Liebe Freunde der Diskussionen,
ich bin parteilos und immer parteilos gewesen. Denn ich finde ich mich selbst nicht von rechts oder links, sondern bei mir selbst in meiner Welt der Geschichte, wo ich immer wieder zuhause fühle. Ich gehöre zwar nicht an so genannte schweigende Mehrheit, sondern geistigen Entwicklung des Abendlandes mit ihrem schlechten und guten Zeiten. Mich bewegen nicht, die Ideen, die momentan herrschen (und zwar nicht von allen akzeptiert), sondern die Ideen der Freiheit, die auch sowohl an den rechten als auch linken nicht ganz fremd oder unerwünscht sind. Dadurch beiden mindestens von ihren Lieblingseloquenzen Gebrauch machen können.
Von den beiden Seiten nach der französischen Revolution Ende 18. Jahrhundert eine Markierung „rechts/links“ entstanden, nach der Bestuhlung im Konvent, wo die Parteifreunden rechts oder links, allerdings links oder rechts saßen. Schon damals hieß es von welchem Standpunkt von der Bühne oder Saal aus. In der Tat bei einer Diktatur spielt doch keine Rolle, wie sich Revoluzzer oder Putschisten, Konservative oder Liberale sich bestuhlungmäßig nennen mögen. Kommt einer der Seitens- bzw. Farbenorientierte zum einen totalitären Diktatur, sofort verliert sein Sinn die Seitens- oder Farbenorientierung. Da Führer brauchen keine Orientierten mehr. Die bedanken sich bei solchen „orientierten“ nicht einmal für die Hilfe einen Thron zu erobern und sehen keinen Bedarf noch jemanden zu dulden, egal wie er orientiert war oder bleiben wird.
Moral dieser Geschichte ist: die beste Orientierung ist und bleibt einfach die Mutterliebe und Liebe zu Haus und Heimat – dabei Bevorzugung seiner Geschwister und Sippe. Wie bei Kindern alles außer Familie ist Fremd, bei der Erwachsenen projiziert das alles auf Traditionen, Kultur und Erfahrungen und erweitert langsam mit Freundeskreis, die man nicht als Fremden betrachtet. In der heutigen Welt nur Weniger haben noch eine Verbindung zu Haus, der meistens nicht mehr den Nachkommen gehört – Erwachsende Menschen hassen die Eltern, die das ihnen nicht ermöglicht haben. Denn viele Menschen von Geburt an überall in der Welt ein Haus und Grundstück gehört den Fremden. Die auf dieser Welt kommen entdecken, dass Tieren geht viel besser als den Menschen. Jeder Vogel hat ein Nest und wenn dieser enger wird, sein eigenen bauen darf ohne Genehmigung oder Zahlung. Die Farben- und Seitenorientierten finden das nicht normal und beginnen mit Rebellion oder Raub – aber dann entdecken sie, die Macht des Geldes und üben die Rache gegen der Ausbeuter beginnen die anderen die Opfer dieser Ausbeuter selbst zu ausbeuten. So läuft der Teufelkreis in dem die Revolution und sonstigen Formen der Reformen vom Zweck zu Mittel degradieren.
Anlass zu dieser Predigt sind liberale Äußerungen vor einem Jahr, welche durch absolut oberflächliche und zum Teil gegensätzliche Behauptungen einerseits nur bestätigen Lächerlichkeit eine Offensive gegen TV-Moderatorin, anderseits mitschleppen schlimmste Agitprop der von den beiden Seiten vor 70 Jahren benutzen um Frau Eva Herman, die schon am Boden lag, weiter zu schlagen. Das ist nicht aus politischer Sicht, sondern aus Sicht einen würdigen Menschen nicht zu einer Diskussion gehört.
Nach einem Jahr sprach ich mit Eva Herman nicht als einem Monster, sondern mit einem Mensch, nachdem ich alle Bücher von ihr gelesen habe und nicht nur hinter den Kulissen des Marionettentheater hinschaute, sondern Reaktionen hier und auch im Ausland unter die Lupe nahm. Der Fall Frau Herman ist noch nicht ad acta gelegt. Nach dem Horror vor einem Jahr sie wirkt offener und überzeugter als von einem Jahr. Weil die Erfahrungen die Schule machen.
Hier können Sie lesen Wortlaut dieses Interview, die keine Zeitung in Deutschland veröffentlichen wagt. Die Nebenfrage ist: Was ist doch ein Unterschied zwischen Seiten- und Farbenorientierten hier im Lande der Dichter und Denker? Stimmt dass, das Tausende der Bürger sehen damit Untergang der Demokratie?
EIN JAHR DANACH
Interview mit Eva Herman
Frau Herman, fast vor einem Jahr wurden Sie durch die Entscheidung von Volker Herres (NDR), meiner Meinung nach aus politischen Gründen gekündigt. Stört Sie eine derartige „Politisierung“ Ihres Falles?
Eva Herman: Es wurden vonseiten des NDR in der Öffentlichkeit verschiedene Gründe für die fristlose Kündigung genannt, zum einen, dass meine schriftstellerische Arbeit nicht weiter mit meiner Tätigkeit beim NDR vereinbar wäre. Ein anderes Mal wurden mir Äußerungen unterstellt, die ich niemals tätigte. In Wirklichkeit setze ich mich für die Rechte von Kindern ein, für den Erhalt der Familie und die schöpfungsgewollte Aufteilung von Mann und Frau.
Diese bisher harmlosen und selbstverständlichen Themen bieten neuerdings allerdings eine Menge Zündstoff, denn es gibt europaweit einen ganz klar feministisch ausgerichteten Weg vonseiten der Politik und Wirtschaft, dem so genannten Gender Mainstreaming, den wir Menschen gehen sollen, der uns allerdings weit wegführt von den erwähnten Grundlagen einer Gesellschaft. Wer sich dagegen stellt, hat es künftig erheblich schwerer als vorher.
Es ist bekannt, dass Sie inzwischen einmal Prozeß gewonnen haben und doch am Ende in der wichtigsten Fragen der Kündigung „verloren“ haben? Wurde diese Entscheidung, Ihrer Meinung nach, bei dem Rechtsystem unseres Landes gesetzkonform oder nicht. Wenn nicht, dann: warum?
Eva Herman: Es ist nichts verloren. Ich bin in die Berufung gegangen, der nächste Gerichtstermin findet im Herbst statt.
Ein Monat nach Ihrer Kündigung wurden Sie im ZDF Kerner-Studio in Hamburg durch Ihren Gastgeber Johannes Baptist Kerner einem Verhör unterzogen, welches viele Bürger unseres Landes als „öffentliche Hinrichtung“ bezeichnen? Haben Sie damals auch so ein Gefühl gehabt?
Eva Herman: Nun, es war schon mehr als merkwürdig, was sich dort abspielte. Wenn man fast eine Stunde lang klar und deutlich sagt, dass die Unterstellungen nicht der Wahrheit entsprechen, die Anwesenden auf geheimnisvolle Weise jedoch allesamt auf diesem Ohr taub sind und gebetsmühlenartig ständig wiederholend ein Schuldeingeständnis einfordern, wird es einem dabei heiß und kalt. Es war der Horror.
War es für Sie eine Überraschung, dass Ihre Kollege Frau Tietjen, die mit Ihnen gemeinsam Herman & Tietjen Sendung mitgemacht, sich von Ihnen „distanziert“ hat? Ist das normal für eine freie Presse in einem Rechstaat?
Eva Herman: Ich weiß nicht, wie groß die Anstrengungen von Frau Tietjen gewesen sind, diesen Fall sowohl journalistisch als auch menschlich irgendwie zu bewerten oder gar zu untersuchen. Auf jeden Fall hat unsere Freundschaft ein trauriges Ende genommen.
Man weist inzwischen, dass grobe Attacken gegen Sie durch die Fälschung Ihrer Worte während der Pressekonferenz, auf welcher Sie Ihr Buch präsentierten, zustande gekommen sind. Würden Sie heute etwas „vorsichtiger“ mit Medien umgehen?
Eva Herman: Leider muss ich auf diese Frage mit “Ja” antworten. Ich musste lernen, dass man die Geschichte unseres Landes öffentlich besser nicht thematisieren sollte, ebenso auch nicht über die verhängnisvollen und zerstörerischen Folgen sprechen sollte, die aus diesem ideologischen Regime als furchtbare Folgen über uns gekommen sind. Einige junge Journalisten schrieben mir traurig, sie stellten nun fest, dass ihr Beruf Gefahren berge, von welchen sie bis zu dem “Fall Herman” noch nichts gewusst hatten.
Über 500.000 Bürger haben in allen möglichen Foren, Blogs und Bürgervereinen Ihre Bemühungen sehr positiv bewertet, ja, Sie sogar für Ihren Mut gelobt und am häufigsten festgestellt, dass Sie aus den Herzen und der Seele des Volkes sprechen. Halten Sie auch die Meinung vieler Bürger über die Kluft zwischen den Bürgern und Regierung für glaubwürdig?
Eva Herman: Es ist ganz offensichtlich, dass es in unserem Land eine öffentliche- und eine veröffentlichte Meinung gibt. Die Medienvertreter in Deutschland sind zwischen 60 und 70% kinderlos. Viele von ihnen sind nicht an Familienthemen interessiert, sondern sie glauben im Gegenteil, dass ihre eigenen derzeitigen Lebensentwürfe das “moderne Bild” der Gesellschaft widerspiegelte. Und genau das sie schreiben und berichten auch. Es scheint ihnen in der Vorstellung nicht zu gelingen, sich in die Situation von Müttern, Vätern und Kinder hineinzuversetzen, in der es um ein Miteinander und den so wichtigen Familienzusammenhalt geht, um Werte, Tradition, den Glauben, die geistige Weiterentwicklung, kurz, die Ehrfurcht vor dem Leben.
Frau Herman, während Ihrer langen Kariere als Journalistin und Buchautorin haben Sie gewiss viele Intellektuelle in Deutschland persönlich kennen gelernt. Wundert es Sie, daß viele davon kein Gutes Wort während einer abscheulichen Verleumdungskamapnie für Sie gesprochen?
Eva Herman: Nein, das wundert mich nicht. Man darf von denjenigen Menschen, die sich rudelartig in unserer Gesellschaft voranbewegen, auf keinen Fall zuviel erwarten.
Frau Herman, Sie haben sich etwas spöttisch bei Prof. Wippermann für seinen “Geschichtsunterricht“ bedankt. Später in einem Interview in „Deutschland Radio“ beklagte Wippermann sich über Tausende von Protest- und Schimpfbriefen von den Bürgern, die er nach seinem Auftritt bei Kerner damals bekommen hat. Wippermann behauptete, dass es in Deutschland eine „schweigende Mehrheit“ gibt, die ihm nach „sehr gefährlich“ ist. Was halten Sie, Frau Herman, von dieser „Schweigende Mehrheit“ in Deutschland?
Eva Herman: Die schweigende Mehrheit in Deutschland sind genau die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, in einer TV- Sendung ihre Position öffentlich zu vertreten. Meine Erfahrung ist, dass zehntausende Menschen an die Fernsehanstalten NDR, ARD und ZDF schrieben, zahlreiche Protestbriefe waren es, in welchen sie klar zum Ausdruck brachten, dass sie mit der Vorgehensweise der Sender nicht einverstanden waren. Klar wirken diese Menschen auf Herrn Wippermann gefährlich, weil sie nicht seine ideologische Linie vertreten, und ihn auch nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Sie haben auch während des Tribunals bei Kerner über den Verlust Ihres „Jobs“ geredet. Das war nur Ihre Replik auf Schreinemakers Behauptung, dass Sie sich als Opfer gefühlt. War doch Ihre Jahre im Fernsehen nur ein Job oder Berufung?
Eva Herman: Ich habe stets und immer sehr gerne meine Arbeit beim Radio und Fernsehen gemacht. Ob es allerdings einer Berufung entspricht, wenn man TV- Nachrichten spricht und Talkshows moderiert, würde ich eher bezweifeln.
Zum Schluß möchte ich gern von Ihnen erfahren, ob Ihre positive Einstellung der Kirche gegenüber Ihnen hilft, weiter für Ihre Meinung gerade zu stehen?
Eva Herman: Es ist mein Glaube, der mir entscheidend weiterhilft, der mich stützt und mir Kraft gibt, in einer Kirche bin ich nicht organisiert. Ich bin also nicht kirchengläubig, sondern gottesgläubig, oder besser: Ich bin fest von des Schöpfers ewiger Anwesenheit überzeugt. Es ist das Wissen, vor dem Schöpfer und für den Schöpfer das Richtige zu tun, und auch dann ganz fest zu stehen, wenn die Welt rundherum unterzugehen droht. Ich halte es in diesem Fall mit der Apostelgeschichte: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen”.
Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Worte und wünsche Ihnen Gottes Segen und vor allem bei guter Gesundheit blieben. Wenn Ihr Sohn eines Tages alles begreifen kann, er wird ganz bestimmt nicht über seine Mutter schämen. Das ist das besten Erlebnis eines Menschen in unserer Liebe-Hass Welt.
Hamburg/Frankfurt am Main, 2. September 2008
Jurij Below
P.S. Bequemer zu lesen, sehen und hören können Sie das auf meine Webseite
Liebe Grüße aus Frankfurt