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  • Es gibt keine „Bild“ und die gute Tat

    geschrieben am 03. Juni 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    Derzeit teilen selbst Linke gern eine URL in den sozialen Netzwerken, die von einem Blatt stammt, das man sonst nicht mit ihnen in Verbindung bringt. Die Rede ist von der „Bild“ und es geht um einen Artikel, der sich kritisch mit dem Vorgehen der Polizei gegen die Blockupy-Demonstranten in Frankfurt beschäftigt. Ist die „Bild“ etwa jetzt zum Kämpfer für das Gute geworden? Ganz sicher nicht!

    „Sonst teile ich ja nichts von der ‘Bild’, aber heute mach’ ich mal eine Ausnahme.“ So oder so ähnlich klingt der fast wie eine Entschuldigung anmutende Kommentar zum Posting eines „Bild“-Artikels, der in großen Lettern tönt: „Warum geht die Polizei so hart gegen Blockupy vor?“
    Die „Bild“ setzt sich nicht für die Demonstranten ein. Sie ist auch nicht gegen die Macht der Banken, ganz im Gegenteil! Die „Bild“ will ihre Auflage steigern und neoliberale Politik forcieren. Darum, und nur darum geht es. Die Tatsache, dass ein wenig Kritik (mehr als das ist es übrigens nicht) durchschimmert, hat nichts mit politisch kritischer Berichterstattung zu tun, sondern – wenn’s hoch kommt – mit der Tatsache, dass auch ein Reporter des Blatts mit im Kessel war, der der Stein des Anstoßes war. Es ist – da lege ich mich hier fest – für die „Bild“ völlig uninteressant, ob die Polizei 900 Demonstranten einkesselt. Viel spannender ist die Frage, wie viele Vermummte sich gewaltbereit zeigen. So war die Berichterstattung in der Vergangenheit gelagert. Und so wird es auch in Zukunft wieder sein. Die vermeintliche „Kritik“ kommt vom Springer-Blatt nur, weil einer der eigenen Leute betroffen war. So etwas macht man einfach nicht, denn mit der „Bild“ legt man sich nicht an. Den Artikel weiterlesen »

    40 Kommentare

    Doktor-Spiele

    geschrieben am 03. Juni 2013 von Gastautor

    Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (BA) sowie die ihr unterstellten Jobcenter sind offensichtlich dabei, ihr Tätigkeitsfeld zu erweitern: auf das Gesundheitswesen. Schon im April dieses Jahres wurde eine Weisung der BA publik, nach der angebliche „Blaumacher“ unter den AlG2-Empfängern entlarvt werden sollen. Aktuell macht sich nun die Praxis breit, in offiziellen amtlichen Schreiben Krankheitsatteste von Ärzten schon vorbeugend für unzureichend zu erklären. Es scheint, als verfolge man im Umgang mit Sozialleistungsempfängern die „Taktik der kleinen Schritte“, welche mithilfe einer schleichenden Gewöhnung die schrittweise Entmündigung und Entrechtung der Betroffenen ohne größeres Aufsehen und somit ohne Widerstand in der Bevölkerung durchzusetzen sucht. Von Lutz Hausstein*

    Die Dienstanweisung der Bundesagentur für Arbeit, vor allem jedoch die darauffolgende Ausschlachtung in den Medien, zur Entlarvung vermeintlicher Blaumacher hat die öffentliche Wahrnehmung von Sozialleistungsempfängern ein weiteres Mal in die Richtung vermeintlich fauler und arbeitsunwilliger Leistungserschleicher gerückt. Am 8. April veröffentlichten verschiedene Medien die Information, wonach die zuständigen Jobcenter verstärkt Krankmeldungen von Sozialleistungsempfängern überprüfen sollen. Als Anhaltspunkte für eine möglicherweise vorgeschobene Erkrankung werden explizit häufige und häufig kurze Krankmeldungen, häufige Krankmeldungen zu Beginn oder Ende der Woche, Krankschreibungen im Zusammenhang mit Meldeterminen, bei Angeboten oder Abbrüchen diverser Maßnahmen, bei Auseinandersetzungen mit dem persönlichen Ansprechpartner sowie weiteren spezifischen Umständen aufgeführt.

    Diesem Verdacht soll anschließend nachgegangen werden, indem der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) eingeschaltet wird, um die jeweilige Erkrankung zu prüfen. Dabei sollen sowohl Beurteilungen des MDK nach reiner Aktenlage wie auch persönliche Inaugenscheinnahme durch die MDK-Gutachter angewandt werden. Schon allein diese Handhabung ist prinzipiell bedenklich. Daran ändert sich auch nichts, wenn man darum weiß, dass diese Vorgehensweise ebenso durch Arbeitgeber gegenüber ihren erkrankten Mitarbeitern mithilfe des MDK angewandt werden kann. Denn es ist reichlich fragwürdig, einer kurzen Begutachtung durch den MDK eine höhere fachliche Korrektheit zuweisen zu wollen als der, durch in der Regel langjährige medizinische Begleitung, fachlichen Einschätzung des jeweiligen Hausarztes. Dieser kennt die Umstände und Besonderheiten seines Patienten meist ausgezeichnet und kann dessen Krankheitsdiagnose auch im komplexen Gesundheitsverlauf über einen längeren Zeitraum individuell einordnen. Somit wirkt die kurze Begutachtung durch die Beauftragten der Krankenkassen auch als eine Entwertung der verantwortungsvollen und auch keineswegs immer einfachen Tätigkeit eines Arztes. Es ist nicht nachvollziehbar, wie eine einmalige Inaugenscheinnahme eines Patienten, erst recht gar eine Beurteilung nach reiner Aktenlage, die langjährige Patientenkenntnis des Mediziners nicht nur ersetzen, sondern mit einer genau gegenteiligen Bewertung unter Umständen gar überstimmen könnte.

    Den Artikel weiterlesen »

    41 Kommentare

    Der Spiegelfechter zieht auf einen neuen Server um!

    geschrieben am 01. Juni 2013 von Jens Berger

    Liebe Leser,

    heute Abend zieht der SF auf einen neuen Server. Da die DNS-Einträge geändert werden, wird es einen Übergangszeit geben, die – je nach Provider – einige Stunden dauern kann.

    Solange Ihr den netten Bauarbeiter seht …

    … seid Ihr auf dem alten Server und könnt noch nicht kommentieren.

    Wenn Ihr hier …

    … ein fröhlichen User seht, seid Ihr auf dem neuen Server und könnt wieder kommentieren.

    Ja, ja, das ist alles sehr kompliziert … wartet einfach, bis der Bauarbeiter weg ist ;-)

    Euer Jens

    45 Kommentare

    Open Thread – Zensus 2011 und die offenen Fragen

    geschrieben am 31. Mai 2013 von Jens Berger

    Liebe Leser,
    heute wurden endlich die ersten Ergebnisse zum Zensus 2011 veröffentlicht. Offiziell leben nun 1,5 Millionen Menschen weniger in Deutschland als bislang angenommen.

    Dazu schreibt der Statistiker Gerd Bosbach (vor der Veröffentlichung):

    1. Die Bevölkerungszahlen sind wichtig für Finanzausgleiche (u.a. auch europaweit), Sitze im Bundestag, Landtag, Bundesrat, …, Planung von Versorgeeinrichtungen, Gehälter hoher Beamter und vieles mehr.
    2. Die Erfassung mit einer Stichprobe in 2011 war überfällig und eine riesige Arbeit in Konzeption + Durchführung. Deshalb dank an das Amt.
    3. Aus den unter 1 genannten Fakten ist klar, dass es große Interessen gibt, die regionale Bevölkerungszahl “positiv zu runden”. Z.B. in den nicht allen Verdächte auf eine Melderegisterleiche sofort nachgegangen wird. Dieser Effekt war schon bei der letzten totalen Volkszählung 1987 in Westdeutschland zu beobachten und führt prinzipiell auch jetzt noch zu einer zu hohen Zahl.
    4. Verwunderlich ist, dass ab 2003 mit Modellrechnungen zur Entwicklung bis 2050 und 2060 sehr viel Wirbel veranstaltet wurde. Immerhin musste man aufgrund des Zensustestes 2001 erwarten, dass die existierende Bevölkerung um 1 bis 2 Millionen überschätzt wurde. Und diese falschen Daten wurden wissentlich als Rechengrundlage genommen! Hier bin ich auf eine Erklärung des StaBu gespannt.
    5. Wenn die Bevölkerung kleiner als angenommen ist, gilt das auch für die errechnete Lebenserwartung (höhere Sterbewahrscheinlichkeiten, da Nenner kleiner). Hier muss das Bundesamt schnell liefern.
    6. Es handelt sich hier nicht um eine “Schrumpfung Deutschlands”, sondern eine Korrektur schon lange existierender Fehler. Wir waren schon lange weniger in Deutschland und das war nicht das Problem. In der meisten Zeit haben nicht Menschen sondern Arbeits- und Ausbildungsplätze für die weniger Menschen gefehlt. (Beleg: Rund ein Viertel aller Melderegisterleichen waren beim Zensustest in NRW schon aus der Zeit vor 1987!!!)

    Die Ergebnisse des Zensus ziehen noch einen ganzen Rattenschwanz von offenen Punkten nach sich:

    - Wenn die Bevölkerungszahl und v.a. die Altersgruppen bislang falsch angegeben wurden, stimmt auch die offizielle Lebenserwartung nicht, da dann die Sterbetafeln ebenfalls nicht korrekt sind.

    - Wenn die Lebenserwartung niedriger ist, als bislang angenommen, stimmen auch diverse Prognosen nicht mehr. Dazu zählen auch die Prognosen zum Rentensystem und eigentlich alle Prognosen, die mit dem Schlagwort „demographischer Wandel“ versehen wurden.

    - In einem geringeren Maßstab hat dies auch Auswirkungen auf die Rechenmodelle der Lebensversicherungen und Privatrenten. Denn wenn die Lebenserwartung geringer ist, als angenommen, sind auch die ausgezahlten verrenteten Prämien zu gering und die Margen der Anbieter zu hoch.

    Ein hoch interessantes Thema, wie ich finde, das ich hier gerne zur offenen Diskussion stelle.

    25 Kommentare

    Und täglich grüßt das Konsumindexmurmeltier – Warum ignorieren die Medien nicht endlich die GfK?

    geschrieben am 31. Mai 2013 von Jens Berger

    Jeden Monat aufs Neue beglücken uns die Medien mit dem Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dieser Index ist ein echtes Mysterium. Eine Korrelation zwischen dem von der GfK „gemessenen“ Konsumklima und der tatsächlichen Einzelhandelsumsätze ist nur in Ausnahmefällen zu erkennen. Doch einen Zweck scheint der Konsumklimaindex zu haben: Monat für Monat dient er den Medien als Steilvorlage, ihr Märchen vom Konsumwunderland Deutschland weiterzuspinnen. Da sich dieses Märchen jedoch nicht durch Daten untermauern lässt, liegt hier der Verdacht nahe, dass bei der Berichterstattung zum Konsumklimaindex die Grenzen zwischen journalistischer Sorgfaltspflicht und Meinungsmache überschritten werden.

    Am 29. Januar meldete SPIEGEL Online, dass die „Verbraucher optimistisch ins Jahr 2013“ starteten. Im Artikel heißt es dann, die GfK habe „für Januar ein kräftiges Plus von 15,2 Punkten beim Indikator für die Anschaffungsneigung gemessen“. Nach der Systematik des Konsumgüterindex heißt dies, dass die GfK eine Steigerung des privaten Verbrauchs um 1,52 Prozentpunkte für den Monat Februar vorhersagt. Der GfK-Konsumklimaindex wird stets am vorletzten Tag des Monats veröffentlich und bezieht sich prognostisch auf den Folgemonat. Basis des Index ist eine Befragung von 2.000 repräsentativ ausgewählten Personen, denen am Telefon drei Fragen zu ihrer Anschaffungsneigung und zu ihrer Erwartung bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Situation gestellt werden. Aus den Rohdaten wird dann nach einem „ausgeklügelten“ Verfahren mit Algorithmen, die nur der GfK bekannt sind, der bekannte Index errechnet. Doch welchen „Wert“ hat dieser Index?

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

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