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  • Wir müssen!

    geschrieben am 25. September 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    wir müssen
    Ein kleiner Vortrag über alles

    Wir müssen.

    Wir müssen schneller werden.
    Präziser. Sauberer.
    Mehr Abgase produzieren, weniger dokumentieren.
    So tun, als hätten wir es mit Ausnahmen zu tun.
    Ausnahmen, Ausnahmen, überall Ausnahmen.
    VW ist nicht überall, VW ist hier.
    Und hier ist es sauber.

    Wir vergiften die Welt nicht im großen Stil,
    das passiert nur hier und da.
    Und ganz besonders da!

    Wir müssen besser zuhören.
    Besonders wenn nichts gesagt wird.
    Wir müssen reden. Aber nicht miteinander.
    Übereinander. Gegeneinander. Voneinander … getrennt. Den Artikel weiterlesen »

    89 Kommentare

    Die neue deutsche Treuhand

    geschrieben am 25. September 2015 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle

    Für die Überführung von Vermögenswerten des griechischen Staates in einen Treuhandfonds, der sicherstellen soll, dass dieses Vermögen auf jeden Fall privatisiert wird, kann man einerseits auf die deutschen Erfahrungen mit der Treuhandanstalt zurückgreifen, anderseits auch gleich für eine deutsche Neuauflage üben.

    Hatte die erste deutsche Treuhandanstalt das Vermögen, das der Bundesrepublik mit der Übernahme der DDR zugefallen war, unter denkbar intransparenten Bedingungen verscherbelt, steht in absehbarer Zukunft das Vermögen zahlreicher deutscher Kommunen zur Disposition. Dass viele Kommunen inzwischen ziemlich knapp bei Kasse sind, pfeifen die Spatzen seit Jahren von den Dächern und dass die meisten Bundesländer ohne Länderfinanzausgleich nicht überleben können, ist jetzt auch nicht gerade ein großes Geheimnis. Mit den derzeitigen Wanderungsbewegungen im Gefolge der als Demokratisierungsaktivitäten verkauften militärischen Schläge gegen zahlreiche Staaten in Nordafrika und dem Nahen Osten, steigen die finanziellen Belastungen vieler Länder und Kommunen noch weiter an.

    Da bietet es sich an, auch hierzulande das landeseigene und das kommunale Vermögen möglichst schnell unter den Hammer zu bringen und alle wirtschaftlichen Aktivitäten der öffentlichen Hände möglichst zügig zu privatisieren. Spätestens mit den abschließenden Verhandlungen zu TTIP und TiSA ist eine solche konsequente Privatisierung des Vermögens der öffentlichen Hände so oder so nicht mehr zu vermeiden, denn dann muss privatisiert werden, koste es was es wolle.

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    6 Kommentare

    Der Mindestlohn auf der Flucht

    geschrieben am 21. September 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    geldKommentar

    Erst kürzlich hat Andrea Nahles stolz verkündet, dass die Einführung des Mindestlohns keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gehabt habe. Ein Dorn im Auge ist er Arbeitgebern aber dennoch. Da kommen die Flüchtlinge gerade recht. Denn die seien oft nicht ausreichend qualifiziert, um sich eine angemessene Bezahlung „verdient“ zu haben. Das ifo Institut rät daher, in bestimmten Fällen den Mindestlohn auszuhebeln. Das ist praktisch. Und gefährlich.

    Man könnte jetzt eine Diskussion darüber beginnen, welche Qualifizierung ein Arbeitnehmer mitbringen muss, um den Mindestlohn zu erhalten. Das ifo Institut hätte sicher nichts dagegen, denn viele Flüchtlinge haben kein Abitur, andere nur einen einfachen Schulabschluss, wieder andere sind Analphabeten. ifo-Chef Hans-Werner sieht darin ein Problem: „Es steht zu befürchten, dass viele von ihnen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro keine Beschäftigung finden, weil ihre Produktivität schlicht zu gering ist.Den Artikel weiterlesen »

    169 Kommentare

    #BILDnotwelcome – Wie Deutschlands Hetzblatt aus dem Flüchtlingselend Kapital schlagen will

    geschrieben am 18. September 2015 von Jens Berger

    Es gibt Ideen, die sind so grotesk, dass man sich langsam ernsthaft fragt, ob die Welt um einen herum nun völlig durchgedreht ist. Die Idee, dass ausgerechnet Springers Hetzblatt BILD eine Solidaritätskampagne für Flüchtlinge veranstaltet, gehört zweifelsohne dazu. An diesem Wochenende sollten, so der ebenso groteske, wie geniale, Plan der BILD, sämtlich Fußballklubs der ersten und zweiten Bundesliga mit Aufnähern auf dem Trikots auflaufen, auf denen neben dem „WIR HELFEN“ Slogan auch noch das Logo der BILD und des Sponsors Hermes prangen – eine Werbekampagne für BILD, bei der das Flüchtlingselend Mittel zum Zweck ist. Offenbar hat BILD diesmal jedoch den Bogen überspannt. Angefangen mit dem FC St. Pauli haben sich aktuell bereits sechs Zweitligisten öffentlich geweigert, an der BILD-Werbekampagne teilzunehmen und auch die großen Erstligaklubs sehen sich einem massiven Fanprotest ausgesetzt. Gut so! Seltsamerweise verliert jedoch niemand ein kritisches Wort über die Verantwortlichen dieser unsäglichen Aktion: Den Profifußballverband DFL.

    Es wäre natürlich löblich, wenn der Profifußball seine gesellschaftliche Rolle stärker dafür nutzen würde, um Fremdenfeindlichkeit und den Ursachen für Flucht und unfreiwilliger Migration die rote Karte zu zeigen. Viele Klubs tun dies auch seit Jahren – allen voran die von BILD so scharf kritisierten Kiezkicker vom FC St. Pauli. Es spräche auch gar nichts dagegen, wenn die Bundesligaklubs an einem Spieltag einmal die Werbung von ihren Trikots nehmen und durch einen Slogan gegen Fremdenfeindlichkeit ersetzen würden. Die DFL dafür hat alle Möglichkeiten in der Hand und die nötigen Mittel besitzt der steinreiche Profifußballverband ohnehin. Eine Vorlage dafür gab es bereits in der Saison 1992/1993, als sämtliche Klubs am letzten Vorrundenspieltag als Reaktion auf die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen in einem Trikot mit dem Slogan „Mein Freund ist Ausländer“ antraten. Diese Aktion war wohlgemerkt eine Aktion des DFB. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seit 2001 trägt nicht mehr der DFB, sondern der Profiklubverband DFL die Verantwortung für die beiden obersten Ligen.

    In der Saison 2012/2013 startete auch die DFL eine Trikotaktion gegen Fremdenfeindlichkeit und für Integration mit dem Slogan „Geh Deinen Weg“ – bereits diese Aktion war keine reine Fußballinitiative, sondern ein Gemeinschaftsprojekt des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger und der Telekom. Im Vorstand der Deutschlandstiftung Integration, die „Geh Deinen Weg“ initiierte, saß auch eine stellvertretende Chefredakteurin der BILD, die diese Kampagne aktiv begleitete. Die aktuelle Kampagne „WIR HELFEN“ ist sogar eine reine BILD-Kampagne, bei der sogar das Logo der BILD mit auf den Kampagnen-Aufnähern zu sehen ist. BILD engagiert sich gegen Fremdenfeindlichkeit? Selten so gelacht. Da könnte Hecker & Koch auch eine Charityaktion für Kriegswaisen starten. Warum schaffen es eigentlich die DFL nicht, eine eigene Aktion zu starten? Eine Aktion ohne Beteiligung der BILD? Es ist eine Schande, das der wohl zweitreichste Ligaverband der Welt sich von einer fragwürdigen Boulevardzeitung eine Kampagne aufschwatzen lässt.

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    Im Zeichen der 11

    geschrieben am 18. September 2015 von Gastautor

    Den meisten dürfte Jens Berger als Spiegelfechter, einem der wichtigsten Politblogs in Deutschland sowie als Redakteur der Nackdenkseiten bekannt sein. Was kann man von einem Politblogger zum Thema Fußball erwarten? Schwülstige Phrasendrescherei? Oder eine nüchterne Analyse? Sein Buch ‘Der Kick des Geldes’ ist eher ein sachlicher Blick von außen auf den Fußball von jemandem, der selber Fußballfan ist. Dass Jens Berger nicht zu den ‘traditionellen’ Fußballautoren gehört, wird deutlich. Zuallererst ist da mal die Sprache. Denn nur allzu oft bedienen sich Fußballautoren abgedroschenen Phrasen und Sprachbildern, was nicht unbedingt von Aufgeschlossenheit zeugt. Eben jener Blick von außen auf den Fußball äußert sich in der Herangehensweise, mit der ein Politblogger sich einem solchen Thema nähert. Man kann es so sagen: Jens Berger hat den Fußball im Blick, beschäftigt sich aber ausschließlich mit Dingen, die außerhalb den Fußball beeinflussen: TV-Gelder, Merchandising und die Degradierung des gemeinen Fans zum Kunden und Konsumenten. Alles bekannte Themen. Jedoch beim Thema Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Ob dem so ist, bleibt fraglich, zu groß ist schlicht und ergreifend die Anziehungskraft dieses schönen Spiels, um nicht einfach links liegengelassen zu werden. Der Fußball wird mit volkswirtschaftlichen Methoden betrachtet und Entwicklungen kommentiert. Dadurch wird deutlich, wie sehr Fußball, die Mega Money Machine, inzwischen zu Lasten der Allgemeinheit geht. Eine Rezension von Christoph Wagner, der einer der drei Herausgeber der Fußballseite 120minuten ist.

    Jedes der neun Kapitel steht im Zeichen der 11: Berger beginnt mit der Frage ‘11 Freunde sollt Ihr sein?’ und titelt Kapitel 9 mit eben jenem Satz gefolgt von einem Ausrufezeichen. Dazwischen wird die gesamte Bandbreite an Themen bearbeitet, die der Fußball im 20. und 21. Jahrhundert hergibt: Big Business Fußball, die explodierenden Gehälter, der Wahn um Ausrüsterverträge, TV-Gelder, es wird auch gefragt, wem die Bundesliga gehört, wie der Fußball vom Otto-Normalverbraucher profitiert und Korruption. In Kapitel neun leitet er uns an, wie ‘wir uns den Fußball zurückholen’. Auf knapp 250 Seiten wird somit alles abgedeckt, was den Fußball in unserem Zeitalter bestimmt, bewegt und bedrückt. Und das sind in erster Linie eine ganze Menge Geld und ein paar sehr einflussreiche Leute, wie wir alle wissen. Berger geht es weniger um das Spiel an sich, als um das Schindluder, welches um den und mit dem Fußball getrieben wird.

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