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  • Inge Hannemann: Meine Vorstellung über das politische Hamburg

    geschrieben am 04. November 2014 von Gastautor

    Von Inge Hannemann
    Inge Hannemann Bild

    Vorbemerkung Jörg Wellbrock:
    Gerade eben bin ich auf einen Text von Inge Hannemann aufmerksam geworden, den wir nun hier als Gastbeitrag publizieren. Er bezieht sich zwar auf Hamburg, könnte jedoch in ähnlicher Form für nahezu jede Stadt in Deutschland stehen.
    Im Zuge der Veröffentlichung des Textes von Inge Hannemann sei dann gleich auch noch der Hinweis erlaubt, dass es demnächst einen Podcast mit ihr hier geben wird.
    Hier nun aber der Text ..

    Die Stadt Hamburg beherbergt rund 42 000 Millionäre und 11 Milliardäre. Gleichzeitig vergrößert sich die Armutsquote und die Schere zwischen arm und reich. Stagnierende Erwerbslosigkeit, Anstieg der Rentnerinnen und Rentner, welche ergänzende Grundsicherung benötigen, fehlender günstiger Wohnraum und die damit steigende verbundene Wohnungsnot, Einsparungen in der Kinder- und Jugendarbeit und die bis dato wenig beachtete Umsetzung der Behindertenrechtskonvention sind nur ein paar wenige Beispiele, wo es in Hamburg hängt. Redet Scholz von einem Schuldenproblem, rede ich eher von einem Verteilungsproblem. Elbphilharmonie, Banken- und Steuergeschenke, Illusionen von Olympia in Hamburg stellen vielmehr selbst eingerichtete Denkmäler der vergangenen und des derzeit regierenden Ersten Bürgermeisters dar.
    An den Rand gedrängt werden jedoch die Menschen, die eine faire und menschenwürdige Politik und Umsetzung von tatsächlichen Hilfen benötigen. Dazu gehören die Flüchtlinge, Erwerbslose, Rentner, Kinder- und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, prekär Beschäftigte sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hamburg, welche sich eine soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit wünschen und leben. Den Artikel weiterlesen »

    113 Kommentare

    Herr Bundespräsident, Sie verhalten sich nicht demokratisch!

    geschrieben am 03. November 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    GauckBild: zdf.de

    Kommentar

    Darf der das, der Gauck? Darf er mit seiner Meinung in die Phase der Regierungsbildung eingreifen, so wie er es getan hat, als er der Partei Die Linke durch die Gaucksche Blume absprach, eine demokratische Partei zu sein? Und hat er das überhaupt gemacht? Gauck äußert sich doch andauernd, warum sollte er es jetzt nicht dürfen?
    Ist doch nur seine Meinung, oder?

    Es gibt zwei Arten von Bundespräsidenten: den Mahner, der Denkanstöße gibt, der infrage stellt, der unterschiedliche Möglichkeiten politischer Perspektiven aufzeigt. Diese Art Bundespräsident mischt sich ein, ohne sich auf eine Meinung zurückzuziehen, er spricht aus, was viele denken und stößt so wichtige Debatten an.
    Das ist die eine Art Bundespräsident. Die andere: Gauck. Der mahnt nicht, er urteilt. Er stellt nicht infrage, sondern nimmt für sich die richtigen Antworten in Anspruch. Er entwickelt keine nuancierten Perspektiven, sondern will eine klare Richtung vorgeben.
    Jetzt hat er (mal wieder) den Bogen überspannt. Den Artikel weiterlesen »

    159 Kommentare

    Bahnstreik – Ich bin ein GDL-Versteher!

    geschrieben am 30. Oktober 2014 von Jens Berger

    Die Lokomotivführergewerkschaft GDL hat es in diesen Tagen nicht eben leicht. Ihr Vorsitzender Claus Weselsky wird in den Medien als eine Art Atilla der Lokführerkönig dargestellt, während der Streik der Eisenbahner in der veröffentlichten Meinung zum Untergang des Abendlandes hochgeschrieben wird. Hinter den Kulissen wurde zur heiligen Hetzjagd auf das Gespenst der Lokführergewerkschaft geblasen – beteiligt ist neben der Deutschen Bahn AG, den Medien und der SPD auch die DGB-Gewerkschaft EVG, die im offenen Clinch mit der GDL liegt. Dabei hat die GDL allen Grund, der EVG ein wenig Konkurrenz zu machen. Die EVG und vor allem deren Vorgängerin Transnet ist nämlich nicht gerade ein Ruhmesblatt für die Geschichte der Gewerkschaften in Deutschland.

    Auch wenn die GDL erst in den letzten Jahren öffentlich wahrgenommen wurde, kann sie auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Nachdem die Weimarer Verfassung auch Beamten die Koalitionsfreiheit einräumte, entstand 1919 die GDL. In der Bundesrepublik gehörte die GDL dem Deutschen Beamtenbund an. Bis 2008 kannte dennoch kaum jemand die GDL. Warum ausgerechnet 2008? Um diese Frage zu beantworten, muss man ein wenig in der Zeit zurückspringen. Seit den 1990ern tobte in der Politik ein mit harten Bandagen geführten Kampf um die Privatisierung der Deutschen Bahn. Auf gewerkschaftlicher Seite spielte dabei vor allem die DGB-Gewerkschaft Transnet eine führende und durchaus unrühmliche Rolle. Transnet war damals – was für eine Arbeitnehmervertreterin durchaus ungewöhnlich ist – eine, wenn nicht sogar die, führende Befürworterin einer Teil- bzw. Kapitalprivatisierung der Deutschen Bahn. Der damalige Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen versuchte sogar alles möglich, um seine Partei, die SPD, von den Privatisierungsplänen des damaligen Bahnchefs Hartmut Mehdorn zu begeistern.

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    128 Kommentare

    Putinverstehen oder Ein Beitrag zur Aufklärung

    geschrieben am 29. Oktober 2014 von Jens Berger

    ein Gastbeitrag von Roberto De Lapuente

    »Der Putin treibt uns noch in den Krieg«, sagte mir erst kürzlich wieder jemand. Ich musste tief durchschnaufen. Jeder kennt vermutlich mittlerweile eines dieser Geschöpfe, das nachplappert, was die Medien vorfabrizieren. Die rhetorischen Lemminge sind ein wachsendes Völkchen und Problem. Ich indes fragte mich, wo ich mit Gegenargumenten ansetzen sollte, um dieser Behauptung etwas entgegenzusetzen.

    Sollte ich etwa bei der NATO beginnen, die man in Russland als Drohung wahrnimmt? Oder bei dem, was die Krim für Russland war und ist? Da gibt es so viel, alles scheint so kompliziert und verwirrend. Ich fragte mich, wie man einen Menschen, der sich kaum mit den Hintergründen dieser Angelegenheit befasst, sich News nur aus »Bild« und »Spiegel« pickt, dazu bekommt, dass er auch mal die andere Seite sieht. Das Vorhaben habe ich allerdings gleich wieder aufgegeben. Ich ließ den Satz von Putins Kriegstreiberei so stehen und seufzte laut. Aufklärung ist eine gute Sache, aber ad hoc ist sie in Fragen dieses Konfliktes zwischen Russland und dem Westen kaum mehr zu leisten. Es gibt einfach zu viel zu sagen, zu viele Baustellen, zu viele Nebelkerzen und Minenfelder. Und wenn man jemanden dann quasi sagt, er sei Opfer von Propaganda, dann macht er dicht. Denn dergleichen passiert doch nicht bei uns im gesitteten Westen. Propaganda machen nur immer die anderen. Macht Putin.

    Einige Tage später bekam ich dann Wolfgang Bittners neues Buch in die Finger. Es hätte mir sehr als Argumentationshilfe gedient. Endlich mal alles auf einen Blick. Chronologisch. Die Zusammenhänge erfassend. Denn auch die Zusammenhänge gehen einem ja schnell verloren, wenn man den Tausenden von Stimmen aus den Medien lauscht. Alle reden sie durcheinander, überschlagen sich, streuen neue Gerüchte und dann weiß man nicht mehr, wie es zu dem kam, was da gerade gespielt wird.

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    Stresstest – eine Farce, aus der dann auch noch die falschen Schlüsse gezogen werden

    geschrieben am 27. Oktober 2014 von Jens Berger

    Glaubt man dem an diesem Wochenende durchgeführten Banken-Stresstest der EZB, haben 25 der 130 Großbanken der Eurozone im Krisenfall ein ernstes Problem. Doch dieses – keinesfalls schmeichelhafte – Ergebnis ist kaum mehr als eine Beruhigungspille. Wichtige Parameter, wie beispielsweise die krisenbedingte Wechselwirkungen zwischen den Banken, wurden im Stresstest erst gar nicht implementiert. So überrascht es auch nicht, dass die EZB die Kapitallücke im europäischen Bankensystem lediglich mit lächerlichen zehn Milliarden Euro bemisst. Realistischere Rechenmodelle beziffern hingegen die Kapitallücke mit 487 Milliarden Euro. Und ganz vorne dabei ist wieder einmal die Deutsche Bank, die den EZB-Stresstest selbstverständlich problemlos gemeistert hat.

    Auch wenn sehr viel über den Stresstest geschrieben und gesendet wird, nehmen sich nur die allerwenigsten Autoren einmal die Zeit, zumindest im Ansatz zu erklären, wie dieser Stresstest überhaupt funktioniert. Um es vereinfacht auszudrücken, stellen die Banken bei einem solchen Test ihre sämtlichen Aktivitäten in einer Datenbank zusammen, in der auch zusätzliche Parameter abgespeichert werden, die zuvor von der EZB festgelegt wurden. Dann simuliert die EZB eine „Krise“ und gibt den Banken Vorgaben, wie sie ihre Datenbank dem Krisenszenario anpassen sollen. Ein solches Szenario kann z.B. folgendermaßen aussehen: Die Wirtschaft in Land XZY bricht um 10% ein, dadurch fallen im Laufe eines Quartals 20% aller Kredite an kleinere und mittlere Unternehmen mit hoher Risikobewertung aus. Die Banken müssen also Abschreibungen vornehmen und wenn am Ende des Test die sogenannte Kernkapitalquote der Bank einen vorher festgelegten Wert unterschreitet, die Verluste also nicht mehr ausreichend durch das Eigenkapital gedeckt sind, ist die Bank durch den Stresstest durchgefallen. Reicht der Kapitalpuffer aus, hat sie bestanden.

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    57 Kommentare

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