Die BBC/Arte Produktion "Warriors - Einsatz in Bosnien" gehört zu den Filmen, bei denen derjenige, der für die Namensgebung verantwortlich ist, sich besser einen neuen Job suchen sollte. Der Film aus dem Jahre 1999 ist kein Action-Film, sondern einer der verstörendsten Kriegsfilme, die ich bis jetzt gesehen habe.
Die Handlung begleitet eine britische Kompanie, die mit ihren Schützenpanzern (Modell: Warrior) während des Jugoslawien-Krieges für die UNO als Beobachter fungieren. Hilflos müssen die Soldaten mit zusehen, wie die verschiedenen Kriegsparteien gegenseitig Zivilisten masakrieren, bei dem, was mit dem Euphemsimus "ethnische Säuberungen" in die Geschichte einging.
Der Film vermeidet direkte Schuldzuweisungen und zeigt das Bosnien der Jahre 92/93 als das, was Hobbes meinte, als er vom Menschen sprach, der dem Mensch ein Wolf ist. Humanität findet sich nur im kleinen persönlichen Bereicht, während die Kriegsparteien ihre eigenen Ziele verfolgen und eine "Weltgemeinschaft" nicht etwas nicht eingreifen kann, sondern nicht eingreifen will.
Am Rande des Filmes tauchen auch immer wieder britische Dipolamten auf, die mit ihren "Hurensöhnen" Kompromisse eingehen, die den Soldaten vor Ort nicht mehr vermittelbar sind.
Im Mittelpunkt stehen die sensibel gezeichneten Soldaten. Junge aufstrebende Offiziere, desillusionierte Unteroffiziere und schlichte Mannschaften, die allesamt psychologisch verheizt werden und als gebrochene mentale Krüpel zurückkehren.
Dieser Zweiteiler ist zutiefst verstörend und lässt den Zuschauer kaum mehr an das Gute im Menschen glauben. Dabei legt er den Finger auf die Wunde: Das Individuum, das sich dem Ränkespiel der Mächte gegenübersieht, das Grauen direkt vor sich hat, es aber nicht abwenden kann und offenem Auge in den Abgrund schaut.
Dieser Film ist ein absolutes "Must see" nur leider kaum bekannt.
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