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  • Alternative Lichtfestspiele: Dichtung und Wahrheit bei der AfD

    geschrieben am 06. September 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Foto: Screenshot alternativefuer.de

    Foto: Screenshot alternativefuer.de

    Eine vermeintliche Lichtinstallation der „Alternative für Deutschland (AfD)“ entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Fake, zumindest aber als eine stark nachbearbeitete Aktion, die tatsächlich kaum Wirkung entfaltete. Bei Licht betrachtet bleibt optisch nicht viel übrig von der Botschaft der AfD.

    „Mut zur Wahrheit“ – das klingt griffig und gut. Da schließlich alle Parteien lügen, kommt die AfD gerade rechtzeitig, um kurz vor dem 22. September die Bundestagswahl mit wichtigen Realitäten zu konfrontieren. Eine davon ist der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB), dem die AfD ein „Blaues Wunder“ verpassen wollte. In einem Video referierte Eberhard von dem Bussche, Sprecher des AfD-Landesverbandes Hessen, vor dunkler Nacht über die Spaltung Europas durch den Euro. Das Gebäude selbst ist kaum zu erkennen, später folgt aber für einige Sekunden ein Schwenk hinüber zum Neubau. Zu sehen ist das Logo der Partei und – hochkant geschrieben – der Satz „Der Euro spaltet Europa“. Optisch ansprechend, aber mit einem fatalen Schönheitsfehler.

    Das luftige „D“

    Neben dem Video gibt es ein Beweisfoto, doch schlüssig ist das alles nicht. Denn das „D“ im Satz „Der Euro spaltet Europa“ strahlt nicht das Gebäude an, sondern daran vorbei. So etwas kann passieren, zu sehen sein dürfte der Buchstabe aber in diesem Falle nicht. Fakt ist also, dass die AfD zumindest eine Nachbearbeitung von Video und Bild vorgenommen haben muss. Die EZB selbst teilte übrigens auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ mit, dass sie die angebliche Anstrahlung geprüft habe und zum Schluss gekommen sei, dass es sich um eine Fotomontage handele. Zitat: „Das Gebäude wurde nicht angestrahlt.“ Den Artikel weiterlesen »

    167 Kommentare

    NSA scheitert an der Suche nach zufriedenen Deutschen

    geschrieben am 05. September 2013 von Joerg Wellbrock

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf


    Nachdem CDU und FDP die gewagte These aufgestellt hatten, Deutschland gehe es gut, ist es nun zu einem Streit internationalen Ausmaßes gekommen. Im Auftrag der Bundesregierung sollte die NSA die Deutschen ausfindig machen, die gemeint sind. Doch die technischen, sehr eingeschränkten Möglichkeiten der NSA reichen dafür offenbar nicht aus. Kanzlerin Merkel ist verärgert und will mit US-Präsident Obama über das Thema sprechen.

    Auf der Suche nach dem Glück

    Als Mitte Februar 2010 die Anfrage der deutschen Bundesregierung im Hause der NSA einging, war dessen Chef Keith B. Alexander zunächst guter Dinge. „Zufriedene Deutsche zu finden, ist eine unserer leichtesten Übungen“, sagte er optimistisch. Doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Die Sicherheitsbehörde hatte damit angefangen, rund 100 Millionen Telefonate abzuhören – ohne das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
    Es folgten das Mitlesen von 4,9 Milliarden SMS und rund 20 Milliarden E-Mails. Auch hier: Fehlanzeige. Zwar konnten die Mitarbeiter der NSA Menschen ausfindig machen, die sich nicht nur als zufrieden, sondern äußerst glücklich bezeichneten. Nachforschungen ergaben jedoch, dass diese Angaben von Privatinseln aus und unter Alkoholeinfluss gemacht worden waren. Den Artikel weiterlesen »

    55 Kommentare

    Wahlkrampf

    geschrieben am 05. September 2013 von Jens Berger

    Nahezu täglich tauschen die bekannten Gesichter der fünfeinhalb großen Parteien in aufgesetzt wirkenden TV-Duellen ihre auswendig gelernten Phrasen aus. Drei Wochen vor dem großen Urnengang scheint das Land endlich aus seiner politischen Lethargie erwacht zu sein. Doch der Schein trügt. Man kennt das Spiel ja. Die Union stellt Deutschland als schwarz-rot-goldenes Schlaraffenland dar, während Brüderles FDP sich redlich Mühe gibt, ihren Ruf als Comedy-Truppe zu verteidigen. SPD und Grüne werfen sich derweil das Oppositionsmäntelchen über und sogar Peer Steinbrück entdeckt in letzter Sekunde seine sozialdemokratischen Wurzeln. Grotesk! Gibt es eigentlich irgendjemanden – außer Jakob Augstein -, der dieses Schmierentheater nicht durchschaut?

    Den Beitrag als Audio hören (by Tom Wellbrock):

    Manchmal erinnert die Oppositionsarbeit der SPD ein wenig an Randsportarten, die alle vier Jahre bei den Olympischen Spielen ins öffentliche Interesse gelangen. Doch dieser Vergleich hinkt, da die Randsportarten auch abseits der Olympischen Spiele existieren, aufmerksamkeitsökonomisch jedoch keine nennenswerte Rolle spielen. Die Oppositionsarbeit der SPD ist da anders. In den letzten vier Jahren fand sie de facto gar nicht statt und dies rächt sich natürlich im Wahlkampf. Auch ein Sportler hat bei Olympischen Spielen keine Chance, wenn er nur alle vier Jahre zu einem Wettkampf antritt.

    Selbst wenn der potentielle SPD-Wähler die Argumente der wahlkämpfenden Parteigranden offen und voreingenommen reflektiert, wird er schnell auf Widersprüche stoßen. Peer Steinbrück und die SPD sind natürlich nicht dumm. Sie haben zu Recht erkannt, dass das Thema „soziale Sicherheit“ wohl das einzige Thema ist, bei dem sie im Wahlkampf gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung punkten können. Dummerweise hat sich die SPD weder in ihrer Regierungszeit von 1998 bis 2009 noch in ihrer Oppositionszeit von 2009 bis heute als Sprachrohr sozialer Politik hervorgetan. Wer nimmt der SPD ab, dass sie drei Wochen vor den Wahlen plötzlich entdeckt hat, dass sie in den letzten fünfzehn Jahren eine falsche Politik propagiert hat?

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    45 Kommentare

    Wenn die Bahn-App unpünktlich ist

    geschrieben am 03. September 2013 von Gastautor

    von Andreas Heegt

    Die Bahn macht mobil. Deshalb kündigte sie jetzt an, im Herbst eine Pünktlichkeits-App auf den Markt zu bringen. Um welchen Herbst es sich dabei allerdings handelt, hat die Bahn nicht näher erläutert. Bewusst? Auf jeden Fall soll diese neue App umweltfreundliche Geschäfts- und Urlaubsreisende über die Zuverlässigkeit ihres gebuchten Zuges informieren.

    Wer es glaubt… Betrachtet man die Zugverspätungen ist anzunehmen, dass die so genannte Pünktlichkeits-App ebenfalls unpünktlich sein wird. Bei der Bahn verspätet sich nämlich jeder Zug. Sogar Statistiken werden manipuliert: Ein Zug gilt nur dann als unpünktlich, wenn er mit sechs Minuten oder mehr Verspätung abfährt als geplant. Folgt man dieser Statistik, wird die neue Bahn-App 2018 auf den Markt kommen – funktionieren wird sie 2021!

    App-Guides an Bahnhöfen

    Zugradar heißt die neue App der Bahn. Windows-Handy-Nutzer sollen ab Herbst diese Funktion nutzen können, um festzustellen, ob ihr gebuchter Zug pünktlich ist. Für Android-Handy-Nutzer steht die Funktion erst ab Dezember zur Verfügung.

    Den Artikel weiterlesen »

    34 Kommentare

    TV-Duell, Teil 2: Hey! Hier kommt Rainer

    geschrieben am 03. September 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Nach dem eher trostlosen Kandidaten-Duell zwischen Peer Steinbrück und Angela Merkel folgte am nächsten Tag der zweite Teil. Diesmal nahmen die Kandidaten von FDP, Grünen und Die Linke teil. Herausragend – und zwar im negativsten aller Sinne – war dabei Rainer Brüderle, der ein Bild irgendwo zwischen lächerlichem Clown und dumpfem Aggressor abgab.

    Er war laut, zeigte mit ausgestrecktem Arm und wie als Waffe umfunktioniertem Zeigefinger auf seine Widersacher, verschluckte Buchstaben wie Weinproben und hatte das Terrain der politischen Botschaft schon verlassen, bevor die Vorstellungsrunde beendet war. Rainer Brüderle (FDP) ließ gegenüber seinen Kontrahenten Gregor Gysi (Die Linke) und Jürgen Trittin (Grüne) keinen Zweifel daran zu, wer der Herr im Haus ist. Die nahmen es gelassen, an der Peinlichkeit des Auftritts Brüderles ändert das jedoch nichts.

    Die Art und Weise, wie sich Brüderle präsentierte, war zwar alles in allem nicht überraschend. Schon bei „Illner intensiv“ hatte der launige Liberale kürzlich gezeigt, dass politische Diskussionen auch ohne jegliche Sachlichkeit und stimmige Fakten über die Zeit gebracht werden können. Und dass er kein Freund von Nebensätzen ist, weiß wohl jeder. Trotzdem war die Massivität, mit der er es im TV-Duell tat, bemerkenswert. Seine inhaltlichen Schwächen konnte er dadurch freilich nicht wegwischen. So sprach er zunächst brav nach, was Merkel am Vorabend über Renten und Pensionen schwadroniert hatte, rotzte dann völlig zusammenhangslos Begriffe wie „Planwirtschaft“ oder „Kehrmaschine“ raus und wollte den Mindestlohn durch regional unterschiedliche Lebenshaltungskosten aus dem Weg räumen. Die beiden Moderatoren Siegmund Gottlieb (BR) und Jörg Schönenborn (WDR) präsentierten sich dabei so hilflos wie eine frisch gebackene Lehrerin, die sich gleich an ihrem ersten Schultag ratlos dem Klassenkasper gegenüber sieht.

    Rainer Brüderle ist der zu Fleisch gewordene Grund für die Politikverdrossenheit der Bürger, die sich angewidert von der politischen Klasse abwenden. Er hat weder Charisma noch schlüssige Argumentationsketten. Er ist in erschreckendem Maße unsachlich, lässt selbst die kleinsten Ansätze eines angemessenen zwischenmenschlichen Umgangs vermissen und wirkt immer, als wolle er so schnell wie möglich fertig werden. Nach 60 Minuten war das im TV-Dreikampf der Fall, und noch immer bin ich nicht sicher, ob er bei der Rentendiskussion von der Beitragsbemessungsgrenze sprach. Oder ob er in der Hektik vielleicht doch „Beitragsvermessungsgrenze“ sagte. An der Altersarmut, die Brüderle massiv fördert, ändert das allerdings auch nichts. Ebenso wenig wie sein Satz: „Man kann natürlich alles schlecht reden.“
    Schlecht reden, das jedenfalls ist ein Themengebiet, auf dem sich Brüderle bestens auskennt.

    Ergänzung:
    Diese Screenshots sagen wohl alles:

    76 Kommentare

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