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  • Lichtwellen-Privatisierung

    geschrieben am 06. Oktober 2015 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle

    Die zunehmende Privatisierung der in der Vergangenheit beispielsweise durch den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk genutzten Frequenzen mit Hilfe der Frequenz-Versteigerungen zur Nutzung für die mobile Kommunikation, ist in der Bevölkerung ziemlich durchgehend akzeptiert. Dass die Kosten der Versteigerung letztlich wieder auf die auf die Nutzer der Frequenzen übertragen werden, wird dabei in der Regel nicht bemerkt oder schlicht übersehen.

    Dass mit der Aufgabe dieser Frequenzen für zahlreiche Endverbraucher der Neukauf von entsprechenden Endgeräten oder der passenden Set-Top-Boxen notwendig wurde, ging im Freudentaumel über die bessere Bildqualität unter. Sollte ursprünglich 90 Prozent der Fläche mit DVB-T, dem terrestrischen Digitalfernsehen, abgedeckt werden, so hat man inzwischen zwar die 90 Prozent beibehalten, jedoch die Bezugsgröße geändert. Jetzt will man nur noch 90 Prozent der Bevölkerung erreichen. Mit dem Schenk zur Haushaltsabgabe zieht man jetzt auch alle Endverbraucher zur Finanzierung heran, die aufgrund der vorgenommenen Einschränkungen keinen Zugang zum terrestrischen DVB-T-Fernsehen haben. Dass sich die privaten Fernsehsender nur in ganz wenigen Regionen ihre Programme in die DVB-T-Systeme einspeisen, muss aufgrund der dort überwiegenden Programmqualität nicht unbedingt als Verlust bezeichnet werden.

    Die Versteigerung von Frequenzen hat sich weitgehend als Erfolg für die Staatskasse erwiesen. Die Mehrheit der Bevölkerung hat die Privatisierung der Funkfrequenzen ohne Widerrede akzeptiert. Und daher sollte man das Model jetzt zügig weiter denken. Dank der Schuldenbremse fällt die Finanzierung der Kosten der öffentlichen Hand über eine weitere Kreditaufnahme aus und so müssen in absehbarer Zeit neue Finanzquellen angebohrt werden.

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    Medien: Kerngeschäft Werbung, Nebensache Journalismus

    geschrieben am 02. Oktober 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    newspaper-412768_640Kommentar

    Das war wohl nichts. Im Rechtsstreit des Axel Springer Verlages gegen das Unternehmen Adblock Plus (genauer: die Eyeo GmbH) musste Springer eine Schlappe hinnehmen. Das Landgericht Köln kam zum Schluss, dass Werbeblocker nicht illegal seien, wie Springer behauptet. Eigentlich keine spektakuläre Meldung, wäre da nicht die Begründung der Anwälte des Springer Verlages.

    Im Schriftsatz der Anwälte war folgende Formulierung zu finden: „Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.
    Wie peinlich ist das denn?! Gut, im Grunde wissen wir alle, dass der gute alte Qualitätsjournalismus nicht von den inneren Überzeugungen der Chefredakteure lebt. Idealismus macht eben nicht satt, und erst recht nicht wohlhabend oder reich. So offensiv hat sich jedoch noch kein Verlag geäußert. Immerhin impliziert die Aussage, dass journalistische Inhalte nur Beiwerk sind, Werbung jedoch der eigentliche Zweck des bezahlten Journalismus. Den Artikel weiterlesen »

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    Wir schaffen das … nicht

    geschrieben am 01. Oktober 2015 von Jens Berger

    Alleine im Monat September sind je nach Quelle zwischen 170.000 und 270.000 Flüchtlinge in Deutschland angekommen. Die ersten Flüchtlingstrecks aus der Tagesschau haben nun die provisorischen Sammelunterkünfte erreicht. Vielerorts melden die Kommunen bereits, dass die Aufnahmekapazitäten nun erschöpft seien. Liest man die zahlreichen Wasserstandsmeldungen vor Ort, bekommt man sehr schnell den Eindruck, dass Politik und Gesellschaft das Problem massiv unterschätzt haben. Eine Herkulesaufgabe lässt sich nun einmal nicht aussitzen. Die Utopie vom „Wir schaffen das“ zerplatzt schon jetzt wie eine Seifenblase. Doch was wir momentan erleben, ist erst die Ouvertüre. Wo Lösungen nötig wären, stehen noch nicht einmal Antworten, sondern nur offene Fragen.

    Die Flüchtlingsdebatte wird vor allem aus ideologischer Perspektive geführt. Auf der einen Seite haben wir „Dunkeldeutschland“, das Angst vor Überfremdung hat und die Grenze lieber heute als morgen komplett dicht machen würde und auf der anderen Seite „Helldeutschland“, das Migration für ein Menschenrecht hält und am liebsten jeden Flüchtling mit offenen Armen empfangen würde. Beiden Deutschlands sollte es klar sein, dass sie selbst einer naiven Utopie anhängen. Der Flüchtlingsstrom wird erst einmal nicht abebben und die Geschichte lehrt uns, dass man Flüchtlinge selbst mit noch so ausgefeilten Grenzschutzanlagen nicht aufhalten kann. Außerdem wissen auch die Wortführer von CSU und AFD, dass das Asylrecht im deutschen Grundgesetz verankert ist und der Traum von der „Wacht am Inn“ ist nicht nur naiv, sondern schlicht verfassungswidrig. Naiv sind jedoch auch die Vorstellung, man könne die Grenzen wie das Himmelstor öffnen und mit der richtigen „Willkommenskultur“ würde sich dann alles zum Guten wenden. Das ist heuchlerisch hoch zehn. „Helldeutschland“ macht es sich lediglich bequem, in dem es die moralische Lufthoheit über den Stammtischen reklamiert; wohlwissend, dass die undankbare „Drecksarbeit“ von Anderen verrichtet wird, über die man sich dann vortrefflich echauffieren kann.

    Wer sich kritisch zu Wort meldet, die in linksliberalen Kreisen oft tabuisierten Probleme anspricht oder die ganz realen Sorgen vor Ort auch nur artikuliert, gilt dann gleich als „(rechts)populistisch“. Warum eigentlich? Ist es wirklich populistisch, wenn man auf offensichtliche Probleme hinweist und nicht glaubt, dass diese Probleme verschwinden, wenn man sich nur ganz fest die Augen zuhält?

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    Kanada warnt vor Reisen nach Deutschland – warum denn auch nicht?

    geschrieben am 30. September 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Flagge_KanadasKommentar

    Bevor wir in andere Länder reisen, machen wir uns meist brav schlau, über das Auswärtige Amt. Wenn für Länder Reisewarnungen ausgesprochen werden, lassen wir die Tasche besser stehen und verzichten auf unseren Ausflug. Zu Hause ist es ja auch ganz schön.
    Aber eine Reisewarnung für Deutschland? Nein, das geht doch nun wirklich nicht, oder?

    Doch, das geht, wie Kanada gerade unter Beweis stellt. Das nordamerikanische Land spricht speziell für Ostdeutschland eine Warnung aus. Wegen fremdenfeindlicher Übergriffe, Brandstiftungen, Prügeleien und offener Drohungen mit rassistischem Hintergrund, auch wenn es so offensiv nicht benannt wird. Vornehmlich warnt Kanada vor extremistischen Jugendbanden. Aber auch größere Demonstrationen seien als Problem anzusehen, das schnell eskalieren könne. Den Artikel weiterlesen »

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    Wenn die Breite an der Spitze schmaler wird

    geschrieben am 29. September 2015 von Jens Berger

    sich nur 30 Prozent der Bevölkerung für Fußball interessieren, ist dieser Sport auf irgendeine Weise in unser aller Leben omnipräsent. Live-Übertragungen an jedem Wochentag auf einem der vielen Fernsehkanäle. Prominente Fußballspieler in jedem Werbeblock jedes Senders und jeder Zeitschrift. Keine Nachrichtensendung ohne irgendeine Meldung aus dem oder rund um das Medienspektakel Fußball. Man mag den Fußball lieben oder hassen, ihn aufregend, langweilig oder nervig finden – sich ihm völlig entziehen, vermag keiner von uns. Weder medial noch finanziell.

    Jens Berger widmet sich auf den 256 Seiten seines Buches „Der Kick des Geldes“ – nicht nur – der Deutschen liebstem Hobby, dem Fußball. Doch schnell wird klar, wenn Berger über Strategien und Taktiken schreibt, geht es weniger um Spielsysteme, Mannschaftsaufstellungen, kontrollierte Offensive oder Forechecking. Es dreht sich um ökonomische Strategien und Taktiken, die den Wirtschaftszweig Fußball immer fester im (Würge-)Griff haben. Denn der große Fußball ist immer weniger das, was gerade die Freunde des runden Leders in der Verträumtheit ihrer eigenen, fußballerischen Jugenderinnerungen oder aus den großen Erzählungen der Alten über Rahn und Puskás, Seeler und Pelé, Beckenbauer und Lato, ja selbst Matthäus und Maradona mit ihm verbinden. Damit hat das heutige Mega-Event Fußball nur noch am Rande gemein. Doppelpässe und Übersteiger, Dropkick- und Volleyschüsse bilden nur das schmückende Beiwerk, sie sind die Garnitur auf der Schlachteplatte Fußball. Fußball ist inzwischen nicht nur ein Spiel FÜR Milliarden – vor allem ist es auch ein Spiel MIT Milliarden.

    Jens Berger rollt das Geschäft mit und um den Fußball in seiner vollen Breite auf. Egal ob deutsche Bundesliga, englische Premier League, spanische Primera División, europäische Champions League oder FIFA-Weltmeisterschaft. Und er leuchtet in so ziemlich alle dunklen Ecken, die den Fußballsport allerorts umgeben. Nebenbei räumt er mit so manchem Mythos auf, der immer noch das Denken der Fans beherrscht. Die Zuschauer im Stadion als wichtigste Zielgruppe der Vereine? Nur ein Nebenprodukt. Fast noch wichtiger sind die Trikotverkäufe einzelner Fußballidole, die in der Spitze weltweit millionenhafte Auflagen erreichen. Sie beglücken damit zwar die jeweilige Ausrüsterfirma und auch den Verein mit Einnahmen in Millionenhöhe, die vielen Näherinnen in den Armutsregionen rund um den Globus hingegen sehen davon so gut wie nichts. Sie erhalten für ihre Arbeit nur ein paar Cent pro Schuh. Supermoderne Stadien, welche die Bundesligisten mit ihren Millionenetats selbst finanzieren? Weit gefehlt. Stattdessen lassen hohe Zuschüsse von Ländern oder ansonsten klammen Kommunen, Ausfall-Bürgschaften oder dubiose Kreislaufgeschäfte wie beim Kölner Stadion uns alle dafür bezahlen – ohne dies zu wollen, ja sogar ohne dies überhaupt zu wissen. Oder weiß der „gemeine Aachener von der Straße“ wirklich, wieviel Geld ihn persönlich der Bau und der Betrieb des „Tivoli“ gekostet hat und immer noch kostet?

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