geschrieben am
10. August 2010 von
Spiegelfechter
Der Artikel wurde auf Wunsch der Gastautorin Ines Fritz gelöscht. Ich werde mich in den nächsten Tagen noch ausführlich zu diesem Vorfall äußern.
Jens Berger
geschrieben am
09. August 2010 von
Spiegelfechter
ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel
James K. Galbraith, Professor an der University of Texas/USA fasst den erlebten Finanzkrieg, der zur größten Wirtschaftskrise nach 1945 in den westlichen Industrienationen führte, so zusammen: »Im vergangenen Jahrzehnt hat der Raubtier-Staat auf besonders dramatische Weise im Finanzsektor Fuß gefasst. Regulierung wurde zerstört. (…) Im Endergebnis wurde dieser Sektor überrannt von den aggressivsten Vertretern der Kunst, fragwürdige Hypotheken aufzulegen. Sie wurden den Kunden angedreht, die Gebühr eingesteckt, dann weiterverkauft gegen eine weitere Gebühr. Sie wurden verpackt, mit dem Weihwasser quantitativer Risikomanagement-Modelle benetzt und mit dem höchsten Rating AAA gesegnet. Wenn das kriminell klingt, hat das einen Grund: Es war kriminell.« Handelsblatt vom 30/31. Juli 2010
Das sagt ein liberaler Wirtschaftswissenschaftler, der den Kapitalismus nicht abschaffen, sondern vor sich selbst schützen möchte. Nachdem auf dem ersten Treffen in Frankfurt am 3. Juli 2010 einstimmig beschlossen wurde, den Aktionsaufruf der AG Georg Büchner in die Tat umzusetzen, wurde ein Koordinierungskreis mit der Durchführung einer bundesweiten Aktionskonferenz betraut. Dieser hat eine Stellungnahme verfasst (›Die Verursacher und Profiteure der Krise blockieren‹), die neben der politischen Begründung den Ablauf der Aktionskonferenz am 21. August in Frankfurt/Studierendenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität in groben Zügen vorstellt.
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geschrieben am
07. August 2010 von
Spiegelfechter
ein Gastbeitrag von Roberto J. De Lapuente
Der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter ist famos gescheitert! Nicht grundsätzlich, nicht elementar – er hat ja Bewegung in den Übelstand gebracht, hat durchaus patriarchalische Strukturen durchweicht und der Frau erlaubt, passabel auf Augenhöhe mit ihrem Geschlechtskontrahenten zu stehen. Das war mehr als dringlich und kann von jedem freiheitlich gesonnenen Menschen nur begrüßt werden.
Was nötig war, wurde halbwegs getan – was noch nötig wäre, beispielsweise die gleiche Entlohnung der Frau, was auf eine Besserbezahlung von mehrerlei Arbeitsplätzen bei Aldi, Lidl, Schlecker und Co. hinauslaufen würde, also weniger die schlechte Entlohnung der Frau an sich, als die Unterbezahlung von Menschen prinzipiell ist, die auf dieserlei prekäre Arbeitsstellen angewiesen sind, was also diesbezüglich noch nötig wäre, wird stetig thematisiert, findet in einem ansonsten an Lohnerhöhungsforderungen sparsamen Land, erstaunlicherweise Gehör – spendable Arbeitgeber hingegen erwartungsgemäß nicht! Woran es aber fehlt, so sehr fehlt, dass ruhigen Gewissens vom Scheitern der geschlechtlichen Gleichberechtigung gesprochen werden muß, ist das spezifische Primat der Frau, das heißt, die Auflösung jener Hegemonie, die sich entfaltet, wenn sich die Frau Gattin oder gar Mutter nennen darf.
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geschrieben am
06. August 2010 von
Spiegelfechter
Ei der Daus! Da gibt es doch tatsächlich einen linken Parteivorsitzenden, der Porsche fährt, Geld verdient und eine Almhütte in Österreich gepachtet hat! Wasser predigen und Wein saufen, so was geht aber nun wirklich nicht. Dabei wissen wir gutgläubigen Medienkonsumenten doch, dass so ein linker Kommunist in der Platte wohnen, seine privaten Reisen mit dem Sozialticket des ÖPNV unternehmen und seinen Urlaub – wenn überhaupt! – auf einem Campingplatz in der Nähe von Bitterfeld verbringen muss. Wer gegen Armut ankämpft, muss selbst arm sein – alles andere sprengt schließlich unser kleinbürgerliches Weltbild.
Wir sind empört!
Klaus Ernst, so liest man in der BILD, verdient 17.050 Euro pro Monat – 7.668 Euro Diäten als Bundestagsabgeordneter, 3.500 Euro als Parteivorsitzender, 1.913 Euro als Mitglied des Fraktionsvorstands und zusätzlich bekommt er auch noch eine steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von 3.969 Euro. Diese Rechnung würde natürlich jedem Milchmädchen alle Ehren machen. Die Kostenpauschale ist schließlich kein Bestandteil des Einkommens, sondern ein Zuschuss für Auslagen, die einem Abgeordneten entstehen, wie beispielsweise das Büro im Wahlkreis oder die Kosten für Mitarbeiter. Blieben 13.081 Euro brutto, was bei Steuerklasse 1 und schlechtem Steuerberater rund 7.000 Euro netto sind. Für dieses Gehalt würde nicht nur so mancher Chefarzt, sondern auch fast jeder Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebs noch nicht einmal aufstehen. Aber das zählt nicht, schließlich wollen wir uns ja empören. Und nun sind wir doch alle einmal so richtig empört! Ein Linker, der mehr verdient als ein Redaktionsassistent bei der BILD? Das ist wahrlich empörend!
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05. August 2010 von
Spiegelfechter
Adolf Sauerland geht auf Tauchstation und will offenbar den Sturm der Empörung aussitzen. Hinter den Kulissen läuft die PR-Maschine derweil auf Hochtouren. An allen Ecken und Enden finden sich Schuldige für die Katastrophe von Duisburg – der Veranstalter, die Polizei, die Journalisten, Ordner und sogar die Raver selbst. Fast scheint es so als habe sich ein unsichtbare Kordon um die politische Klasse aufgebaut, die kollektiv der Verantwortung entflieht.
Geht es nach dem bloggenden Großjournalisten Michael Spreng, ist Sauerland sogar ein Opfer. Über das gegenseitige Beschuldigen geraten jedoch drei aufeinander aufbauende zentrale Frage, die bei den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen noch eine Rolle spielen werden, in den Hintergrund: Warum wurde eine zu schmale Rampe als zentraler Ein- und Ausgang gewählt? Gab es Alternativen? Warum wurden diese Alternativen nicht in Betracht gezogen? All diese Fragen sind an die Stadt Duisburg und somit an OB Sauerland zu richten, schließlich war die Stadt nicht nur federführend am Sicherheits- und Wegekonzept beteiligt, sondern hat die Konzepte letztlich auch genehmigt.
Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat sich der Spiegelfechter noch einmal in Zusammenarbeit mit Duisburgern die Situation vor Ort angeschaut. Neben dem Zugang über den Tunnel und die Rampe gibt es zwei wesentlich offensichtlichere und weitaus geeignetere Wege zum Veranstaltungsgelände. Da die meisten Besucher mit dem öffentlichen Nahverkehr nach Duisburg kamen, sollte dem Weg vom Hauptbahnhof zum Veranstaltungsgelände besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

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