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  • Public Relations – Propaganda als Wirtschaftszweig

    geschrieben am 12. März 2014 von Gastautor

    Von Lukas Böhm

    Die Methodik der modernen Werbeindustrie ist einer der Gründe, warum der freie Markt seine Versprechen vom Wohlstand für alle nicht einhalten kann. Einfachen ethischen Grundsätzen entzieht sie sich schon lange.

    Werbung ist ein gigantisches Geschäft: Im letzten Jahr investierte allein die deutsche Wirtschaft 30 Mrd Euro in Werbung. 2012 zählte die Branche fast 350.000 Beschäftigte. Nur 2009, im Zuge der Finanzkrise, sank der Umsatz.

    Das Spektrum der angebotenen Dienstleistungen ist breit und reicht von der klassischen Produktwerbung bis zu ausgefeilten Imagekampagnen. Das bewusste Versehen einer Marke mit einem Image ist dabei für uns heute so selbstverständlich, dass wir es kaum mehr hinterfragen. Wir kaufen Produkte einer bestimmten Marke heute nicht mehr nur weil wir davon überzeugt sind, dass sie besser sind. Wenn wir zur Zielgruppe der Marke gehören, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir die Marke schlicht sympathisch finden. Wir wollen uns in dem von der Firma vermittelten Bild wiederfinden. Beck´s für den coolen Mittzwanziger, Toffifee für die glückliche Familie und Hugo Boss für den begehrten Erfolgstypen. Den Artikel weiterlesen »

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    Hoeneß ablösen, den Anstand retten!

    geschrieben am 11. März 2014 von Jens Berger

    So lautet eine OpenPetition, die die NachDenkSeiten hiermit starten. Text und Begründung finden Sie unten und hier zum unterzeichnen. Wir starten diese Aktion nicht zum Spaß. Es geht darum, dass die Sitten in unserem Land nicht total verwildern. Das geschieht nämlich, wenn jemand der nach eigenem Verständnis 18,5 Millionen Steuern hinterzogen hat und damit einer kriminellen Tat schuldig ist, weiter Präsident des bekanntesten deutschen Fußballklubs bleibt. Wir wenden uns an die Aufsichtsratsmitglieder der FC Bayern München AG, weil sie zu entscheiden haben und weil sie außerdem überwiegend Repräsentanten großer deutscher Unternehmen sind. Wenn dieser Herr nicht sofort handeln, dann fällt ein böser Schatten auch auf diese Unternehmen.

    Bitte machen Sie mit! Unterzeichnen Sie und werben Sie in Ihrem Bekannten und Freundeskreis für die Unterzeichnung dieser Petition. Nutzen Sie Ihre E-Mail-Adressen zur Weiterleitung dieses Textes und der Petition.

    Hier Text und Begründung:

    An die Mitglieder des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG

    Herrn Herbert Hainer, Stellvertretender Vorsitzender des AR der FC Bayern München AG und Vorstandsvorsitzender der adidas AG,
    Herrn Rupert Stadler, Stellvertretender Vorsitzender des AR der FC Bayern München AG und Vorstandsvorsitzender der Audi AG,
    Herrn Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG,
    Herrn Helmut Markwort, Herausgeber des Nachrichtenmagazins FOCUS,
    Herrn Dieter Rampl, Ehem. Verwaltungsratsvorsitzender der UniCredit Group,
    Herrn Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident a.D., Ehrenvorsitzender der CSU,
    Herrn Prof. Dr. Martin Winterkorn Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und der Porsche Automobil Holding SE
    Hoeneß ablösen, den Anstand retten!
    Hiermit fordere ich Sie als Mitglied des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG auf, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und Präsidenten des FC Bayern, Herrn Uli Hoeneß, sofort abzulösen.

    Begründung:

    Herr Hoeneß hat zugegeben, 18,5 Millionen Steuern hinterzogen zu haben. Das ist sowohl aus der Sicht der Fans des FC Bayern wie auch aus der Sicht fast aller deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger eine unvorstellbar hohe Summe, um die er das Gemeinwesen betrogen hat . Hoeneß ist zum Sinnbild von Maßlosigkeit und Unanständigkeit geworden.

    Wenn Sie diesen Präsidenten im Amt lassen, dann fördern Sie die Verwilderung der Sitten in Deutschland, dann machen Sie den schlampigen und kriminellen Umgang mit dem Staat und mit unseren öffentlichen Einrichtungen hoffähig.
    Wenn Sie nicht sofort handeln und den Aufsichtsratsvorsitzenden und Präsidenten entlassen, dann fällt auch ein böser Schatten auf die großen Unternehmen, deren Repräsentanten mehrere von Ihnen sind. Sie entwerten damit zugleich das Bemühen deutscher Unternehmen um eine von Anstand und Solidarität bemühte Unternehmensführung, den so genannten Corporate Governance Kodex.
    Das alles gilt unabhängig davon, ob Herr Hoeneß mit einer Haft bestraft wird oder nicht.

    Wenn Sie aus falscher Solidarität mit dem Steuerbetrüger Hoeneß nichts tun, dann fällt dieses Verhalten als Kumpanei auf Sie und Ihre Unternehmen zurück.

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    Kommunikation als Spiel: Demokratie in der digitalen Revolution

    geschrieben am 11. März 2014 von Gastautor

    Das Internet revolutioniert die Gesellschaft. Am Beispiel der Piratenpartei lässt sich der Stand dieser Revolution ablesen.

    ein Gastartikel von Florian Hauschild

    Dem informierten Beobachter wird nicht entgangen sein, dass die Piratenpartei seit einigen Wochen (mal wieder) eine Zereißprobe durchläuft. Noch kann nicht abgeschätzt werden, in welche Richtung sich die Partei entwickeln wird, klar ist aber: Es wurden Fragen gestellt, die nun beantwortet werden sollten.

    Nach den vielen Fehden und Skandalen (Piratenjargon: “Gates”) der vergangenen Jahre ist die Partei längst geschwächt. Viele Engagierte haben das Weite gesucht oder halten sich im Hintergrund, ein langsames Ausbluten schien das bereits besiegelte Schicksal der Partei zu sein.

    Unter diesem Radar ging die konstruktive Arbeit indes weiter: Eine Vielzahl von Basispiraten arbeitet tagtäglich an programmatischen Fragen, Werkezeuge des digitalen Meinungsaustausches wurden weiterentwickelt, organisatorische Fragen wurden und werden gestellt und manchmal sogar beantwortet. Es wird auch weiter am Ziel gearbeitet, die digitale Revolution in Einklang mit menschlichen Bedürfnissen zu bringen, sie als Chance zu begreifen, nicht als Gefahr. Für all dies bedarf es keiner großen Öffentlichkeit, gleichsam interessiert sich die Öffentlichkeit kaum für diese Geschichten.

    So war es letztendlich abzusehen, dass nur eines der berühmt-berüchtigen Piraten”gates”, noch einmal eben jene Energie freisetzen konnte, die den kritisch-interessierten Beobachter zu einem vorerst letzten längeren Blick auf die Partei bewegen konnte. Das Schicksal wählte hierfür “Bombergate”.

    Anne Helm kam die undankbare Rolle zu, das Gesicht dieses Parteiskandals zu sein, was jedoch nicht von den eigentlichen Fragen, die es hier zu stellen gilt, ablenken sollte.

    Denn schnell wurde dem Beobachter klar, dass das was hier als Partei firmiert, mit dem Begriff “gesamtgesellschaftliche Therapiegruppe” wohl besser beschrieben wäre. Zahlreiche verhaltensauffällige Akteure sind zu beobachten, ebenso wie die Schlichter, Erklärer und “Heiler”, die in solchen Fällen stets vor Ort sind. Neben den, in der Regel “unsichtbaren”, Organisatoren der Infrastruktur und der Programmarbeit bildet die genannte Melange den für die Öffentlichkeit wahrnehmbaren Teil der Partei.

    Das mag nun alles etwas verächtlich klingen, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Jede Erfahrung von Kommunikation im digitalen Raum zeigt: Kaum etwas braucht diese Gesellschaft mehr als eben jene barrierefreien “Therapiegruppen”. Hier findet sich was zusammengehört, auch wenn dies die Beteiligten wohl selbst am liebsten leugnen würden.

    Die Piratenpartei geht damit weit über das übliche Konzept klassischer Parteibildungen hinaus: Geboren im Internet fungiert das Mem “Piraten” wie eine Art Brennglas zur Analyse gesamtgesellschaftlicher Kommunikationsfragen.

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    WM 2018 in Russland: Deutschlands Sturmdrang

    geschrieben am 10. März 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: wikipedia
    Kommentar

    Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der CDU, hat mal laut gedacht. Und in seiner grenzenlosen Arroganz kam ihm dann auch gleich eine Idee: Man könne doch vielleicht die für das Jahr 2018 geplante Fußball-WM den Russen wieder wegnehmen. Als pädagogische Maßnahme bzw. Sanktion. Fuchs sagte der FAZ: „Ob es vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse wirklich angemessen ist, in vier Jahren eine Fußball-Weltmeisterschaft in Russland auszurichten, das kann man durchaus in Frage stellen.

    Was kommt als nächstes? Wird Deutschland erwägen, Russland allmorgendlich die Sonne wegzunehmen, um klarzustellen, dass es zappenduster ist, wenn man es nur will? Was Michael Fuchs da von sich gegeben hat, ist zwar erstens absurd, aber – noch wichtiger – zweitens ein weiteres Indiz für die Hybris, die immer stärker von Deutschland ausgeht. Den Artikel weiterlesen »

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    Das Bitcoin-Desaster

    geschrieben am 10. März 2014 von Gastautor

    von Thomas Trares*

    Ist dies bereits der Anfang vom Ende von Bitcoin? Oder sind dies nur die Geburtswehen einer neuen Internet-Währung? Nachdem Ende Februar die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox Insolvenz angemeldet hat, muss nun auch die kanadische Handelsplattform Flexcoin schließen. In beiden Fällen haben Hacker offenbar Schwachstellen in der Software ausgenutzt. Während bei Flexcoin Bitcoins im Wert von umgerechnet 430.000 Euro verloren gingen, war der Schaden bei Mt. Gox ungleich größer. Die Rede ist von mehreren hundert Millionen Euro. Mt. Gox galt zweitweise als die größte Bitcoin-Börse überhaupt. Der Kurs der Internet-Währung ist nach seinem Höhenflug Ende vergangenen Jahres zwischenzeitlich um mehr als die Hälfte eingebrochen.

    Im Umlauf sind die Bitcoins bereits seit 2009. Nach dem Schock der internationalen Finanzkrise wollte man eine digitale Währung kreieren, die privat und dezentral hergestellt wird, also komplett ohne Regierungen und Zentralbanken. Erfinder soll ein gewisser Satoshi Nakamoto sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dabei um ein Pseudonym, das für eine bestimmte Person oder Personengruppe steht. Erzeugt werden die Bitcoins mithilfe eines komplizierten Algorithmus auf den Computern der Nutzer. Dies soll das Kopieren der Bitcoins verhindern. Zudem ist die Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt, im Jahr 2033 soll die Produktion eingestellt werden. Bis jetzt wurden mehr als zwölf Millionen hergestellt. Derzeit werden pro Tag weltweit rund 70.000 Transaktionen in Bitcoin abgewickelt.

    Alles in allem handelt es sich hier um einen Ansatz, der nicht nur gut zum anarchistischen Selbstverständnis der Internet-Gemeinde passt, sondern auch in libertären Kreisen durchaus seine Anhänger hat. Ähnliche Vorstellungen finden sich nämlich auch bei den Vordenkern der marktradikalen Östereichischen Schule. In seinem 1976 erschienenen Buch „Entnationalisierung des Geldes“ fordert etwa Friedrich August von Hayek die Geldversorgung der Wirtschaft komplett zu privatisieren. Nicht staatliche Notenbanken, sondern private Anbieter sollten die Währungen in Umlauf bringen sollen. Der Wettbewerb sorge dann dafür, dass sich die beste Währung durchsetzt.

    Aufbauend auf dieser Grundidee sympathisieren auch heutige Finanzlibertäre mit den Bitcoins. Der FDP-Politiker Frank Schäffler schreibt auf seiner Homepage: „Bitcoins muss man nicht gut finden. Wer sie nicht gut findet, muss sie nicht nutzen, das ist der entscheidende Unterschied zum staatlichen Zwangsgeld. Das müssen SIE benutzen. Aber diejenigen, die Bitcoins nutzen wollen, sollen sie im Rahmen der allgemeinen Gesetze nutzen dürfen. Ob sie sich am Ende als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel durchsetzen, ist offen und wird die Zeit zeigen. Hayek glaubte daran. Er schloss sein Buch mit einem Appell: ´Was wir nun brauchen, ist eine Freigeld-Bewegung, die der Freihandels-Bewegung des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist.´“

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