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  • Noch Fragen? Heute zur ZDF-Sendung “Auf der Flucht”

    geschrieben am 16. August 2013 von Jens Berger

    Doku-Soap „Auf der Flucht“: Bildungsfernsehen oder Flüchtings-Trash?

    Die auf „ZDF neo“ ausgestrahlte Doku-Soap „Auf der Flucht“ erregte schon vor der ersten Sendung die Gemüter. Kritik und Anerkennung stehen sich diametral gegenüber.
    Jens Berger und Jörg Wellbrock (Tom W. Wolf) sind sich in ihrem Gespräch ebenfalls uneinig darüber, ob das Format wertvoll und sinnstiftend oder überflüssig und verblendend ist.

    Der Link zur hier besprochenen ersten Folge ist hier zu finden:

    49 Kommentare

    BILD geht über Leichen um die NSA-Affäre zu bagatellisieren

    geschrieben am 14. August 2013 von Jens Berger

    Wenn es um die „Totalüberwachung“ der digitalen Kommunikation durch die Geheimdienste geht, ist für die BILD-Zeitung die Welt immer noch in Ordnung. Denn BILD meint zu wissen, dass die Berichte zur NSA-Affäre „wohl Unsinn“ sind, während das Boulevard-Blatt die Darstellung der Bundesregierung als Fakt darstellt. Sich darüber aufzuregen, wäre jedoch verschwendete Energie. Die BILD ist nun einmal kein journalistisches Medium, sondern ein anzeigenfinanziertes Propagandablatt. Geradezu widerlich ist jedoch, wie BILD in seiner gestrigen Ausgaben gegen den SPIEGEL auskeilt und dabei das Leben eines entführten Journalisten vorsätzlich in Gefahr bringt. Und das alles nur, um die NSA-Affäre zu bagatellisieren und die Kritiker der Ausspähprogramme in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.

    Worum geht es? Im Januar 2012 würde in einem nicht näher genannten „islamischen Land“ ein deutsch-amerikanischer Journalist entführt, der in der Vergangenheit unter anderem auch als freier Mitarbeiter für den SPIEGEL tätig war. Leider ist der Kollege immer noch in der Gewalt seiner Entführer, die Ermittlungen der deutschen und amerikanischen Geheimdienste dauern an, der Krisenstab der Bundesregierung ist eingeschaltet. Offenbar hat der BND in diesem Entführungsfall selbst ermittelte Daten aus der Telekommunikationsüberwachung der vermeintlichen Entführer an die NSA weitergegeben. Dieser konkrete Fall ist es, den Kanzleramtsminister Pofalla in seiner ersten Presskonferenz zum Thema ansprach – freilich jedoch ohne Details zu nennen.

    Es ist verständlich, dass Pofallas vage Äußerungen den Suchinstinkt der Medien geweckt haben. Bereits kurz nach seiner Pressekonferenz fand der Focus heraus, dass es sich bei dem Entführten um einen Journalisten handelt, der früher als freier Mitarbeiter für den SPIEGEL tätig war. Da es allgemeine Praxis ist, in andauernden Entführungsfällen Details nur in Absprache mit dem zuständigen Krisenstab zu veröffentlichen, verzichtete der Focus jedoch auf eine Veröffentlichung der Rechercheergebnisse. Der SPIEGEL selbst übte sich auch in Schweigsamkeit, um das Leben des entführten Journalisten nicht zu gefährden. Menschenleben scheinen bei der BILD jedoch keine große Rolle zu spielen. Springers Kampfblatt hatte nicht die geringsten Skrupel, über den Entführungsfall zu berichten und ihn für die eigenen politischen Zwecke gnadenlos zu instrumentalisieren.

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    41 Kommentare

    Die Leere Merkel: Händchen halten für den Wahlsieg

    geschrieben am 14. August 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Der Wahlkampf der Angela Merkel geht in die nächste, inhaltsleere Runde. Das Menscheln steht bei unserer Kanzlerin ja sowieso hoch im Kurs, kann sich „Mutti“ doch so richtig herzlich zeigen und ihrem Fußvolk demonstrieren, wie nobel und edel sie ist. Jetzt hat Merkel auf ihrer Facebook-Seite eine Aktion gestartet, die nicht einfach nur peinlich ist (das ist man ja gewohnt), sondern zynisch. Sie bittet die Menschen, ihre Hände zu fotografieren. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas – eine Reise nach Berlin.

    Auf Facebook Schreibt Merkel:
    “Ob Handwerken, tippen, malen, Brötchen schmieren oder Händchen halten – Fotografieren Sie Ihre Hände in Aktion, laden Sie das Bild unter www.team.cdu.de hoch und seien Sie bei einem ganz besonderen Wahlkampf-Plakat mitten in Berlin dabei! Wer mitmacht, kann zwei Einladungen zum Wahlabend im Berliner Konrad-Adenauer-Haus gewinnen. /redaktion”
    Weiter unten schlägt sie noch die Motive Abklatschen und Daumenhochhalten vor.

    Das soll dann wohl symbolisch sein und für harte Arbeit, Ärmel hochkrempeln und fleißige Lieschen stehen. In grenzenloser psychologischer Großzügigkeit wird der wenig subtile Versuch unternommen, Deutschland (und Merkel) gut dastehen zu lassen. So etwas wie eine politische Aussage wird nun also endgültig zu Grabe getragen, die fatale Lage am Arbeitsmarkt wird einfach weggeklatscht. Die Politikerin Angela Merkel macht sich zu einer Lachfigur, die ihren Wählern vermittelt, mit ihnen auf einem Kinderspielplatz zu sein und bunte Luftballons zu bemalen.

    Um sich ein Bild der Kanzlerin zu machen, ist ein Streifzug über ihre Facebook-Seite wirklich hilfreich. Neben der „Mitmachaktion“ der Handfotos finden sich Wahlplakate mit tiefsinnigen Aussagen wie „Solide Finanzen“ oder auch nur „Gemeinsam“. Wir entdecken Glückwünsche an die deutschen Fußballfrauen, sehen Fotos eines Besuchs bei der DLRG und erfahren, dass die Kanzlerin kommt. An die Küste!
    Natürlich dürfen auch auf Hochglanz polierte Interviews von „CDU.TV“ nicht fehlen, in denen sich Merkel gegenüber einer weichgespülten Moderatorin sanft und gutmütig gibt.

    Eigentlich ist das, was Merkel macht, nichts Besonderes, fast alle Parteien glänzen vornehmlich durch Plattitüden und oberflächliche Statements. Aber die Kanzlerin treibt die Niveaulosigkeit auf die Spitze, sie entpolitisiert den Wahlkampf in einer Art und Weise, die erschreckend ist.

    Was kommt als nächstes?
    Sollen wir unsere schönsten Träume in eine Tafel Schokolade ritzen?
    Oder christlich-demokratische Gebete in Reimform verfassen?
    Ich werde jedenfalls nicht mitmachen.

    38 Kommentare

    Mainz ist überall – nun ernten wir die verdorbenen Früchte einer fehlgeleiteten Politik

    geschrieben am 13. August 2013 von Jens Berger

    Gäbe es in der Fachliteratur einen Ratgeber zum Thema „Wie erzeuge ich einen Fachkräftemangel“ könnte die Deutsche Bahn AG zahlreiche Fallbeispiele beisteuern. Ohne Sinn und Verstand strich man dort das Personal derart zusammen, dass bereits drei Krankmeldungen ausreichen, um eine Regionalmetropole wie Mainz teilweise vom Bahnverkehr abzuschneiden. Mainz ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, bundesweit herrscht bei der Bahn akuter Personalnotstand. Es grenzt dabei schon fast an ein Wunder, dass es dabei (noch) zu keinen schweren Unfällen gekommen ist. Die Misere an den Namen Mehdorn und Grube festzumachen, ist jedoch zu einfach. Die Bahn ist ein Staatsunternehmen. Für Fehlentwicklungen trägt hier auch – und vor allem – die Politik die Verantwortung.

    Wer hätte schon damit rechnen können, dass im Stellwerk Mainz drei der fünfzehn Fahrdienstleiter gleichzeitig krank werden? Und dies auch noch mitten in der Urlaubszeit. Diese „sagenhafte“ Krankheitswelle hat die Bahn offenbar tief ins Mark getroffen. Die Regionalmetropole Mainz ist seit einigen Tagen ab 20 Uhr nicht mehr per Bahn zu erreichen und seit gestern fahren auch tagsüber die ersten Fernverkehrszüge an Mainz vorbei, während nur noch jeder zweite Nachverkehrszug den Mainzer Hauptbahnhof anfährt. Bahnchef Grube macht „unglückliche und teils ärgerliche Umstände“ für das Versagen seines Konzerns verantwortlich. Diese Aussage ist grotesk, haben Grube und seine Vorgänger doch jahrelang keine seriöse Personalbedarfsplanung durchgeführt.

    Provozierte Personalnot

    Seit Mitte der Neunzigerjahre hat die Deutsche Bahn AG ihr Personal halbiert. In der Netzsparte, die für den Betrieb der Stellwerke verantwortlich ist, beträgt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter 47 Jahre. Dies ist freilich kein Wunder, da seit gut einem Jahrzehnt keinen neuen Mitarbeiter eingestellt wurden. Besonders dramatisch ist dabei die Situation bei den Fahrdienstleitern, die den Bahnverkehr koordinieren, Weichen stellen und bei Störungen den Betrieb manuell übernehmen. Ein stressiger und vor allem verantwortungsvoller Job, der jedoch nicht nur dürftig bezahlt wird, sondern auch einer schon beinahe grotesk zu nennenden Arbeitsverdichtung unterzogen wurde. Rund eine Million Überstunden werden bundesweit von den Fahrdienstleitern der Bahn vor sich hin geschoben – allein dies entspricht rund 500 Vollzeitstellen.

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    42 Kommentare

    Pofalla besiegt weltweite Kriminalität durch Unterschriftensammlung

    geschrieben am 12. August 2013 von Joerg Wellbrock

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Endlich Friede, Freude und haufenweise Eierkuchen! Kanzleramtsminister Roland Pofalla (CDU) hat erklärt, dass diese ganze Sache mit dem unerlaubten Abhören gar nicht stimme. Er habe sich bei den Geheimdiensten aus England und Amerika extra erkundigt. Das sagte Pofalla in einem Interview in Bayreuth. Der Minister wörtlich: „Ich habe unsere englischsprachigen Freunde gebeten, mir mal was zum Abhörskandal zu mailen. Die haben das gemacht und geschrieben, dass sie sich ans deutsche Recht gehalten haben.“
    In Richtung seiner Kritiker schob Pofalla noch ein „Dumm gelaufen, was?“ hinterher.

    Offenbar ist Roland Pofalla jetzt so richtig in Stimmung gekommen. Aus seinem Büro hieß es, er wolle in zwei Schritten zur Klärung von Unrecht beitragen:

    1. Pofalla will sämtliche Diktaturen anschreiben und nach Menschenrechten, Mord, Folter und anderen Sachen befragen, die man eigentlich nicht machen soll. Die ersten Reaktionen zeigen, dass es weltweit viel weniger böse Staaten gibt, als bislang angenommen. Amnesty International hat sich bereits positiv geäußert und ließ verlautbaren, dass Pofalla einen wichtigen Schritt für die Menschheit gemacht hat.
    2. Um die Vorwürfe gegen die bayerische Justiz zu entkräften, hat Pofalla eigens die Justizministerin Beate Merk angeschrieben. Von ihr wollte er wissen, ob – Zitat – „bei der Behandlung, die Gustl Mollath erfahren musste, alles mit rechten Dingen zuging.“
    Die Antwort Merks folgte umgehend: „Bei der Behandlung, die Gustl Mollath erfahren musste, ging alles mit rechten Dingen zu.“ Wieder ein wichtiger Schlag der Gerechtigkeit gegen das Unrecht!

    Roland Pofalla will nun eine Unterschriftsammlung starten, bei der er weltweit zunächst alle Mörder und Doppelmörder anschreibt. Das Ergebnis wird schon jetzt mit Spannung erwartet. Der Kanzleramtsminister geht davon aus, dass sich die Kriminalität in Zukunft durch diese Maßnahme um ein Vielfaches zurückfahren lässt.
    Manchmal liegt die Lösung so nah.

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