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  • Günther Jauch: Ursula spielt Krieg und alle haben sich lieb

    geschrieben am 16. Dezember 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Eigentlich hatte ich am letzten Sonntag ausgeschlafen. Trotzdem übermannte mich die Müdigkeit, je länger Günther Jauchs Sendung am 15. Dezember 2013 dauerte. Da saßen die beiden Honigkuchenpferde Andrea Nahles und Ursula von der Leyen nebeneinander und warfen sich Kusshände in Form politischer Nettigkeiten zu. Das versuchte sich der Traum (fast) aller Schwiegermütter, Ingo Zamperoni (seines Zeichens Tagesthemen-Moderator und Journalist), in kritischer Fragestellung – was nicht gelang, weil man diesem netten Burschen weder böse sein kann noch ihm die Rolle des Bad-Guy abnimmt. Da schläferte Elisabeth Niehjahr von der „Zeit“ zuerst das Publikum und dann sich selbst ein. Und Gregor Gysi, normalerweise ein Freund des präzisen und scharfen Wortes, wirkte ungewohnt träge, wollte irgendwie nicht so richtig mitmachen und hatte vielleicht drei oder vier dynamische Momente. Reichte alles nicht, um wach zu bleiben.

    Trotzdem gab es zwei Dinge, die wirklich interessant waren. Erstens die Aussage von Ingo Zamperoni, dass eine SPD-Abstimmung spannend gewesen wäre, die zur Wahl gehabt hätte, Große Koalition oder ein rot-rot-grünes Bündnis. Da wäre sicher deutlich mehr Würze drin gewesen. Und auch wenn es dazu nicht kam und weiteres Sinnieren darüber pure Fantasie ist und überhaupt nichts ändert, man fragt sich doch, was heute wäre, wenn eine solche Abstimmung stattgefunden hätte.

    Noch viel aufregender ist allerdings eine Personalie namens Ursula von der Leyen. Die saß nämlich bei Günther Jauch als künftige Verteidigungsministerin in der Runde. Die von der Leyen Verteidigungsministerin? Ist nicht wahr, oder? Doch, ist es, und die ersten Reaktionen (unter anderem in einem Kommentar der Jauchs Sendung folgenden Tagesthemen) feierten die Tatsache, dass erstmals eine Frau die Rolle ausfüllt. Gregor Gysi sprach ihr Mut zu und empfahl, auch mal „Nein“ zu sagen. Wieso eigentlich? Weil sie eine Frau ist und Krieg deshalb automatisch doof finden muss? Ausgerechnet von der Leyen? Lassen Sie mal gut sein, Herr Gysi.

    Das erste “Nein” von der Leyens – das wirklich wichtig gewesen wäre – kam dann leider nicht. Auf Günther Jauchs Frage, ob sie etwas von Verteidigungspolitik verstehe, sagte sie wörtlich: „Ich habe nicht gedient!“ Alle lachen (Nahles besonders laut), von der Leyen hat etwas Zeit, sich so etwas wie eine Antwort zu überlegen. Dann, nach einer Kunstpause: „Also, ich bin absolut neu in dem Gebiet.”
    Danach kam nur noch Schrott, kann man nicht anders sagen. Aber wir wissen jetzt, dass sich von der Leyen rund 72 Stunden fast pausenlos mit der Thematik beschäftigt hat (sollte ja wohl reichen, oder?), dass sie innerhalb von 10 Jahren vier Ministerien geführt hat, dass Deutschlands Rolle in der Welt sich verändert hat, dass sie den Soldatinnen, den Soldaten und ihren Familien Rückhalt bieten, bei Schäden wie Traumata helfen will und dass der neue Job eine „gewaltige Managementaufgabe“ ist.
    Schön, danke, Frau von der Leyen. Aber ein schlichtes „Nein“ auf Jauchs Frage hätte auch gereicht.
    Die Frau hat keine Ahnung von der Materie, aber spätestens jetzt ist klar, dass es bei der Verteilung der Posten überhaupt nicht um Fachwissen ging (das war allerdings bei früheren Regierungsbildungen auch nicht so).
    Was auch klar ist – und ich habe den Klang von Nahles Lachen nach dem Joke von von der Leyen irgendwie immer noch im Ohr -, da haben sich zwei gefunden, die sich auf ganz pragmatische Weise irre lieb haben.

    39 Kommentare

    Von Böcken und Gärtnern

    geschrieben am 12. Dezember 2013 von Thorsten Beermann

    ziegenbock

    Von Thorsten Beermann.

    Relativ unbemerkt geht in den nächsten Tagen die Amtszeit des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar zu Ende. Nur die Grünen verabschiedeten ihn mit der Veranstaltung „Freund hört mit“ bereits am Dienstag. Selbst die Vakanz, ausgelöst durch die Weigerung von Innenminister Friedrich, Schaar kommissarisch im Amt zu belassen (Tom W. Wolf gestern im Spiegelfechter), bis seine Nachfolge geregelt ist, fand in den meisten Medien höchstens am Rand Platz.

    Verwunderlich ist diese Entscheidung kaum. Schaar, 2003 auf Initiative der Grünen ins Amt gekommen, war besonders für die beiden Unions-Innenminister ein unangenehmer Stachel im Fleisch. Obwohl seine Rolle keine tatsächliche Entscheidungsgewalt mit sich brachte, nutze er die Möglichkeiten, mit seiner Perspektive an die Öffentlichkeit zu gehen. Und die stand den nach immer mehr Einschränkungen der Bürgerrechte und Selbstbestimmung der eigenen Daten rufenden Forderungen der Law&Order-Fraktion meisten diametral entgegen.

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    113 Kommentare

    NSA-Wahrheiten und andere Lügen

    geschrieben am 12. Dezember 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Rubrik:Satire

    Attorney General Harald Range of the Federal Prosecutors Office addresses a news conference in Karlsruhe

    23 Kommentare

    Demonstriert und boykottiert

    geschrieben am 11. Dezember 2013 von Gastautor

    von Emran Feroz

    Deutsche Politiker zeigten sich in den letzten Tagen besonders demonstrations- und boykottfreundlich. Während Noch-Außenminister Westerwelle in Kiew mitdemonstriert, hat Bundespräsident Gauck verkündet, die kommenden Olympischen Spiele in Russland zu boykottieren. Es geht allerdings nicht um Menschenrechte, Demokratie oder Meinungsfreiheit, sondern lediglich ein weiteres Mal um die eigenen Interessen.

    Seit einigen Tagen wird in am berühmten Maidan-Platz in Kiew gegen die Regierung Wiktor Janukowytschs demonstriert. Die pro-europäischen Massenproteste haben unerwartete Ausmaße erreicht. Unter den Demonstranten findet man nicht nur die Klitschko-Brüder, welche mittlerweile als eine Art Sprachrohr der Europäischen Union fungieren und statt mit ihren Fäusten mit Brüssel freundlichen Parolen um sich schwingen, sondern auch Guido Westerwelle.

    Dieser hat sich in den vergangenen Tagen für die ukrainische Opposition stark gemacht, mahnend in Richtung Regierung gezeigt und immer wieder schön neben Klitschko posiert. Des Weiteren fügte Westerwelle hinzu, dass er in Kiew nicht im Auftrag irgendeiner Partei agiere, sondern für „europäische Werte“. Ja, es sind immer wieder jene ominösen Werte, die für die eigenen Interessen herhalten müssen. Zeuge davon konnte man schon in der Vergangenheit werden. Selbiges tat nämlich Claudia Roth vor einigen Monaten in Istanbul, als es während der Proteste am Taksim-Platz zu Ausschreitungen kam. Den Artikel weiterlesen »

    91 Kommentare

    Einmal Nachrichten ohne alles, bitte!

    geschrieben am 11. Dezember 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Rubrik:Satire

    Nachrichten mit Niveau? Kein Problem, die gibt es jeden Tag. Aber eben auch kleine Ausreißer, die man nun wirklich nicht braucht.
    Hier ein paar Fundstücke:

    EX-PLAYMATE (32) VOR GERICHT
    Hat sie Geschenke vom Bierkönig nicht versteuert?
    (Bild.de vom 11.12.2013)

    Ja, hat sie oder hat sie nicht? Und was sagt der 90-jährige Bierkönig dazu? Wer ist der Kerl überhaupt? Fragen internationalen Ausmaßes.

    SECHSJÄHRIGER VON DER SCHULE GEFLOGEN
    Übertriebener geht es nicht: Ein Sechsjähriger wirft seiner Mitschülerin einen Handkuss zu. Dafür wird er vom Unterricht suspendiert – wegen sexueller Belästigung
    (N24 vom 11.12.2013)

    Der kleine Racker hat es eben zu weit getrieben, das hat er nun davon! Außerdem war er vorher dabei beobachtet worden, wie er beim Pinkeln auf dem Jungen-Klo an seinem Lümmel rumgespielt hat und dabei unanständige Lieder auf Russisch sang. Den Artikel weiterlesen »

    24 Kommentare
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