste und so waberten die Preiserhöhungen durchs Land. Wer zog bei diesem bösen Spiel die Fäden? Welche Mächte standen da immer im Hintergrund? Nichts war herauszubekommen aus der verschwiegenen Gemeinschaft der Mineralölgesellschaften und ihrer Stationäre.

    Dabei beruhte das System der Preisbildung bei den Kraftstoffen neben den Gestehungskosten auf einem einfachen Prinzip, das man als eine frühe Form der Schwarmintelligenz bezeichnen könnte. In den Zeiten, als das klassische analoge Telefon das schnellste verfügbare Kommunikationsmittel war, fuhr jeder Stationär an den Tankstellen des Wettbewerbs vorbei und notierte sich die Preise. Zu einem bestimmten Zeitpunkt jeden Vormittag wurden die Preise telefonisch an den zuständigen Bezirksvertreter weiter gegeben, der die Entwicklung in seinem Bezirk verfolgte, intern weitergab und von sich aus oder auf Nachfrage eine Preisänderung an den jeweiligen Stationär zurück gab. Darauf hin mussten schnell alle Zählerstände der Zapfsäulen abgelesen und die Inhalte der im Boden liegenden Tanks mit einem Messstab gepeilt werden. Als Postkarte gingen diese Werte dann zur Zentrale der zuständigen Vertriebsorganisation. Wurde durch einen Kommunikationsfehler die Preise an einer Tankstelle zu niedrig eingestellt und wurde dies vom Wettbewerb bemerkt, musste der betroffene Stationär seine Preise zum Ausgleich über den Vergleichspreis erhöhen, bis der „ungerechtfertigte“ Vorteil durch Minderabsatz gebüßt war.

    Mit der Einführung des BTX-Systems beschleunigte sich die Kommunikation, weil jetzt die Daten am Bildschirm in Tabellen eingegeben werden konnten und der Bezirksvertreter nicht jeden Vormittag in seinem Büro einen Telefonmarathon abspulen musste. Die Anfälligkeit für Kommunikationsfehler war nun jedoch signifikant reduziert. Das Datensammeln mit der Beobachtung der Wettbewerbsstationen blieb jedoch weiterhin Handarbeit. Das änderte sich auch mit dem Aufkommen des Internets nicht wirklich. Und so entwickelten sich die Preise mit schöner Regel- und gefühlter Gleichzeitigkeit saisonbedingt in jedem Jahr. Und jedes Jahr machten die Gerüchte über geheime Absprachen der sieben Schwestern auf ein Neues die Runde.

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    119 Kommentare

    M & M’s: Mainstreammedien und Montagsdemos

    geschrieben am 16. April 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    SPIEGEL-ONLINE

    Die neuen Montagsdemos werden kontrovers diskutiert. Von den Mainstreammedien wurden sie allerdings bislang kaum bis gar nicht wahr- oder aufgenommen. Das erregt die Gemüter um die Initiatoren Lars Mährholz, Ken Jebsen & Co. Den Artikel weiterlesen »

    382 Kommentare
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