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  • 40 Sekunden Sprecher-Leiden

    geschrieben am 08. November 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Artikel vorzulesen und aufzunehmen, ist irre einfach. Einerseits. Andererseits will die Zunge manchmal nicht so wie der Kopf. Oder umgekehrt.
    Wie auch immer, von meinem letzten Artikel habe ich mal ein paar kleine Versprecher rausgeschnitten. Damit Ihr sehen, oder besser: hören könnt, dass Sprecher es auch nicht immer leicht haben.

    Viel Spaß!

    8 Kommentare

    Niemand hat die Absicht, eine PKW-Maut einzuführen

    geschrieben am 08. November 2013 von Jens Berger

    Im Wahlkampf gab sich die „Teflon-Kanzlerin“ Angela Merkel redlich Mühe, jede auch nur ansatzweise konkrete Aussage zu vermeiden. In einem Punkt gelang ihr dies bekanntlich nicht: „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben“, so Merkel. Nahezu zeitgleich polterte jedoch Horst Seehofer aus dem fernen München, dass er keinen Koalitionsvertrag unterzeichnen würde, in dem die PKW-Maut nicht enthalten sei. Eine CDU-SPD-Koalition unter Ausschluss der CSU wäre zwar rechnerisch möglich. Wesentlich wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Angela Merkel umkippt und ihre einzige konkrete Wahlkampfaussage Lügen straft. Schön für Horst Seehofer, schlecht für die Bürger.

    Was soll die PKW-Maut überhaupt bringen? Auf diese simple Frage gibt es verschiedene Antworten. Aus Umweltschutz-Gesichtspunkten wäre es freilich wünschenswert, den PKW-Verkehr einzuschränken. Doch dies wäre, wenn es denn nur über eine Gebühr zur Straßenbenutzung reguliert würde, sozial ungerecht und würde darauf hinauslaufen, das Millionen Niedrigverdiener, Erwerbslose und Rentner die Opfer wären. Ökologisch und ökonomisch sinnvoll wäre es hingegen, die Alternativen zum Individualverkehr zu stärken. Doch dafür hat man ja angeblich kein Geld und die Deutsche Bahn ist zudem bereits voll und ganz damit ausgelastet, sich global aufzustellen. Wer in Katar und Russland Milliarden investiert, kann nun einmal dem deutschen Bürger keine bessere Alternative zum Individualverkehr anbieten. Dabei ist die Deutsche Bahn ein lupenreines Staatsunternehmen. Man kann also durchaus sagen, dass es politisch gewollt ist, die Alternativen zum Individualverkehr auch weiterhin zu schwächen. (Nicht nur) Diejenigen, die sich vor einer PKW-Maut drücken wollen oder müssen, würden also bei Einführung einer PKW-Maut zu einem großen Teil auf die Bundes- und Landesstraßen ausweichen – was sowohl ökologisch, als auch ökonomisch eindeutig kontraproduktiv wäre.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    68 Kommentare

    Post an Wagner

    geschrieben am 07. November 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Franz Josef Wagner ermuntert seine “Bild”-Leser, ihm Mails zu schreiben. Das hab ich dann mal getan, denn auch wenn in den letzten Tagen und Wochen viel Unsinn über Edward Snowden gesagt und geschrieben wurde, Wagner schafft es, der Niveaulosigkeit eine völlig neue (sehr erschreckende) Dimension zu geben.
    Vor meiner Mail veröffentliche ich hier den Wortlaut von Wagners Gekritzel, um zu verhindern, dass man sich auf die Seite des Schmierfinks begeben muss.
    Aber er freut sich ganz sicher über ganz viele Mails! (fjwagner@bild.de)

    ———————————————————————————————————————————
    Lieber Edward Snowden,

    Darf ich Ihnen erklären, warum Sie kein Asyl in Deutschland bekommen.

    Sie bekommen kein Asyl, weil wir Amerika sind. Wir sind es, seit Amerika uns vor den Nazis befreit hat.

    Ja, vielleicht sind Sie der Gandhi des Internet, der Lech Walesa des Netzes.

    Aber ich liebe Amerika.
    Die Musicals.
    Elvis.
    Miami, New York.

    Ich entscheide mich immer für Amerika. Amerika war meine Heimat, mein Dach.

    Amerika ist mir lieber als Putin. Armer Mensch im Niemandsland. Ich hoffe, dass Sie jemand da rausholt. Die UNO, die Menschenrechtsorganisationen. Für Amerika ist Snowden ein Verräter, für uns ist er ein Held.

    Wie schön wäre es, wenn der Whistleblower glücklich in einem Bauernhaus lebt mit einer Freundin, die vielleicht schwanger wird. Und sie ein Kätzchen haben und alles gut wird.

    Herzlichst,

    F. J. Wagner

    ———————————————————————————————————————————
    Lieber Franz Josef Wagner,

    darf ich Ihnen mal erklären, warum Edward Snowden kein Asyl in Deutschland bekommt?

    Weil wir es mit einer Regierung zu tun haben, die nicht den Arsch in der Hose hat, sich mutig zu positionieren. Weil – den Gedanken Volker Kauders wiedergebend – die Amerikaner womöglich nicht mehr mit uns reden wollen, wenn wir nicht brav bleiben (obwohl sie ja sowieso lieber zuhören als reden).

    Herr Wagner, wie kommen Sie darauf, dass wir Amerika sind? Wir sind Papst (gewesen), wir sind Bielefeld, wir sind oft betrunken und auch im Sommer meist blass. Aber wir sind nicht Amerika!
    Es ist auch wirklich toll, dass Sie Musicals mögen, dass Sie Elvis-Fan sind und Miami und New York lieben. Aber in der Sache Edward Snowden ist das ungefähr so wichtig wie saure Milch, die auf einer Heizung steht.

    Sie entscheiden sich also immer für Amerika, Herr Wagner. Amerika war Ihre Heimat und Ihr Dach ist es auch noch. Aha! Sie wissen aber schon, dass jedes Dach auch mal einen Schaden haben kann, oder?

    Übrigens, Herr Wagner, Amerika ist ein Land. Putin ist ein Mann. Nur fürs Protokoll, so funktionieren Vergleiche nicht. Das ist, als würden Sie sagen, dass Ihnen Nutella besser als Bergsteigen schmeckt. Merken Sie es? Ist irgendwie albern, oder?

    Kraulen Sie ein bisschen Kätzchen, Herr Wagner. Und bitte, machen Sie es mit beiden Händen. Dann können Sie kein Unheil auf irgendwelchen Tastaturen anrichten.

    Hochachtungsvoll,
    Jörg Wellbrock

    81 Kommentare

    Obama: Der mit dem Tod prahlt

    geschrieben am 06. November 2013 von Gastautor

    von Emran Feroz

    Es ist nicht allzu lange her, als Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Warum der US-Präsident einen solchen Preis nicht verdient hat, wurde in den letzten Jahren immer wieder deutlich. Nun hat er auf geschmacklose Art und Weise nochmal einen drauf gesetzt.

    „Ich bin echt gut darin, Menschen zu töten.“ – Diese Aussage stammt nicht von irgendeinem Auftrags- oder Serienmörder, sondern von keinem anderen als Barack Obama. Jener Barack Obama, der vor einigen Jahren noch von „Change“ sprach und damit weltweit die Massen begeisterte. Jener Barack Obama, der stets vor den Kameras lächelt und sich als eloquenter und charismatischer Staatsmann präsentiert. Jener Barack Obama, der 2009 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde.

    Während es zahlreiche berühmte Zitate des US-Präsidenten gibt, scheint dieses hier zu den unbekannteren zu gehören. Erstmals zu finden ist es in einer neuen Biografie Obamas, die den Titel „Double Down: Game Change 2012“ trägt und gerade erst veröffentlicht wurde. Dass solch eine Aussage gefallen ist, ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs.

    Immerhin ist hier die Rede von jenem Barack Obama, der gleich nach seiner Amtseinführung eines seiner wichtigsten Wahlversprechen brach, indem er die Pforten des Folterlagers auf Guantánamo weiterhin offen ließ. Damit begann die lange Liste der ehrlosen Taten. In Anbetracht der gegenwärtigen Umstände liegt der Fokus auf einer Tat, die sich hunderte Male wiederholt hat. Es geht nämlich um die Drohnen-Angriffe des werten Herrn Nobelpreisträgers, die ihn mittlerweile zum „Drohnen-König“ gemacht haben. Im Laufe seiner Amtszeit hat Obama sie so oft genehmigt wie kein anderer US-Präsident. Immer wieder und wieder hat er per Signatur gemordet.

    Und genau damit hat auch diese abscheuliche Aussage zu tun, um die es nun geht. Obama ließ sie angeblich im vergangenen Jahr vor seinen Beratern fallen. Das Thema waren natürlich auch damals die illegalen Drohnen-Morde, die von zahlreichen Mainstream-Medien immer noch als „umstritten“ relativiert werden. Tatsächlich ist daran jedoch nichts „umstritten“. Genauso wenig wie andere (Massen)morde nicht umstritten, sondern Fakt sind, sind es auch jene des US-Präsidenten.

    Tausende von Menschen sind den US-amerikanischen Drohnen-Angriffen bis jetzt zum Opfer gefallen. Unter ihnen befinden sich unzählig viele Zivilisten. Wie viele es nun letztendlich sind – man liest immer wieder Zahlen im drei- bis vierstelligen Bereich – wird man wohl nie erfahren. Kein Wunder, denn vor Ort zeigt niemand Interesse.

    Ob es eines Tages UN-Inspekteure in die Berge Waziristans oder in die Wüste Jemens verschlägt, um dort US-amerikanischen Verbrechen zu klären, ist eher abwegig. Das Szenario in diesen Regionen ist so gut wie immer dasselbe. Man feuert per Knopfdruck auf vermeintliche Terroristen (nach US-Gesetz ist jede männliche, volljährige Person als „feindlicher Kämpfer“ einzustufen“) und tötet damit nicht selten Kinder, Frauen und Greise.

    Und seien wir mal ehrlich, seit wann darf man andere Personen, selbst wenn es sich dabei um Kriminelle oder Terroristen handelt, einfach ohne jegliches Gerichtsverfahren in die Luft jagen? Welches Recht gestattet ein solches Vorgehen? Die Antwort ist bekannt. Deshalb ist jeder einzige Drohnen-Angriff ein Verbrechen. An Verbrechen kann man sich auch beteiligen. In diesem Fall liegt eine Beteiligung vor, wenn man den Mördern, sprich, den Drohnen-Piloten in Langley, Washington und anderswo, die Koordinaten von Zielen liefert. Demnach wäre unter anderem der deutsche Bundesnachrichtendienst der Mordbeteiligung schuldig.

    Selbstverständlich wird auch diese Tatsache hierzulande totgeschwiegen. Auf dieselbe Art und Weise wird Obamas Aussage ignoriert. Eine ekelerregende und abscheuliche Aussage, die jegliches Niveau unterschritten hat. Eine Aussage, die eines Menschen nicht würdig ist, sondern die Charakteristiken eines Psychopathen aufweist.

    Für viele Menschen mögen das harte und womöglich sogar gehässige Worte sein. Vor allem naive Transatlantik-Fans und politisch korrekte Parteisoldaten, die sich lieber um irgendwelche diplomatischen Beziehungen scheren, anstatt um Menschenleben, sehen dies so. In solchen Fällen wird oft und gerne die Anti-Amerikanismus-Keule geschwungen. Von Fakten – egal ob von Guantánamo bis hin zu Manning oder von all den Kriegsverbrechen bis hin zu Snowden – will man nichts wissen.

    Egal wo man hinschaut, dieser Zustand gehört hierzulande zum traurigen Alltag. Aus diesem Grund kann selbst so etwas Abartiges klein geredet oder gar völlig ignoriert werden. Wer darauf aufmerksam macht oder einfach laut aufschreit, wird verspottet, ausgelacht und lächerlich gemacht. Die Wenigsten können es nachvollziehen, wie man sich fühlt, wenn Landsmänner und -frauen von irgendwelchen Anzug tragenden Fanatikern und Psychopathen ermordet werden. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn in der Heimat Bomben auf Hochzeitsgesellschaften regnen und dabei noch nicht gegründete Familien komplett ausgelöscht werden. .

    Auch jemand wie ich hätte unter ihnen sein können. Der Junge in Kunduz, der durch den Befehl eines deutschen Oberst starb oder das Mädchen in Waziristan, welches durch einen Drohnen-Angriff bis auf das Unkenntliche entstellt wurde, sie alle sind ich. Der Gedanke, dass man selbst nur des Glückes Willen im fernen Europa lebt, während „dort“ – in der Heimat – die eigenen Brüder und Schwestern – als etwas anderes könnte ich sie gar nicht bezeichnen – sterben, begleitet einen ständig.

    Das Mindeste, was man für sie tun kann, ist, seine Stimme zu erheben und für jene zu sprechen, für die niemand spricht. Aus diesem und aus keinem anderen Grund ist jemand, der das Leben dieser Menschen zur Hölle gemacht hat, indem er ihre Väter, Mütter, Kinder und Großeltern per Unterschrift hinrichtet und damit im Nachhinein noch prahlt, nichts weiteres, als ein Mörder.

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    Unter Beobachtung

    geschrieben am 06. November 2013 von Thorsten Beermann

    maut

    Eine Polemik von Thorsten Beermann.

    Eigentlich sollte man meinen, der Zeitpunkt könnte kaum schlechter gewählt sein, ist doch die Aufregung um den NSA Skandal noch lange nicht verklungen. Trotzdem sickert heute durch, dass (Noch-) Innenminister Friedrich sich in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD um eine „Lockerung der Zweckbindung“ der im Rahmen der LKW-Maut gesammelten Fahrzeugdaten bemüht.
    Das bedeutet im Extremfall nicht mehr und nicht weniger, als dass der CSU-Mann ein umfassendes Bewegungsprofil von allen Fahrzeugen, die sich auf deutschen Autobahnen bewegen, anfertigen will. Wer Friedrichs bisheriges Wirken im Amt verfolgt hat, dürfte kaum überrascht sein. Wo Wolfgang Schäuble bereits der „Stasi 2.0“-Stempel verpasst wurde, zeigt auch sein Nachfolger ein Verständnis von Bürgerrechten, das näher an einem Erich Mielke als am Grundgesetz liegen dürfte.

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