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  • Brüderles Geheimsprache – ein Übersetzungsversuch

    geschrieben am 27. August 2013 von Joerg Wellbrock

    Rubrik: Satire

    So richtig verstehe ich den Brüderle nie, wenn er spricht. Gut möglich, dass das an mir liegt, aber beim aktuellen Wahlkampf-Spot der FDP habe ich doch sehr genau zugehört – und mir erlaubt, einmal eine Übersetzung zu wagen.
    Zum besseren Verständnis hier erst einmal das nuschelige Gebrabbel Brüderles:

    Brüderle-1-

    Und hier nun die präzise Übersetzung.
    Ich denke, nun wird klarer, was uns der Mann sagen will.

    Brüderle-2

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    22. September: Haben wir eine Wahl?

    geschrieben am 26. August 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Die Frage, was man wählt, verliert bei vielen Menschen an Bedeutung gegenüber der, ob man überhaupt wählen soll. Die Nichtwähler-Fraktion ist groß, was die Konsequenz der Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist. Haben wir überhaupt eine Wahl, um Politik zu beeinflussen? Oder ist die Bundestagswahl am 22. September eigentlich nur eine Farce?

    Es sind zwei alte Lieder, die gesungen werden, wenn die Bundestagswahl thematisiert wird. In der Strophe des einen hört man, dass sowieso alle Politiker nur auf ihren Vorteil bedacht und völlig uninteressiert an den wirklichen Interessen der Bürger sind. Im anderen klingt im Refrain der an die Nichtwähler gerichtete Vorwurf mit, sie dürften sich nicht beklagen, wenn ihnen nach der Wahl etwas nicht passe. Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern. Die Tonarten beider alter Lieder sind grundverschieden, die Disharmonie ist offensichtlich.

    Die beiden Lager haben längst ihre Sachen zusammengeworfen

    Wie man es auch dreht und wendet, dass die beiden ehemals voneinander abweichenden politischen Lager heute kaum noch Unterschiede aufzeigen, lässt sich wohl kaum leugnen. Ursprünglich war die SPD für mehr staatliche Kontrolle, die CDU für mehr Selbststeuerung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die FDP neigte er zu weniger staatlicher Kontrolle, ließ sich aber gern überzeugen, von es denn bedeutete, Regierungsverantwortung übernehmen zu können. Eine Weile waren die Grünen ein erfreuliches Gegengewicht, doch je länger sie in der etablierten Politik verharrten, desto weniger blieb davon übrig. Bleiben aus heutiger Sicht nur die Linke und die Piraten, die durch auffallend abweichende politische Forderungen auffallen. Der Glaube daran, dass sich das auch im Falle faktischer politischer Verantwortung halten lässt, ist allerdings bei vielen Menschen nur gering ausgeprägt.
    Und dann gibt es ja noch die AfD (Alternative für Deutschland), die womöglich eine Rolle bei der Bundestagswahl spielen kann. Deren Programm allerdings passt auf den sprichwörtlichen Bierdeckel, und wer ein wenig dahinter blickt und sich das Personal der Partei ansieht, wird kaum eine echte Alternative erkennen können.
    Die Regierung wird sich aller Voraussicht nach aus neoliberalen Kräften zusammensetzen. Und genau das ist eines der grundlegenden Probleme dieser und der vorausgegangenen Bundestagswahlen. Selbst wenn die SPD einen urplötzlichen Endspurt mit großem Erfolg starten könnte, das Ergebnis wäre politisch kaum von der jetzigen Regierung zu unterscheiden. SPD und CDU haben sich so sehr angenähert, dass der Wähler mit Recht kaum noch Unterschiede ausmachen kann. Den Artikel weiterlesen »

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    Arabischer Winter – Wenn „Demokratie“ zum Kampfbegriff wird

    geschrieben am 23. August 2013 von Jens Berger

    Demokratie ist für die westliche Politik nur dann erstrebenswert, wenn bei Wahlen die „Richtigen“ gewinnen. Der Muslimbruder Mohammed Mursi gehörte nicht dazu. Daher haben die Regierungen der westlichen Welt offenbar auch kein großes Problem damit, dass der demokratisch gewählte Präsident Ägyptens durch eine Junta aus dem Amt geputscht wurde. Erst als die neuen Machthaber in zahlreichen Massakern tausende Demonstranten abschlachteten, machte sich in Berlin, London und Washington leises Unbehagen breit. Ägypten steuert mit voller Fahrt zurück zur Militärdiktatur. Aus dem arabischen Frühling ist ein arabischer Winter geworden – währenddessen lügt man sich im Westen in die eigene Tasche und phantasiert immer noch von einem „Transformationsprozess“. Der Westen wünscht sich keine Demokratie, sondern Stabilität. Und wenn man dafür die Demokraten niederschießen muss, dann sei dem so.

    Die Ägypter haben im arabischen Frühling des Jahres 2011 ihren Diktator Husni Mubarak aus dem Amt gejagt und sich das Recht auf freie Wahlen erkämpft. Im Juni 2012 wurde der Muslimbruder Mohammed Mursi als erster ägyptischer Präsident in freien Wahlen vom Volk mit einer – wenn auch knappen – Mehrheit von 52% gewählt. Ein Jahr später setzte das Militär Mursi ab und inhaftierte neben ihm auch noch die einflussreichsten Parteikader der „Freiheits- und Gerechtigkeitspartei“, die 46% der Delegierten des ägyptischen Repräsentantenhauses stellt. Kurze Zeit später entließen die neuen Machthaber den gestürzten Mubarak aus der Haft und richteten in zahlreichen Massakern tausende der demonstrierenden Parteigängers Mursis auf offener Straße hin. Die Eine Million Dollar Frage lautet: Wie bezeichnet man einen solchen Vorgang?

    In der Erkenntnistheorie gibt es ein schönes Sprichwort*: „Wenn ich einen Vogel sehe, der wie eine Ente geht und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, nenne ich diesen Vogel eine Ente“. Was sich am 3. Juli in Kairo abspielte, sah nicht nur so aus wie ein Putsch, sondern erfüllte auch alle andere Definitionen an einen Putsch. Doch weder Guido Westerwelle noch seine Kollegen sind bereit, diesen Putsch einen Putsch zu nennen. Barack Obama spricht stattdessen noch heute lieber von einem „Schritt zur Wiederherstellung der Demokratie“. Was für unsere Ohren wie ein schlechter Witz klingt, muss für die Millionen Ägypter, die Mohammed Mursi gewählt haben, und vor allem für die Angehörigen der Opfer wie Hohn klingen.

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    Gut gebrüllt, bayerischer Löwe

    geschrieben am 22. August 2013 von Gastautor

    Von Harry Sochor

    Ein eher langweiliger, weil inhaltsloser Wahlkampf auf Bundesebene, nähert sich dem Ende. Die Amtsinhaberin verkündet mit bedeutungsschwangerem und bulldogig-verkniffenem Gesicht, dass weitere Krisenjahre bevorstehen, wir Deutschen sowieso die Besten seien und sich alle ein Vorbild an uns nehmen sollten – assistiert von Finanzminister Schäuble, dem allgegenwärtigen Gespenst der deutschen Politik seit den Anfangsjahren der Ära Kohl. Der Gegner, Herr Steinbrück, wird von der Amtsinhaberin kräftig wegignoriert, wohl wissend, dass er zielsicher punktgenau im nächsten haus- oder parteigemachten Fettnapf landen wird. Dieses Duell auch nur auf Kreisliganiveau heben zu wollen, wäre für alle Beteiligten mehr als geschmeichelt. Hier könnte ja könnte die Stunde von Horst Seehofer schlagen, der als bayerischer Ministerpräsident an die Tradition anknüpft, dadurch Landespolitik machen zu wollen, indem er gegen den Rest der Republik mobil macht. 

    Eine Schicksalswahl?

    Diese Taktik bietet sich aus seiner Sicht vermutlich auch an, weil im September 2013 sowohl die Bundesbürger als auch die Bayern zur Wahlurne gerufen werden. Horst Seehofer kämpft um seine persönliche Zukunft und die der CSU aus einer Position heraus, die er am besten kann: Mit dem Rücken zur Wand oder am Rande des Abgrundes. Nachdem er die aus CSU-Sicht blamable Aufgabe hatte, die erste Koalitionsregierung nach einer mehr als 40jährigen quasi-absolutistischen Alleinherrschaft zu führen, braucht Seehofer eine absolute Mehrheit im nächsten Landtag.

    Die Scheiße am Stiefel hat ihm ausgerechnet seine Parteivorstandsvize und Justizministerin Beate Merk beschert. Diese war ja ernsthaft der Meinung, sie habe tatsächlich einen Finger krumm gemacht, um im Fall Gustl Mollath einem Menschen, der offensichtlich jahrelang einen obrigkeitsmäßig angeordneten Aufenthalt in der Psychiatrie absolvieren musste, zu seinem Recht zu verhelfen. Was bleibt ihm also, dem Horst? Richtig, er geht erst einmal die Frau Bundeskanzlerin an und stellt Forderungen an den möglichen nächsten Koalitionsvertrag. Forderungen, die zwingend erfüllt werden müssen, damit Bayern die nächste Bundesregierung unterstützt. Den Artikel weiterlesen »

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    Er hat es doch geschafft

    geschrieben am 22. August 2013 von Gastautor

    Wie ein kleiner Bauer von Saatguthändlern über den Tisch gezogen wurde und wie er sich dafür revanchierte.

    ein Sommermärchen von Christoph Jehle

    Es war kurz vor der Jahrtausendwende, als die halbe Welt um das Überleben der PCs bangte. In Deutschland lag schon Schnee und ich wollte der Kälte entfliehen und war noch vor dem hiesigen Weihnachtsfest nach Bangkok geflogen und von dort mit dem Nachtzug nach Udon Thani gefahren. Die Nacht war ziemlich ungemütlich, weil erschreckend kalt. Als Geograph hätte ich es besser wissen müssen: Thailand liegt auf der Nordhalbkugel und wenn es in Deutschland Winter ist, dann ist auch dort Winter. Mit einem lokalen Tuktuk, das anders als seine Verwandten in Bangkok auf der Basis von Mopeds gebaut werden und ziemlich hochbeinig daher kommen, was vor Allem in der Regenzeit hilfreich sein dürfte, ging es weiter in ein kleines Dorf etwa 10 km entfernt.

    Dort angekommen wurde ich von einem dichten Qualm begrüßt, der mir schon unterwegs immer wieder aufgefallen war. In verrosteten Blechkübeln brannten Feuer und rundherum standen Gruppen von Leuten, die sich an den Feuern wärmten. Erst später erfuhr ich, dass diese Feuer mit Hilfe alter Autoreifen am Brennen gehalten werden, weil das gesammelte Holz oft zu feucht ist. Zur Begrüßung gab es Unmengen von Bier und ein selbstgebrautes Getränk, das zwar illegal hergestellt wird, aber die Strafen sollen überschaubar sein. Mit einer Nacht in der Zelle der örtlichen Polizeistation soll das meist glimpflich abgehen. Über den verbleibenden Tag war mein Alkoholpegel soweit angestiegen, dass ich am Abend wie ein nasser Sack auf die Matratze gefallen bin. Gegen sechs Uhr morgens krähten die ersten Hähne und kurz darauf begann der Hund im Hof anzuschlagen. An schlafen war nicht mehr zu denken. Und 5°C ist verflixt kalt ohne Heizung. Wärmedämmung ist dort auch völlig unbekannt. Ja die Wände des Hauses ähneln eher einer Filmkulisse und man kann durch die Astlöcher der Nachbarin beim Kochen zusehen. Zum Glück hatte ich von der Fahrt zum Frankfurter Flughafen noch einen dicken Irish Sweater dabei, der mir schon zwanzig Jahre treue Dienste geleistet hatte und auch jetzt wieder zu Ehren kam. Eigentlich mit einer happigen Wollallergie gesegnet, hatte ich mich in diesem Monstrum von Pullover immer pudelwohl gefühlt.

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