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07. Oktober 2010 von Spiegelfechter
Während die Minister im Licht der Scheinwerfer stehen, regieren die Staatssekretäre im Hintergrund. Noch nie war die Macht von Beamten wie Jörg Asmussen so groß wie heute
Innerhalb der schwarz-gelben Koalition gärt es. Nein, es geht nicht um Stuttgart 21, miserable Umfrageergebnisse oder die Staatsfinanzen – man streitet sich stattdessen darüber, ob ein Staatssekretär mit SPD-Parteibuch die Bundesrepublik auf internationalem Parkett vertreten darf. Finanzminister Schäuble laboriert immer noch an den Spätfolgen eines operativen Eingriffs im letzten Jahr und muss für vier Wochen das Bett hüten. Dabei stehen im Oktober zwei wichtige G-20-Treffen in Washington und Südkorea an. Ginge es nach Schäuble, so würde ihn sein Staatssekretär Jörg Asmussen vertreten. Das wäre eigentlich auch nur logisch, schließlich ist Asmussen der eigentliche Herr im Hause, wenn es um Fragen internationaler Finanzmarktpolitik und -regulierung geht. Doch Asmussen hat ein entscheidendes Manko – er ist Mitglied der SPD.
Der Kern der Regierung
Manchmal sagen spontane Worte mehr als ausgefeilte Regierungserklärungen: Als Jörg Asmussen einmal auf einer Pressekonferenz danach gefragt wurde, wie die Bundeskanzlerin zu seinen Plänen der Finanzmarktregulierung stünde, erzählte er den Journalisten lieber, dass er in diesen Fragen mit seinem Kollegen Jens Weidmann einer Meinung sei und würzte dies mit dem Ausspruch: „Sie sehen, der Kern der Regierung ist intakt“. Der Kern der Regierung? In der Tat. Während die Öffentlichkeit sich stets auf Kanzlerin, Finanz- und Wirtschaftsminister konzentriert, werden die eigentlichen Fragen von einer kleinen Gruppe politischer Beamte beantwortet. Doch wer kennt schon die Namen Diwel, Otremba, Asmussen oder Weidmann?
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04. Oktober 2010 von Spiegelfechter
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22. April 2010 von Spiegelfechter
Endlich! Medien und Politik haben einen Schuldigen für die Finanzkrise gefunden: Goldman Sachs. Der Investmentbank-Gigant eignet sich natürlich ganz hervorragend als Sündenbock. Wer ?Gottes Werk? verrichtet, wie Goldman-Chef Blankfein die verdutzten Normalsterblichen jüngst wissen ließ , kann schließlich auch alle Sünden der Welt auf sich nehmen. Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass Goldman Sachs sowohl als Verursacher, als auch als Nutznießer einen Platz in der ersten Reihe der Anklagebank zusteht, die momentan überschäumende Kritik an den Goldmännern aus den Reihen der deutschen Politik ist jedoch durchschaubar und durch und durch verlogen. Schließlich hat das Hätschelkind der deutschen Politik, die Deutsche Bank, genauso viele Sünden auf dem Kerbholz. Wer die Dreistigkeit besitzt, ausgerechnet einem Goldman-Sachs-Mann wie Ottmar Issing federführend mit den Reformen der Finanzmarktregulierung zu betrauen, sollte ohnehin besser auf Tauchstation gehen.
Alle gegen Goldman
Warum hat sich eigentlich in den letzten Wochen eine heilige Allianz, die von Obama über Brown und Sarkozy bis in die Tiefen deutscher Hinterbänkler reicht, gebildet, die Goldman Sachs so unschöne Dinge wie beispielsweise Betrug vorwirft? Dafür gibt es zwei Gründe, einen oberflächlichen und einen politstrategischen. Der oberflächliche Grund ist ein Verfahren der amerikanischen Finanzaufsicht gegen Goldman Sachs. Die Investmentbank soll doch tatsächlich an den Ramschpapieren, die sich in den Tresoren der Investoren in Nichts aufgelöst haben, Geld verdient haben ? ei der Daus! Das hätte man von den Herren der Wall Street, die ja ansonsten für risikofreie und mündelsichere Finanzgeschäfte bekannt sind, nun wirklich nicht erwartet. Doch bereits bei näherer Betrachtung relativiert sich der Betrugsvorwurf, denn zum Betrug gehört nun einmal immer auch ein Betrogener. Was hat Goldman Sachs also getan, um nun Zielscheibe des heiligen Zorns zu sein?
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13. August 2009 von Spiegelfechter
Das Finanzministerium braucht bald selbst einen Rettungsschirm. Im Untersuchungsausschuss offenbart sich ein eklatantes Missmanagement
Für die Rettungsversuche in Sachen Hypo Real Estate musste der Staat bisher 87 Milliarden Euro Steuergelder aufbringen. Jeder Bundesbürger ? vom Säugling bis zum Greis ? ist stellvertretend mit über 1.000 Euro dabei. Die Weichen für die teuerste Rettungsaktion der deutschen Geschichte wurden in konspirativer Runde und unter höchstem Zeitdruck in der Nacht zum 29. September 2008 gestellt. Federführend dabei: Staatssekretär Jörg Asmussen, Finanzminister Peer Steinbrück und Kanzlerin Angela Merkel.
Asmussen und Steinbrück müssen sich in der kommenden Woche vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss erklären. Haben sie fahrlässig oder gar vorsätzlich den Interessen der Finanzwirtschaft mehr Gewicht beigemessen als denen der Allgemeinheit? Im Kern geht es bei der Aufklärung um die Frage, ab wann im Finanzministerium bekannt war, dass die HRE ohne staatliche Interventionen in die Insolvenz gehen würde, und ob es zu diesem Zeitpunkt keine Alternative zur durchgeführten Rettungsaktion gab, die für den Steuerzahler günstiger gewesen wäre.
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01. Juli 2009 von Spiegelfechter
Finanzstaatsekretär Asmussen, unser Bankenretter, hat mehr als eigenwillige Methoden. Er gab offenbar doppelt Geld für PR aus und holte sich einen Ex-HRE-Manager ins Haus
Hinter dem sperrigen Namen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) verbirgt sich ein schlankes Gremium, das – abseits jeglicher parlamentarischen Kontrolle – über die Vergabe von 480 Milliarden Euro an kriselnde Finanzinstitute entscheiden darf. Noch nie entschieden so wenige Männer über so hohe Summen. Der Lenkungsausschuss, der letztendlich über die Vergabe entscheidet, besteht aus drei Staatssekretären und einem Vertreter der Länder. Rechenschaft über die Milliardenhilfen für das Bankensystem muss das Gremium dem Steuerzahler nicht ablegen. Ein Kontrollgremium des Bundestags darf zwar in geheimer Sitzung Fragen stellen, die Antworten müssen aber geheim gehalten werden ? bei Missachtung drohen den Parlamentariern sogar Haftstrafen.
Da ist es verständlich, dass die Aktionen des SoFFin von allen Seiten kritisch beäugt werden. Besonders für Jörg Asmussen, den Vertreter des Finanzministeriums, dürfte es langsam eng werden. Nachdem der Staatssekretär bereits im Untersuchungsausschuss über die Rettung der Hypo Real Estate (HRE) ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist, belegen nun brisante Unterlagen, die dem STERN vorliegen, zwei weitere erklärungsbedürftige Vorgänge rund um die HRE.
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