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  • Das Bitcoin-Desaster

    geschrieben am 10. März 2014 von Gastautor

    von Thomas Trares*

    Ist dies bereits der Anfang vom Ende von Bitcoin? Oder sind dies nur die Geburtswehen einer neuen Internet-Währung? Nachdem Ende Februar die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox Insolvenz angemeldet hat, muss nun auch die kanadische Handelsplattform Flexcoin schließen. In beiden Fällen haben Hacker offenbar Schwachstellen in der Software ausgenutzt. Während bei Flexcoin Bitcoins im Wert von umgerechnet 430.000 Euro verloren gingen, war der Schaden bei Mt. Gox ungleich größer. Die Rede ist von mehreren hundert Millionen Euro. Mt. Gox galt zweitweise als die größte Bitcoin-Börse überhaupt. Der Kurs der Internet-Währung ist nach seinem Höhenflug Ende vergangenen Jahres zwischenzeitlich um mehr als die Hälfte eingebrochen.

    Im Umlauf sind die Bitcoins bereits seit 2009. Nach dem Schock der internationalen Finanzkrise wollte man eine digitale Währung kreieren, die privat und dezentral hergestellt wird, also komplett ohne Regierungen und Zentralbanken. Erfinder soll ein gewisser Satoshi Nakamoto sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dabei um ein Pseudonym, das für eine bestimmte Person oder Personengruppe steht. Erzeugt werden die Bitcoins mithilfe eines komplizierten Algorithmus auf den Computern der Nutzer. Dies soll das Kopieren der Bitcoins verhindern. Zudem ist die Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt, im Jahr 2033 soll die Produktion eingestellt werden. Bis jetzt wurden mehr als zwölf Millionen hergestellt. Derzeit werden pro Tag weltweit rund 70.000 Transaktionen in Bitcoin abgewickelt.

    Alles in allem handelt es sich hier um einen Ansatz, der nicht nur gut zum anarchistischen Selbstverständnis der Internet-Gemeinde passt, sondern auch in libertären Kreisen durchaus seine Anhänger hat. Ähnliche Vorstellungen finden sich nämlich auch bei den Vordenkern der marktradikalen Östereichischen Schule. In seinem 1976 erschienenen Buch „Entnationalisierung des Geldes“ fordert etwa Friedrich August von Hayek die Geldversorgung der Wirtschaft komplett zu privatisieren. Nicht staatliche Notenbanken, sondern private Anbieter sollten die Währungen in Umlauf bringen sollen. Der Wettbewerb sorge dann dafür, dass sich die beste Währung durchsetzt.

    Aufbauend auf dieser Grundidee sympathisieren auch heutige Finanzlibertäre mit den Bitcoins. Der FDP-Politiker Frank Schäffler schreibt auf seiner Homepage: „Bitcoins muss man nicht gut finden. Wer sie nicht gut findet, muss sie nicht nutzen, das ist der entscheidende Unterschied zum staatlichen Zwangsgeld. Das müssen SIE benutzen. Aber diejenigen, die Bitcoins nutzen wollen, sollen sie im Rahmen der allgemeinen Gesetze nutzen dürfen. Ob sie sich am Ende als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel durchsetzen, ist offen und wird die Zeit zeigen. Hayek glaubte daran. Er schloss sein Buch mit einem Appell: ´Was wir nun brauchen, ist eine Freigeld-Bewegung, die der Freihandels-Bewegung des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist.´“

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    135 Kommentare

    Die „Klitschko Management Group“ öffnet Türen

    geschrieben am 07. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: commons.wikipedia

    Von irgendwas muss man ja leben. Auch wenn man mit dem Boxen einen Haufen Geld verdient hat, gibt es doch auch ein Leben neben dem Sport. Im Fall der Klitscho-Brüder findet das unter anderem durch die „Klitschko Management Group (KMG)“ statt, die ihren Sitz in Hamburg hat. Von dort aus treibt sie unternehmerisch Expansionen in den Osten Europa voran. Die Ukraine spielt dabei eine wesentliche Rolle.

    Zukunftsmarkt Ost erobern!

    Das Motto der Klitschkos klingt hübsch: „Wir wollen unseren Kunden nicht nur Wege aufzeigen, wir gehen sie jeden Tag.
    Damit dürften sie derzeit recht viel zu tun haben. Aber der Aufwand hält sich wohl dennoch in Grenzen, denn in Kiew hat die Gruppe ein Büro, man kann also oft vor Ort sein. Immerhin gilt die Ukraine als besonderes interessanter Standort, um effiziente Expansionen zu betreiben. In einem auf die Website eingepflegten Pdf-Dokument erfährt der geneigte Unternehmer, wie die Klitschkos ihm helfen können. Zum Beispiel so: „Zusammen mit der KMG als starkem und zuverlässigem Partner den Zukunftsmarkt Ost erobern.
    Zu Beginn ist eine allgemeine Einschätzung zu sehen: „Der Osten befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Entwicklung. Die Orientierung am Westen geht in allen Bereichen voran. Die Länder öffnen sich, wodurch sich neue Potentiale für Unternehmen aus dem Westen ergeben. Um diese Potentiale zu erkennen und abzuschöpfen, ist die Klitschko Management Group ein erfahrener und zuverlässiger Partner. Davai!
    Richtig, Davai! Auf geht’s in Richtung Osteuropa, auch und besonders in die Ukraine. Denn wenn gerade Umbruch und Entwicklung zu beobachten sind, dann kaum stärker als dort. Den Artikel weiterlesen »

    57 Kommentare

    Weh dem, der lügt

    geschrieben am 06. März 2014 von Jens Berger

    John Kerry und sein State Departement holen zum großen PR-Schlag aus. In einer Zehn-Punkte-Liste bezichtigen sie den russischen Präsidenten der Lüge. Das Problem: Kerry und sein Ministerium lügen selbst, dass sich die Balken biegen. Während Putin auf der Krim Fakten schafft, versucht die PR-Abteilung der US-Regierung in den Köpfen der Menschen Fakten zu zementieren, die keine sind.

    Die FAZ veröffentlichte heute in ihrer Online-Ausgabe eine Liste des State Department die redaktionell mit der Überschrift „Die Liste der Lügen“ versehen wurde. Doch wer lügt hier und wer spricht die Wahrheit?

    Putin: Es ist der russischen Opposition nicht gelungen, das Übereinkommen mit Präsident Janukowitsch vom 21. Februar umzusetzen.
    State Department: Das Abkommen sah vor, dass die Verfassung von 2004 wiederhergestellt werden und das Parlament seine früheren Kompetenzen wiedererlangen sollte. Statt zu unterzeichnen, ist Janukowitsch geflohen, wobei er Beweise weitreichender Korruption hinterließ.

    Hier tischt das State Department der Weltöffentlichkeit eine dreiste Lüge auf. Wie beispielsweise in diesem Nachrichtenbeitrag von ntv (ab 0:16) zu sehen ist, unterzeichnete Janukowitsch sehr wohl das Abkommen, dessen Inhalt auch auf den Seiten des Auswärtigen Amts abrufbar ist. Neben Janukowitsch unterzeichneten auch im Namen der Opposition Vitali Klitschko (UDAR), Oleg Tjagnibok (Swoboda) und Arsenij Jazenjuk (Vaterland). Bezeugt wurde die Unterzeichnung durch die Außenminister Polens, Deutschlands und Frankreichs.

    Das Abkommen sieht unter #5 vor, dass beide Seiten ernsthaft dafür Sorge tragen, besetzte Straßen, Parks und Plätze freizumachen und sich von öffentlichen Gebäuden zurückzuziehen. Am Tag darauf distanzierten sich die drei oppositionellen Unterzeichnerparteien bereits von diesem Punkt, indem sie in einem Statement bekannt gaben , „die Forderungen der Regierung, den Maidan zu räumen nicht zu akzeptieren“.

    Weiterlesen (inkl. externer Links) auf den NachDenkSeiten

    459 Kommentare

    Ukraine: Das System frisst sich durch

    geschrieben am 05. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Eigentlich ist es längst klar: Das westliche Kapital frisst sich durch die Ukraine. Es ist hungrig, weil das in seiner Natur liegt. Es will Expansion und Ausbeutung, es ist gierig nach mehr, riecht einen neuen Markt, der ausgeweidet werden muss, bis die Innereien leblos verstreut herumliegen. Daran ist nichts Schönes, nichts Edles, und mit herzensguter Demokratie und wahrer Menschenliebe hat das auch nichts zu tun. Das Kapital ist wieder einmal in ein Land einmarschiert. Nicht mit Panzern, der Marine oder Bodentruppen. Es reichte, die Unzufriedenheit vieler Menschen zu erkennen, gleichzeitig gezielt gewisse Kräfte finanziell zu unterstützen und aus ihnen eine „Opposition“ zu machen. Die ist zwar zwischenzeitlich der Kontrolle entglitten, aber Veränderungen – Revolutionen – haben solche Unwägbarkeiten immer inne. Das gehört dazu. Den Artikel weiterlesen »

    237 Kommentare

    Ukraine: Live-Ticker

    geschrieben am 03. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Open Thread

    Nein, nein! Einen Live-Ticker zu den Entwicklungen in der Ukraine gibt es bei uns natürlich nicht. Wollen wir nicht, könnten wir auch gar nicht.

    Aber in den letzten Tagen und Wochen ist in unseren Kommentarspalten vermehrt der Wunsch aufgekommen, einen Open Thread einzurichten, damit ein Austausch stattfinden kann. Allein die Tatsache, dass unter dem Artikel “Kiew: Thomas im Wunderland” mittlerweile fast 1.000 Kommentare zu lesen sind, macht den Bedarf, über dieses Thema zu diskutieren, deutlich.

    Wer hier nun also seine Eindrücke schildern will, neue Informationen hat, die das Thema näher beleuchten oder sonst etwas zu dem Thema beitragen möchte, sei hiermit ausdrücklich dazu ermuntert.

    Noch etwas: Wo gehobelt wird, fallen Späne, das gilt natürlich auch, wenn unterschiedliche Standpunkte aufeinander treffen. Wir möchten trotzdem darum bitten, gewisse Umgangsformen aufrecht zu erhalten.

    Besten Dank!
    Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf.

    290 Kommentare

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