Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Ist das der Beginn vom Ende der Deutungshoheit?

    geschrieben am 18. August 2016 von Jens Berger

    In Großbritannien hat sich die geballte Front der Massenmedien zusammen mit den Parteieliten gegen den Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn verschworen. Corbyn nahm den Kampf auf – über die Sozialen Netzwerke und Onlinemedien haben seine Anhänger eine wirkungsvolle Gegenöffentlichkeit geschaffen. Bei den kommenden Wahlen zum Parteivorsitz geht Corbyn als großer Favorit ins Rennen. In den USA hat Bernie Sanders gezeigt, wie man ohne das große Geld, dafür aber mit der Unterstützung der Sozialen Netzwerke, gegen eine Einheitsfront der Massenmedien mehr als einen Achtungserfolg erzielen kann. Gleiches gilt für Donald Trump, der neben den Massenmedien auch noch das versammelte Parteiestablishment gegen sich hat. Hat die Macht der Meinungsmacher ihren Zenit überschritten? Sind die Beispiele Corbyn und Sanders auch auf Deutschland übertragbar?

    Corbynistas gegen den Mainstream

    Wissenschaftler der angesehenen London School of Economcis haben vor wenigen Wochen eine Studie veröffentlicht, in der sie analysiert haben, wie die großen Zeitungen des Landes über Jeremy Corbyn berichten. Das Ergebnis ist eindeutig und wenig überraschend: Klassisch konservative bis reaktionäre Blätter wie die Sun oder der Daily Telegraph berichten fast nie neutral oder gar positiv über Corbyn, sondern nehmen meist eine klar ablehnende Position ein. Und selbst bei „liberalen“ Blättern wie die dem Daily Mirror oder dem Guardian überwiegt die Kritik. Passenderweise trägt die LSE-Studie dann auch den Titel: „Vom Wachhund zum Kampfhund“.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    37 Kommentare

    Gestatten, Julian Reichelt, BILD-Chef(Troll) vom Dienst!

    geschrieben am 17. August 2016 von Jens Berger

    Es gibt Onlinemedien, die haben ein massives Problem mit Trollen* im Kommentarbereich. Das ist schlimm. So richtig tragisch ist es jedoch, wenn ein großes Onlinemedium ein massives Troll-Problem im redaktionellen Teil hat. Dieses unschöne Schicksal wurde bild.de, dem digitalen Ableger des Fachblattes für Angst, Hass, Titten und den Wetterbericht zuteil. Chef und Chef-Troll in Personalunion ist dort ein gewisser Julian Reichelt, der dem größeren Publikum vor allem durch seine Trollereien in TV-Talkshows bekannt sein dürfte. Heute hat sich Reichelt auf bild.de einmal Steinmeiers Rede im Ural vorgenommen (Vorsicht, Link führt auf bild.de). Herausgekommen ist ein Meisterwerk moderner Trollerei, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Von Jens Berger

    Warum hält ein deutscher Außerminister eine Rede in Jekaterinburg? Und warum ist die Rede des obersten deutschen Diplomaten … nun ja … im Ton eher „diplomatisch“? Für Bild-Troll Reichelt ist die Antwort klar: Steinmeiner „öffne seine SPD für eine mögliche Koalition mit den Putin-Verstehern und Moskau-Verehrern der Linken“. Wer den bösen Russen nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit beleidigt und demütigt kann ja auch nur ein verkappter Irgendwas-Versteher sein, der unser schönes Land dem Russen bzw. seiner fünften Kolone ausliefern will. Das ist zwar blanker Unsinn, aber genau das ist ja der Kern eines Troll-Kommentars: Das Publikum mit blankem, meist provokativem Unsinn zur Weißglut zu bringen. Beruhigen wir uns also wieder und lesen weiter.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    54 Kommentare

    Blairisten gegen Corbynistas – der Kampf um die britische Labour-Partei spitzt sich zu

    geschrieben am 16. August 2016 von Jens Berger

    Eineinhalb Monate nach dem Putschversuch des rechten Parteiflügels steuert die britische Labour-Partei nun auf die große Entscheidungsschlacht zu. Am 21. September schließen die Wahlurnen zur anberaumten Neuwahl des Parteivorsitzenden. Trotz massiver – und meist überhaupt nicht demokratischer – Einflussnahme des rechten Parteiflügels, der „Blairisten“, haben Jeremy Corbyn und seine Anhänger, die „Corbynistas“, momentan sehr gute Karten den Machtkampf für sich entscheiden zu können. Labour war die erste sozialdemokratische Partei Europas, die sich von ihren sozialdemokratischen Wurzeln losgesagt hat und könnte nun auch die erste Partei sein, die diesen Kurs komplett revidiert. Von Jens Berger.

    Zur Vorgeschichte siehe: Jeremy Corbyn schlägt zurück

    Stellen Sie sich doch einmal vor, ein SPD-Vorsitzender würde quasi im Alleingang die neoliberale Wende der Schröder-Ära rückgängig machen und der SPD wieder ein sozialdemokratisches Gesicht geben. Stellen Sie sich dann noch vor, dass nahezu die komplette Parteispitze diesen Vorsitzenden offen zum Rücktritt auffordert, 80% der SPD-Bundestagsabgeordneten ihm ihr Misstrauen aussprechen und die versammelten Massenmedien sich zum Abschuss dieses Vorsitzenden zusammengetan haben: Glauben Sie, dass ein deutscher Politiker gegen diese massive Einheitsfront des Neoliberalismus bestehen könnte? Wohl kaum. Jeremy Corbyn vollbringt momentan genau diesen Kraftakt.

    Corbyn ist jedoch nicht alleine. Seit seinem Sieg bei den Wahlen im letzten Jahr hat Corbyn vor allem jungen, links orientierten Briten nicht nur eine neue Hoffnung gegeben, sondern sie sogar dazu animieren können, sich aktiv politisch zu engagieren. Die Zahl der Parteimitglieder hat sich seitdem von rund 200.000 auf heute rund 500.000 mehr als verdoppelt. Auch außerhalb der Partei hat Corbyn treue Verbündete – wie die großen Gewerkschaften oder das Momentum-Movement). Ohne diese Trümpfe in der Hand hätte auch ein Jeremy Corbyn keine Chancen gegen das Establishment.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    14 Kommentare

    Edelfedern aus Stahl – Deutschlands Journalistenbrigade ist stramm auf Konfrontation gebürstet

    geschrieben am 12. August 2016 von Jens Berger

    Was genau in den letzten Tagen auf der Krim geschehen ist , werden wir aller Voraussicht nach wohl nie erfahren. Russland beschuldigt die Ukraine, die Ukraine kontert, Aussage steht gegen Aussage. Doch anstatt die Ruhe zu bewahren und zumindest zu versuchen, Fakten möglichst objektiv zu ordnen und Spekulationen seriös zu bewerten, stricken die klassischen Medien lieber Verschwörungstheorien und blenden alles aus, was nicht ihrem Weltbild entspricht. „Der Russe lügt sowieso“, so das Mantra. Das ist mehr als ein Ärgernis. Vor allem dann, wenn die Edelfedern ihr Stahlgewitter herbeisehnen und wie Richard Herzinger in der WELT für militärische Aggressionen trommeln. Vielleicht sollten Historiker einmal genau untersuchen, welche Rolle Journalisten bei der Entfesselung von Kriegen spielen?

    Was ist passiert? Die russische Version

    Wie fast immer, wenn es um Konflikte in der ukrainisch-russischen Grenzregion geht, gibt es nichts, das einigermaßen objektiv abgesichert, verifizier- oder falsifizierbar ist. Nach offizieller russischer Sprachregelung hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB in der Nacht vom 6. auf den 7. August einen Hinweis auf eine mögliche Infiltration von Saboteuren von See aus im Grenzgebiet der Krim erhalten. Am Einsatzort stieß man dann auf eine Gruppe Bewaffneter, die nach einem Gefecht flüchteten. Bei diesem Gefecht kamen ein FSB-Mitarbeiter und zwei Angreifer ums Leben. Daraufhin schloss man die Grenzübergänge auf der Krim und löste – unterstützt durch die Armee – eine Großfahndung aus. In der Nacht zum 8. August wehrten russische Militäreinheiten einen weiteren Infiltrationsversuch ab, wobei ein russischer Fallschirmjäger ums Leben kam. Unter den Gefangenen befand sich – russischen Quellen zufolge – auch der ukrainische Militärgeheimdienstmitarbeiter Ewgenij Panow, der daraufhin verhört wurde. Im Rahmen der Ermittlungen gegen Panow und die weiteren Saboteure wurden russischen Angaben zufolge rund 20kg Sprengstoff festgesetzt. Den Aussagen der Gefangenen zufolge, sollten mit dem Sprengstoff Anschläge auf Infrastruktur- und Tourismus-Einrichtungen auf der Krim ausgeübt werden.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    177 Kommentare

    Trump und die Wirtschaftspolitik – Geschenke für die Reichen, Luftschlösser für den Rest

    geschrieben am 09. August 2016 von Jens Berger

    „Pie-in-the-sky nonsense“, also frei übersetzt „unrealistische Flausen“ – so bezeichnete der Wirtschaftswissenschaftler William Gale das steuerpolitische Konzept Donald Trumps. Und das zu Recht: Seit Reagan hat es kein derart unseriös neoliberales Konzept mehr in der US-Politik geben. Trump inszeniert sich zwar gerne als Kandidat der hart arbeitenden amerikanischen Arbeiter und bezeichnet seine Konkurrentin Clinton als Kandidaten der Wall Street und des großen Geldes; wenn man sich die wirtschafts- und steuerpolitischen Konzepte der beiden Kandidaten anschaut, kommt man jedoch zum umgekehrten Ergebnis. Sollten die Amerikaner Trump wählen, werden sie zumindest finanziell noch ihr blaues Wunder erleben. Von Jens Berger.

    Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ursprünglich ging Donald Trump mit einem „Bierdeckel-Steuermodell“ in den Wahlkampf, das für die Einkommensteuer nur noch drei Steuerstufen bei 10%, 20% und 25% vorsah, für sämtliche Einkommensarten gelten soll. Der wohl größte „Schönheitsfehler“ dieser Bierdeckel-Rechnung ist jedoch, dass sie je nach Berechnungsart und Quelle den Staat auf zehn Jahre gerechnet zwischen 9,5 und 12 Billionen Dollar kosten und damit bei konstanten Ausgaben die Staatsverschuldung mal eben verdoppeln würde. Das ist nicht nur „pie-in-the-sky nonsense“, sondern auch den finanzpolitischen Ultras aus den Reihen der Republikaner, die unter Obama aus jedem Nachtragshaushalt eine Hängepartie machten, nicht zu vermitteln. Also verwässerte Trump sein Konzept – anstatt der versprochenen 25% soll die oberste Bierdeckelsteuerstufe nun 33% betragen … am Umstand, dass dies die Steuereinnahmen radikal einbrechen lassen würde, ändert dies jedoch nichts. A pie in the sky.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    129 Kommentare
    Seite 7 von 97« Erste...6789...2030...Letzte »