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  • Merkels Handysturm im Wasserglas

    geschrieben am 25. Oktober 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Skandal, Skandal! Die NSA hat Merkels Handy abgehört. Das geht unter Freunden ja gar nicht, wie die Kanzlerin betonte. Und auch sonst ist die Aufregung groß. Der noch eine Weile durch die Luft schwebende Außenminister Guido Westerwelle bestellte gleich mit großer Geste den amerikanischen Botschafter zu sich, so etwas ist sonst eher unüblich. Und CDU-Mann Wolfgang Bosbach rotzte: „Jetzt wird dieses ganze Kapitel wieder aufgeschlagen. Und zwar aus guten Gründen.“ Womit wir beim eigentlichen Punkt der ganzen Affäre sind.

    Die Deutschen werden nicht abgehört. Das war der Tenor der Bundesregierung im August 2013. Ronald Pofalla hatte die Sorgen der Bürger einfach weggewischt und die ganze Sache „vom Tisch“ gewischt. Damals gab es offenbar keine „guten Gründe“, an der Aufklärung zu arbeiten. Schließlich hatte man die Amerikaner nach ihrer Einschätzung gefragt, die hatten geäußert, dass alles im grünen Bereich ist, also war das Thema durch. Dass die Dokumente von Edward Snowden andere Schlüsse zuließen, wurde ignoriert. Es ging um den gemeinen Deutschen, und für den setzt man nicht das Verhältnis mit dem besten Freund aufs Spiel.

    Millionen Deutsche abzuhören, ist eine Sache. Aber die Kanzlerin? Das ist eine ganz andere, das geht nicht. Wirklich nicht? Der derzeitige Sturm der Entrüstung wird abebben, schon in ein paar Tagen. Konsequenzen wird es auch nicht geben. Welche auch? Sicher, man könnte über das Freihandelsabkommen neu diskutieren, die Verhandlungen sogar aussetzen oder gar beenden. Immerhin haben die Amerikaner einen eklatanten Wissensvorsprung, was die Verhandlungsbasis nicht gerade besser macht. Aber auch darüber wird man hinwegsehen. Man könnte das ganze Thema Datenschutz mit den Amerikanern thematisieren. Aber über kurz oder lang landet man wieder bei der Terrorabwehr und alles bleibt, wie es ist.

    Die Krönung des vermeintlichen Handy-Skandals ist die Vermutung, dass der jetzt veröffentlichte Tatbestand den Beteiligten wohl sogar schon im August bekannt war, als Merkel vom Neuland schwafelte und Pofalla die Affäre beendete. Kurz vor der Wahl wäre das Bekanntwerden denkbar ungünstig gewesen. Kurz nach der Wahl stört es nicht weiter. Klar, jetzt werden große rhetorische Keulen ausgepackt. Vom „gravierenden Vertrauensbruch“ ist die Rede, „völlig unakzeptabel sei die Abhöraktion von Merkels Handy, die Folge sei „unmissverständliche Missbilligung“.

    Es wird sich wieder legen. Und zwar absolut folgenlos. Es sei denn Pofalla erklärt Merkels Handyvertrag für beendet. In der Hoffnung, damit das Problem zu lösen.

    101 Kommentare

    Impressionen aus Sierra Leone

    geschrieben am 24. Oktober 2013 von Jens Berger

    slteaser

    Nun liegen die ersten Multimedia-Inhalte unserer Tour nach Sierra Leone vor.

    Die komplette Galerie findet Ihr auf den Aussengedanken.

    Damit Ihr nicht denkt, ich poste hier nur faul Fotos – das kommt noch:

    4 Videos mit Interviews und Beiträgen zum Thema Land Grabbing
    1 kleiner Dokufilm zum Thema Land Grabbing
    1 Hintergrundartikel zum Thema Land Grabbing
    1 Artikel zum Thema Land Grabbing in Sierra Leone
    1 Hintergrundartikel zum Thema Fair Trade
    1 Artikel zum Thema Kakaoanbau in Sierra Leone und Fair Trade
    1 Video mit Impressionen aus Sierra Leone

    Stay tuned ;-)

    23 Kommentare

    Nach dem Fall Limburg: Tausende Häuslebauer treten Kirche bei

    geschrieben am 23. Oktober 2013 von Joerg Wellbrock

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Nachdem der Papst den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zwar reichlich ausgeschimpft, aber nicht vom Hof gejagt hat, denken viele junge deutsche Familien darüber nach, in die Kirche einzutreten. Die Konditionen der Immobilienfinanzierung sind schließlich unschlagbar.

    Insgesamt 12.465 Familien haben die Beitrittserklärung für die katholische Kirche bisher ausgefüllt, nachdem bekannt geworden war, dass der Papst Tebartz-van Elst nach einem kleinen Urluab weiter seinen Job machen lässt. Eine davon ist Familie Ruderbeck. Andreas Ruderbeck, Vater zweier kleiner Kinder, sagte dazu: „Wir sind in die Kirche eingetreten. Als nächstes werde ich mir einen Job als Bischof suchen. Dann geht es ans Bauen. Uns schwebt irgendwas mit 12 Zimmern vor, vielleicht aber auch mehr.“

    Auch Bernd Lugnitz ist begeistert von der Entscheidung des Papstes. Trotz historisch niedriger Zinsen auf dem Immobilienmarkt setzt Lugnitz, Vater einer dreijährigen Tochter, auf die Kirche: „Unser Finanzberater hatte uns eine Finanzierung ohne Eigenkapital mit nur 1,2 Prozent vorgeschlagen. Wenn ich als Bischof arbeite und dann unser Haus baue, komme ich auf 0,0 Prozent Zinsen und mache noch reichlich Gewinn bei der Sache. Ich wär’ ja blöd, wenn ich das Angebot nicht annehmen würde.“

    Doch es gibt auch skeptische Stimmen. Manfred Bolle, Vater eines einjährigen Sohnes, fürchtet schlechte Presse: „Wenn wir erst einmal bei 20 oder 30 Millionen Baukosten angekommen sind, könnte es zu Neid und Missgunst durch Ungläubige kommen. Das wird sicher kein Zuckerschlecken.“
    Bolle geht das Risiko aber dennoch ein: „Ich war immer schon ein gläubiger Mensch. Jetzt glaube ich fest daran, dass unser neues, bescheidenes Heim mit 14 Zimmern, 4 Bädern, zwei Küchen und einem kleinen Golfanwesen uns auch glücklich machen wird. In den Urlaub fliegen wir übrigens trotzdem weiterhin zweiter Klasse.“
    Man sieht, Bolle bleibt bescheiden.
    Und die Kirche hat sich einmal mehr als strahlendes Vorbild erwiesen!

    30 Kommentare

    Vernichtet endlich Arbeitsplätze!

    geschrieben am 18. Oktober 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Ein Zufall? Wohl eher nicht. Die „führenden“ Wirtschaftsinstitute warnten gestern mit erhobenem Zeigefinger vor einem gesetzlichen Mindestlohn. Zeitgleich war das Thema in den Sondierungsgesprächen von SPD und CDU/CSU diskutiert worden. Einmal mehr stehen die Sozialdemokraten dumm da, favorisieren sie doch den Mindestlohn, auch um ihr eigenes Gesicht zu wahren. Jetzt schaden sie ganz offiziell der Wirtschaft, zumindest transportiert das die Botschaft vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Das Argument der Wirtschaftsinstitute wird gebetsmühlenartig wie ein Mantra herunter gebet: Ein Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze.
    Dafür wird es aber auch Zeit!

    Um auf Nummer sicher zu gehen, haben die Ökonomen zunächst einmal ihre Wachstumsprognose von 0,8 auf 0,4 Prozent gesenkt. Da geht ein Mindestlohn natürlich gar nicht. Und zu den Arbeitsplätzen: Besonders im Osten verdienen viele Menschen weniger als 8,50 die Stunde, rund 25 Prozent aller Beschäftigten (und so soll es gefälligst auch bleiben!). Bundesweit sind es rund fünf Millionen, so die Institute. Käme nun der Mindestlohn, wären rund 1 Million Arbeitsplätze gefährdet.
    Ja, und?

    Die Gefährdung von einer Million Arbeitsplätze, die nichts weiter sind als Pseudobeschäftigung, weil niemand davon leben kann, ist also eine Bremse für die Wirtschaft? Und überhaupt, ohne Mindestlohn ist alles besser. Im nächsten Jahr erwarten die Ökonomen bereits ein Wachstum von 0,8 Prozent, zudem stehe die „Wirtschaft vor einem Aufschwung“. Wegen steigender Beschäftigung und steigender Löhne hätten die Deutschen auch wieder richtig Lust, Geld auszugeben, 0,9 Prozent mehr in diesem und 1,4 Prozent im nächsten Jahr. Die Unternehmen helfen kräftig mit, weil sie mächtig investieren und so die Konjunktur ankurbeln.

    Bei diesen Aussichten stören Beschäftigte nur, die nichts zum Wachstum und der Konjunktur beizutragen haben Denn ein Aufstocker wird kaum nach dem Blick auf seinen Kontoauszug in einen unkontrollierbaren Kaufrausch verfallen, seine Kreditaussichten sind auch nicht gerade rosig, falls er sich mal ein Haus oder ein Boot kaufen will.
    Sie müssen weg, diese sogenannten Arbeitsplätze, die nichts weiter sind als eine Aufhübschung der Arbeitslosenstatistik. Sie müssen weg, die Arbeitsplätze, die den Beschäftigten ein Leben ohne zusätzliche Unterstützung nicht erlauben. Selbst ein Mindestlohn von 8,50 Euro ist zu niedrig, die von der Linkspartei geforderten 10 Euro sollten Minimum sein.
    Eine Million Jobs weniger? Bitte, nur zu, vernichtet diese Arbeitsplätze endlich! Und schafft neue. Solche, von denen die Menschen leben können.

    267 Kommentare

    Niemand stoppt die eiskalten Händchen der Klimakanzlerin

    geschrieben am 16. Oktober 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Der naheliegende Zusammenhang zwischen der BMW-Spende in Höhe von 690.000 Euro an die CDU und Merkels Querschüssen bei der von der EU geplanten Reduzierung des CO2-Ausstoßes macht einmal mehr deutlich, wie nah die Kanzlerin dem Kapital steht. Nur Konsequenzen wird es wohl abermals nicht haben.

    Angela Merkel wechselt gern mal ihre Meinung. Alleine der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013 war ein Sammelsurium von inhaltlichen Wechselbädern der Kanzlerin. Beim Atomausstieg verhielt sich das nicht anders. Merkel setzt durch, was ihr nützt und was ihr Stimmen bringt. Nun, nach der Wahl, braucht sie diese Stimmen vorerst nicht mehr, sie sitzt fest im Sattel. Deshalb nahm sie sich ganz selbstverständlich die Unverschämtheit heraus, den EU-Beschluss, der den CO2-Ausstoß bis 2020 deutlich senken sollte, in letzter Sekunden zu torpedieren. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass die BMW-Familie der CDU eine satte Spende in Höhe von 690.000 Euro hatte zukommen lassen. Der zeitliche Zusammenhang von Merkels Querschuss und der Spende lässt in den Augen der Linkspartei den Verdacht der Käuflichkeit zu. Den weist die CDU natürlich weit von sich. Angela Merkel selbst macht das, was sie in solchen Situationen immer am liebsten tut: nichts.

    Angela allein zu Haus

    VDA-Chef Mathias Wissmann schwante Böses, als er von den EU-Plänen erfuhr, die Abgaswerte zu senken. Der Freund der Autoindustrie und Duz-Kumpel Merkels schrieb ihr in einem Brief schon im Mai 2013 besorgt, er sehe die Gefahr von „willkürlich gesetzten Grenzwerten“ und fürchte ein „kaputt regulieren“ durch die EU. Die wollte den CO2-Ausstoß in Europa von derzeit 130 Gramm pro Kilometer auf 95 Gramm im Jahr 2020 senken, schlecht für Automarken wie BMW, Mercedes oder Audi. Alles war schon in trockenen Tüchern, selbst die CDU-Abgeordneten in Brüssel hatten ihre Ja-Stimme abgegeben. Doch dann kam Angela Merkel und verhinderte im Alleingang die endgültige Unterschrift und somit die Verbindlichkeit der Pläne. Öffentlich sagte die Kanzlerin mit einem süffisanten Lächeln: „Deutschland ist immer bereit, diese Ziele umzusetzen. Aber es muss natürlich auch realistisch sein, wenn ich die Gelegenheit nutzen darf.“ Mit im Publikum saß auch Mathias Wissmann. Er dürfte zufrieden gewesen sein. Den Artikel weiterlesen »

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