Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Rein oder raus?

    geschrieben am 26. Februar 2014 von Jens Berger

    Eigentlich ist es ja ungerecht, Markus Lanz für seine hochnotpeinliche Befragung der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zu kritisieren. Letztlich hat der kleine Markus doch nur nachgemacht, was er in den großen Qualitätszeitungen und von der großen Politik aufgeschnappt hat: Kritiker der europäischen Politik werden als Antieuropäer gebrandmarkt und wer es wagt, an der herrschenden Eurorettungspolitik zu zweifeln, will raus aus dem Euro. Vom vergifteten Diskussionsklima mit seinen Denkverboten profitieren am Ende jedoch nur die Rechtspopulisten.

    Kann man ernsthaft für ein Europa sein, dass es seit fünf Jahren nicht geschafft hat, die Folgen der Finanzkrise in den Griff zu bekommen? Für ein Europa, dass die Jungend in einigen seiner Länder am ausgestreckten Arm verhungern und in der Massenarbeitslosigkeit verharren lässt? Ist ein Europa, in dem nicht die Menschen, sondern die Konzerne die Politik bestimmen, wirklich wünschenswert? Wer all diese Fragen für populistisch oder gar ketzerisch hält, ist damit nicht nur ausreichend qualifiziert, um beim ZDF einen Boulevardtalk zu übernehmen, sondern auch nach herrschender Vorstellung ein guter Europäer. Gute Europäer stellen nämlich keine Fragen, vor allem keine kritischen. Im Umkehrschluss dürfen sich die Fragenden, die Kritiker und die Zweifler das Label „Europagegner“ auf die Stirn kleben.

    Noch vergifteter ist das Diskussionsklima nur beim Thema Gemeinschaftswährung. Zwar konnte der Flächenbrand durch die unkonventionellen Maßnahmen der EZB einstweilen eingedämmt werden, dennoch wird wohl nicht einmal ein Jungunionist mit der rosarotesten aller rosaroten Brillen ernsthaft bezweifeln, dass die grundlegenden Probleme nur aufgeschoben aber nicht aufgeboben wurden. Ohne die künstliche Finanzmarktbeatmung der EZB würden die Zinsen für europäische Staatsanleihen wieder zu alten Höchstwerten zurückkehren – nur dass die Gesamtverschuldung heute noch höher als zu Beginn der Eurokrise ist. Und von den Handelsungleichgewichten, die zu den realwirtschaftlichen Auslösern der Eurokrise zählen will ich hier gar nicht anfangen. Soll man davor die Augen schließen und das Denken durch den Glauben ersetzen? Dann wäre der Euro ein Glaubensbekenntnis. Ich glaube an die jungfräuliche Geburt, die heilige Dreifaltigkeit und die grundsolide Gemeinschaftswährung. Wer daran Zweifel hegt, ist ein Ketzer und gehört auf den Scheiterhaufen. Rein oder raus? Ich frage sie noch einmal: Rein oder raus?

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    56 Kommentare

    Gema-Abgabe auf den Wasserverbrauch geplant

    geschrieben am 25. Februar 2014 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle

    Die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) , bzw. ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte) eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts mit den Gesellschaftern GEMA, GÜFA, GVL, GWFF, TWF, VGF, VFF und VG Bild-Kunst und VG Wort haben dieser Tage die Forderung nach einer Urheberrechtsabgabe (eher wohl Copyright-Abgabe) auf Smartphones gestellt, um die Rechteinhaber für “private Kopien” von Inhalten auf Handys zu entschädigen. Üblicherweise erfolgt die Speicherung von Musik, Bildern oder Videos auf Speicherkarten, für schon eine Abgabe bezahlt wird. Man wünscht eine Urheberrechtsabgabe von 36 Euro pro Mobiltelefon mit Touchscreen und einer Speicherkapazität von mindestens 8 GB, 16 Euro für Mobiltelefone mit Touchscreen und einer Speicherkapazität von weniger als 8 GB und 12 Euro für Mobiltelefone ohne berührungsempfindlichen Bildschirm. Dabei erschließt sich die Bedeutung des Touchscreens für die Speicherung der Daten nicht wirklich. Dass man jetzt den Vorständen der wichtigsten „Hersteller“ mit einer Klage droht, scheint der Beitrag der ZPÜ zum Mobile World Congress (MWC) in Barcelona zu sein. Ob die Abgabe auch entrichtet werden muss, wenn die Rechnung für das Smartphone außerhalb der deutschen Grenzen erstellt wird, dürfte wie bei den Festplatten wieder eine Aufgabe für die Gerichte sein. Es würde kaum verwundern, wenn in Zukunft auch eine Gema-Abgabe auf den Stromverbrauch fällig würde.

    Da die Verwertungsgesellschaften offensichtlich davon ausgehen, dass sich die Menschheit praktisch ohne Unterlass mit rechtlich geschütztem Material beschäftigt, sucht man ständig nach Kriterien, wie sich diese Nutzung in bare Münze umwandeln lässt. So ist inzwischen offensichtlich auch eine Gema-Gebühr auf den Trinkwasserverbrauch in der Diskussion. Trinkwasser? Nun ist es in Deutschland ja unzweifelhaft ein weitverbreiterter Brauch, unter der Dusche oder auf dem eigentlich „stillen Örtchen“ zu singen oder zu pfeifen.

    Den Artikel weiterlesen »

    25 Kommentare

    Was hat eigentlich Matthias Matussek eingeworfen?

    geschrieben am 24. Februar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: Wikipedia

    Jetzt ist dieser Matthias Matussek mit seinem lachhaften Ritt durch Homophobistan so lange spurlos an mir vorbeigezogen, ich war richtig stolz darauf. Und dann das! Schreibt der Kerl doch einen Brief an Stefan Niggemeier, der so grauenvoll schlecht war, dass ich mich doch kurz mal äußern muss.
    Ist das nötig? Nein, wohl nicht unbedingt.
    Gibt es nichts Wichtigeres? Doch, ganz sicher.
    Aber niemand ist gezwungen, meinen Kommentar zu lesen. Also, locker bleiben!

    Kommentar

    Das war gar nicht lustig. Die GEW hat mit einem Fragebogen für Siebtklässler versucht, Vorurteile und Stereotypen aufzuzeigen. Es ging darum, Suggestivfragen zur Heterosexualität zu stellen und das so sehr auf die Spitze zu treiben, dass die Schüler am Sinn der Fragen zu zweifeln beginnen und sie kritisch hinterfragen. Ziemlich innovativ, könnte man sagen. Ex-SPIEGEL-Kulturchef Matthias Matussek fand das aber überhaupt nicht und schrieb einen erzürnten Artikel darüber, wie schwierig es heutzutage in Deutschland ist, nicht schwul oder lesbisch zu sein. Den Fragebogen empfand er als fiesen Versuch, Kinder umzuerziehen und aus ihnen korrekte Homosexuelle zu machen. Die tatsächliche Methodik dahinter sah er offenbar nicht. Den Artikel weiterlesen »

    101 Kommentare

    Kiew: Thomas im Wunderland

    geschrieben am 20. Februar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Man muss schon ziemlich tief graben, um etwas über die Vorgänge in Kiew zu lesen, das nicht europäisch-neoliberal eingetrübt ist. Man muss graben, aber man kann sie finden, die Berichte, die sich mit den Hintergründen der Krawalle beschäftigen und die Motivation von Regierung und deren Gegnern nüchtern analysieren. Schaltet man allerdings die Tagesschau ein, die heute-Sendung, die Tagesthemen oder das heute-journal, wird man eines ganz sicher nicht finden: Informationen. Den Artikel weiterlesen »

    972 Kommentare

    Open Thread: Gewalt in der Ukraine

    geschrieben am 19. Februar 2014 von Jens Berger


    Video: Quelle – Ukrainisches Innenministerium

    Selbstverständlich sind diese Bilder (siehe Quelle) selektiv ausgewählt und sparen die sicherlich vorhandenen Gewaltakte der Polizei aus. Dennoch sprechen diese Bilder eine klare Sprache. Die These von den weitestgehend friedlichen Protesten ist jedenfalls nicht mehr haltbar.

    Eine Frage habe ich an meine Leser: Weiß einer von Euch, welches Symbol auf dem Helm des Scharfschützen (ab 0:30 und im Introbild in Großaufnahme) abgebildet ist? Und gibt es eine Erklärung dafür, dass das Gesicht dieses Mannes durch die Macher des Videos unkenntlich gemacht wurde?

    396 Kommentare

    Seite 30 von 182« Erste...1020...29303132...4050...Letzte »