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  • Reparationsforderungen gegen Deutschland – die Chancen stehen schlecht

    geschrieben am 10. April 2015 von Jens Berger

    Aktuell bestimmen die griechischen Reparationsforderungen gegen Deutschland die Schlagzeilen. Dabei spielt es eigentlich keine große Rolle, ob diese Forderungen berechtigt sind oder nicht. Deutschland hat sich durch Tricksereien davor geschützt, für Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg in Haftung genommen zu werden. Dazu ein kleiner geschichtlicher Abriss und eine Bewertung der aktuellen Debatte, die eigentlich weit über Griechenland hinaus gehen sollte.

    Siehe dazu auch: Kommentar – Schuld und Sühne – Ich schäme mich, ein Deutscher zu sein

    Auch wenn das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg auch heute noch tagein tagaus Gegenstand von Dokumentarfilmen, Reportagen und Sonderheften renommierter Publikationen sind, gibt es immer noch zahlreiche Mythen und Wissenslücken. Vor allem dann wenn es um die juristische und moralische Aufarbeitung dieser dunklen Periode geht. Die aktuelle Debatte rund um die von Griechenland wieder einmal aufs Tableau gehobenen Reparationszahlungen erinnert uns schmerzhaft daran. Einer der wohl bestgepflegtesten Mythen ist das weit verbreitete Vorurteil, Deutschland habe die Opfer seiner Vergangenheit für deren Leid entschädigt.

    Von Jalta nach Paris

    Dass Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs für den Schaden, den es während des Krieges angerichtet hat, Reparationen an die Siegermächte zu zahlen habe, bekräftigten bereits die „großen Drei“, Churchill, Roosevelt und Stalin im Februar 1945 in Jalta. Präziser wurde man im August 1945 im Potsdamer Abkommen. Dort trafen die drei Siegermächte die Grundsatzentscheidung, dass die Ansprüche der Alliierten und ihrer neuen und alten Verbündeten jeweils von den von ihnen verwalteten Besatzungszonen zu tragen seien. So kam es, dass die Gesamtforderungen an Deutschland de facto zweigeteilt wurden. Die Staaten, die ab 1945 zur sowjetischen Einflusszone zählten, begannen bereits wenige Tage später, ihre Forderungen in der sowjetischen Besatzungszone einzutreiben, während die Westalliierten – nun ergänzt um Frankreich – sich in den drei Westzonen bedienten.

    Kurz nach Kriegsende verlief dies weitestgehend chaotisch. Im Osten demontierte die Rote Armee buchstäblich alles, was nicht niet- und nagelfest war und zum Wiederaufbau der Sowjetunion brauchbar erschien. So wurde beispielsweise auf fast allen ehemals zweigleisigen Eisenbahnstrecken in der sowjetischen Besatzungszone das zweite Gleis demontiert und gen Osten verschickt. Aber auch im Westen wurde fleißig demontiert – vor allem von den Briten und Franzosen. Neben Fabriken wurden auch Auslandvermögen und Patente beschlagnahmt, Teile der industriellen Produktion abgezweigt und ganze Wälder abgeholzt, um den Wiederaufbau der Siegermächte zu gewährleisten. Da niemand sich die Mühe machte, diese frühen Reparationen – es waren eher Plünderungen, die zudem streng genommen völkerrechtswidrig waren – zu protokollieren, ist es unmöglich, sie zu beziffern. Vor allem der Ostteil Deutschlands musste jedoch einen nicht eben geringen Preis an die Siegermächte zahlen – nach Schätzungen des Historikers Hans Günter Hockerts entfielen rund zwei Drittel der derart von Deutschland eingetriebenen Lasten auf die sowjetische Besatzungszone.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    48 Kommentare

    Europäische Finanz-Solidarität ?

    geschrieben am 08. April 2015 von SF Team

    EZB/Banken: Anleihenkauf 60 Mrd. € p.m.
    • Griechenland: Ca. 300 Mrd. € Finanzbedarf
    • Griechenland: 278 Mrd. € Reparationsforderungen an Deutschland
    • Ukraine: Ca. 500 Mrd. € Finanzbedarf
    • Ukraine: Weitgehend zerstörte Infrastruktur – Wirtschaft/Sozialbereich

    Die sf debatte ist ein Open Thread. Dieses Format ist dafür gedacht, die artikellose Zeit für unsere Leser zu überbrücken und aktuelle Themen im Kommentarbereich zu debattieren.

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    208 Kommentare

    HSV entlässt vorsorglich Trainer Thomas Tuchel

    geschrieben am 07. April 2015 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    ThomasTuchel2014

    Nachdem der internationale Erfolgstrainer Peter Knäbel beim HSV einen suboptimalen Start hatte (der HSV ging mit 4:0 gegen Leverkusen unter), sind nun Lösungen gefragt.

    Eine der denkbaren Optionen ist Trainer Thomas Tuchel. Doch aus dem Deal wird wohl nichts.

    Knäbel muss gehen

    Bevor sich die Vereinsführung des HSV mit der Personalie Thomas Tuchel beschäftigen konnte, stand ein anderes Thema auf der Agenda: Trainer Peter Knäbel wird wohl seinen Hut nehmen müssen. Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer ist mit seiner Geduld am Ende, wörtlich sagte er: „Knäbel hatte seine Chance. Er hat sie verpasst. Wer die Zeit, die ihm als Trainer zur Verfügung steht, nicht effektiv nutzt, hat beim HSV nichts zu suchen.Den Artikel weiterlesen »

    130 Kommentare

    Gerechtigkeits-Debatte: Wer ist in Deutschland arm?

    geschrieben am 04. April 2015 von SF Team

    ” Die deutschen Armen sind arm, weil sie ausgeschlossen sind aus einer Welt, die sich nur den Situierten entfaltet.”

    Heribert Prantl

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    Fracking-Gesetzentwurf: Ein Teil des TTIP-Investoren-Schutzes? Beides wird kommen – “so sicher, ich SPD heiße”

    geschrieben am 02. April 2015 von SF Team

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