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  • Es geht darum die linke Gegenöffentlichkeit zu zerstören – Im Gespräch mit Jens Berger (Nachdenkseiten)

    geschrieben am 06. November 2015 von Jens Berger

    In den letzten Wochen haben verschiedenene Zeitungen den Nachdenkseiten Querfrontaktivitäten und Einseitigkeit vorgeworfen. Dabei wurden sie in einen Topf geworfen mit rechten Webseiten und Verschwörungstheoretikern, Fakten für die Behauptung wurden allerdings nicht genannt. Wir haben mit Jens Berger, Autor bei den Nachdenkseiten, über die Artikel gegen die Nachdenkseiten, ihre Ursachen und die Antwort der Nachdenkseiten gesprochen.

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    Willkommen in der Echokammer – Politische Debatten in Zeiten des Internet

    geschrieben am 05. November 2015 von Jens Berger

    Pegida-Anhänger schimpfen auf die „Lügenpresse“ und haben sich im Internet ihre kleine Welt geschaffen, in der sie unter sich bleiben und kommunikative Inzucht betreiben. Dabei imitieren sie jedoch auf ihre Art und Weise doch nur die Kommunikationsstrategien und –fehler der Eliten. Das Internet hat im Guten wie im Schlechten die private und auch die politische Kommunikation revolutioniert. Die Chancen, die sich daraus ergeben, stehen den Risiken in Nichts nach. Auch linke Netzwerke sind davor nicht gefeit. Wer Pegida etwas entgegensetzen will, der darf ihre Anhänger nicht ausgrenzen.

    Früher war nicht Alles besser aber doch bedeutend einfacher. Politisch und gesellschaftliche Extrempositionen wurden durch einen Effekt abgepuffert, den die deutsche Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann als Schweigespirale charakterisierte. Demnach hängt die Bereitschaft öffentlich politische und gesellschaftliche Positionen zu äußern, von der persönlichen Einschätzung ab, ob diese Positionen der Mehrheitsmeinung entsprechen. Da der Mensch Furcht davor empfindet, sozial isoliert zu sein, hat er demnach auch Hemmungen, Positionen offen kundzutun, die von der Gemeinschaft nicht akzeptiert werden. Eine besondere Rolle fällt bei dieser Theorie natürlich den Massenmedien zu, da nur diese in der Lage sind, Positionen einer interessierten Minderheit auch als Mehrheitsmeinung zu definieren.

    Bis zum Siegeszug des Internet und der sozialen Netzwerke hat diese Strategie auch auf erstaunliche Art und Weise funktioniert. Die Massenmedien definierten den gesellschaftlichen Konsens und Positionen, die mal mehr mal weniger von diesem Konsens abwichen, wurden allenfalls in kleinen dezentralen Zirkeln goutiert, in denen man mit Gleichgesinnten unter sich war. Am Stammtisch wurde die Schweigespirale gebrochen, jedoch gab sich kein Stammtischbruder der Illusion hin, dass sein „Stammtisch-Konsens“ mehr als eine Minderheitsmeinung sei.

    Der moderne Stammtisch sind die sozialen Netzwerke. Pegida ist beispielsweise nicht nur eine wöchentlich in Dresden stattfinde rechte Demonstration, sondern auch eine Facebook-Seite mit fast 200.000 Unterstützern. Und diese Unterstützer haben ihrerseits ihre eigenen Facebook-Freundeskreise, in denen mediale Inhalte geteilt und diskutiert werden. Wobei man jedoch mit dem Begriff „Diskutieren“ vorsichtig sein sollte. Es ist natürlich nicht so, dass abweichende Positionen oder Fakten, die dem eigenen Weltbild zuwiderlaufen, dort im Rahmen eines kritischen Diskurses ergebnisoffen debattiert werden. Ganz im Gegenteil. Der weltanschauliche Konsens ist vielmehr das vereinende Element dieser Gruppen. Man filtert Inhalte, die diesem Konsens widersprechen, bereits vorher aus und ist sich vor allem darin einig, dass man sich einig ist.

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    Hausgemachte Wohnungsnot – wo der Markt versagt, muss der Staat eingreifen!

    geschrieben am 04. November 2015 von Jens Berger

    Als bekennendes „Landei“ muss ich immer wieder schlucken, wenn ich mitbekomme, welche Mieten und Immobilienpreise in den begehrten Metropolregionen verlangt und auch bezahlt werden. Dabei finden sich vor allem in den strukturschwachen Regionen doch zuhauf wirklich gute Wohnangebote zu einem mehr als erschwinglichen Preis. Nur was nutzt die preiswerteste und schönste Wohnung, wenn es in der Umgebung keine adäquaten Jobs gibt? Die teils groteske Verzerrung zwischen dem ländlichen und städtischen Wohnungsmarkt ist vor allem eine Folge des Strukturwandels. Mit der Globalisierung, dem technischen Fortschritt und der Konzentration im wirtschaftlichen Bereich verschwanden und verschwinden nun einmal viele Jobs in der Fläche und neue entstehen in den Metropolen. Die Fläche schrumpft, die Metropolregionen wachsen. Wenn wir über Migration sprechen, dann geht es keinesfalls nur um die grenzübergreifende Migration. Hauptverantwortlich für die Schieflage am deutschen Wohnungsmarkt ist vielmehr die andauernde Binnenmigration, die vor allem die jüngere Generation betrifft.

    Der Markt „löst“ dieses Problem auf seine Weise, ganz simpel über Angebot und Nachfrage. Dort wo die Nachfrage größer ist als das Angebot steigen die Mieten, auf dem Land fallen sie teils ins Bodenlose. Ökonomen sprechen hier von einer Allokation der Güter über Marktmechanismen, die am Ende einzig und allein über die persönliche Kaufkraft und Zahlungsbereitschaft ausgefochten wird. Da nun einmal mehr Menschen in Berlin Kreuzberg, München Giesing oder im Hamburger Schanzenviertel wohnen wollen, als es dort Wohnraum gibt, erhält im freien Wohnungsmarkt der finanziell potenteste Mietinteressent den Zuschlag. Und dabei geht es natürlich nicht nur um „coole“ Viertel, in die es die „Hipster“ zieht. Meist geht es schlicht und einfach darum, eine Wohnung zu finden, die nicht all zu weit vom Arbeitsplatz entfernt ist. Und da es die Unternehmen nun einmal mehr und mehr in die Metropolregionen zieht, zieht es die Menschen auch direkt oder indirekt in die Städte und die Mieten explodieren. Im anderen Extrem können viele Vermieter in strukturschwachen Regionen noch nicht einmal eine Miete realisieren, die ausreicht, um die für den Erhalt nötigen Investitionen vorzunehmen. Auf der einen Seite wird gentrifiziert, auf der anderen Seite veröden und verfallen Städte und dörfliche Strukturen. So funktionieren nun einmal Märkte und auch der Wohnungsmarkt zählt dazu.

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    Frauke Petry: Die neue Chance der AfD

    geschrieben am 02. November 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Tom Dräscher via Wikimedia CommonsSeit Bernd Lucke die Partei verlassen hat, stellt sich die AfD neu auf. Frauke Petry hält das Ruder in der Hand und reibt Bürgern Sand in die Augen. Mit Erfolg. Die Zahl der Parteimitglieder und der potenziellen Wählerstimmen wächst.

    Peter Schlobinski, der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache, hält nicht viel von Generalisierungen. “Man darf nicht die gesamte AfD über einen Kamm scheren, doch einzelne Mitglieder pflegen eine auffällige Nazi-Rhetorik. Der Rhythmus, das sprachliche Diktum, die Emotionalisierung – es gibt einiges, was stark an die NSDAP-Sprache angelehnt ist.
    In erster Linie meint Schlobinkski damit wohl Björn Höcke, der seine Botschaften sprachlich so radikal zum Ausdruck bringt, dass sogar die Hardliner in der AfD selbst schlucken müssen, zumindest dem äußeren Eindruck nach. Sicher sind Generalisierungen meistens problematisch, im Fall der AfD allerdings muss man das differenzieren. Eine Partei steht schließlich immer auch für grundsätzliche Werte. Jeder, der beispielsweise die Abkehr der SPD von sozialdemokratischen Inhalten beklagt, würde nicht auf die Idee kommen, diesen Vorwurf jedem Parteimitglied einzeln zu machen. An der Richtung der Partei – und der Kritik daran – ändert das aber nichts. Daher ist es durchaus zulässig, von „der“ AfD zu sprechen. Den Artikel weiterlesen »

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    Zwischenruf: Von Querfronten, Trollen, Schmuddelkindern und dem Versuch, linke Stimmen mundtot zu machen

    geschrieben am 30. Oktober 2015 von Jens Berger

    whistle_01Wussten Sie schon, dass die Linkspartei eigentlich rechts ist? Das behauptet zumindest ein Internetoutlet der Burda-Gruppe, indem es genüsslich Facebook-Beiträge einer streitsüchtigen ehemaligen Grünen-Politikerin thematisiert. Früher hätte man derlei substanzlose Provokationen der Provokation willen wohl als Trollerei bezeichnet. Heute hat das professionelle Trollen Konjunktur. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ … wer sich jemals öffentlich mit einer Person unterhalten hat, die auf der schwarzen Liste der modernen Trolle steht, gilt als Bestandteil einer „Querfront“ oder gleich als „Verschwörungstheoretiker“. Beweise? Sind nicht nötig, denn um Inhalte geht es ohnehin nicht. Sondern darum, kritische Stimmen aus dem linken Lager mundtot zu machen. Klar, dass auch die NachDenkSeiten im Visier der Hexenjäger stehen.

    Was ist eigentlich eine Querfront? Historiker verstehen darunter die Strategie rechtsextremer Kreise, das linke Lager unter Betonung oder Konstruktion vermeintlicher Gemeinsamkeiten zu einem politischen Bündnis zu bewegen. In den 1930ern gab es in der Tat in Teilen der NSDAP einen kleinen Flügel, der einer solchen Querfrontidee anhing. Man muss schon ungemein geschichtsvergessen sein, wenn man hier aktuelle Parallelen zu erkennen glaubt. Nach Ansicht der Trolle ist es heute bereits eine „Querfront“, wenn auf einer Massendemo gegen TTIP sich ein paar Rechte unter die 200.000 Demonstranten mischen. Das ist nicht nur lächerlich, es ist auch politisch komplett kontraproduktiv. Natürlich will niemand aus dem linken Lager etwas mit Rechten zu tun haben und daher ist es für Gegner der Linken auch so attraktiv, inflationär jeder linken Strömung dieses Label zu verpassen. Mann muss den politischen Gegner halt nur ausgiebig mit Dreck bewerfen. Irgendwas wird schon hängen bleiben, so die Hoffnung der modernen Hexenjäger.

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