Stresstest Deutschland: Wie gut sind wir wirklich?
Politik und Medien preisen täglich die Leistungsfähigkeit Deutschlands, nicht ohne uns im gleichen Atemzug zu ermahnen, den Gürtel doch bitte enger zu schnallen. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – die Grenzen zwischen Selbstbeweihräucherung und schrillem Alarmismus verschwimmen immer mehr. Doch wie gut sind wir wirklich? Jens Berger wirft einen unbestechlichen Blick u. a. auf die derzeitige Demokratiekrise, auf Wirtschafts-, Finanz- und Gesundheitspolitik, auf Rente und Soziales.
Wir sind Vize-Exportweltmeister, haben das begehrte AAA-Rating und hangeln uns von einem XXL-Aufschwung zum nächsten. Gleichzeitig wissen Millionen Deutsche am Monatsende nicht mehr, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen. Ihnen droht die Altersarmut, während ihre Kinder sich von einem Zeitvertrag zum nächsten schleppen. Geht es der Bevölkerung tatsächlich gut, wenn es der Wirtschaft gut geht? Ist die schwäbische Hausfrau wirklich ein passendes Leitbild für eine Volkswirtschaft? Wird Demokratie überhaupt noch gelebt, oder ist sie mittlerweile zu einer hohlen Phrase für Sonntagsreden verkommen? Und wer ist eigentlich der Souverän – die Banken oder das Volk? Sind die Medien noch ein „Sturmgeschütz der Demokratie“ oder nur die „Spritzpistole Angela Merkels“? Kann die Bewegung der Empörten ein Korrektiv sein? Jens Berger unterzieht Deutschland einem Stresstest und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.
Über den Autor
Jens Berger ist freier Journalist und politischer Blogger der ersten Stunde. Als Redakteur der NachDenkSeiten und Herausgeber des Blogs Spiegelfechter schreibt er regelmäßig zu sozial-, wirtschafts- und finanzpolitischen Themen.
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Auszüge/Zusatzinformationen
Leseprobe aus der Einleitung
Die schwäbische Hausfrau als Kardinalfehler deutschen Denkens – ein Auszug auf Telepolis
Kurzkritiken
“Jens Berger hat ein herausragendes Buch geschrieben. Es ist gut recherchiert und der Autor argumentiert bei all den verschiedenen Themen, die er seinem Stresstest unterzieht, klar und sicher. Zu einem wirklich außergewöhnlich guten Buch wird es aber dadurch, dass hier die politische Analyse in umfassender Weise mit einer tragfähigen ökonomischen Analyse verknüpft wird. Nur wer die wirtschaftlichen Fehler des Mainstream versteht, kann politisch wirklich relevante Schlussfolgerungen ziehen.”
Heiner Flassbeck, Volkswirt, ehemaliger Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf
“Jens Berger hat ein sehr kritisches Buch zur Wirtschaftspolitik des vergangenen Jahrzehnts geschrieben. Seine Kritik ist angesichts der derzeitigen Krisen und den von der Bundesregierung vorgeschlagenen Lösungen leider nur allzu berechtigt.”
Gustav A. Horn, Volkswirt, Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)
Rezensionen
Womit wir bei Bergers Buch wären: In seinem Erstlingswerk unterwirft der Autor das Land einem Stresstest. Oder besser: einem Glückstest. Und der geht nicht gut aus. Denn anders als die auf Unternehmen fixierten Betriebswirtschaftler legt der Volkswirt Berger seinem Stresstest eine „Benchmark“ zugrunde, die nicht dem Shareholder Value der „Deutschland AG“, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Seit einige Glücksforscher die glorreiche Idee hatten, dem Wachstumsfetischismus der herrschenden Wirtschaftstheorie eine humane Alternative entgegenzusetzen, ist das Glück in die Welt der Wirtschaft gewandert. Heute befassen sich Regierungen mit dem Glück, und der Deutsche Bundestag hat extra eine Enquete-Kommission eingesetzt. [...]
Während die ersten Kapitel, in denen sich der Autor mit der Gemengelage aus Medienmacht, Lobbyismus und politischer Korruption auseinandersetzt, etwas unschlüssig um Colin Crouchs These von der Postdemokratie kreisen und bisweilen in bequemes Politiker- und Journalisten-Bashing abgleiten, sezieren die folgenden Kapitel messerscharf, wie weit sich die Wirklichkeit von der Benchmark „soziale Gerechtigkeit“ entfernt hat.Wolfgang Michal – “Utopischer Charme für den Freitag
Im abschließenden Kapitel werden die (Irr-)Wege der Finanzpolitik nachgezeichnet, die bei einer „marktkonformen Demokratie“ enden. Die Analyse trifft sofort den Punkt, indem Berger darauf hinweist, dass die Finanzmärkte früher Dienstleister für die Bevölkerung und die Wirtschaft waren (oder zumindest sein sollten), heutzutage aber die Richtung vorgeben, der die Politik zu folgen hat. Ihm ist darin zuzustimmen, dass bisher kaum einer diesen „Paradigmenwechsel“ verstanden hat. Das ist besonders dramatisch, da hierdurch eine Suspendierung der Demokratie erfolgt ist. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Finanzmärkte still und leise selbst zum politischen Souverän ernannt haben. [...]
Die Richtung ist am Anfang nicht entscheidend. Zunächst wird Bewegung entstehen müssen. Das Werk von Berger könnte ein Beitrag hierzu sein.Wolfgang Hetzer – Rezension “Stresstest Deutschland”
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