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  • Pofalla besiegt weltweite Kriminalität durch Unterschriftensammlung

    geschrieben am 12. August 2013 von Joerg Wellbrock

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Endlich Friede, Freude und haufenweise Eierkuchen! Kanzleramtsminister Roland Pofalla (CDU) hat erklärt, dass diese ganze Sache mit dem unerlaubten Abhören gar nicht stimme. Er habe sich bei den Geheimdiensten aus England und Amerika extra erkundigt. Das sagte Pofalla in einem Interview in Bayreuth. Der Minister wörtlich: „Ich habe unsere englischsprachigen Freunde gebeten, mir mal was zum Abhörskandal zu mailen. Die haben das gemacht und geschrieben, dass sie sich ans deutsche Recht gehalten haben.“
    In Richtung seiner Kritiker schob Pofalla noch ein „Dumm gelaufen, was?“ hinterher.

    Offenbar ist Roland Pofalla jetzt so richtig in Stimmung gekommen. Aus seinem Büro hieß es, er wolle in zwei Schritten zur Klärung von Unrecht beitragen:

    1. Pofalla will sämtliche Diktaturen anschreiben und nach Menschenrechten, Mord, Folter und anderen Sachen befragen, die man eigentlich nicht machen soll. Die ersten Reaktionen zeigen, dass es weltweit viel weniger böse Staaten gibt, als bislang angenommen. Amnesty International hat sich bereits positiv geäußert und ließ verlautbaren, dass Pofalla einen wichtigen Schritt für die Menschheit gemacht hat.
    2. Um die Vorwürfe gegen die bayerische Justiz zu entkräften, hat Pofalla eigens die Justizministerin Beate Merk angeschrieben. Von ihr wollte er wissen, ob – Zitat – „bei der Behandlung, die Gustl Mollath erfahren musste, alles mit rechten Dingen zuging.“
    Die Antwort Merks folgte umgehend: „Bei der Behandlung, die Gustl Mollath erfahren musste, ging alles mit rechten Dingen zu.“ Wieder ein wichtiger Schlag der Gerechtigkeit gegen das Unrecht!

    Roland Pofalla will nun eine Unterschriftsammlung starten, bei der er weltweit zunächst alle Mörder und Doppelmörder anschreibt. Das Ergebnis wird schon jetzt mit Spannung erwartet. Der Kanzleramtsminister geht davon aus, dass sich die Kriminalität in Zukunft durch diese Maßnahme um ein Vielfaches zurückfahren lässt.
    Manchmal liegt die Lösung so nah.

    39 Kommentare

    Den Sack voller Scheiße, den es nicht gibt

    geschrieben am 12. August 2013 von Gastautor

    eine Gastrezension von Roberto De Lapuente

    Irgendwo bemerkt Bukowski, dass die Welt im Grunde genommen nur ein Sack voller Scheiße sei, der jederzeit zu platzen drohe. Nun aber behauptet Markus Gabriel, dass es eine Welt überhaupt nicht gibt. Und damit den Sack voller Scheiße nicht? Das macht mir Sorgen.

    Der Versuch einer Einordnung und sowas wie eine Rezension.

    Gabriel philosophiert sich in “Warum es die Welt nicht gibt” nicht nur durch die Historie, sondern entwirft selbst ein philosophisches Gebäude. Von dem ist er jedoch überzeugt, dass es das gibt. Nur die Welt gibt es nicht. Weltanschauung und Weltsicht gleichwohl demgemäß auch nicht. Dass man die Welt als etwas in sich Geschlossenes betrachten könnte, schließt Gabriel völlig aus. Es sind bestenfalls Weltausschnitte, die wir irrtümlich gerne als “die Welt” bezeichnen. Er räumt aber ein, dass die Welt ein Bereich aller Bereiche ist, ein Bereich sämtlicher Sinnfelder, in der es Tatsachen gibt, die aber nicht zwingend materieller Natur sein müssen.

    Im Sinnfeld der Evolutionslehre etwa, tummeln sich nach Gabriels These einige Schlagwörter. Darwin und die Galapagos-Inseln, Genetik und Selektion, Neandertaler und allerlei Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Innerhalb des Sinnfeldes “Evolution” haben wir es mit einem geschlossenen Kosmos zu tun. Schwappt aber das Sinnfeld “Evolution” in das Sinnfeld “Gesellschaft” über, macht also die Evolution ihre Begrenztheit zum Weltbild, dann wird es problematisch, weil da ein Weltausschnitt danach trachtet, mehrere Weltausschnitte zu beeinflussen und zu formen. Der Evolutionismus, der Sozialdarwinismus waren (und wären jederzeit wieder) Weltanschauungen, die vorgaben, “die Welt” zu sein. Zu erklären, wie aber dann Fürsorge, Solidarität, Uneigennützigkeit trotzdem “in die Welt” gekommen sein sollen, tun sie sich schwer. Im Zweifelsfall diffamiert man diese Verhaltensnormen als unnatürlich, als “außerweltlich”, weil biologisch unnötig.

    Weiterlesen auf ad sinistram

    15 Kommentare

    Griechenland ist gefallen, Spanien und Portugal werden gehalten!

    geschrieben am 11. August 2013 von Gastautor

    ein Debattenbeitrag (op-ed) von Ulrich Fiege

    Das Originalzitat der Baader Bank geht natürlich anders: (..)die Griechen haben keine Chance. (..) EZB Präsident Draghi wird aber alles dafür tun, das in seiner Amtszeit Spanien und Italien gehalten werde.(1)

    Wir sind im Krieg, Moody’s (USA), Standard & Poor’s (USA) und Fitch (GB) sind drei der zehn in den USA zugelassenen Ratingagenturen. Diese drei Agenturen kontrollieren und dominieren jedoch über 95% des Weltmarkts für Ratingagenturen. Weshalb Roland Berger für eine europäische Rating-Agentur keine Zustimmung fand, liegt auf der Hand. Der größte Aktionär von Moody’s ist mit einem Aktienanteil von 18% Berkshire Hathaway, ein Holdingunternehmen, dessen Chef bis 2008 Warren Buffett war. Weitere Aktionäre sind Barclays Bank London und – wie könnte es anders sein – Goldmann&Sachs. Diese Investmentbank setzt in Amerika und Europa neue Akzente, denn ihre Geschäftsinteressen werden im Vorsitz oder Vorstand der EZB, im US-Finanzministerium oder der Bank von England vertreten. Goldmann&Sachs ist ferner wohl die einzige Bank deren Mitarbeiter als gewähltes Staatsoberhaupt ganze Länder und Nationalbanken repräsentieren.

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    40 Kommentare

    Steinbrück und Die Linke: An der Realität vorbei

    geschrieben am 09. August 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Die Bundestagswahl rückt näher und näher. Die Umfragewerte der SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Peer Steinbrück sind unverändert schlecht. Ein Regierungswechsel scheint – wenn überhaupt – nur möglich, wenn sich SPD, Grüne und Die Linke zusammentun. Doch für Steinbrück ist das keine Option. Eine völlig absurde Haltung.

    Kann jemand wie Peer Steinbrück gute Miene zum bösen Spiel machen? Selbst wenn er es versucht, kaum jemand nimmt es ihm ab. Der Spitzenkandidat der SPD schließt eine mögliche Koalition mit der Partei Die Linke kategorisch aus macht sich als ernstzunehmender Kanzlerbewerber damit unglaubwürdig. Weil es ohne sie nicht gehen wird. Steinbrück mimt den Souveränen und sagt über die Partei: „Die Linke ist außen-, europa- und bündnispolitisch nicht verlässlich. Ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik folgt dem Motto ‚Wünsch Dir was‘.“ Zudem bescheinigt er der Partei, sie sei „abgehoben von allen Realitäten, die wir haben.“

    Wessen Realitäten sind real?

    Wenn Peer Steinbrück der Partei Die Linke attestiert, sie sei abgehoben von allen Realitäten, muss er sich die Frage gefallen lassen, wie es um seine eigene Wahrnehmung steht. Wenn er wirklich einen Regierungswechsel will, kommt er nicht um das Thema einer Zusammenarbeit herum. Die Alternative wäre eine schon heute (beinahe) in Stein gemeißelte Opposition. Oder aber eine mögliche Große Koalition. Von der will Steinbrück aber nichts wissen. Oder vielleicht doch? Standhaft gab er sich zwar im ZDF-Sommerinterview und erteilte der Regierungsbildung mit der CDU eine Fast-Absage, indem er sie als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnete. Weiter sagte Steinbrück, die SPD sei innerhalb der letzten Großen Koalition „personell und inhaltlich der bessere Teil gewesen.“ Doch wiederholen wolle er das nicht. Allerdings stammt von Steinbrück auch der Satz, dass man in einer parlamentarischen Demokratie “keine Grundsatzbeschlüsse“ fasse, die „Koalitionen mit anderen demokratischen Parteien apodiktisch ausschließen.“ Wenn man eins und eins zusammenzählt, wird damit die Linke als eine nicht-demokratische Partei dargestellt, was eigentlich ein Vorwurf aus der Mottenkiste ist. Den Artikel weiterlesen »

    55 Kommentare

    Open Thread – Wen kann man wählen?

    geschrieben am 09. August 2013 von Jens Berger

    Liebe Leser,

    ein Kommentator schlug uns vor, das gestrige Interview vom Kollegen Albrecht Müller in Deutschlandradio Kultur (Audio, Text) hier zur Diskussion zu stellen. Dem komme ich gerne nach. Ich finde das Interview ganz hervorragend, es enthält jedoch Passagen, die sicher kontrovers diskutiert werden.

    Wen kann man wählen? Warum verspielt die SPD ihre einzige echte Machtoption, indem sie Rot-Grün-Rot ausschließt? Viel Spaß beim Diskutieren!

    189 Kommentare
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