Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Auftragsstudien: Die Bibeln deutscher Medien

    geschrieben am 22. März 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock

    Nach der Studie der Bertelsmann Stiftung, die kürzlich die Rente mit 69 forderte, war es nun die Forschungsarbeit der Universität Freiburg, die durch die Medien ging. Das kritische Hinterfragen bleib jedoch zu weiten Teilen aus.

    Den Deutschen fehlt Geld fürs Alter! Zu dieser faszinierenden Erkenntnis kam eine Studie, die ungefähr so objektiv sein dürfte wie eine Untersuchung von Exxon Mobil zu den Gefahren der Ölförderung. Der „Spiegel“ machte eine ganz große Sache draus. Und auch ein Großteil der restlichen deutschen Medienlandschaft stieg enthusiastisch mit ein. Immerhin waren die Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen und Christoph Metzger an der Kreation des „Vorsorgeatlas Deutschland“ beteiligt, der Erhellendes über die Rentensituation in Deutschland zutage fördern sollte. Die Tatsache, dass der Auftraggeber der Studie die „Union Investment“ war, wurde zwar kurz gestreift. Näher darauf eingegangen wurde jedoch nicht, weder vom „Spiegel“ noch von unzähligen anderen Blättern. Stattdessen wurden die Ergebnisse umfassend dokumentiert und munter in die Welt hinaus geträllert. Die Studie kam im wesentlichen zu zwei Schlüssen.

    Ergebnis 1: Die gesetzliche Rente reicht vorn und hinten nicht

    Klingt griffig, was der „Spiegel“ schrieb: “Wer sich auf die Rente verlässt, der ist verlassen.”
    Das sei das Fazit der Wissenschaftler, die sich Rente und Rentner genau angesehen hatten. Ohne private Vorsorge sei es in Deutschland nicht mehr möglich, sich einen einigermaßen komfortablen Lebensabend zu sichern. Dafür käme die Riester-Rente infrage, ausreichen würde sie jedoch nicht. Nur wer darüber hinaus in Aktien, klassische Spareinlagen oder Immobilien investiere, könne sich auf die Rente freuen. Riester-Produkte und Immobilien sind – ganz nebenbei bemerkt – zwei der wichtigen Tätigkeitsfelder der Union Investment. Wie dem auch sei, den Ottonormalverbraucher, der sich mit zwei Jobs über Wasser hält, und den Angestellten einer Zeitarbeitsfirma, der alle paar Monate einen neuen Job hat, wird es beruhigen, dass durch Riester-Rente und Aktien – möglichst breit gestreut und mit einer Prise Immobilienbesitz – auch im Alter der gewohnte Luxus nicht fehlen wird. Den Artikel weiterlesen »

    15 Kommentare

    NDS Videopodcast 13/09 Vermögenssteuern

    geschrieben am 22. März 2013 von Jens Berger

    In diesem Videopocast beantworten die NachDenkSeiten Fragen ihrer Leser. Heute geht es um mögliche Probleme bei der Einführung einer Vermögensbesteuerung.

    20 Kommentare

    „Haltet den Zyprer!“

    geschrieben am 21. März 2013 von Jens Berger

    Es ist wie beim alten Gaunertrick: „Haltet den Dieb!“, rufen die Verantwortlichen für die vergurkte Zypern-Rettung, um von ihrem Versagen abzulenken. Besonders dreist ist, dass sie mit ihrem Nationalchauvinismus beim bürgerlichen Publikum auch noch durchkommen, da es gegen Russland geht.

    Russische Spareinlagen auf zyprischen Banken stammen – so lesen wir – grundsätzlich von Oligarchen. Und Geld von Oligarchen ist – so lesen wir – grundsätzlich illegal, stammt aus Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Daher ist es – so ahnen wir – auch nur rechtens, wenn man den Besitz russischer Staatsangehöriger im EU-Land Zypern beschlagnahmt.

    Die Russen sind schuldig – ohne Prozess, ohne Richter, ohne Verteidigung, ja gar ohne Anklage und auch ohne jegliche Beweise. Was ist eigentlich ein „Oligarch“? Das Oxford Dictionary definiert den Begriff so: ein sehr reicher Geschäftsmann mit hohem politischem Einfluss. Nach dieser Definition wären auch die Damen Springer, Mohn und Klatten Oligarchinnen. Macht etwa auch die Deutsche Bank, bei der die Axel Springer AG ihre Konten führt, Geschäfte mit Oligarchen?

    Weiterlesen auf taz.de

    Anmerkung: Dieser Artikel ist eine gekürzte Version meines Artikels “Russische Oligarchen, zypriotische Geldwäsche und deutsche Saubermänner”, den ich auch den taz-Lesern nicht vorenthalten wollte.

    p.s.: Nein, die Überschrift stammt nicht von mir ;-)

    24 Kommentare

    Herr Altmaier und die Eine-Billion-Euro-Frage

    geschrieben am 21. März 2013 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock

    Umweltminister Peter Altmaier geht davon aus, dass die Energiewende eine Billion Euro verschlingen wird. Daher hält er seine „Energiepreisbremse“ für unverzichtbar. Tatsächlich wird die aber eher die Entwicklung bei den erneuerbaren Energien verlangsamen.

    Peter Altmaier (CDU) hat sich gleich dreimal weit aus dem Fenster gelehnt. Erst, als er über eine Billion Euro Kosten für die Energiewende referierte, die kein Mensch nachvollziehen konnte. Dann, als er einer Studie des “Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft” (FÖS) widersprach, die seine Zahl in Zweifel zog. Auf Twitter empörte sich Altmaier, die Gegenrechnung sei „das Dümmste, was mir in letzter Zeit untergekommen ist“. Fehlt noch – drittens – die taz, die Altmaier fragte, ob er seinen Ärger begründen könne. Ja, twitterte dieser, das könne er. Dazu sei aber ein ganzseitiges Interview nötig. Kein Problem, die taz zeigte sich flexibel und bot Altmaier den gewünschten Platz an. Der ruderte zurück und verzichtete lieber doch auf das Gespräch über 1.000 Milliarden Euro.

    Altmaier verwirrt Investoren

    Eigentlich waren die Rahmenbedingungen für Peter Altmaier gar nicht schlecht, als er vor gut einem Jahr seinen Job übernahm. Die Bundesregierung hatte sich von der Atomenergie verabschiedet und war auf dem Weg in eine Zukunft mit mehr erneuerbaren Energiequellen. Doch inzwischen verheddert sich der Umweltminister vornehmlich in Debatten über die viel zu hohen Kosten, die die Energiewende verursachen würden. Die Eine-Billion-Euro-Frage dürfte im Zuge des Wahlkampfes ein Mittel gewesen sein, um eine „rockige“ Aussage zu machen und die Schuldfrage zu klären. Zumal in den Augen Altmaiers die steigenden Strompreise dazu beitragen würden, dass die Bürger langsam böse werden auf die Energiewende. Nun versucht er also, auf Stimmenfang zu gehen, indem er sich auf die Strompreise einschießt und einen anderen Umgang mit Unternehmen ankündigt, die auf erneuerbare Energie setzen. Das Wort „Energiepreisbremse“ ist zu den persönlichen Favoriten Altmaiers geworden. Doch nicht nur Wähler und Wählerinnen hören ihm zu. Auch Investoren tun das. Und denken zweimal darüber nach, ob sie ihre Pläne, in regenerative Energie zu investieren, wirklich realisieren sollten. Denn was noch alles passiert, wenn Altmaier erst einmal Fahrt aufnimmt, weiß niemand so genau. Den Artikel weiterlesen »

    11 Kommentare

    Russische Oligarchen, zypriotische Geldwäsche und deutsche Saubermänner

    geschrieben am 19. März 2013 von Jens Berger

    Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Methoden deutsche Politiker und Journalisten greifen, wenn es darum geht, sich auf Kosten Russlands zu profilieren. Die Diskussion rund um das ESM-Paket für Zypern ist dafür wieder einmal ein gutes Beispiel. Russische Spareinlagen auf zypriotischen Banken stammen – so lesen wir – grundsätzliche von „Oligarchen“. Und Gelder von „Oligarchen“ sind – so hören wir – grundsätzlich illegal und dienen lediglich der Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Daher ist es – so ahnen wir – auch nur rechtens, wenn man den Besitz russischer Staatsangehöriger im EU-Land Zypern beschlagnahmt. Die Russen sind schuldig – vollkommen ohne Prozess, ohne Richter, ohne Verteidigung, ja gar ohne Anklage und auch ohne jegliche Beweismittel. In Russland gibt es zweifelsohne rechtsstaatliche Defizite. Indem wir Russland demonstrieren, wie wenig wir selbst von Rechtsstaatlichkeit halten, gehen wir jedoch mit dem denkbar schlechtesten Beispiel voran.

    Was ist eigentlich ein „Oligarch“? Das Oxford Dictionary definiert den Begriff folgendermaßen: Ein sehr reicher Geschäftsmann mit großem politischen Einfluss. Nun, nach dieser Definition wären auch die Damen Springer, Mohn (Bertelsmann) und Klatten (BMW) Oligarchinnen. Macht nun etwa auch die Deutsche Bank AG, bei der die Axel Springer AG ihre Konten führt, Geschäfte mit Oligarchen? Wäre es legitim, der Deutschen Bank AG vorzuschreiben, von heute auf morgen – ohne Gesetz, ohne Prozess und ohne Verhandlung – zehn Prozent der Einlagen von Frau Springer zu konfiszieren? Schließlich handelt es sich doch um „Oligarchengelder“.

    Was wäre die Reaktion der deutschen Regierung, wenn ein Staat, nennen wir ihn Liechtenstein, mit dieser Begründung deutsche Staatsgehörige teilenteignen würde? Steinbrücks „Kavallerie“ könnte dann wohl Realität werden. Nun ist Liechtenstein aber kein Staat, der etwas gegen Oligarchengelder, egal aus welchem Land, hätte. So was machen ja bekanntlich nur linke Populisten wie Hugo Chavez oder Evo Molarez … und europäische Finanzminister, jedoch nur dann, wenn die „Opfer“ nicht aus ihren eigenen Ländern, sondern aus Russland kommen.

    25 Mrd. Euro – so hört man – sollen russische Oligarchen auf der Mittelmeerinsel Zypern „bunkern“. Ja, Russen „bunkern“, wenn Deutsche, Briten oder Amerikaner Gelder verschieben, dann „investieren“ sie – ein kleiner, aber feiner Unterschied. Es ist richtig, zahlreiche russische Geschäftsmänner, die man als Oligarchen bezeichnen könnte, kontrollieren über zypriotische Holdinggesellschaften ihre russischen Konzerne. Dazu gehören mit Novolipetsk Steel und Severstal zwei der weltgrößten Stahlkonzerne, mit Norilsk Nickel eines der weltgrößten Bergbauunternehmen und mit Gazprom und Lukoil zwei der weltgrößten Energieunternehmen. Alles nur Geldwäsche? Im Vergleich zur Deutschen Bank wirken diese Unternehmen geradezu wie ein Musterbeispiel für Unternehmen, die mit realer Wertschöpfung reale Einnahmen erzielen. Aber egal, russische Unternehmen ist ja per se verdächtig, krumme Geschäfte zu machen.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    150 Kommentare

    Seite 86 von 177« Erste...1020...85868788...100110...Letzte »