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  • Liebe BILD-Kommentatoren, was wollt Ihr eigentlich hier?

    geschrieben am 07. August 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Schon komisch. Ich stelle mir grad vor, bei der BILD (kann auch ein anderes Blatt sein) mal einen kritischen Kommentar zu verfassen. Vielleicht zu TTIP oder der Vorratsdatenspeicherung. Oder womöglich zur Asylpolitik der Bundesregierung. Huuuui, ich müsste damit rechnen, von der Fan-Gemeinde in der Luft zerrissen zu werden. Ganz schön böse und heftig würden die mich in die Mangel nehmen. Sind ja auch ein Kollektiv, ich dagegen bin nur ein kleiner Querulant, der sich verlaufen hat.
    Die Konsequenz wäre, dass ich mich ziemlich schnell wieder unsichtbar machen würde. Nicht aus Angst (zumindest nicht, wenn es sich um den ganz normalen Wahnsinn im Netz handelt, den wir ja alle zur Genüge kennen). Auch nicht aus Frust, denn wenn zwei Seiten „diskutieren“ wollen, die voneinander so weit entfernt sind wie der Turmbau zu Babel und eine einheitliche Sprache bei der Arbeit, dann wird sich kein Kompromiss finden lassen. Das ist in Ordnung so, alles im Lack. Den Artikel weiterlesen »

    369 Kommentare

    Das Leiden deutscher Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Afrika

    geschrieben am 30. Juli 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Bei Stalingrad, russische FlüchtlingeEine Fiktion

    Die folgende Schilderung ist fiktiv. Noch. Sie mag auch unvorstellbar klingen. Noch. Doch niemand kann wissen, ob er nicht irgendwann selbst zum Flüchtling wird.
    Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, sind geschwächt, wehrlos, ohne Perspektive. Sie brauchen im wesentlichen eines: Hilfe.

    Afrika, in der Zukunft:

    Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann hat die Mutter ein Handtuch mit ein wenig Wasser befeuchtet und es ihrem Sohn um den Kopf gewickelt. Auf ihrem Weg in den Süden Afrikas hat die deutsche Familie nur noch einen kleinen Rest Trinkwasser, weshalb der Vater gegen das Befeuchten des Handtuches ist. Die Mutter setzt sich durch, ihr 10-jähriger Sohn ist geschwächt, weint oft und beginnt zu fantasieren. Den Artikel weiterlesen »

    195 Kommentare

    Der finnische Albtraum – nun legen Schäubles treue Verbündete die Axt auch an ihr eigenes Land an

    geschrieben am 30. Juli 2015 von Jens Berger

    Finnland gilt innerhalb der Eurogruppe als treuer Verbündeter Deutschlands. Jahrelang galt der Staat auch als wirtschaftspolitisches Vorbild für andere Euroländer. Finnland zeichne sich schließlich durch eine solide und exportstarke Wirtschaft und eine noch solidere Haushaltspolitik aus, die von den Ratingagenturen stets mit einem AAA belohnt wurde. Doch diese Zeiten sind vorbei. Finnland befindet sich heute in einer Wirtschaftskrise. Wie leider kaum anders zu erwarten, deuten die neoliberalen Nordeuropäer die Gründe für diese Krise jedoch falsch und nun droht dem Land eine Überdosis der Medizin, die finnische Politiker auch auf europäischer Ebene immer gerne empfehlen. Für das Land könnte dies katastrophale Folgen haben.

    Glaubt man einschlägigen deutschen Medienberichten, sieht es düster um Finnland aus. Die finnische Volkswirtschaft befindet sich nun im dritten Jahr in Folge in der Rezession, die Staatsschulden haben sich seit 2008 mehr als verdoppelt und die Arbeitslosenquote stieg in den letzten Monaten rapide und liegt nun bei fast zehn Prozent. Was sich auf den ersten Blick dramatisch anhört, ist bei näherer Betrachtung jedoch keine echte Katastrophe. Die Wirtschaft befindet sich zwar in einer Rezession, der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts liegt jedoch im kaum messbaren Bereich. Und wenn die Wirtschaft hinkt, gehen natürlich auch die Steuereinnahmen zurück und die Staatsausgaben steigen. Die Staatsschulden haben sich daher zwar seit Beginn der Finanzkrise in der Tat verdoppelt, liegen aber mit 60,3% des BIP nur unwesentlich über der Maastricht-Grenze und sind (mit Ausnahme von Luxemburg) die niedrigsten unter den Euro-Gründungsmitgliedern. Und die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 9,4% immer noch weit unter dem Durchschnitt aller Euroländer und auch weit unter den finnischen Vergleichszahlen aus den 1990ern, als Finnland schon Werte oberhalb der 16% vermelden mussten. In der Zeitreihe bilden eher die „Boomjahre“ von 2006 bis 2008, die heute immer als Vergleichszeitraum genannt werden, einen Ausreißer.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    36 Kommentare

    Die Bezeichnung „Besorgte Bürger“ sollte uns Sorgen machen

    geschrieben am 28. Juli 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    hassKommentar

    Neo-Nazis, Rassisten, Ausländerfeinde, Faschisten und wie man die menschenverachtenden Gruppen noch nennen will, sie haben sich neue Namen zugelegt. Inzwischen sind es offiziell und auch im medialen Sprachgebrauch „Besorgte Bürger“ oder „Asylkritiker“. Klingt emotional, klingt analytisch, klingt nach Bürgern mit „gesundem Menschenverstand“ (auch gern genommen). Die Verpackung ändert aber nichts daran, dass Menschen, die andere Menschen schlagen oder anzünden, nichts anderes sind als Verbrecher, Kriminelle. Den Artikel weiterlesen »

    216 Kommentare

    Cannabislegalisierung: Internationale Probleme – nationale Argumente

    geschrieben am 27. Juli 2015 von Jens Berger

    In der Diskussion um die Legalisierung von Cannabis werden vorwiegend die Gesundheit der Bürger und die Sicherheit Deutschlands fokussiert. Die Folgen für die Herkunfts- und Transitländer kümmert wenige. Ein Kommentar von Ella Daum

    Ella Daum ist Redakteurin beim Katapult-Magazin.

    Der Parteitag der FDP in Berlin Mitte Juni führte zu einer Seltenheit: Grüne und FDP sind sich in einem ihrer Ziele einig. Ab jetzt kämpfen beide Parteien für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Die Linke ist sogar für die Legalisierung jeder Art von Drogen. Ein Großteil der Mitglieder von Bundestag und Bundesregierung wehrt sich jedoch bis jetzt dagegen. Cannabis ist die am häufigsten angebaute, gehandelte und konsumierte illegale Droge weltweit.

    Nur Deutschland zählt

    Legalisierungsgegner befürchten, Cannabis sei der Einstieg für härtere Drogen, Befürworter erhoffen sich, dass weniger harte Drogen konsumiert werden, da der genügsame Cannabiskonsument sowieso bei seinem Joint bleibe. Außerdem könne auch das Rauchen von Zigaretten als Einstiegsdroge für Cannabis angesehen werden.

    Die Contra-Seite verweist auf die Gesundheitsschädlichkeit von Cannabis, die Pro-Seite erinnert an die Gefährlichkeit von Alkohol, der trotzdem legal ist. Die einen befürchten eine Aufweichung der Justiz, die anderen begrüßen die Entkriminalisierung von Erwachsenen, die mit ihrem Cannabiskonsum niemandem schaden. Zudem könnte Cannabis hoch besteuert werden, also auch dem Staat zugute kommen, wie das Vorreiterbeispiel Colorado zeigt.

    Den Artikel weiterlesen »

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