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  • Bye, bye SPIEGEL!

    geschrieben am 29. August 2014 von Jens Berger

    Bleibt er oder geht er – der “Spiegel”-Chefredakteur? Landauf, landab berichten deutsche Medien darüber. Vergessen wird, was aus dem Nachrichtenmagazin inhaltlich geworden ist. In seinen besten Jahren war der “Spiegel” laut Eigenwerbung ein Sturmgeschütz der Demokratie. Man kann vortrefflich darüber streiten, ob das Magazin je diesem Mythos entsprach, den er seitdem wie eine Monstranz vor sich herträgt. Der heutige “Spiegel” ist – so viel steht fest – von diesem Ideal Lichtjahre entfernt. Mit einer Melange aus zackiger Deutschtümelei, denkfaulem Papageienjournalismus, eitler Geckenhaftigkeit und gnadenlosen Opportunismus hechelt das Blatt einem Zeitgeist hinterher, der stilgebend für die Merkel-Ära ist. Aus dem Sturmgeschütz der Demokratie wurde ein Steigbügelhalter der Marktkonformität.

    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    “Im Zweifelsfall links”, so lautete einst die Devise des Herausgebers Rudolf Augstein. War der “Spiegel” in seinen besten Zeiten ein nach allen Seiten kritisches linksliberales Blatt, entwickelte er sich im letzten Jahrzehnt zusehends zu einem neoliberalen Kampfblatt. Als Talkshow-Ökonomen und Lobbyisten der Großkonzerne zur neoliberalen Wende trommelten, heulte die Zeitschrift mit den Wölfen, polemisierte “wie der Sozialstaat zur Selbstbedienung einlädt” und philosophierte über die “Melkkuh Sozialstaat”.

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    Veganismus versus Fleisch, Fleisch, Fleisch!

    geschrieben am 29. August 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Grundsätze für vegane Ernährung

    15.000 Liter Wasser für die Produktion von einem Kilo Fleisch auf der einen Seite. Der Mensch als Jäger seit 2.5 Millionen Jahren auf der anderen Seite. Das lässt für Freunde des Steaks und deren Widersacher eine Menge Konfliktspielraum.

    Veganer und Fleischesser stehen sich meist unversöhnlich und ablehnend gegenüber. Beide Fraktionen werfen sich gegenseitig vor, die andere Seite missionieren zu wollen, hinzu kommen Meinungsverschiedenheiten darüber, wer sich gesünder ernährt.
    Sind Veganer die besseren Menschen?
    Oder Fleischesser diejenigen, die so essen, wie es die Natur für uns vorgesehen hat? Den Artikel weiterlesen »

    107 Kommentare

    Ukraine: Merkel rudert zurück und die Medien schweigen

    geschrieben am 26. August 2014 von Jens Berger

    Es gibt Dinge, über die erfährt man in den Medien wenn überhaupt nur am Rande etwas. Erstaunlicherweise zählt auch die offizielle Position der Kanzlerin zum Ukraine-Konflikt dazu. Am Sonntag sagte Angela Merkel im Sommerinterview der ARD ein paar Dinge, die man durchaus als Distanzierung vom Konfrontationskurs der EU einschätzen muss. Die ukrainische Regierung wird dies nicht gerade mit Wohlwollen registriert haben. Und auch die ansonsten konfrontationsfreudigen deutschen Medien scheinen den Worten Merkels nicht besonders gewogen zu sein – anders ist ihr Schweigen kaum zu deuten.

    Und was wir nur sagen und ich auch als jemand, der erlebt hat, dass Deutschland die deutsche Einheit durchführen konnte in Frieden mit Einverständnis auch der Nachbarn, sage das auch, dass das ukrainische Volk die Möglichkeit haben muss, seinen Weg zu wählen. Und die Europäische Union würde niemals, wenn die Ukraine sagt, wir gehen jetzt zur eurasischen Union, daraus einen Riesenkonflikt machen, sondern wir setzen auf die freiwillige Entscheidung. Ich setze allerdings auch auf die territoriale Integrität der Ukraine und darauf, dass alle Ukrainerinnen und Ukrainer gehört werden.
    Angela Merkel im Sommerinterview mit der ARD

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    Deutsche Waffenexporte: Joachim Pfeiffer erklärt den Krieg

    geschrieben am 20. August 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    MG_08-15Bild: Wikipedia (Richard Huber)

    Sigmar Gabriel (SPD) weht mal wieder ein kalter Wind entgegen. Diesmal aus den Reihen der CDU, speziell von deren wirtschaftspolitischem Sprecher Joachim Pfeiffer. Der trägt richtig dick auf. Und macht sich dabei ziemlich lächerlich.

    Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Allein das ist schon traurig, auch wenn diese Sicht der Dinge heute nicht mehr allzu populär ist. Wer sagt, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte nach wie vor zurückhaltend mit der Lieferung von Waffen umgehen sollte, steht schnell als Warmduscher da, als so ein komischer Pazifist, der sich der Verantwortung Deutschlands der Welt gegenüber nicht bewusst ist. Nun kann man Gabriel nicht unbedingt als Warmduscher bezeichnen, zumal man beim Genossen sowieso nicht weiß, was er morgen, übermorgen oder nächste Woche so denkt und tut. Der Vorwurf Pfeiffers allerdings, Gabriel gefährde die „nationale Sicherheit“, grenzt schon an Puppentheater. Warum ist der Vizekanzler nicht gleich für den Fortbestand der Menschheit an sich verantwortlich? Den Artikel weiterlesen »

    190 Kommentare

    #ByTheEndofSeptember – „Mega-Krise“ mit Ansage

    geschrieben am 20. August 2014 von Jens Berger

    Vor drei Jahren erblickte mit dem Südsudan der 193. Staat der Welt das Leben. Auf die glückliche Geburt folgte jedoch schnell das Entsetzen. Der Staat ohne staatliche Strukturen brach zusammen und aus dem Machtkampf zweier Warloards wurde ein Bürgerkrieg mit ethnischer Komponente. Mittlerweile sind im Südsudan 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Felder konnten nicht bestellt werden, die ohnehin nur rudimentär vorhandenen lokalen Lebensmittelmärkte sind kollabiert. Wenn die Geberländer des Nordens ihre Verpflichtungen nicht einhalten, droht laut UN-Angaben schon im September die „Mega-Krise“, eine Hungersnot epischen Ausmaßes. Von Jens Berger.

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    Spielball der USA

    Seit der Sudan 1956 seine Unabhängigkeit erklärte, lebte das Land lediglich 15 Jahre in einem Zustand, den man mit etwas Wohlwollen als „Frieden“ bezeichnen könnte. Vor allem zwischen dem islamisch, arabisch geprägten Norden und dem christlich, schwarzafrikanisch geprägten Süden herrschte über Jahrzehnte hinweg ein andauernder Bürgerkrieg, der im Juli 2011 nach einem Referendum zur Gründung des Staates Südsudan führte. Trotz seiner bitteren Armut ist der Südsudan das Land mit den drittgrößten Ölvorkommen in Afrika.

    Nachdem Chevron im Jahre 1978 dort Öl entdeckte, rückte der Sudan in das Interesse der USA. Um die guten Beziehungen nicht zu stören, drückten die Amerikaner dabei auch gerne beiden Augen zu, wenn die Machthaber im nordsudanesischen Khartum mit äußerster Gewalt gegen die schwarzafrikanischen Minderheiten im Südsudan vorgingen. Dies änderte sich jedoch spürbar, als Umar al-Baschir 1993 an die Macht kam und sich Stück für Stück zu einem immer radikaleren Islamisten entwickelte. Nach 9/11 änderten die USA ihre ursprüngliche Haltung um 180° und unterstützten fortan die Rebellen im Süden gegen die islamistische Zentralregierung, die ihrerseits in China einen neuen Partner fand, dem Menschenrecht, Religion und Ideologie ohnehin herzlich egal sind.

    Die – von den USA initiierte – Abspaltung des Südsudan war ein „allamerikanisches“ Projekt: Die christlichen Fundamentalisten unterstützten das Projekt, da sie den Unabhängigkeitskampf der Südsudanesen als biblischen Kampf des Christentums gegen den Islam sahen. Die Ölkonzerne frohlockten, da sie hofften, nun wieder den Zugriff auf die sudanesischen Ölvorkommen zu bekommen, die allesamt im Süden des Landes liegen. Den Afroamerikanern gefiel es, dass im Süden ein schwarzafrikanischer Freiheitskampf gegen die arabische Unterdrückung stattfand. Und auch das linke Amerika jubelte, da al-Baschir spätestens seit dem Darfur-Konflikt, der rund 300.000 Menschen das Leben kostete, als geächteter Schlächter gilt.

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