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  • NachDenkSeiten-Service: Verschlüsselung von Mails

    geschrieben am 23. Juli 2013 von Jens Berger

    Würden Sie ihre vertrauliche Korrespondenz mit Ämtern, Geschäftspartnern und Freunden im traditionellen Briefverkehr als Postkarte verschicken? Sicher nicht, schließlich möchten Sie ja nicht, dass der Briefträger und jeder Sortierer bei der Post ihre Korrespondenz mitliest. Wenn Sie jedoch elektronische Post, also E-Mails, verschicken, dann verschicken Sie in der Regel elektronische Postkarten, die nicht nur neugierige Geheimdienste und Internetdienstleister, sondern mit überschaubarem Aufwand auch jeder kleine Hacker mitlesen kann. Als Abhilfe bietet sich hier vor allem der Versand und Empfang von verschlüsselten Mails an. Die Ersteinrichtung der dafür benötigten Software ist zwar für Computerlaien nicht ganz so einfach. Es gibt jedoch zahlreiche Tutorials im Netz, mit denen Sie mühelos den Einstieg in die Welt der Verschlüsselung meistern sollten.

    Warum sollte man Mails überhaupt verschlüsseln?

    Für Personen, die – auf welche Weise auch immer – mit wirklich vertraulichen und sensiblen Daten zu tun haben, ist eine Verschlüsselung der übermittelten Daten zwingend angeraten. Dazu gehören neben Anwälten, Ärzten, Steuerberatern und jeglichen Personen, die in einem beruflichen Umfeld tätig sind, in dem sie Zugriff auf Daten haben, die für die Konkurrenz von Interesse sein könnten, vor allem auch Journalisten. Erstaunlich und höchst ärgerlich ist, dass vor allem die Journalisten beim Thema „Verschlüsselung“ offenbar nicht das geringste Problembewusstsein aufweisen. Dieser kleine Service-Artikel ist jedoch nicht für diese Personengruppen gedacht und geeignet! Denn was nützt die beste Verschlüsselung, wenn die Person, um die es geht, anderweitige Sicherheitslecks hat. Wenn Ihr Windows-Betriebssystem beispielsweise von Trojanern oder anderen Schadprogrammen infiziert ist*, können auch verschlüsselte Mails mitgelesen werden. Mehr noch, Verschlüsselung in kompromittierter Umgebung kann sogar mehr schaden als nützen, weil es dem Empfänger Ihrer oder in Ihren Namen gefälschten Nachrichten ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt.

    Wer zu den genannten Personengruppen gehört und eine Arbeitsumgebung nutzt, die generell als unsicher zu gelten hat (und dazu zählt grundsätzlich das Betriebssystem Windows), sollte daher auch einen Profi konsultieren, der das System – so gut es geht – absichern kann.

    Anders stellt es sich für Privatpersonen und Menschen in einem weniger sensiblen beruflichen Umfeld dar. Leider ist gerade bei dieser Gruppe jedoch die Fehleinschätzung weit verbreitet, dass Sie durch zusätzliche Sicherheit nichts zu gewinnen hätten. Wer nichts zu verbergen hat, muss auch nichts verschlüsseln. Ist dem so? Stellen Sie sich doch einmal folgende Situation vor: Sie sitzen in einem Straßencafé und ihr Smartphone ruft über einem vom Cafébetreiber freundlicherweise installierten W-Lan-Hotspot der Telekom automatisch ihre Mails ab. Sollte die Verbindung zu ihrem Mail-Account nicht so konfiguriert sein, dass sie automatisch verschlüsselt ist, kann ein Hacker mit simplen Tools nicht nur ihre Mails mitlesen, sondern auch ihre Account-Daten (Nutzername und Passwort) abfangen** und auch in Zukunft ihre Mails mitlesen und Mails in ihrem Namen verschicken. Ein solcher „Hacker“ muss dabei keinesfalls besonders talentiert sein. In den einschlägigen Foren gibt es für solche Zwecke auch Software, die sich über eine einfache Benutzeroberfläche von jedem bedienen lässt, der zumindest die Grundzüge der Netzwerktechnik beherrscht.

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    41 Kommentare

    Der Egoismus ist zurück?

    geschrieben am 22. Juli 2013 von Jens Berger

    oder Hä? War er denn je weg? von Roberto De Lapuente

    Nicht umsonst stehen Ökonomen, die sich an reiner Theorie aufgeilen, im Verruf, sich in ein Second Life der “Fachlichkeit” zurückgezogen zu haben. Dann beglücken sie die Öffentlichkeit mit realitätsfernen und undurchdachten Elaboraten und nennen es Wissenschaft. So wie neulich der Bernau in seinem FAZ-Blog.

    Es sei wohl eine “große Welle” gewesen, die da durch die Ökonomie schwappte, erzählt Bernau. Der Egoismus sei nämlich beerdigt worden, dieses Substrat des Neoliberalismus (er nennt das böse Wort nicht) hatte zeitweilig ausgedient. Dazu unterlegt er seinen Text mit zwei Links, die ins Wirtschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen lotsen. Ein wenig Selbstreferenzialität zur Unterlegung seiner These muss schon sein. Und nun strickt sich Bernau einen Phönix aus der Asche, denn -Tatatataaa! – der Egoismus ist zurück, darf wieder Gegenstand der Volkswirtschaftslehre sein. Die “alten Freudenrufe werden relativiert”, schreibt Bernau und meint damit die angeblichen Ökonomenstimmen des Abgesangs des Egoismus’.

    Sagt mal, Leute, habe ich irgendwas verpasst? Wovon spricht der Mann?

    Der Finanzkapitalismus war und ist in der Krise. Aber er hat doch mit Kriseneintritt nicht auch nur ansatzweise seine Prämissen überdacht. Gier und Egotrips standen nie zur Debatte. Kaum in den Kommentarspalten, nicht bei den Ökonomen und in der Realität noch viel weniger. Der Neoliberalismus hat befremdlich überlebt.

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    150 Kommentare

    Merkel und die Prism-Affäre: Viel reden, nichts sagen

    geschrieben am 19. Juli 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Ist Aufklärung eigentlich alternativlos? Nicht, dass ich ich wüsste. Zumindest aber hat Angela Merkel dieses große Wort im Zusammenhang mit der Prism-Affäre nicht in den Mund genommen. Geredet hat sie auf der Pressekonferenz am 19.07.2013, die sich zu einem nicht unwesentlichen Teil um den Abhörskandal durch die Amerikaner drehte, zwar eine ganze Menge. Gesagt hat sie allerdings nichts. Aber, halt, stopp! Doch, da war etwas. Zu den teils drängenden Fragen der Journalisten nach Prism fiel der Kanzlerin folgender Satz ein: „Mir ist es vollkommen unmöglich, eine Analyse von Prism vorzunehmen.“
    So viel Ehrlichkeit ist charmant. Oder dreist, denn die Tatsache, dass die Frau Bundeskanzlerin nach wie vor annimmt, glaubwürdig präsentieren zu können, sie personifiziere die drei weisen Affen, ist absurd. Wenn weder sie noch ihre Regierungstruppe auch nur eine Ahnung von Prism gehabt hätten, wäre es an der Zeit, komplett zurückzutreten. Aufgabenstellung „Schaden vom deutschen Volk abwenden“ weder erkannt noch erfüllt.
    Setzen, sechs!

    Können wir auf Aufklärung hoffen? Nein, können wir nicht, zumindest nicht von Merkel und ihren Lakaien. Auf der Pressekonferenz sagte sie ganz deutlich, dass, wer mit dem Wunsch nach Aufklärung erschienen, auch mit den „falschen Erwartungen hergekommen“ sei. Stattdessen plauderte Merkel über Sicherheit und Ordnung und sagte, dass nicht alles, was technisch möglich sei, auch gemacht werden dürfe. Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Sie hielt außerdem fest: „Deutschland ist kein Überwachungsstaat. Deutschland ist ein Land der Freiheit.“ Das gefiel ihr offenbar so gut, dass sie es später mit einem hübschen Bild auch noch über Facebook verbreiten ließ. Was eigentlich bezeichnend ist. Sie steht offenbar voll zu den leeren Worthülsen, die sie absondert.

    Noch mehr Beispiele gefällig? Kein Problem. Zitat Merkel: „Auf deutschem Boden hat man sich an deutsches Recht zu halten.“ Gut zu wissen, wenn auch unerheblich, da die Amerikaner das offenkundig anders sehen. Trotzdem, Merkel hat große Pläne und will jetzt richtig durchstarten. Eine europäische Datenschutzlinie will sie „entschieden voran“ treiben. Von einer „ambitionierten IT-Strategie“ spricht sie. Und – sicher ist sicher – ein „Runder Tisch IT-Sicherheit“ ist wohl auch langsam mal angesagt.
    Fühlt sich schon jemand besser nach dieser Pressekonferenz?
    Ich jedenfalls nicht.

    61 Kommentare

    Wer nichts zu verbergen hat…

    geschrieben am 19. Juli 2013 von Thorsten Beermann

    Von Thorsten Beermann

    „Hast du denn etwas zu verbergen?“ Diese Frage hört man schon seit Jahrzehnten, wenn man sich gegen Überwachung, behördliche Kontrollen, spezielle Ermittlungsverfahren, wie die Rasterfahndung oder auch nur die Datenerhebung im Rahmen der Volkszählung ausspricht. Denn „Wer nichts zu verbergen hat, hat ja auch nichts zu befürchten“ oder?

    Selbst, wenn das stimmen würde, bliebe die Frage der informellen Selbstbestimmung und ob es nicht vollkommen in Ordnung ist, wenn man ebenso wenig Wert darauf legt, dass sich Algorithmen durch die digitale Korrespondenz fressen, wie auf unerlaubtes Öffnen der physischen Post oder ungebetene Schnüffelei in den eigenen vier Wänden.
    Das Problem ist allerdings, dass der Ansatz von Grund auf falsch ist. Durch eine großflächige digitale Rasterfahndung – und nichts Anderes ist die Suche nach bestimmten Begriffen und Kommunikationsmustern – können vollkommen unbescholtene Menschen in den Fokus der Ermittlungen kommen.

    Das Prinzip ist ganz einfach. Man sucht nach Worten oder Verhaltensweisen, wie man sie von Terroristen kennt, die man als mögliche Risiken einschätzt oder von denen man glaubt, dass potenzielle Terroristen sich so äußern oder entsprechend agieren. Daneben sucht man nach Personen, die mit „gefährlichen“ Individuen in Kontakt stehen und Menschen, die mit diesen Kontakten kommunizieren und Leute, die wiederum…

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    92 Kommentare

    Häufig gestellte Fragen: Warum wir dringend ein echtes Trennbankensystem brauchen

    geschrieben am 17. Juli 2013 von Jens Berger

    Im Kielwasser der Lehmann-Pleite und der billionenschweren Bankenrettungen auf Kosten der Allgemeinheit gab es eine kurze Zeitspanne, in der ein politischer Konsens für eine strikte Regulierung des Bankensystems vorhanden war. Doch diese Zeitspanne währte nur kurz. Aus großen Plänen wurden kleinlaute Regulierungsvorschläge – marktkonform und halbherzig. Immer wieder erreichen uns Fragen, wie man denn eigentlich das übermächtige Bankensystem sinnvoll regulieren könnte. Die Einführung eines echten und konsequenten Trennbankensystems steht dabei ganz oben auf einer langen Forderungsliste. Doch wie könnte eine solche konsequente Trennung zwischen klassischen Bankgeschäften und dem Finanzkasino aussehen?

    Hintergrund: Investmentbanken, Geschäftsbanken und Universalbanken

    Bevor man sich ernsthafte Gedanken über ein Trennbankensystem machen kann, muss man zunächst einmal definieren, was denn da überhaupt getrennt werden soll. Sämtliche großen europäischen Banken sind Universalbanken. Sie haben eine sogenannte „Vollbanklizenz“ und dürfen daher das komplette Spektrum von Finanz- und Finanzmarktgeschäften anbieten. Dazu zählt zunächst einmal das klassische Bankgeschäft, zu dem neben den technischen Aufgaben (Kontenführung, Teilnahme am Zahlungsverkehr) die Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen und Einlagengeschäfte (z.B. Spareinlagen oder Tages- und Festgeld) gehören. Zugespitzt funktioniert das klassische Bankgeschäft nach der 3-6-3-Regel – gib Deinen Kunden auf ihre Einlagen 3% Zinsen, verleihe sie für 6% weiter, kassiere die Differenz und geh um 3 Uhr Nachmittag auf den Golfplatz. Paul Krugman hat diese Kernaufgaben der Geschäftsbanken (zu denen freilich nicht das Golfspielen gehört) einmal ironisch als „boring banking“ (langweilige Bankgeschäfte) beschrieben.
    Die Bankgeschäfte, die sich unter dem Schlagwort „Investmentbanking“ zusammenfassen lassen, sind alles andere als langweilig – und mit maximal drei Prozent Zinsgewinn gibt man sich dort nicht einmal im Ansatz zufrieden. Zu diesen Geschäften gehört das gesamte Repertoire des modernen Finanzsystems – angefangen beim Hochfrequenzhandel im Nanosekundentakt, über die Finanzierung von Hedgefonds, den Handel von Derivaten und synthetischen Finanzprodukten und intransparente Finanzwetten in sogenannten „Dark Pools“. Diese hoch riskanten und hoch spekulativen Finanzgeschäfte werden dabei entweder im Kundenauftrag oder auf eigene Rechnung durchgeführt, gerne auch in separaten „Finanzvehikeln“ abseits der eigenen Bilanz.
    Universalbanken, wie beispielsweise die Deutsche Bank, sind sowohl Geschäfts- als auch Investmentbanken. Für die Banker und ihre Aktionäre hat das Universalbankensystem einen unschätzbaren Vorteil – sie können ihre Aktivitäten im Investmentbanksektor durch die niedrig verzinsten Kundeneinlagen und den Zugriff auf die ebenfalls sehr niedrig verzinsten Finanzierungsinstrumente der Zentralbanken äußerst günstig finanzieren. Es ist nämlich ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die zahlreichen Instrumente des modernen Investmentbankings so fürchterlich profitabel seien. Die Traumrenditen von „20% plus X“ (Zitat Josef Ackermann) sind nur dann realisierbar, wenn man sehr günstig an sehr viel Fremdkapital kommt.

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