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  • Mit Sicherheit nicht?

    geschrieben am 20. September 2013 von Gastautor

    Wie ein buddhistischer Mönch einen Rat gab, der länger wirkte als erwartet.

    Ein Sommermärchen von Christoph Jehle

    Zum Ende des diesjährigen Sommers bekommt das Sommermärchen vom 22. August eine Fortsetzung. Ich war mit einer der ersten Maschine frühmorgens von Udon Thani nach Bangkok geflogen, wo ich vom Inlandsflughafen zum internationalen wechseln musste, was etwa einen Kilometer Fußmarsch durch eine mehr oder weniger klimatisierte Glasröhre bedeutete. Zum Glück ging es dann gleich weiter nach Beijing und von dort sollte ohne lange Wartezeit weitergehen nach Ulan Bator in der Mongolei.

    Es war ein ziemlich buntes Völkchen, das da in Beijing auf den Flieger wartete. Neben Philippinos, die auf dem Weg zu einer der neu eröffneten Minen unterwegs saßen türkische Textilfabrikanten, die nach Möglichkeiten für gewinnbringende Investitionen suchten. Die Einreise am Flughafen war ziemlich formlos. Weil gerade die Einreiseformulare ausgegangen waren, ging Alles ziemlich schnell und unbürokratisch. Nachdem am Tag zuvor Premierminister Enchsaichan zurückgetreten war, weil sein Reformeifer wohl ein wenig erlahmt war, kam schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt die Diskussion auf, wie sich die Mongolei jetzt weiter entwickeln würde. Ich sprach leider kein Wort der Landessprache und wusste nur, dass man die mongolische Schrift von oben nach unten schreibt, was kein Schreibprogramm am PC unterstützte, weswegen die meisten Texte in kyrillischer Schrift abgefasst wurden. Ich hatte aber das Glück am Flughafen von einem Taxi abgeholt zu werden, dessen Fahrer seine Übersetzerin dabei hatte, die englisch am heimischen Fernseher lernte und nun jede Gelegenheit nutzen wollte, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden. Da mein Anschlusszug erst am Abend losfahren sollte, hatte ich mir für den Tag einen Führer organisiert, der mir ein wenig von der Hauptstadt der Mongolei zeigen sollte. Dass mein Tour Guide fließend Deutsch sprach, hatte mich auf den ersten Blick verblüfft. Wie viele Andere seiner Altersgruppe war er in der DDR aufgewachsen, wo seine Eltern damals studierten. Auch sonst stieß man auf Schritt und Tritt auf deutsche Spuren. Die meisten Schokoriegel kamen aus deutscher Produktion und seit einem guten Jahr gab es mit Khan Bräu auch ein auf deutsche Art gebrautes Bier in Ulan Bator. In Erinnerung blieb mir jedoch vor Allem, dass Ulan Bator zumindest damals eine der staubigsten Hauptstädte der Welt war.

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    Warum ich am Sonntag die Linke wähle

    geschrieben am 19. September 2013 von Jens Berger

    In Deutschland gelten Wahlempfehlungen immer noch als Tabubruch. Es soll ja hierzulande sogar Ehepaare geben, bei denen der eine Partner nicht weiß, was der andere wählt. Selbst unter politisch interessierten und engagierten Menschen wird das Wahlgeheimnis meist so ausgelegt, dass man seine Wahlentscheidung unter allen Umständen geheim halten muss. Warum eigentlich? Während hierzulande selbst politische Journalisten aus ihrer persönlichen Wahlentscheidung ein großes Geheimnis machen, gehört es in den USA zum guten Ton, dass Journalisten und politische Kommentatoren nicht nur um den heißen Brei herumreden, sondern ihre Leser auch an der elementarsten Frage in einer Demokratie teilhaben lassen. Diesem Beispiel möchte ich gerne folgen.

    Den Beitrag als Audio hören (by Tom Wellbrock):

    CDU und FDP?

    Die Regierungsparteien CDU und FDP spielen bei meiner persönlichen Wahlentscheidung für den, der meine Artikel kennt, keine Rolle. Die FDP wirkt immer mehr wie eine (schlechte) Parodie ihrer selbst und Angela Merkels Politik ist nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa eine einzige Katastrophe. Die Frage, warum Angela Merkel derart populär ist, zermartert wohl den meisten ihrer Kritiker den Kopf. Auch ich habe keine Antwort auf diese Frage. Der bloße Umstand, dass Angela Merkel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Deutschland vier weitere Jahre „marktkonform“ regieren wird, ist sicher nicht unbedingt motivationsstiftend für den Gang zur Urne. Das ist jedoch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen und die Flinte ins Korn zu werfen. Im Gegenteil – je größer die politische Unvernunft der Mehrheit scheint, desto wichtiger ist es, als (subjektiv) vernünftige Minderheit „nein“ zu sagen. Doch wen kann man wählen, wenn man der Politik Merkels die rote Karte zeigen will?

    SPD und Grüne

    Wenn man sich die SPD im Wahlkampfendspurt anschaut, könnte man ja fast glauben, dass die Genossen aus ihren Fehlern gelernt haben. Doch diese Beobachtung wäre zu oberflächlich. Dass die SPD im Wahlkampf gerne links blinkt und nach den Wahlen rechts abbiegt, ist nicht unbedingt neu. Und es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass sich daran in diesem Wahlkampf etwas geändert haben könnte. Im Gegenteil. Mit der Wahl Peer Steinbrücks zum Spitzenkandidaten hat die SPD sich bereits vor Beginn des eigentlichen Wahlkampfs weitestgehend auf die Fortsetzung von Schröders Agaenda-Kurs festgelegt. Wir haben auf den NachDenkSeiten unzählige Male die Politik Steinbrücks thematisiert und sind mehrfach darauf eingegangen, dass es unglaubwürdig ist, dem Agenda-Freund und Finanzmarktderegulierer Steinbrück das soziale Mäntelchen überzuwerfen. Unabhängig von dieser Personalie muss man jedoch auch in Frage stellen, wie ernst es der SPD überhaupt mit ihrem neuen Programm sein kann, wenn sie ohne große Not die Umsetzung dieses Programms, was nach aller Voraussicht nur in einer rot-rot-grünen Koalition möglich wäre, kategorisch auszuschließt. So lange die SPD sich nicht glaubhaft von der Agenda 2010 distanziert und signalisiert, dass für sie Themen wichtiger als Koalitionen sind, bleibt sie für mich unwählbar.

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    Die Geschmacklosigkeiten des Sigmar Gabriel

    geschrieben am 18. September 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Sigmar Gabriel ist auf der höchsten Stufe politischer Niveaulosigkeit angekommen, seit er der Linken bei Günther Jauch vorwarf, in Teilen die Verantwortung an der nationalsozialistischen deutschen Geschichte zu leugnen.

    Politische Talkshows vor Wahlen sind immer eine ziemlich unangenehme Sache. Die Kontrahenten sind laut, unsachlich, fallen sich in einer Tour ins Wort und werfen mit möglichst viel Schmutz um sich, um den politischen Gegner hart zu treffen. Das ist nicht neu, das ist medialer Alltag und ringt erfahrenen TV-Zuschauern nur noch ein müdes Lächeln ab. Wer diesem Trauerspiel entgehen möchte, schnappt sich am besten die Fernbedienung und schaltet um oder liest ein gutes Buch. Am vergangenen Sonntag bei Günther Jauch vorbeizuschauen, lohnte aber in traurigem Sinne, denn als er im Rahmen der üblichen Quassel-Runde der Linken vorwarf, ein „ungeklärtes Verhältnis“ zur nationalsozialistischen Geschichte Deutschlands zu haben, verließ er endgültig die Ebene politischer Gesprächsführung und zeigte sich nur noch geschmacklos. Den Artikel weiterlesen »

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    Rot-Grün in Ohnmacht

    geschrieben am 18. September 2013 von Jens Berger

    von Roberto De Lapuente

    Eine rot-grüne Chronik in den klassischen Farben schwarz und gelb.

    Zwei Lesebändchen hat sich der Verlag als Gag ausgedacht. Eines in Rot und eines in Grün. Das rote Bändchen war passend schon nach wenigen Tagen aufgedröselt. Das grüne hielt etwas länger. Das drängte sich mir als Metapher auf.

    Edgar Wolfrum legt eine Chronik jener denkwürdigen Schröder/Fischer-Jahre vor, die kaum ausführlicher ausfallen konnte. Er erzählt dabei eine Geschichte vom Scheitern und Getriebensein, von Eitelkeit und Selbstverblendung, von einer Regierung, die sich in weiten Teilen von der konservativen Opposition und ihrer schreibenden Zunft anleiten ließ. Und er erzählt, wie sich das Rote in jener denkwürdigen Koalition stärker abnutzte als das Grüne. Wie bei den beiden Lesebändchen. Vom Geflecht blieben nur einige lose Fäden. Vom “linken Projekt” nur wenige Fasern – das ist sie, die am Buchblock befestige Metapher aus Stoff.

    Mit welchem Elan ging diese Gesellschaft den Wechsel nach Jahren schwarz-gelber Agonie an. Endlich sollte der Mief gelüftet werden und das Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft gestärkt hervorgehen. Der Neoliberalismus griff bereits um sich und die Sozialdemokratie sollte ihn an die kurze Leine nehmen. Heute wissen wir mehr.

    Wolfrum zeichnet die Regierungszeit Schröders unter anderem als eine Ära des Getriebenseins. Und das ist sicherlich nicht ganz falsch. Weder freute sich die rot-grüne Koalition über Bundeswehreinsätze im Ausland, die aber von den Bündnispartnern erwartet wurden. Noch hat sie den 11. September 2001 eingeplant, der dann die Sicherheits-, Außen- und Innenpolitik beeinflusste. Zur Agenda 2010 wurde sie von der Weltuntergangsstimmung der Medien gepeitscht. Manchmal klingt das bei Wolfrum wie eine Entschuldigung. Aber immerhin er läßt stets ein breites Stimmungsbild entstehen, indem er Befürworter und Kritiker zitiert.

    Weiterlesen auf ad sinistram

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    Große Koalition?

    geschrieben am 17. September 2013 von Joerg Wellbrock

    Niemand hat die Absicht, eine Große Koalition zu errichten

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